Städtisches Schulgebäude St. Andrä

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Andräschule; Ansicht: West nach Ost
Karte
Haydnstraße
Hubert-Sattler-Gasse
Faberstraße

Das Städtische Schulgebäude St. Andrä, kurz Andräschule genannt, ist die Bezeichnung für ein Gebäude im Andräviertel in der Neustadt der Stadt Salzburg, in dem zwei Schulen untergebracht sind und das unter Denkmalschutz steht.

Baugeschichte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts platzte die Volksschule für diesen Schulbezirk durch starke Zuwanderung in den rechtsseitigen Stadtteil aus allen Nähten. Die Volksschule hatte zwei Klassen und war im Collegium Virgilianum im Priesterhaus in der Dreifaltigkeitsgasse 12 untergebracht.

1889 beschloss der Salzburger Gemeinderat am 20. Jänner die Errichtung eines Städtischen Schulgebäudes für die Volksschule für Knaben- und Mädchen (heute Volksschule St. Andrä) und einer Bürgerschule für Knaben (heute Neue Mittelschule Campus Mirabell) auf einem Grundstück der Stadtgemeinde an der Hubert-Sattler-Gasse, mit seitlichen Zugängen von der Haydnstraße im Osten und von der Faberstraße im Westen. Das Städtische Schulgebäude neben der Stadtpfarrkirche St. Andrä wurde in den Jahren 1891 bis 1893 nach Plänen von Franz Drobny im Stil der Gründerzeit um 300.000 fl erbaut. 1893 fand am 11. September die Schlusssteinlegung statt und am 16. September um 9 Uhr begann der Unterricht in beiden Schulen.

Geschichte

1901 besichtigte Kaiser Franz Joseph I. das Schulhaus[1] anlässlich seines Besuchs in Salzburg zur Enthüllung des Kaiserin-Elisabeth-Denkmals. Im selben Jahr erhielt der Zeichen- und Physiksaal elektrisches Licht. Die übrigen Räume wurden weiterhin mit Gaslicht erhellt.

Ein besonderer Termin in der Geschichte des Städtisches Schulgebäude St. Andrä war der 21. September 1909. An diesem Tag fand ein Vortrag von Albert Einstein im Turnsaal der Schulen statt. Einstein stellte vor den damals führenden Physikern und Mathematikern aus aller Welt zum ersten Mal öffentlich seine Relativitätstheorie vor. Rahmen dieser Veranstaltung war die sogenannte "Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte", die jedes Jahr an einem anderen Ort stattfand.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude in ein Rot-Kreuz-Spital umgewandelt. Die Schulkinder übersiedelten in das Handelsschulgebäude an der Paris-Lodron-Straße.

1923 wurde im Gebäude ein öffentliches Bad eingerichtet, damit alle Schüler einmal monatlich ein warmes Duschbad nehmen können. Dieses wurde später noch bis 1. Juli 2002 als Wannen- und Brausebad St. Andrä geführt, das letzte städtische öffentliche Badehaus.

Drei Jahre später war elektrische Beleuchtung in allen Räumen vorhanden.

1927 wurde der Begriff "Bürgerschule" in "Hauptschule" geändert.

Im Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude durch einen Bombentreffer schwer beschädigt. Erst am 22. Oktober 1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. 1948 wurden die Kriegsschäden beseitigt (Baukosten 875.000 öS).[2]

Bis 2013 befand sich an der Hubert-Sattler-Gasse auch die Technische Hauptschule Hubert-Sattler-Gasse, die 2013 als Technische Neue Mittelschule P40 in die Elisabeth-Vorstadt übersiedelte.

Gedenktafeln

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. anno.onb.ac.at, Salzburger Chronik, 19. Juli 1901
  2. Laireiter, Matthias: Im Dienste der Jugend. Erziehung und Schule im Bundesland Salzburg von 1945 bis 1963. Hrsg. vom Landesschulrat für Salzburg. Salzburg 1965, S. 118.