Landtagswahl 2013

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Die Landtagswahl 2013 war eine durch den Finanzskandal im Salzburger Landtag notwendig gewordene, vorgezogene Wahl. Sie führte zu dramatischen Verlusten der SPÖ unter Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, aber auch zu Verlusten des Regierungspartners ÖVP, der trotzdem stimmenstärkste Partei wurde und ab 2013 voraussichtlich wieder den Landeshauptmann stellen wird.

Ergebnis

Partei Stimmen Prozent Mandate
ÖVP 77 312 29,0 % 11
SPÖ 63 460 23,8 % 9
GRÜNE 53 779 20,2 % 7
FPÖ 45 387 17,0 % 6
Team Stronach 22 217 8,3 % 3
Die Piraten 3 456 1,3 % 0
KPÖ 879 0,3 % 0

Allgemeines

Nach dem Endergebnis der Landtagswahl 2013 haben die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP Stimmen verloren, alle anderen angetretenen Parteien hingegen Stimmen hinzugewonnen. Am deutlichsten fiel dieser Stimmenzuwachs bei den Grünen aus, die ihren Stimmenanteil fast verdreifachen konnten und ihren Mandatsstand mehr als verdreifachen. Sie erreichten damit das bislang beste Ergebnis einer Grünpartei bei Landes- oder Nationalratswahlen.

Die Salzburger Wähler haben am 5. Mai 2013 die Verantwortung für den Finanzskandal stärker bei der SPÖ als bei der ÖVP gesehen und den Regierungsparteien entsprechend die Rechnung präsentiert, vor allem aber der SPÖ. Nutznießer und Wahlgewinner sind die bisherigen Oppositionsparteien FPÖ und Grüne. Das Team Stronach hat den Einzug in den Landtag klar geschafft.

Die SPÖ fuhr in Folge des Finanzskandals ihr historisch schlechtestes Wahlresultat bei Landtagswahlen in Salzburg ein (davor 27 Prozent 1994). Diverse Skandale und Ungereimtheiten, die vor allem im Verantwortungsbereich des ehemaligen Finanzlandesrates David Brenner lagen (neben dem Finanzskandal vor allem bei ASKÖ und Landestheater), aber auch auf die Landeshauptfrau abfärbten, kosteten der SPÖ die Vormachtstellung. In keinem Bezirk erhielt die SPÖ die Mehrheit an Stimmen, im Flachgau fiel man sogar hinter den Grünen an die dritte Stelle zurück. Gabi Burgstaller kündigte als Konsequenz noch am Wahlabend ihren Rückzug aus der Politik an.

Die ÖVP erreichte zwar ihr Wahlziel, stimmenstärkste Partei zu werden und den 2004 verlorenen Landeshauptmannposten wieder zurückzuholen. Aber auch sie wurde mit dem historisch schlechtesten Wahlergebnis abgestraft und landete erstmals unter 30 Prozent. Die ÖVP gewann alle Bezirke bis auf die Stadt Salzburg, erreichte dort aber gerade einmal 22,4 % und Rang Drei. Der designierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer nahm den Wahlsieg angesichts der eigenen Verluste mit gedämpfter Freude auf.

Die Grünen waren die deutlichsten Wahlgewinner des Tages. 20,2 % sind nicht nur für Salzburg historisch, sie bedeuten auch österreichweit einen Rekord. Unterstützt von der Tatsache, dass man sich mit dem Vorsitz im Untersuchungsausschuss zum Finanzskandal profilieren konnte, gewannen die Grünen in zwei Salzburger Gemeinden die Mehrheit der Stimmen, in der Stadt Salzburg und in Seekirchen am Wallersee. Im Flachgau reichte es überdies zum zweiten Platz hinter der ÖVP.

Auch die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil erhöhen, fiel aber erstmals seit ihrem ersten Antreten im Jahr 1949 an die vierte Stelle zurück. Wie den Grünen gelangen ihr zwei Siege in Gemeinden (Thomatal und Viehhofen). Innergebirg behauptete sie ihre Stellung als dritte Kraft.

Das bei dieser Wahl neu angetretene Team Stronach rund um den Goldegger Bürgermeister und ehemaligen ÖVP Politiker Hans Mayr schaffte mit 8,3 % deutlich den Einzug in den Landtag. In Goldegg selbst gelang es der Partei sogar auf Anhieb, die meisten Stimmen zu ergattern.

Die Wahlbeteiligung erreichte mit 70,8 Prozent einen neuen historischen Tiefststand.

Gemeindeergebnisse

Die SPÖ verlor bei der Landtagswahl 2013 ihre relative Mehrheit in 24 Gemeinden und konnte keine einzige neu hinzugewinnen. Sie ist damit aktuell in 17 Gemeinden die Mehrheitspartei, lediglich in Schwarzach im Pongau verfügt sie mit 51,6 Prozent noch über eine absolute Mehrheit (2009: sieben Gemeinden).

Die ÖVP hält nunmehr in 97 Gemeinden - das sind mehr als 80 Prozent aller Gemeinden - die Stimmenmehrheit (2009: 78 Gemeinden). Sie gewann dabei 22 Gemeinden dazu, verlor ihrerseits aber auch drei (Goldegg, Seekirchen, Viehhofen). Nur noch in fünf Gemeinden konnte die ÖVP eine absolute Mehrheit erringen (2009: 18).

Die Grünen holten sich die relative Mehrheit in zwei Salzburger Gemeinden, wobei sie in der Stadt Salzburg auf Kosten der SPÖ und in Seekirchen zu Lasten der ÖVP reüssieren konnten.

Die FPÖ konnte in zwei Gemeinden die Mehrheit der Stimmen für sich erreichen - einmal holte sie sich diese Mehrheit von der SPÖ (Thomatal) und das andere Mal von der ÖVP (Viehhofen). In beiden Fällen konnte eine relative Mehrheit - mit einem komfortablen Vorsprung auf die anderen Parteien - erzielt werden.

Auch das erstmals angetretene Team Stronach konnte mit Goldegg (2009: ÖVP), der Heimatgemeinde ihres Listenführers Hans Mayr, einen Gemeindesieg für sich verbuchen.

Quellen

Weblinks


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