Marlies Steiner-Wieser

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Marlies Steiner-Wieser (* 23. Juni 1963 in Salzburg) ist eine Salzburger FPÖ-Politikerin, insbesondere Bundesratin und ehemalige Abgeordnete zum Salzburger Landtag.

Leben

Ausbildung und Beruf

Sie besuchte von 1969 bis 1977 die Volks- und Hauptschule in Taxham und von 1977 bis 1982 das Bundes-Oberstufenrealgymnasium Salzburg-Nonntal (1982 Matura), danach 1982/83 das Kolleg (Abiturientenlehrgang) an der Handelsakademie Salzburg. Ein im Jahr 1983 an der Universität Salzburg begonnenes Diplomstudium der Rechtswissenschaften blieb unvollendet.

Von 1983 bis 1985 war Steiner-Wieser als Sachbearbeiterin beim Landesarbeitsamt Salzburg, von 1985 bis 1990 als Sekretärin bei der Österreichischen Hochschülerschaft an der Universität Innsbruck beschäftigt. Von 1991 bis 2005 war sie als kaufmännische Angestellte bei verschiedenen Unternehmen in Tirol und Salzburg tätig. Mutterschaftskarenz nahm sie von 1990 bis 1991 und von 1993 bis 1995 in Anspruch. Seit 2005 ist sie Sachbearbeiterin beim Arbeitsmarktservice in Salzburg.

Politik

Marlies Steiner-Wieser ist seit 1998 FPÖ-Ortsgruppenobfrau für Taxham und Maxglan und Mitglied der Bezirksleitung, seit 2010 Bezirksobmann-Stellvertreterin der Salzburger Stadt-FPÖ, seit 2005 Mitglied des Landesparteivorstandes der FPÖ Salzburg.

Von 1999 bis 2004 war sie Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg. Von 2002 bis 2004 war sie Mitglied des Kollegiums des Landesschulrates für Salzburg und 1997 bis 2004 Mitglied des Kollegiums des Bezirksschulrates für die Stadt Salzburg.

Mit der Landtagswahl 2013 wurde sie Abgeordnete zum Salzburger Landtag. Als ihre Arbeitsschwerpunkte wurden Arbeitnehmer, Entwicklungszusammenarbeit, Frauen, Familie und Kinderbetreuung, Jugend, Sport, Menschenrechte und Gleichberechtigung genannt.

Als es im Jahr 2015 in Salzburg zur Spaltung der FPÖ und der Abspaltung der Freien Partei Salzburg kam, blieb Steiner-Wieser als einziges Mitglied des FPÖ-Landtagsklubs der (Bundes-)FPÖ treu.[1] Seit 2013 auch Mitglied der Bundesparteileitung und Delegierte zum Bundesparteitag, wurde sie 2016 Landesparteiobfrau-Stellvertreterin der Salzburger Rest-FPÖ und 2016 Landesobfrau des FPÖ-nahen Salzburger Seniorenrings.

Für die Landtagswahl 2018 bekam sie passable Plätze auf den FPÖ-Kandidatenlisten (Platz 9 der Landesliste, Platz 2 im Wahlbezirk 2 – Salzburg Stadt). Für einen Platz im neugewählten Landtag reichte es nicht, dieser wählte sie jedoch in den Bundesrat.

Privates

Steiner-Wieser ist Mutter zweier Kinder und leidenschaftliche Anhängerin des Fußballklubs Austria Salzburg.[2]

Porträt (2013)

Marlies Steiner-Wieser ist familiär vorbelastet. Schon der Großvater war Gründungsmitglied beim Verband der Unabhängigen (VdU) und ihre Mutter später Parteimitglied bei der FPÖ. Die Wahl, den Freiheitlichen beizutreten, erfolgte dennoch aus freien Stücken. „Meine Mutter hat immer gesagt: ,Schau dir das an und entscheide selbst.‘“ Das tat Steiner-Wieser dann auch.

Als 23-jährige Jus-Studentin verfolgte sie von der Zuschauertribüne aus 1986 den FPÖ-Parteitag in Innsbruck, bei dem Jörg Haider zum Parteiobmann gewählt wurde. „Die Werte, die die FPÖ vermittelt hat, haben mich sofort angesprochen. Ich war auf Anhieb von der freiheitlichen Idee begeistert.“ Diese erste Begeisterung hat angehalten und so kam es, dass Steiner-Weiser nach dem Studienabbruch und einem kurzen beruflichen Intermezzo im elterlichen Betrieb des Ex-Mannes 1999 für die Freiheitlichen in den Salzburger Gemeinderat einzog. Dort übernahm sie zunächst die Rolle der Planungssprecherin und wechselte später ins Sozialressort. „Familie und Soziales sind einfach meins. Meine Freunde sagen immer, ich hätte ein Helfersyndrom“, schildert die zweifache Mutter.

Doch nicht nur familiäre Angelegenheiten beschäftigen die 49-jährige Lebensgefährtin von FPÖ-Stadtchef Andreas Schöppl. Auch energiepolitische Themen stehen bei der angehenden Juristin auf der Agenda ganz oben. In den 1970er- und 1980er-Jahren engagierte sie sich in der Protestbewegung gegen das Atomkraftwerk in Zwentendorf und das geplante Donaukraftwerk Hainburg. „Eigentlich ein Thema, das stark von den Grünen behaftet ist, aber mir war die Umwelt immer wichtig“, sagt Steiner-Wieser. Deshalb handelt ihre Abschlussarbeit auf der juridischen Fakultät vom Ausstieg aus der Europäischen Atomgemeinschaft. Und wäre der Wahlkampf nicht dazwischengekommen, hätte sie das wieder aufgenommene Jusstudium bereits abgeschlossen. Doch das muss warten. Jetzt steht zunächst die Arbeit für den Landtag im Vordergrund.

Hier sieht die Spitzenkandidatin der Stadt große Chancen für die FPÖ. „Die Frage ist nur, ob sie die Wähler nutzen.“ Doch egal, wie die Wahl ausgeht, eines ist für die Ortsgruppen-Obfrau von Taxham klar: „So ein Fiasko wie zuletzt darf es nie mehr geben. Die Politik muss offener, ehrlicher und verständlicher werden.“ Deshalb tritt sie auch auf Landesebene für das Modell der direkten Demokratie ein.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

Zeitfolge
Vorgänger

Edwin Tiefenbacher

Landesobfrau des Salzburger Seniorenrings
seit 2016
Nachfolger