Schloss Sighartstein

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Wappen beim Schlossparkeingang
Blick vom Tannberg: Neumarkt, Schloss Sighartstein, Schafberg im Hintergrund
Schloss Sighartstein im Winter, westliche Ansicht
Schloss Sighartstein West-Panorama-Ansicht

Schloss Sighartstein ist ein unter Denkmalschutz stehendes Schloss im gleichnamigen Stadtteil der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee.

Geschichte

Das Schloss wurde 1297 erstmals urkundlich erwähnt, als Eckart von Tann das Gebäude dem Stift Raitenhaslach übergab. 1372 erwarb der Salzburger Fürsterzbischof Pilgrim II. den Hof. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts war das Schloss an die Innviertler Familie Uiberacker verliehen. 1452 wurde die Schlosskapelle eingeweiht, die Uiberackers stiegen bis 1688 in den Stand der Grafen auf.

Sein jetziges Aussehen als Barockschloss mit Zugbrücke erhielt das Schloss 1714 durch den Grafen Wolf Max Uiberacker, der Generalfeldmeister im Spanischen Erbfolgekrieg war. Die Familie besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1964. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs.

Auf Schloss Sighartstein waren im Laufe der Jahre zahlreiche historische Persönlichkeiten wie Königin Maria Theresia, Wolfgang Amadé Mozart, Napoleon Bonaparte, Arturo Toscanini oder die Opernsängerin Maria Callas zu Gast.

Bau

Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung östlich von Neumarkt nahe der Wiener Bundesstraße (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin Spätbarock, im Kern jedoch spätgotisch. Um die West- und Nordseite des Schlosses verläuft eine Ringmauer. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut. In den Zimmern der unteren Geschoße hängen zahlreiche Porträts der Familie Uiberacker und der Salzburger Erzbischöfe.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gehörte das Schloss dem ehemaligen Besitzer der Messe Salzburg, Arnold Henhapl, der es 1992 aufwändig sanieren ließ und seit Ende der 1990er Jahre zum Verkauf angeboten hatte.

Sighartstein ist ein eigenwillig umgebautes Schloss mit barocken Elementen, einem Mausoleum sowie einer auffällig jagdorientierten Einrichtung.

21. Jahrhundert

Am 27. Juni 2012 hätte das Schloss am Bezirksgericht Neumarkt zwangsversteigert werden sollen. Doch es fand sich kein Bieter ein, so dass die Versteigerung abgesagt wurde.

Die betroffenen Grundstücke sind mit dem Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude bebaut. Das Inventar der Gebäude hat einen Wert von rund 800.000 Euro. Teile davon stehen unter Denkmalschutz, wie die historischen Kachelöfen, zwei Altäre und eine Orgel. Diese sind an das Objekt gebunden und müssen mitversteigert werden. Der Schätzwert des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses beträgt 7,5 Millionen Euro. Das geringste Gebot wurde mit 3,75 Mio. Euro und das Vadium mit 750.000 Euro beziffert.

Die Liegenschaft stand zuletzt im Eigentum des ehemaligen "Messe-Zaren" Arnold Henhapl. Er hatte 1992 die Salzburg Messe AG an die britische Reed-Gruppe verkauft und danach das Barock-Schloss mit spätgotischen Elementen erworben. 15 Jahre lang hatte er versucht, das erwähnte Bauwerk samt dem 72 089 Quadratmeter großen Grundstück zu verkaufen.

Der Unternehmer schlitterte 2009 Jahren in die Pleite. Am 16. September 2009 wurde am Landesgericht Salzburg über das Vermögen Henhapls und der Henhapl Holding GmbH das Konkursverfahren eröffnet. Der Kommerzialrat steckte mit über 9,6 Millionen Euro in der Kreide, seine Gesellschaft hatte weitere Schulden in der Höhe von rund 4,7 Mio. Euro. Das Konkursverfahren ist noch anhängig.

Henhapls Bemühungen, das Schloss international zu verwerten, sind gescheitert. Masseverwalter Wolfgang Lirk hatte die Versteigerung beantragt. Angeschlossen an das Verfahren haben sich die betreibenden Parteien Salzburger Sparkasse Bank AG, die Burgenländische Landesholding GmbH und das Reisebüro Kuoni GmbH.

Auch die für 27. Juni 2012 angesetzte Zwangsversteigerung wurde abgesagt, da kein einziger Bieter erschienen war. Überraschend wurde dann im Oktober 2012 bekannt, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die im Mehrheitsbesitz eines Sprosses des Adelsgeschlechts Getschmann-Waldwaldeck ist, das Schloss um drei Millionen Euro erworben hat.

Florianifeier

Alljährlich im Juni findet im Schlosshof die Florianifeier des Löschzugs Sighartein der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt am Wallersee statt.

Wintersonnwendfeuer

Von 2013 bis 2018 veranstalteten die Oldtimerfreunde Neumarkt am Wallersee zur Wintersonnenwende einen Weihnachtsmarkt mit Sonnwendfeuer.

Bilder

 Schloss Sighartstein – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Weblink