Kurt Willvonseder

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Kurt Willvonseder (* 10. März 1903 in Salzburg; † 3. November 1968 ebendort) war Archäologe mit Schwerpunkt Bronzezeit und Direktor des Salzburger Museum Carolino Augusteum.

Leben

Willvonseder maturierte 1922 am Akademischen Gymnasium in Salzburg und studierte anschließend in Wien und Stockholm Altgermanistik, Skandinavistik und Prähistorie. 1933 promovierte er zum Dissertationsthema "Der Untersberg und seine Sagen" und 1937 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die mittlere Bronzezeit in Österreich.

Von 1937 bis 1945 arbeitete er am Bundesdenkmalamt in Wien, unter anderem als Leiter der Abteilung für Bodenaltertümer, der Vorgängerorganisation der heutigen Abteilung für Bodendenkmale. Nach dem Anschluss Österreichs suchte er um Aufnahme in die NSDAP und die SS an, die ihm gewährt wurde. 1940 für zwei Trimester Leiter des Extraordinariats des Innsbrucker Institutes für Ur- und Frühgeschichte, ab 1943 dann außerordentlicher Professor der Urgeschichte in Wien. Aufgrund seiner Stellung als SS-Obersturmführer wurden ihm im Zuge der Entnazifizierung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sämtliche Ämter und die Lehrbefugnis an der Universität Wien entzogen. Doch bereits 1954 wurde er rehabilitiert.

Von 1. September 1954 bis zu seinem Tod im Jahre 1968 war er Direktor des Salzburger Museums Carolino Augusteum und lehrte außerdem an der Universität Salzburg. 1965 wurde er Mitglied des International Council of Museums der UNESCO. 1967, ein Jahr vor seinem Tode, erhielt er den Titel Außerordentlicher Universitätsprofessor.

NS-Vergangenheit

Willvonseder trat 1938 der SS bei, um sich - wie er nach Kriegsende behauptete - dem Regime in führender Stellung zu widersetzen. Am Ende des Krieges war Willvonseder SS-Obersturmbannführer und Herausgeber der Zeitschrift Materialien zur Urgeschichte der Ostmark, wurde allerdings später vom Bundespräsidenten begnadigt und konnte so Direktor des SMCA werden.

Quellen

Zeitfolge