Stadtbrücke (Hallein)

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Begriffsklärung
Dieser Artikel beschreibt die Stadtbrücke in Hallein. Eine früher ebenfalls als Stadtbrücke bezeichnete Brücke in der Stadt Salzburg beschreibt der Artikel Staatsbrücke.
Teilaufnahme der Brücke aus dem Jahr 2004.
Bild rechts unten zeigt die Stadtbrücke im Juni 1929.
Die Stadtbrücke in den 1930er-Jahren; hier sieht man schön die "Abzweigung" der Kleinen Salzach (rechts), die baulich vom Hauptfluss getrennt war.

Die Stadtbrücke ist eine von drei Brücken über die Salzach in der Stadt Hallein im Tennengau.

Beschreibung

Die etwa 110 Meter lange Brücke führt von der Halleiner Altstadt von der Sigmund-Thun-Straße über die Salzach, über einen Brückenkopf auf der Südostspitze der Pernerinsel und die Kleine Salzach in den Stadtteil Burgfried. Sie besteht aus zwei Teilen: Aus der Brücke über die Salzach von der Altstadt auf die Pernerinsel und aus der Brücke von Pernerinsel über die Kleine Salzach nach Burgfried. Die Pernerinsel liegt in der Mitte der Salzach und der beiden Brücken.

In der Mitte über der Teilung der Salzach und der Kleinen Salzach befindet sich der Skywalk Hallein. Dort mündet auch von Nordwesten kommend die Mauttorpromenade, die über die Pernerinsel verlaufende Hauptstraße.

Geschichte

Wann genau die erste Brücke in Hallein errichtet wurde, ist nicht bekannt. 1340 findet sich ein Quellenhinweis auf die Fleischerbrücke (auch Gollinger Tor genannt, beim Mauttor[1]). Nur ein Steg führte vom Pflegamtsgebäude der Saline Hallein auf die Insel. Eine befahrbare Brücke bestand damals noch nicht.[2]

Holzbrücke

Die erste Brücke im Bereich der heutigen Stadtbrücke bestand aus Holz. Auf der sogenannten „Gollinger Brücke“ wurde 1532 das Brückenmautgebäude errichtet.[3] 1532 trat Christoph Perner als erzbischöflicher Kammerschreiber für die Salz- und Getreidetransporte an der Mautbrücke in Erscheinung. Nach ihm ist die Pernerinsel benannt.

Seit 1386 standen vor dem Fleischertor auf der Stadtbrücke rechts und links 16 Fleischbänke. ebenfalls aus Holz errichtet, bei denen an jedem Dienstag und Samstag ein Wochenmarkt abgehalten wurde. Fürsterzbischof Gregor Schenk von Osterwitz hatte sie 1398 den „Erbfleischhackern zu dem Hällein" erbauen lassen, wofür diese „jährlich am St. Michaelstag" 16 Zentner abliefern mussten.[4] Daher wurde die innere Brücke auch „Halleiner Fleischbankbruck“ oder „Fleischbrücke“ genannt.

1508 riss ein Hochwasser alle Brücken weg. Durch Hochwasser wurden 1661 die Stadtbrücken weggerissen und 1662 die Werke am Salzachufer zerstört.

1533 wurde hinter den Fleischbänken ein vierstöckiges Mautgebäude auf der Brücke errichtet, das 1813 demoliert wurde. Auf einer Zeichnung aus 1632 von Johann Faistenauer Hallein von Osten[5] erkennt man dieses massiv gebaute Mauthaus und, dass die Stadtbrücke die Pernerinsel nicht direkt berührt, also noch als eine nicht durch die Insel unterbrochene Brücke geführt wird.

1726 stellte Georg Josef Sigmund in einer Gouache auf Papier Hallein von Osten dar.[6], auf der beiden Stadtbrücken zu sehen sind.

1796 hatten die bei der Volkszählung aufscheinenden acht Halleiner Fleischhauer jeweils auch einen Verkaufsstand auf der über die Salzach führenden Gollinger Brücke (Fleischbrücke).

Im Befreiungskrieg 1809 war die Verteidigung der Stadtbrücken ein strategisch wichtiges Ziel. Am 20. August 1813 wurden auf Befehl des Königreichs Bayern, das mit Frankreich verbündet war, die Stadtbrücke in Hallein abgetragen. Zuvor hatte Österreich das orthografisch rechte Ufer der Salzach von der Stadt Salzburg bis Golling besetzt.[7]

1819 wurde der Pflegersteg abgetragen und einige Klafter weiter flussabwärts eine Brücke erbaut. 1819 wurde auch die Fleischerbrücke neu errichtet.[8]

1830 wurde die bestandenen acht Fleischbänke auf der Brücke demoliert. Der Name „Fleischbrücke“ bestand jedoch einige Zeit weiter.

1829 wurde eine Mautordnungen für die Halleiner Fleischbrücke erlassen. Die Brücke stand offenbar zuvor im Eigentum der ärarischen Salinen-Regie.[9]

Am 11. Juni 1861 waren alle Brücken in der Stadt durch ein Hochwasser, dass das Schleusenhaus am Griesrechen beschädigte und die dortige Brücke zerstört hatte, durch angeschwemmte Trümmer und Balken der zerstörten Brücke in Gefahr.[10]

Eisenbrücke

Um 1900 wurde die alte hölzerne Gollinger Brücke durch eine moderne Eisenkonstruktion mit elektrischer Beleuchtung ersetzt.[11] Diese Brücke war bautechnisch in mehrerlei Hinsicht mangelhaft geplant worden. Die An- und Abfahrten über die Rampen waren zu steil, für die Fußgänger waren die Gehwege zu schmal, das Regenwasser wurde falsch abgeleitet, sodass sich tiefe Wasserlachen bildeten.[12]

1908 wurde die Fahrbahn der Stadtbrücke geteert.[13]

1913 beschloss der Gemeinderat der Stadtgemeinde Hallein einen Bericht des Stadtbauamtes zur Tieferlegung der Stadtbrücke und befürwortete die Trockenlegung der Gehwege.[14]

Der Fotograf Rudolf Schandalik hatte im Bereich der Stadtbrücke von 1926 bis 1932 ein Verkaufslokal gepachtet.[15]

1930 wurde eine Senkung der Stadtbrücke um 55 Zentimeter durchgeführt und dadurch die Steigungen auf den Anfahrtsrampen auf beiden Brückenseiten beträchtlich vermindert. Auch die Gehsteige wurden neu errichtet und neu gepflastert. Für eine Verbreiterung der Fahrbahn fehlten jedoch die finanziellen Mittel.[16][17][18] [1932]] wurde ein Licht-Reklameturm auf der Stadtbrücke errichtet und eine Wetterwarte installiert. In der Mitte des Lichtmastens wurde eine dreiteilige, beleuchtete Uhr mit Radiozeit angebracht. In der Wetterwarte wurden angebracht: 1 Marinebarometer 25 — 30 cm, l Hygrometer 25 — 30 cm, 1 Thermometer, 1 Thermometer Minimum und Maximum.[19] [20]

Stahlbetonbrücke

1965 wurde ein Neubau der Stadtbrücke in Hallein auf Beschluss des Salzburger Landtags durchgeführt. Das Land trug drei Millionen Schilling zu den Bau- und Errichtungskosten bei.

Von 30. September bis 10. November 2019 wurde die Tragwerke der Stadtbrücke erneuert.[21]

Bilderlinks

  • halleinergschichtendotcom, das Bild zeigt Hallein zwischen 1900 und 1920, wobei im rechten Bildteil die Eisenbrücke zu sehen ist; bemerkenswert ist auch die offensichtlich temporäre Trockenlegung der Kleinen Salzach (ganz rechts);
  • [https://images-01.delcampe-static.net/img_large/auction/000/104/564/742_001.jpg (Meldung beim Speichern: "Der Text, den du speichern möchtest, wurde vom Spamschutzfilter blockiert."), bitte Link kopieren: alte Ansicht der Eisenbrücke]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Hallein. Ursprung und Geschichte der Salinenstadt, Seite 33
  2. Franz Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung, 1870, Seite 81 Online-Link
  3. Quelle: Franz Dückher, Saltzburgische Chronica, 1666
  4. ANNO, Volksfreund, 25. März 1922, Seite 3
  5. In Salzburg in alten Ansichten. Das Land., Tafel 33, Beschreibung Seite 278
  6. Georg Josef Sigmund, Hallein von Osten, Salzburg Museum, Inv.Nr. 45-25
  7. Franz Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung, 1870, Seite 95 Online-Link
  8. Kaiserl. königl. österreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt , 1819, Seite 175 Online-Link
  9. Sammlung der politischen Gesetze und Verordnungen für das Erzherzogtum Österreich ob der Enns, Bände 11-12, 1833, Seite 542 Online-Link
  10. Franz Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung, 1870, Seite 44, Online-Link
  11. ANNO, Volksfreund, 10. Februar 1906, Seite 6
  12. ANNO, Volksfreund, 14. Juli 1928, Seite 4, "Gehordnung auf der Stadtbrücke"
  13. ANNO, Volksfreund, 18. Juli 1908, Seite 4
  14. ANNO, Volksfreund, 8. März 1913, Seite 7
  15. ANNO, Volksfreund, 1. Mai 1926, Seite 7]
  16. ANNO, Volksfreund, 30. März 1929, Seite 4
  17. ANNO, Volksfreund, 12. Juli 1930, Seite 4
  18. ANNO, Volksfreund, 4. Mai 1929, Seite 4
  19. ANNO, Volksfreund, 10. Dezember 1932, Seite 7
  20. ANNO, Volksfreund, 26. November 1932, Seite 3
  21. ORF Salzburg, 30.09.2019