Vogellebensräume

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Die Vogellebensräume im Bundesland Salzburg gliedern sich in vier Großlandschaften.

Einführung

Das Bundesland Salzburg mit seiner Fläche von 7 154 km², das sind 8,5 % der Gesamtfläche Österreichs, hat Anteil an drei von acht großen Naturräumen Österreichs: das nördliche Alpenvorland, die Nordalpen und die Zentralalpen. Der größte Anteil der Landesfläche befindet sich nördlich des Alpenhauptkammes und ist somit Teil der mittleren Ostalpen. Lediglich der Lungau befindet sich südlich des Alpenhauptkammes.

Die Landschaften im Überblick

Das Alpenvorland

Es umfasst das außeralpine Salzachtal vom Pass Lueg bis zur nördlichen Landesgrenze mit den Auwäldern an der unteren Salzach, das Salzburger Becken und das eigentliche Alpenvorland. Es ist stark von der Eiszeit geprägt und weist zahlreiche Seen auf (Wallersee, Trumer Seen). Hier finden sich auch Moore, Moränenwälle und Drumlins (Anm.: elliptisch geformte langgestreckte Hügel, gebildet durch eiszeitliche Ablagerungen aus Moränenmaterial).

Die Kalkalpen

Die niedrigeren Kalkvoralpen reichen bis zum Lammertal. Das Gebiet umfasst die Osterhorngruppe mit dem Gamsfeld (2 038 m ü. A.) und einen Anteil der Chiemgauer Alpen im Heutal, westlich von Lofer. Die nördlichen Kalkalpen umfassen im Norden den Untersbergstock und reichen somit bis an das Gebiet der Stadt Salzburg heran. Die Hauptmasse der Kalkalpen besteht aus Plateaubergen südlich der Linie Lofer, Golling an der Salzach, Abtenau. Hier bilden die mächtigen Gebirgsstöcke Salzburger Kalkhochalpen - der Loferer Steinberge, der Leoganger Steinberge, des Steinernen Meeres, des Hochkönigmassivs, des Hohen Gölls, des Tennengebirges, des Hagengebirges - sowie des Gosaukammes Vogellebensräume, die von verkarsteten Landstrichen und schroffen Steilwänden gekennzeichnet sind. Lediglich der Hochkönig (Berg) mit seinen 2 941 m ü. A., in dieser Zone die höchste Erhebung, weist einen kleinen Gletscher auf.

Die Zentralalpen

Sie umfassen die Grauwackenzone und die nördlichen Radstädter Tauern, die Nordseite der Hohen Tauern und das inneralpine Salzachtal. Die Grauwackenzone beginnt südlich der Linie Hochfilzen, Saalfelden am Steinernen Meer, Mühlbach am Hochkönig, Bischofshofen, Fritztal und umfasst die Kitzbüheler Alpen und die Salzburger Schieferalpen. Die Zentralalpen reichen bis zur Salzach-Längstalfurche (zwischen Salzachursprung und Schwarzach) weiter bis zum Tal der Wagrainer Ache und zu den südlichen Seitentälern der Enns. Die Radstädter Tauern bilden den nördlichen Teil der hier zweigeteilten Alpenhauptkammes mit Höhen von bis zu 2 700 m ü. A.. Die Nordabdachung der Hohen Tauern besteht vorwiegend aus Venedigergruppe, Glocknergruppe, Goldberggruppe und Ankogelgruppe. Hier finden sich die höchsten Erhebungen des Landes (Großvenediger mit 3 674 m ü. A.), sowie große Gletscher, die überwiegend in der Venediger- und Glocknergruppe zu finden sind.

Das inneralpine Becken

Der Lungau befindet sich als einziger Landesteil südlich des hier zweigeteilten Alpenhauptkammes. Das inneralpine Becken umfasst Teile der östlichen Hohen Tauern, der südlichen Radstädter Tauern, der westlichen Schladminger Tauern und im Süden der Gurktaler Alpen, deren höchste Erhebung der Kilnprein mit 2 408 m ü. A. ist. Der Talboden des Lungauer Beckens befindet sich größtenteils auf über 1 000 m ü. A.. Das hier herrschende kontinentale Klima mit den in Salzburg geringsten Niederschlagsmengen und seiner tiergeografischen Anbindung an die Gebiete südlich des Alpenhauptkammes machen die Sonderstellung dieses Landesteiles aus.

Das Klima im Überblick

Es ist mitteleuropäisch-ozeanisch geprägt. Die Kalkhochalpen bilden eine Barriere, die sich als Wetterscheide auswirkt, was sich in den höheren Niederschlagsmengen in den nördlichen, randalpinen Landesteilen ausdrückt. Die Jahresmitteltemperatur des Alpenvorlandes ist deutlich höher und die Summe der Niederschläge ist größer als in den übrigen Landesteilen. Kontinentales Klima herrscht in den zentralalpinen Längstälern. Hier ist es einerseits kälter und andererseits sind die Niederschlagsmengen geringer. Die Kalkalpen nehmen eine Mittelstellung ein. Die Abschirmung durch Hagen- und Tennengebirge bewirkt ein etwas trockeneres Klima am Südrand der Kalkalpen. Das kontinentale Klima ist im Lungau am stärksten ausgeprägt. Vor allem im Winter gibt es hier geringere Niederschläge und es finden sich hier auch die einzigen inneralpinen Trockentäler des Landes.

Die Anzahl der Tage mit geschlossener Schneedecke ist im Alpenvorland am niedrigsten und nimmt südwärts kontinuierlich zu. Die Hochlagen weisen eine ganzjährige Schneedecke auf. Die Höhe der Schneedecke variiert zwischen den Tallagen der einzelnen Landschaften und beträgt von 20 cm (Alpenvorland), über 30 cm (Tallagen der Kalkalpen) bis hin zu 45 cm (Tallagen der Zentralalpen).

Vegetation und menschliche Nutzung

Flächenanteile nach Nutzung

Mehr als 45 % der Landesfläche ist von Wald bedeckt, während landwirtschaftlich genutzte Flächen rund 16 % der Landesfläche ausmachen. Auf 35 % der Landesfläche befinden sich Almen, Zwergstrauchgesellschaften, Alpine Grasheiden, Fels und Eis. Ca. 1 % der Gesamtfläche ist von Gewässern bedeckt. Siedlungen und Verkehrsflächen bedecken 2,7 % der Landesfläche. Besonders im Norden des Bundeslandes, in den Talräumen der größeren Flüsse und im inneralpinen Becken sind Siedlungen und zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen zu finden. Ballungsräume befinden sich praktisch nur im Umfeld der Hauptstadt. Dieser Bereich umfasst das außeralpine Salzachtal vom Pass Lueg bis weit in das Alpenvorland hinein. Kleinere Ballungsräume liegen inneralpin um Zell am See, Saalfelden am Steinernen Meer, Bischofshofen und St. Johann im Pongau, zwischen Altenmarkt und Radstadt, sowie im Gasteinertal. Die Ballungsgebiete verursachen Bodenverbrauch und andererseits eine Erschließung durch Verkehrswege, die großräumige Landschaftsdurchschneidungen – vor allem im Alpenvorland und im Salzachtal - zur Folge haben. Die bebaute Fläche des Dauersiedlungsraumes macht bereits 14,3 % aus, was als sehr hoch eingestuft wird. Die im Siedlungsbereich befindlichen landwirtschaftlich genutzten Flächen sind vorwiegend Grünland und zum geringeren Teil auch Ackerflächen, die größtenteils intensiv genutzt werden. Die landwirtschaftlichen Flächen in den Kalkvoralpen, im Bereich der Pinzgauer Grasberge und in den mittleren inneralpinen Lagen sind mit ihren kleinräumigeren Strukturen (Zäune, Hecken), mit ihrer Verzahnung von Wiesen und Weiden und einer vergleichsweisen extensiveren Mähnutzung wesentlich heterogener.

Veränderung in der landwirtschaftlichen Nutzung

Hier sind noch die Veränderungen der landwirtschaftlichen Nutzung zu erwähnen. Zwischen 1980 und 2000 hat der Anteil an extensiv genutztem Grünland wie ungenutztes Grünland, Streuwiesen, einschürige Wiesen, Weiden und Äcker deutlich abgenommen. Ein deutlicher Anstieg ist hingegen bei der Nutzung mehrschüriger Wiesen zu bemerken. Es ist dabei nicht nur eine Zunahme der Flächenanteile festzustellen, sondern auch eine Intensivierung durch die Siloballenwirtschaft. Sie ist durch eine immer frühzeitigere erste Mahd, einer erhöhten Anzahl an Mahden, die bis in den Spätherbst hinein erfolgen, gekennzeichnet.

Feuchtgebiete

Die Feuchtgebiete auf Salzburger Boden sind in einem ähnlichen Höhenbereich wie die Siedlungen und die landwirtschaftlich genutzten Flächen zu finden. Hochmoore und Niedermoore befinden sich im Alpenvorland vor allem im Bereich der Vorlandseen, im Oichtental und bei Lamprechtshausen, sowie im äußersten Norden des Landes. Es handelt sich um kleine Restbestände von einst großflächigen Moorkomplexen und ihre Fläche nimmt bedauerlicherweise weiterhin kontinuierlich ab. Moorreste finden sich noch oberen Salzachtal, am Zeller See, im Mitterpinzgau, im Oberpinzgau, im Ennstal und im Lungau. Die Seen im Flachgau bilden einen charakteristischen Feuchtgebietsbereich im Alpenvorland. Seine Entstehung geht auf die durch den Salzachgletscher ausgeschürften Mulden zurück. Diese sind von Schilfgürteln unterschiedlicher Mächtigkeit und Verlandungszonen umgeben.

Gefährdung der Feuchtgebiete

Regulierungsmaßnahmen und Freizeitnutzung beeinträchtigen die Uferbereiche in einem hohen Ausmaß. Intakte, zusammenhängende Schilfgürtel sind praktisch verschwunden. Landwirtschaftliche Nutzung und Trockenlegungen beeinträchtigen die Verlandungszonen. Sieht man von einzelnen Schutzgebieten wie beispielsweise dem Naturschutzgebiet Zeller See ab, die zumindest in Teilbereichen wirksam sind, ist der Erhalt noch vorhandener Feuchtwiesen und Niedermoore generell bedroht.

Stehende Gewässer und Flusssysteme

Das Flusssystem Salzach prägt dem Bundesland seinen Stempel auf und entwässert das Land nach Norden. Der Hauptfluss ist die Salzach. Sie entspringt an der Westgrenze des Landes, fließt zuerst nach Osten bevor sie nach Norden schwenkt um schließlich nördlich der Landesgrenze in den Inn zu münden. Die Saalach entspringt im Glemmtal westlich von Maishofen und mündet nördlich der Hauptstadt in die Salzach. Die Lammer ist ein wichtiger Nebenfluss. Darüber hinaus werden bedeutsame Flusssysteme durch die Mur im Lungau und die Enns im Pongau gebildet. Fuschlsee und Wolfgangsee entwässern zur Traun, das Wildgerlostal über das Zillertal zum Inn und die Mattig im Norden des Bundeslandes ebenfalls zum Inn. Für alle genannten Flusssysteme charakteristisch ist der alpine Charakter mit Niedrigwasser im Winter und Hochwasser im Juni. Die Breite der genannten Fließgewässer reicht von Bachbreiten von unter einem Meter bis zu Flussbreiten von 90 Metern. Der Großteil der genannten Flüsse ist durch Regulierungen und Wasserkraftwerke beeinträchtigt. Zusammen genommen sind im Bundesland rund 7 800 km Fließgewässer und rund 4 000 ha stehende Gewässer zu finden.

Wälder und Almen

Sie bedecken neben den landwirtschaftlichen Flächen den größten Teil der Salzburger Landesfläche. Die unterschiedlichen Waldtypen haben sich beeinflusst durch Höhenlage, Klima, Gesteinsunterlagen und weiteren Faktoren entwickelt. Laubwälder machen nur zwei Prozent der Waldfläche des Landes aus. Sie bestehen in Form der Auwälder entlang der Salzach im Norden des Bundeslandes, sowie zum Teil an den Hängen der Kalkvoralpen. In den Kalkalpen finden sich in erster Linie Mischwälder, die etwa ein Drittel der Waldbedeckung des Landes ausmachen. Der Großteil der landesweiten Waldflächen besteht aus Nadelwäldern. Sie dominieren vor allem in den Zentralalpen und im inneralpinen Becken.

Auch die Wälder haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verändert. Die Waldfläche hat um etwa zehn Prozent zugenommen, die Wälder sind im Schnitt im Bestand um zehn Jahre gealtert und der Nadelholzanteil hat gegenüber dem Laubholzanteil deutlich an Boden verloren.

Waldgrenze und permanente Schneegrenze

An die Waldgrenze – sie befindet sich im Bundesland Salzburg zwischen 1 600 und 2 100 m ü. A. – schließen nach oben hin die Zwergstrauchheiden, bzw. die Latschenkiefern an. Dieser alpine Bereich wird durch Almen aufgelockert. Sie öffnen den Wald nach unten hin. Bei den Almflächen sind die Zunahme und teilweise auch eine intensivere Bewirtschaftung festzustellen. Die Almbewirtschaftung verhindert die Verbuschung und Wiederbewaldung und ist damit der Artenvielfalt im Bereich der Waldgrenze und bis zu 300 m darunter förderlich. In der alpinen Stufe sind je nach Untergrund unterschiedliche Rasengesellschaften gegeben. Sie lockern nach oben hin auf und gehen in Polsterpflanzengesellschaften, Fels und Eis über. Die permanente Schneegrenze beginnt im Bundesland Salzburg bei 2 700 bis 2 800 Meter über Adria (m ü. A.).

Quelle