Motzel

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grabmal Volpert von Motzels in der Peterskirche
Grabtafel Georg Anton Freiherrn von Motzels in der Peterskirche

Die Freiherren Motzl von Schernberg zu Grueb waren ein landständisches Salzburger Adelsgeschlecht, das zurückging auf den (1654 geadelten) Salzburger Hofkanzler Volpert Motzel und im Jahr 1801 in der vierten Generation ausstarb.

Genealogie

  • Volpert (1655:) von Motzel (*12. Dezember 1604; † 27. Jänner 1662), salzburgischer Hofkanzler
    • Maria Katharina (* 6. Februar 1640 Eichstätt; † 1. Mai 1719 Salzburg, begraben in St. Peter), verheiratet mit Johann Ludwig von Grimming († 16. August 1707 Freiburg im Breisgau [damals Vorderösterreich, jetzt Baden-Württemberg])
    • Franz Karl Willibald (* 8. Februar 1642 in Eichstätt; † 1. März/April 1682 St. Veit im Pongau, begraben in der dortigen Schernbergkapelle), hochfürstlich salzburgischer Beamter (1663 Rat, 1665 Hofrat, 1670 Pfleger und Umgelter in Mühldorf, 1672 Pfleger in Goldegg und Landrichter in St. Veit); verh. (1673 Goldegg) mit Maria Barbara Graf von und zu Schernperg (* 12. Februar 1654 St. Veit; † 13. Mai 1710 Schernberg)
      • Franz Dietrich (1731:) Freiherr von Motzel (* 7. Jänner 1676 St. Veit; † 29. Oktober 1738, begraben Lofer), hochfürstlich salzburgischer Beamter (1695 Hofgerichtsakzessist, 1696 Hofrat, 1701 Pfleger zu Haus und Gröbming, 1704 Pfleger zu Lofer 1729/31 zu Werfen, 1739?! neuerlich zu Lofer; erst (nach seiner Mutter) Mit- dann durch Kauf alleiniger Besitzer des Grubhofes der 1708 im Mannesstamm ausgestorbenen Familie Ritz; verh. mit 1. Maria Anna Josefa von Baumgarten († 1703?), 2. (1707?) Maria Barbara Freiin von Ehingen (* um 1687; † 30. November 1765)
        • eine Tochter aus erster, drei Töchter aus zweiter Ehe
        • Franz Josef Karl (* 4. November 1717 Lofer; † 28. Juli 1771), österreichischer Offizier; 1734 Ruperti-Ritterordensritter, 1739 Fähnrich beim k. k. Infanterie-Regiment Graf Platz, 1746 Leutnant im selben Regiment, 1752 Hauptmann, sodann Oberstwachtmeister im k. k. Großen Generalstab, 1746 Oberstleutnant; stürzte bei Übersetzung des Dunajez vom Pferd und ertrank
        • Georg Anton Franz (* 26. Feber 1729 Lofer; † 3. Feber 1801), hochfürstlich salzburgischer Beamter (1749 [[Hofrat]]sakzessist, 1751 Hofrat, 1753 Pfleger zu Goldegg, 1762 zu Moosham, 1764 Kämmerer, 1770 Hofkammervizepräsident und Direktor der Hofkammer im Berg- und Salzwesen, 1772 Geheimer Rat), 1770 Generalsteuereinnehmer der Ritterschaft, besaß nach seinem Vater zunächst mit seinem Bruder, nach dessen Tod alleine Grub; heiratete am 9. November 1773 im Salzburger Dom Marie Eleonore Josefa Walburga Auer von Winkel (* um 1750; † 24. Juni 1816; Tochter des Franz Rochus Auer von Winkel und der Marie Karoline Baronin Ocfort); zwei Kinder starben bei der Geburt
      • Maria Barbara Josefa (* 15. Mai 1677 St. Veit; † 17..), 1711 mit Schernberg belehnt, erhielt 1713 die Landstandschaft für sich und ihre Erben, verh. 1. (1708) mit Johann Ulrich von Ehingen Freiherrn von Balzhaim († 1711?), 2. (1720) mit Franz Anton Gottfried Auer von Winkel Freiherrn Gold von Lampoding, Pfleger zu Abtenau
    • Johann Ignaz (* 13. Dezember 1645 Salzburg; † 3. April 1708 ebenda) Benediktiner (Ordensname: P. Vital) in St. Peter
    • Volbert (* 3. August 1648 Salzburg; † 4. April 1679), Benediktiner, Professor für Poetik und Rhetorik und Lehrer des kanonischen Rechts an der Universität Salzburg
    • Maria Anna (* 9. Jänner 1650 Salzburg; † 15. Jänner 1717 ebenda), Benediktinerin (Ordensname: Maria Marina Meinrada), Priorin im Benediktinenstift Nonnberg
    • Rupert (* 24. Oktober 1651), Benediktiner (Ordensname: P. Vital) im Benediktinerkloster Scheyern (Bayern)

Besitzungen

Durch Franz Karl Willibald von Motzels Eheschließung (1673) mit Maria Barbara Graf von und zu Schernperg, Tochter des Konrad Graf von und zu Schernperg und der Maria Barbara Ritz von Grub, kamen die Konrad Graf'schen Lehen, und damit Schernberg, ebenso in die Familie Motzel (1705/1710) wie jener Anteil von Schloss Grub, der 1713 zum Alleinbesitz ausgebaut wurde. Das Geschlecht besaß das Gut Grubhof bis 1812.

Maria Barbara Graf erwirkte allerdings die Erlaubnis, Schernberg - mit Rücksicht auf die Verschwendungssucht des Sohnes Franz Dietrich von Motzel - auf die Tochter Maria Barbara übertragen zu dürfen, welche daraufhin mit Schernberg belehnt wurde. [Das schließt nicht aus, dass Schernberg später im Erbweg an Franz Dietrich fiel.][1]

Wie dies üblich war, enthielten der Adels- und der Freiherrenbrief die Berechtigung, sich nach allen besessenen Gütern zu nennen. Dementsprechend nannte sich etwa Georg Anton Franz Freiherr von Motzel „Freiherr Motzl von Schernberg zu Grueb" oder „Freiherr von Motzl zu Gruebhof".

Quellen

Fußnoten

  1. Hier liegt eine Dokumentationslücke vor.

Siehe auch