Imhofstöckl

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Imhofstöckl

Das Imhofstöckl, der Imhofstock oder das Imhofgebäude ist ein Gebäudeensemble rund um einen Innenhof, gelegen an der Nordseite des Mozartplatzes in der Salzburger Altstadt. Das Gebäude zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Geschichte

In der Regierungszeit von Fürsterzbischof Paris Lodron wurde 1620 die Stadtmauer errichtet und "am Haufen", der 1604 durch Demolierung von mehreren Bürgerhäusern unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau entstanden war - Ordnung geschaffen. Durch Zurücknahme der Baulinie und Ausrichtung der neuen Bebauung auf die Neue Residenz wurde der rechteckige Michaelsplatz geschaffen. In der Folge entstehen drei Gebäude [1]

  • Haus Nr. 74: das Baron Rehlingen Stöckl, es wurde 1620 von Friedrich II. von Rehlingen errichtet. Dieses ist das niedrige langestreckte Gebäude an der nördlichen Längsseite zum Platz; heute: Mozartplatz 5
  • Haus Nr. 75: das Hofbinderstöckl, querstehend in Süd-Nord-Richtung an der Ostseite des Bauplatzes, sowie nach Westen an die Stadtmauer gelehnt. Das Gebäude wurde um 1628 errichtet. Die Binder waren die Hersteller von Behältern und Gefäßen bei Hof. heute: Mozartplatz 6
  • Haus Nr. 76: das militärische Zeugwartstöckl, es wurde 1628 durch Fürsterzbischof Paris Lodron errichtet und gehörte zum Michaelstor (errichtet 1627, demoliert 1867); heute: Mozartplatz 7

Das Gebäude (?) beherbergte auch die erzbischöfliche Wagenremise. [2]

Baron Rehlingen Haus

Das Baron Rehlingen Haus, mit Hof und Garten, wurde 1620 von Friedrich II. von Rehlingen errichtet. Das niedere langestreckte Gebäude, bestehend aus Erdgeschoß und ersten Stock, gelegen an der nördlichen Längsseite zum damaligen 'Michaelsplatz', hat unter den durchwegs drei-, vier- oder mehrstöckig hohen Häusern in der Salzburger Altstadt eine auffällig andere Erscheinung. Der Grund ist die bauliche Unterordnung der Firsthöhe unter das Niveau der Prunkräume im zweiten Stock in der Neuen Residenz. 1813 stand es noch im Besitz der Rehlingen.

1836 befinden sich hier Verwaltungen der Freiherren Auer, Dücker, Rehlingen und Imhof [3]

Baron Imhof Stock

1842, 1858 und 1861 stand das Gebäude im Besitz von Freiherr Anselm von Imhof. [4] [5]

1846 bestand am Michaelsplatz Nr. 74 die Lithographische Anstalt des Joseph Stießberger. [6]

Bereits um 1860 war erstmals geplant, anstelle des Baron Imhof Stöckl ein Mozarteumsgebäude zu errichten.

Ensemble "Imhofstock"

Mit Vertrag vom 30. Juli 1866 übereignete das k. k. Militär-Ärar an die Stadtgemeinde Salzburg das Michaelstor, das Zeugwartstöckl und das Hofbinderstöckl. Die Stadtgemeinde Salzburg wiederum verkaufte aus freier Hand mit Vertrag vom 16. September 1866 das Zeugwartstöckl und das Hofbinderstöckl an Rupert Freiherr von Imhof um 12.000 Gulden.[7] Das frühere Offert um 8.000 Gulden war offenkundig nochmals nachgebessert worden. [8] [9]

1874 stand das Gebäude im Besitz von Rupert Freiherr von Imhof. [10]

1887 kaufte die Stadtgemeinde Salzburg den gesamten Imhofstock um 53.000 Gulden.[11] [12]

Die Bezeichnung "Imhofstock" - später "Imhofstöckl" - bezieht sich seither auf das ganze Ensemble aus nunmehr drei Häusern.

1891 zog der katholische Leichenbestattungsverein in das Eckgewölbe ein.[13]

1903 hatte die Internationale Stiftung Mozarteum sowie die Mozartgemeinde für den Imhofstock das Verkaufsrecht um den Preis von 111.800 Kronen erworben, gütig bis 1. Juli des Jahres. Der Gemeinderat hatte am 25. Juni 1903 auch beschlossen, dass der Kaufvertrag erst abgeschlossen werden sollte bis das »Mozarteum« die Pläne vorgelegt hat und die Baulinie bestimmt war. Der Bau musste innerhalb weiterer zwei Jahre vollendet sein, widrigenfalls die Stadtgemeinde das Recht hatte, die verkaufte Realität um den erhaltenen Kaufpreis zurückzukaufen. Hierzu wurde eine Frist bis zum 1. Jänner 1907 gewährt.[14] Das Mozarteum wird 1910 in der Schwarzstraße errichtet.

1911 sollte anstelle des Imhofstock ein neues Rathaus gebaut werden.[15]

1913 wurde - wegen des Raummangels im Rathaus - die Stadtbuchhaltung hierher verlegt.[16] [17] [18]

Von 1913 bis 1931, während dem Neubau der Polizeikaserne, wurde das Imhofstöckl auch von der (Stadt-)Polizei als Arrest benützt. [19] [20]

1932 wurde das städtische Armenamt hierher verlegt.[21] [22] [23]

1940 befand sich im Imhofstöckl die Firma Gebrüder Werner, ein Handelsunternehmen für Pfaff-Nähmaschinen und Styria-Dürkopp-Fahrrädern.[24]

Architektur

Das schlichte langgestreckte Haus am Mozartplatz ist durch drei Rundbogenportale aus Konglomerat gegliedert und mit Holzschindeln gedeckt. Seine Grundform ist eigentlich ein L- bzw. U-Form, weil es an die von Paris Lodron errichtete Stadtmauer anschließt. Im Innenhof wurde später weitere niedrige Einbauten vorgenommen, die heute als Büros genutzt werden..

Nutzung

Das Imhofstöckl gehört heute der Stadtgemeinde Salzburg und wird überwiegend als Amtsgebäude genutzt:

Der am Mozartplatz nordseitig gelegene Teil des Imhofstöckls ist an Unternehmen vermietet. Im Hof befindet sich ein Parkplatz für den Magistrat Salzburg. Dahinter liegt ein Teil der alten Stadtmauer, der aus der Zeit von Fürsterzbischof Paris Lodron stammt.

Unternehmen

Imhofstöckl am Mozartplatz, Panoramaaufnahme

Quellen

Einzelnachweise