Schloss Pfongau

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Denkmalgeschütztes Schloss Pfongau
Schloss Pfongau
Schloss Pfongau, südöstliche Ansicht
Der Neumarkter Ortsteil Pfongau mit dem Schloss Pfongau (rechts)
Portal vom Schloss Pfongau

Das denkmalgeschützte Schloss Pfongau ist ein ehemaliges Schloss in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee im Stadtteil Pfongau.

Geschichte

Der Stadtteil Pfongau gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten im Nordosten des Flachgaus. Schon zur Römerzeit ist es als „Tarnatone“ auf einer Weltkarte vermerkt. Spätere Namensformen waren „Phangowa“ oder „Phangowi“ auf. „Fan“ geht auf ein germanisches Wort zurück, das 'Sumpf' bedeutet.

Das Gut war Lehen des Erzherzogtums ob der Enns. Am 3. Oktober 1267 wird im Zuge von Verhandlungen um die Türme in

Reisberg, Griffen und Finkenstein (alle in Kärnten) auch Schloss Pfongau als „Phangowarius“ erwähnt. Die Pfongauer sind im gesamten 15. Jahrhundert im Raum Villach nachweisbar. 1413 ist im Urbar ein „Cunrad Öder zu Pfangä“ erwähnt, 1453 ein Pauls Aller zu Pfongä und 1495 Conrad Wing(ler) zu Pfongau. Wolfgang Rainer wurde von Kaiser Maximilian I. mit dem Besitz belehnt, am 28. Februar 1522 die Brüder Wolfgang, Symon und Jakob Rainer mit dem Sytz und Hof zu Phanngew von König Ferdinand I. belehnt. Jakob Rainer, Pfleger von Golling, wurde am 1. Oktober 1545 allein mit Pfongau belehnt. Sein Nachfolger war Hanns Absalom Ridler von Pfongau auf Obing, bayerischer Mautner zu Straßwalchen. Diese Familie erschien 1569, 1583 und 1592 in den Salzburger Landtafeln auf. Am 23. Oktober 1596 erhielt Hans Christoph Ridler Sitz, Hof und Tavern zu Pfongau von Kaiser Rudolf II.

Am 29. März 1610 erwarb dann Abraham Uiberacker den Besitz. Die Uiberackers hatten zu jener Zeit bereits den Sitz zu „Sigahrting“ inne, den sie 1442 von Fürsterzbischof Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg als Dank für die Teilnahme an der Schlacht bei Mühldorf[1] verliehen bekamen.

1717 wurde dann für den Ansitz in Pfongau die Abbruch– und Neubaugenehmigung von Uiberaker zur Vermeidung von „Strafe bei Verfall“ eingeholt. Dabei handelte es sich noch um eine ehemalige Wasserburg (1679 war bereits der größere Weiher geräumt und 1686 der kleinere Weiher ausgeräumt worden). Nachdem 1727 die alte Wasserburg bis auf die Fundamente abgebrochen worden war, errichteten die Uiberacker das heutige Barockschlösschen , das sie als Jagdschlösschen nutzen. Von 1843 bis 1877 war die „Köstendorfer Filialschule zu Sighartstein“ im Schloss untergebracht.

Als die Franzosen während der Freiheitskämpfe gegen Wien zogen, diente es ihnen vom 28. Dezember 1800 bis 20. Jänner 1801 als Spital. Zu dieser Zeit war ihre Generalität im Poschingerhaus (Apotheke) in Neumarkt untergebracht, während die Mannschaft in der Pfarrkirche Neumarkt einquartiert wurde. Ein Schwiegersohn der Uiberacker, ein Graf Thun, bewohnte das Schlösschen dann 1814. Im Besitz der Familie Uiberacker blieb das Schloss noch bis 1873. Dann erwarb es Dr. Stürmer aus Salzburg, der es dem Wirt Matthias Zauner und an Johann Haller weiterverkaufte. 1880 kam es an seine Tochter Juliana Zauner († 1918). Der dazugehörige Besitz (Zipfwirt, Mühle, ein Weiher, fünf Joch Wald, 50 Joch Grund, früher auch das Diesenberggut) wurde zerstückelt. Als Unterhändlerin für diese Transaktionen trat die „Zuchthausnanni“ auf. Am 2. Mai 1918 erwarb es Georg Plainer um 23.000 K. Schließlich erwarben Johann und Elisabeth Kistner (heute Küstner) am 12. Mai 1931 das Schloss.

Ausstattung

Zwei Zimmer im ersten Stock sind seit 2009 restauriert. Das Deckengemälde im Trauungszimmer zeigt die Auffindung des Mosesknaben, die Szenen an den Wänden stammen aus der Geschichte Diana und des Endymion. Diese wurden jedoch nicht vollständig restauriert. Sie dürften von Josef Beer, bürgerlicher Maler aus Straßwalchen, stammen.

Der Endymion war eine griechische Sagengestalt, ein schöner Hirt, Geliebter der Mondgöttin Selen, die ihn im Schlafzimmer besucht und küsst; er wird von Zeus in den ewigen Schlaf versetzt. Die Diana ist eine Göttin der Jagd, des Lichtes und der Geburt.

Die Stuckdecke im zweiten Zimmer weist das Wappen der Uiberacker auf. Die in diesem Wappen befindliche Hand weist auf die Rechtsfreiheit der Uiberacker hin. Der einst sich in diesem Zimmer befundene Rokoko-Ofen befindet sich heute im Schloss Sighartstein. Die Stuckspiegel sind umgeben durch den für die Zeit von 1730/40 typischen Bandlwerkstuck. Die Füllungstüren der beiden Räume sind mit Intarsienmalereien geschmückt und tragen noch die originalen Schlösser und Beschläge von 1740.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Weblink

Quellen

Österreichische Kunsttopographie, Band X, I. Teil, Wien 1913;
Zaisberger Friederike, Schlegel Walter: Burgen und Schlösser in Salzburg, Flachgau und Tennengau, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten Wien, 1992

Einzelnachweis

  1. die allerdings bereits 1322 war!