Wolfgangsee

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt den See im Salzkammergut, das Buch über den Wolfgangsee ist unter Wolfgangsee (Buch) zu finden
Blick vom Mozartblick auf den Wolfgangsee
Karte
Blick vom Schafberg hinunter nach St. Wolfgang, über den See in Richtung Postalmgebiet
Wolfgangseelandschaft, rechts mit dem Schafberg, Ansicht von der Katrin bei Bad Ischl
Wasserschi am Wolfgangsee
Blick von oberhalb von St. Gilgen über den Wolfgangsee in Richtung Strobl−Bad Ischl
Wolfgangseeblick von oberhalb von St. Gilgen in südliche Richtung nach Strobl im Juli 2011
Bootsfähre nach Abersee, ein Blick zurück nach St. Wolfgang
am Fährboot, das Ufer von Abersee in Sicht
Ansicht des Wolfgangsees vom Zwölferhorngipfel

Der Wolfgangsee ist einer der Salzkammergutseen im Salzkammergut im Grenzgebiet des Salzburger Flachgaus zu Oberösterreich.

Geografie

Der See mit einer Fläche von 13,5 km² hat eine Länge von zehn Kilometern, eine maximale Breite von 1,9 km und eine maximale Tiefe von 114 m. Sein Pegelnullpunkt befindet sich auf 537,30 m ü. A..

Die Seefläche gehört − mit Ausnahme eines schmalen Streifens im Nordosten, der zu Oberösterreich gehört − zu Salzburg. Kleinere Zuflüsse des Wolfgangsees sind der Mühl-, Kohl- und Gunzenbach von Norden sowie der Zinkenbach von Südwesten. Die Ablagerungen des Zinkenbachs haben die Breite des Wolfgangsees bei Reith auf nur 250 m vermindert. Der Wolfgangsee wird über die Ischl zur Traun entwässert.

Umgebende Bergwelt

Im Nordosten des Wolfgangsees erhebt sich die Falkensteinwand (795 m ü. A.) direkt am Seeufer und dahinter der Schafberg, im Westen das Zwölferhorn und im Süden der Große Sparber. Der Bürgl mit 745 m ü. A. ragt bei Strobl am Wolfgangsee ganz im Osten in den See.

Die den See umgebenden Berge zählen zu den Salzkammergut-Bergen, eine Untergruppe der nördlichen Kalkalpen.

Gemeinden um den See

Der nordwestliche Teil des Sees gehört zur Gemeinde St. Gilgen. Der Großteil des südöstlichen Teils befindet sich im Gemeindegebiet von Strobl und ein kleiner Teil im Nordosten des Sees gehört zum oberösterreichischen St. Wolfgang im Salzkammergut.

Verkehr

Schifffahrt

Ganzjährig bietet die Wolfgangsee-Schifffahrt sowohl von der Salzburg AG als auch von privaten Anbietern Verbindungen über den See an.

Straßen um den See herum

Das Südufer des Sees ist durch die Wolfgangsee Straße (B 158) von St. Gilgen nach Bad Ischl erschlossen. Von Strobl führt die St. Wolfganger Landesstraße bis St. Wolfgang, in weiterer Folge eine Verbindungsstraße zum St. Gilgener Ortsteil Ried, nahe der Falkensteinwand. Am Südufer bei Abersee gibt es die Gschwendter Landesstraße (L 243). Von St. Gilgen an den Mondsee führt die Mondsee Straße (B 154).

Ehemalige Salzburger Lokalbahn

Von 1891 und 1957 verkehrte zwischen Salzburg und Bad Ischl die Salzkammergut-Lokalbahn, genannt Ischlerbahn.

Wasserflugzeuge

Flugverkehr am Wolfgangsee
Wasserflugzeuge in St. Wolfgang im Jahr 2013
Wasserflugzeuge in St. Wolfgang im Jahr 2013

In den 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre gab es von Flugplatz in der Gemeinde Maxglan an den Wolfgangsee einen Regionalflugverkehr nach St. Wolfgang mit Wasserflugzeugen der Österreichischen Luftverkehrs AG. Bereits 1925 gab es im August eine Verbindung Wien - Linz - Wolfgangsee mit einer Junkers F 13 auf Schwimmern. Damit begann auch der Regionalverkehr mit Flügen nach St. Wolfgang und rund um den Schafberg mit dem Wasserflugzeug. In der Zwischenkriegszeit war es Mode, sich in St. Wolfgangs noblen Hotels zum Fünfuhrtee oder mit Hollywood-Größen zum Cocktail im "Grand Hotel" zu treffen, dazu hatte man Gelegenheit für einige Stunden per Flugzeug anzureisen. So heißt es in einem Brief einer Filmgröße: "Wenn ich aus den Staaten zurück komme, dann machen wir etwas auf einer Bühne in St. Wolfgang." Diese Glanzzeit und der Mythos der Filmstars wurden von den Chronisten gepriesen.

Für diesen Zweck stand in den Sommermonaten in der Cortisenbucht immer eine Junkers A–3 oder D–2 für den modernen Tourismus zur Verfügung. Einsatzfreudige Marineangehörige der Marinekadettenschule Ferienhort, sorgten mit der Austria I. für die Sicherheit der noblen Gäste, die "selige, individuelle Stunden" in St. Wolfgang verbringen durften. Die regionale Flugbewegung, die erfreulicher Weise auf die Wolfgangseegemeinde ausgedehnt wurde, trug wesentlich zum touristischen Aufschwung und zur Genesung der heimischen Wirtschaft bei, schreibt die Sektion des Österreichischen Touristenklubs von St. Wolfgang.

Geschichte

Früherer Name Abersee

Zum ersten Mal findet sich 790 im Salzburger Güterverzeichnis, der notitia arnonis, der See als Abriani Lacus erwähnt. Jagd- und Fischereirechte waren durch eine Schenkung des Bayernherzogs Odilo an den Salzburger Bischof Arn gekommen. Unter Anleitung von Mönchen, sowohl von des Erzstifts St. Peter aus Salzburg als auch vom Benediktinerstift Mondsee erfolgte die Kultivierung der Landschaft um den See durch bayrische Siedler. Diese Konkurrenzsituation der beiden Klöster führte immer wieder zu Streitigkeiten um den Abersee, dessen Name sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals änderte.

Bis ins 10. Jahrhundert hieß der See Aebernsee, daraus wurde dann Abersee und erst im 14. Jahrhundert tauchte die Bezeichnung Wolfgangsee auf, wohl eine Referenz an oder der Pilger. Bis ins 19. Jahrhundert war es dann üblich, beide Namen auf Karten zu verwenden.

Wort Abersee

Das Wort Abersee stammt aus dem Keltischen und leitet sich von abria, Flussmündung, ab, frei übersetzt also der See an der großen Flussmündung[1]

1911 entstand im St. Gilgener Ortsteil Ried der Ferienhort Ried. Im Ersten Weltkrieg bot der See der Marinekadettenschule Ferienhort eine Ausbildungsmöglichkeit.

Erwähnenswert

Eines der ungewöhnlichsten Event-Hotels Österreichs, das Scalaria, befindet sich in St. Wolfgang. Kern des Areals bildet ein umgebautes Schloss, das 1890 auf einem Felsen am Rande von St. Wolfgang errichtet wurde. Es veranstaltete für einige Jahr die scalaria air challenge, eine Veranstaltung für Wasserflugzeuge.

An der Nordostseite zwischen St. Gilgen und St. Wolfgang gibt es keine Straßenverbindung. Hier kann man nur zu Fuß gehen: von St. Gilgen aus durch den Brunnwinkl, auf dem Victor von Scheffel Steig nach Fürberg und von dort über den Falkensteinweg nach Ried]] am Wolfgangsee, wo wieder eine Straße beginnt.

An der engsten Stelle des, zwischen der Zinkenbachmündung und St. Wolfgang befand sich um 1920 ein Leuchtturm mit einer Aussichtsplattform auf einer kleinen felsigen Insel nahe des Ufers auf der Wolfgang-Seite.

Sport

Geschichtlicher Rückblick

Bereits um 1900 besaßen alle größeren Villen am Seeufer eigene Bootshäuser für den damals schon zahlreich betriebenen Segel- und Ruderbootsport, später auch mit Motorbooten und Wasserski. Die ersten Sportruderboote tauchten in den 1880er-Jahren auf dem See auf. 1900 wurde der Ruder Club Wolfgangsee gegründet, am 17. April 1901 in Brunnwinkl der Union Yacht Club Wolfgangsee.

Zur Sommerfrische gehörte bei den vornehmeren Villen auch ein eigener Tennisplatz, Lawn Tennis genannt. Auch die gehobenen Hotels hatten solche Plätze bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Der St. Gilgener Postwirt konnte schon in den 1890er-Jahren bei seiner Seerestauration[2] ein Seebad vorweisen.

Kultur

Als Zinkenbacher Malerkolonie wurde eine Reihe von Künstlern aus Wien genannt, die, angeregt durch ihren Freund Ferdinand Kitt, von 1927 bis 1938 den kleinen Ort Zinkenbach am Wolfgangsee im Salzkammergut als Sommer- aber auch Winterdomizil wählten.

Die Operette "Im Weißen Rössl" hatte zwar ihren Ursprung im Gasthaus Weißes Rössl in Lauffen, heute ein südlicher Stadtteil von Bad Ischl, wurde aber später im gleichnamigen Hotel in St. Wolfgang verfilmt. Damit wurde St. Wolfgang international bekannt.

Bilder

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Literaturtipp

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Festschrift 100 Jahre Ferienhort am Wolfgangsee, 2011
  2. Restauration war der gegen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts gebräuchliche Ausdruck für Restaurant