Unglücke in der Glocknergruppe

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Immer wieder passierten und passieren Unglücke in der Glocknergruppe. In diesem Artikel werden einige kurz beschrieben.

1927: Bergung erfrorener Touristen

Von der im Kapruner Tal gelegenen Orglerhütte unternahmen am 6. Juni 1927 eine Frau und ein Mann über das in der Glocknergruppe gelegene Riffltor eine Hochgebirgstour. Infolge großer Neuschneemengen war der Aufstieg sehr beschwerlich und die beiden kamen bereits am Riffltor erschöpft an. Dort wurden sie von zufällig nachkommenden Skifahrern eingeholt, die ebenfalls schon stark ermüdet waren. Sie begleiteten die beiden noch ein Stück, dann brach ein Sturm los. Die beiden Touristen konnten vor Erschöpfung nicht mehr weiter. Die Skifahrer hoben eine Schneegrube aus, in die sich die beiden legten, um besser gegen die Wucht des Sturmes geschützt zu sein.

Die Skifahrer verließen die beiden, um von der Oberwalderhütte Hilfe zu holen. Mittlerweile war es Nacht geworden. Obwohl der Hüttenwart und mehrere Skifahrer aufmachten, um die beiden Touristen zu bergen, konnten sie diese nicht mehr finden. Erst am nächsten Morgen wurden sie, bereits erfroren, gefunden. Sie wurden dann nach Heiligenblut ins Tal gebracht. Bei den beiden soll es sich um Adolf Brachmann und Fräulein Theresia Steppan aus Wien gehandelt haben (Quelle[1]

1932

= März: Vier Todesopfer am Großglockner

Eine fünfköpfige Touristengruppe, vier Herren und eine Frau, war am 20. März 1932 von Heiligenblut aus zu einer Bergtour aufgebrochen. Sie kam über das Glocknerhaus zum Pasterzenboden. Zunächst wollte man zum Kaiser Franz Josef Haus gehen, aber in einem plötzlich losbrechenden Schneesturm und Nebel verloren die Teilnehmer die Orientierung und gingen in Richtung Oberwalderhütte. Hans Kargerer trennte sich von seinen Begleitern, die überhaupt nicht mehr vorwärts kamen. Er schleppte sich, im Schneesturm herumirrend in die Nähe des Berghotels Mooserboden, wo er zusammenbrach und bewusstlos liegenblieb. Seiner Aussage nach war er so hilflos zwei Tage und zwei Nächte im Schnee gelegen, bis er am 23. März von Einheimischen gefunden und auf die Oberwalderhütte gebracht wurde.

Bis zum 26. März konnten die Leichen der vier noch nicht geborgen werden. Die Quelle schreibt "zweifelos liegen in diesem Gebiet zwischen dem Riffltor und der Oberwalderhütter noch vier Leichen [..] Bisher konnten die Leichen noch nicht geborgen werden und, da die Schneeverhältnisse sehr schlecht sind - es herrscht in den Höhen wieder arger Sturm -, wird wahrscheinlich eine zweite Expedition zur Oberwalderhütte abgehen müssen."[2]

April: Drei Lawinentote

Am 18. April 1932 waren der 21-jährige Hochschüler Kurt Wolf, der 23-jährige Hochschüler Ferdinand Neumann und der 29-jährige Spediteur Kalr Ohly, alle aus Wien, vom Kesselfall aus zum Mooserboden aufgestiegen, von wo aus sie zur Oberwalderhütte wollten. Da sie weder am Mooserboden noch in der Oberwalderhütte eingetroffen waren, vermutete man, dass sie von einer ein Kilometer langen, 40 bis 78 Meter breiten und acht bis zehn Meter hohen Lawine verschüttet wurden, die Suchmannschaften antrafen. Diese Lawine war zwischen dem Orglerboden und dem Mooserboden abgegangen. Skispuren konnte man bis zum Lawinenkegel verfolgen. Das Wetter war an diesem Tag ungünstig. Es regnete und schneite und es bestand hohe Lawinengefahr.

Am 21. April stiegen unter Leitung des Gendarmerie-Rayoninspektors Hohenwallner von Kaprun zehn Männer zur Lawine auf. Die Suchaktion wurde durch schlechtes Wetter und Lawinengefahr stark behindert.[3]

1939: Zwei Tiroler in der Pallavicinirinne tödlich verunglückt

Im Juli 1939 ereignete sich ein schweres Bergsteigerunglück. Die beiden Tiroler Bergsteiger Erich Fuchs aus Innsbruck und Konrad Franz aus Hall waren als Reiseführer der Sektion Innsbruck des Deutschen Alpenvereins mit 18 Studenten zur Oberwalderhütte gekommen. Von dort wollten sie mit den Studenten auf den Großglockner.

Am Dienstag, den 11. Juli, waren sie bei der Oberwalderhütte angekommen, wo die Gruppe über Nacht blieb. Die beiden Tiroler wollten aber vorher noch alleine die Pallavicinirinne durchsteigen. Sie brachen gegen 22 Uhr auf und hinterließen die Nachricht, am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder in der Oberwalderhütte zu sein. Als die beiden nicht zur vereinbarten Zeit zurück waren, begaben sich mehrere Alpinisten auf die Suche nach ihnen. Nachforschungen ergaben, dass die beiden jungen Männer am Mittwoch um etwa 9 Uhr vormittags 50 Meter unter der Glocknerscharte 500 Meter tief abgestürzt und an einer schwer zugänglichen Stelle liegengeblieben waren.

Aufgrund eines Mittwochnachmittag einsetzenden Schneesturms, der die ganze Nacht anhielt, konnte die Rettungsmannschaft erst am Donnerstag wieder aufsteigen. Bis Freitagabend konnte die Rettungsmannschaft wegen des vielen Neuschnees nicht zu den Verunglückten vordringen. [4]

Quellen

  1. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 10. Juni 1927, Seite 6
  2. Quelle ANNO, Die Rote Fahne, Ausgabe vom 26. März 1932, Seite 7 und ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 25. März 1932, Seite 7
  3. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 22. April April 1932, Seite 8
  4. Quelle ANNO, Alpenländische Rundschau, Ausgabe vom 22. Juli 1939, Seite 8