Wasserschloss Anif

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stich von Johann Fischbach aus dem Jahr 1852
Karte
Flugaufnahme des Wasserschlosses
Das Wasserschloss Anif
Wasserschloss Anif bei Nacht

Das Wasserschloss Anif befindet sich im Gemeindegebiet von Anif. Es liegt inmitten des kleinen Anifer Schlossweiher, verbunden mit einem festen Weg zu einem den Weiher umgebenden Park. Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich.

Geschichte

Erster nachweisbarer Besitzer ist der Salzburger Hofkanzler Dr. Nikolaus Ribeisen. 1530 erhielt er das Haus am obern Weyer zu Leibgeding. Anna Lienpacher hatte nach 1543 das Gut lehensweise inne, 1535 kam es durch Erbschaft in den Besitz von Achatz Köllrer zu Wispach. Von diesem erhielt es um 1560 Christoph Perner von Rettenwörth, der durch seinen Plan, die Salzachöfen beim Pass Lueg durch Sprengungen schiffbar zu machen, bekannt ist. Wie es von dessen Erben an Ferdinand Freiherrn von Kuen-Belasy kam, ist nicht bekannt. Dieser wurde am 8. Juni 1592 mit dem Schloss Anif samt dem Weiher, den zwei F?achen in der Au, dem Fischer in der Salzach aufwärts, dem Mairhans in Anif und den Gründen im Ober-, Mitter- und Thiergartenfeld von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau belehnt[1]. 1606 verkaufte er das Schloss an die Brüder Ernfried und Hans Kaspar von Kuenburg. Diese Familie wiederum verkaufte es 1643 an Sophie von Pauernfeind, die mit Johann Ägyd Perner von Rettenwörd und Lampoting, dem letzten seines Stammes, verheiratet war. Er starb 1663, und 1673 verkaufte es die Witwe an Preisgott Grafen Kuefstain, und dieser wiederum 1689 an Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, der es erneuern ließ; 1693 gab er das Schloss Anif den Bischöfen von Chiemsee als Lehen. Die Fürstbischöfe von Chiemsee nutzten dann von 1693 bis 1814 das Schloss als Sommersitz. Es war dann auch einer der Fürstbischöfe, Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil, der den englischen Schlosspark anlegen ließ. Erst Alois Graf von Arco-Steppberg (* 1808, † 1891), ein Urenkel der Königin Maria Theresia, ließ 1837 das Schloss nach dem Vorbild der englischen Tudorschlösser im romantisch-neogotischen Stil umgestalten. Seine einzige Tochter Sophie heiratete den bayerischen Grafen Ernst von Moy de Sons. Sie übergab ihrem Neffen Johannes Graf von Moy die Villa Swoboda ebenso wie das Wasserschloss Anif mit der Gutsverwaltung.

Hier nahm der bayerische König Ludwig III. am 7. November 1918 Zuflucht, während in München der Freistaat Bayern ausgerufen wurde. Am 12. November folgte seine Anifer Erklärung.

Heute ist das Schloss immer noch im Besitz der Familie der Grafen von Moy.

Drehort und Filmkulisse

1965 war das Wasserschloss Anif die Filmkulisse für den amerikanischen "The Sound of Music (Film)" und ist deshalb heute fester Bestandteil eines halbtägigen Ausflugs auf den Spuren des Films.

Ebenso 1965 entstand "Das große Rennen rund um die Welt" (Originaltitel: The Great Race), ein amerikanischer Komödienfilm mit Tony Curtis und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Regie führte Blake Edwards. Die Szenen in dem fiktiven, ungarisch anheimelnden Königreich Karpanien und der Königsresidenz Potzdorf wurden in Salzburg und auf dem Wasserschloss Anif gedreht. [2]

Schlosspark unter Denkmalschutz

Der Schlosspark Anif steht seit dem Jahr 2014 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[3] Er wird zweimal jährlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht: am Fronleichnamtag für die kirchliche Prozession und am Abend des 8. Dezember für das Anifer Turmblasen.

Gebäude

Park

  • Hundefriedhof

Quellen

Fußnoten