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Villacher Alpenstraße

Kehre auf der Villacher Alpenstraße
Spielplatz an der Villacher Alpenstraße
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Die Villacher Alpenstraße in Kärnten gehört zur Großglockner Hochalpenstraßen AG in Salzburg und wird von der Villacher Alpenstraßen- und Fremdenverkehrs GmbH betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Villacher Alpenstraße führt Besucher tief hinein in Kärntens ältestes Naturschutzgebiet. Auf der 16,5 Kilometer langen Ausflugsstraße werden die artenreiche Fauna und Flora des Naturpark Dobratsch hautnah erlebbar: Bei Wanderungen auf den 2 167 m ü. A. hohen Gipfel, in der neuen Ausstellung zur heimischen Vogelwelt, auf dem Geologiepfad oder im Alpengarten. Die Aussichtspunkte gewähren einen grandiosen Rundum-Blick auf das faszinierende Karstgebirge sowie in Österreichs Nachbarländer Slowenien und Italien.

16,5 Kilometer sind es von Villach-Möltschach bis zum höchsten Punkt der Villacher Alpenstraße, der Rosstratte auf 1 732 m ü. A.. Mehr als 1 200 Höhenmeter werden auf der Strecke durch das faszinierende Karstgebirge überwunden: Die ständigen Begleiter dabei sind grandiose Bergketten wie die Karawanken und die Julischen Alpen sowie das größte Bergsturzgebiet der Ostalpen an der Südflanke des Dobratsch, das durch zwei gigantische Erdbeben entstand. Entlang der Straße ermöglicht ein vielfältiges Besucherangebot für die ganze Familie spannende Einblicke in die Fauna und Flora des Dobratsch, der bereits 1942 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Die Alpenstraße ist beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer.

Die Villacher Alpenstraße wird durchschnittlich von 48 000 Fahrzeugen jährlich befahren.

Geschichte

historische Aufnahme aus der Bauzeit

Die Villacher Alpenstraße feiert 2015 ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum. Zum "Geburtstagsfest" am 17. Juli 2015 fahren alle Besucher um nur fünf Euro auf der Villacher Alpenstraße.

Die Anfänge

Der großartige Aussichtsgipfel des Dobratsch regte bereits 1896 zur touristischen Erschließung an. Beeindruckt vom Erfolg anderer Zahnradbahnen in der Schweiz und in Österreich projektierten Techniker eine Zahnradbahn von Villach auf den Dobratsch „zur Hebung des Fremdenverkehrs“ und „weil die Bequemlichkeit des Hinaufkommens fehlt“. Der Plan scheiterte aber an Geldmangel. Gleiches widerfuhr 1907 der Idee, eine 18 km lange „Automobilstraße“ mit Höchststeigung von zwölf Prozent und gewalzter Schotterfahrbahn anzulegen.

Italien hatte vor Beschuss des Bahnhofs Udine Angst

1910/11 stieß der Plan für eine Seilbahn von Nötsch über die Südflanke auf den Gipfel in eine neue Dimension vor. 1904 war nämlich in Grindelwald (Schweiz) die erste alpine „Seilschwebebahn“ gebaut worden. Abermals fehlte jedoch in Kärnten das Geld. Doch schon 1912 plante ein unternehmungslustiges Komitee eine Straße von Villach auf den Dobratsch, die der gleichzeitig geplanten Seilbahn auf die Gerlitzen den Rang ablaufen sollte: Eine Straße käme doch viel billiger und zöge die wachsende Zahl der Autofahrer an. Diese Idee scheiterte 1914 am Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der 1918 für Österreich katastrophal endete. Um die fürchterliche Arbeitslosigkeit zu lindern, beschränkte sich 1923 ein neuer Plan darauf, bestehende Karren- und Almwege zu einer bescheidenen Schotterstraße aufzubessern. Abermals wurde nichts aus hochfliegenden Plänen, denn Italien setzte sich mit einem Einspruch durch: Vom strategisch herausragenden Dobratsch aus könnte die österreichische Artillerie den 70 Kilometer entfernten Bahnhof von Udine beschießen.

Zum wiederholten Male: Geldmangel

Unter dem Eindruck des touristischen Erfolgs der Dolomiten- und der Großglockner Hochalpenstraße wärmte Kärnten 1936 das Straßenprojekt wieder auf. Es endete wegen Geldmangels im Archiv. Nicht anders erging es 1949 einer verwegenen Idee: Bau einer Gondelbahn mit 60 (!) Kabinen „zur Wiederbelebung des durch den Krieg völlig ausgefallenen Fremdenverkehrs“.

69 Jahre nach dem ersten Anlauf klappte es dann

1954 rang sich schließlich Kärnten dazu durch, die Kosten der Trassierung einer Straße zu übernehmen. Aber es verrannen abermals sieben Jahre, ehe die Finanzierung der Alpenstraße gesichert war. 1965 war das Werk geglückt – 69 Jahre nach dem ersten Anlauf. Die 16,5 Kilometer lange Alpenstraße kostete 23 Mio. Euro (Geldwert 2008), überwindet 1 202 Höhenmeter und bereicherte Kärnten um eine erstrangige touristische Attraktion - wie bis jetzt rund 5,5 Millionen Besucher beweisen.

2015: Besondere Veranstaltungen im 50. Jubiläumsjahr der Villacher Alpenstraße

Almsingen auf der Villacher Alpenstraße am 28. Juni 2015

In einer Klangdoline, einem Karsttrichter unweit der Rosstratte auf der Villacher Alpenstraße und dem Villacher Hausberg, dem Dobratsch, findet am 28. Juni 2015 wieder das mittlerweile traditionelle und beliebte Almsingen der Sängerrunde Fellach-Oberdörfer statt. Durch die überraschend gute Akustik der natürlichen Arena und dem schönen Alpenpanorama ist ein Konzert in der Klangdoline eine musikalische Besonderheit.

Feier 50 Jahre Villacher Alpenstraße am 17. Juli 2015

Die Villacher Alpenstraße feiert 2015 ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum. Mit einem großen Jubiläumsfest am 17. Juli wird gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und Besuchern und einem Sonderpreis von € 5,00 dieses Jubiläum gefeiert. Der Festakt inkl. feierlicher Übergabe des Kärntner Landeswappens durch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser beginnt um 11 Uhr auf der Rosstratte. Kostenlose Shuttle-Busse von den unteren Parkplätzen stehen zur Verfügung. Neben musikalischer Unterhaltung durch die Sängerrunder Fellach-Oberdörfer, kulinarischen Schmankerln werden auch Wanderungen mit dem Naturpark Ranger zum Gams- und Gipfelblick kostenlos angeboten.

2016: „Neue Sonnenwege“ an der Villacher Alpenstraße eröffnet

Sonnenbeobachtungsstation „Sonnenwege“
Sonnenbeobachtungsstation „Sonnenwege“

Am Mittwoch, 13. Juli 2016 wurde auf der Rosstratte (1 732 m ü. A.) die Sonnenbeobachtungsstation „Sonnenwege“ eröffnet. Das neue Besucherangebot am Endpunkt der Villacher Alpenstraße ist kostenlos zugänglich und veranschaulicht die historischen Methoden zur Zeiterfassung. Uhr und Kalender werden überflüssig, sofern die Sonne am Himmel steht. Der Kärntner Geologe und Philosoph Dr. Georg Kandutsch, der für den Straßenbetreiber Villacher Alpenstraßen FremdenverkehrsgesmbH bereits den beliebten Geotrail „Vom Meer zum Berg“ und die Aussichtsplattform „Rote Wand“ konzipierte, hat mit den „Sonnenwegen“ ein weiteres, hochspannendes Besucherangebot für kleine und große Entdecker entwickelt.

Wer die „Sonnenwege“ auf der Rosstratte durchschreitet, lernt die historischen Methoden zur Zeiterfassung kennen und erfährt anschaulich, wie unsere Vorfahren anhand von Steinmonolithen, der Himmelsscheibe von Nebra, Sonnenuhren und dem eigenen Schatten Jahreszeit, Monat, Tag und Stunde ausschließlich mit Hilfe der Sonne abgelesen haben. Im Zentrum der Anlage findet sich eine genaue Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra – dem ältesten Objekt mit der Darstellung des Himmels und den Bewegungen der Gestirne. Vier geteilte Monolithen geben die Richtungen der Sonnenauf- und untergänge zur Sommer- und Wintersonnenwende im Juni bzw. Dezember an. Kleinere Marmorsockeln die Richtung des Sonnenaufgangs zur Tag- und Nachtgleiche im März bzw. September.

2017: die ersten E-Ladestationen für emissionsfreie Mobilität wird bei der Aichingerhütte eröffnet

die ersten E-Ladestationen für emissionsfreie Mobilität wird bei der Aichingerhütte eröffnet: (v.l.n.r.) Johannes Hörl (Geschäftsführer Villacher Alpenstraßen-Fremdenverkehrsgesellschaft m.b.H.), Hüttenwirtin Aichingerhütte Dagmar Außerwinkler und Robert Heuberger (Naturpark-Manager Naturpark Dobratsch)

Die Aichingerhütte auf 1 650 Meter Seehöhe ist ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste der Villacher Alpenstraße. Anlässlich des 15-Jahres-Jubiläums des „Naturpark Dobratsch“ eröffnete der Straßenbetreiber, die Villacher Alpenstraßen Fremdenverkehrsgesellschaft m.b.H. (VAG), am 23. August 2017 im Naturpark die erste Ladesäule für Elektroautos.

Dr. Johannes Hörl, Geschäftsführer der Villacher Alpenstraße, über die Eröffnung der ersten E-Ladestationen auf der Villacher Alpenstraße: „Wir widmen uns in der GROHAG Gruppe bereits seit mehreren Jahren dem Thema E-Mobilität in Schutzgebieten. Dass wir nun die erste E-Ladesäule auf der Villacher Alpenstraße errichtet haben, unterstreicht unsere Bestrebungen gerade in einer sensiblen Umweltsituation wie dem Naturpark Dobratsch nicht nur positive Bewusstseinsbildung für E-Mobilität zu unterstützen und voranzutreiben, sondern auch konkrete Angebote für E-Mobilisten anzubieten.

Die neue E-Ladesäule bei der Aichingerhütte verfügt über zwei Ladestationen (Typ 2 Stecker mit einer Anschlussleistung von jeweils 22 kW) und steht Besuchern der Villacher Alpenstraße kostenlos zur Verfügung. Zwei Parkplätze sind als Ladezone für Elektroautos (grün) ausgewiesen.

Motorsport

In den Jahren 1966 bis 1978 wurde vom Österreichischen Automobil-Sport-Club das Dobratsch Bergrennen veranstaltet. Im 21. Jahrhundert finden Radrennen auf der Villacher Alpenstraße statt.

Vielfältiges Besucherangebot entlang der Villacher Alpenstraße

Parkplatz am Ende der Alpenstraße

Rastplätze, thematische Kinderspiel- und -erlebnisplätze, Hütten, Berggasthöfe und Aussichtsplattformen säumen die Ausflugsstraße: Zu den imposantesten zählen der Dreiländerblick auf 1 307 Metern Seehöhe und die Aussichtsplattform „Rote Wand“ mit großartigem Tiefblick und Fernsicht auf Karawanken und Julische Alpen.

Ein absolutes Muss für Blumenfreunde ist der Alpengarten „Villacher Alpe“ (1 483 m ü. A.): Hier gedeihen auf einem Areal von 10 000 Quadratmetern rund 800 alpine Pflanzen aus drei Klimazonen. Der Alpengarten wurde 1973 eröffnet und kann von Anfang Juni bis Ende August besichtigt werden. Eine Besonderheit des Gartens ist, dass fast die Hälfte aller Pflanzen an ihrem ursprünglichen Wuchsort vorhanden war. Somit handelt es sich um einen echten Naturgarten.

Wandern auf dem Geologielehrpfad oder in Richtung Gipfel

Auf der Rosstratte – dem Endpunkt der Straße für Autos und Motorräder – lädt der Geologiepfad „Vom Meer zum Berg“ zu einer Zeitreise ein. Fossilien, Vulkan- und Karstgesteine sowie Gailtalkristallin und alpiner Muschelkalk bezeugen die Entstehungsgeschichte der Region über Jahrmillionen. Sogar Teile eines ehemaligen Riffes und einer Lagune mit versteinerten Korallen, Muscheln und Meeresschnecken können entlang des Pfades bestaunt werden.

Wanderer erwarten zahlreiche bestens markierte Wege wie etwa auf den Dobratsch-Gipfel und zu den zwei höchst gelegenen Kirchen Europas, der 1682 errichteten „Deutschen Kirche“ und der 1690 erbauten „Windischen Kirche“.

Ornithologische Besonderheit: Vogelflug über dem Dobratsch

Eine absolute Besonderheit stellt der Greifvogelzug über den Dobratsch dar. Jahr für Jahr ziehen Tausende von Greifvögeln über den Naturpark. Einzigartig im Alpenraum ist der Durchzug des Wespenbussards. Ende August können am Dobratsch und im Gailtal diese wunderschönen Prachtexemplare beobachtet werden. Die im Sommer 2011 eröffnete Ausstellung „Herrscher der Lüfte – die Vogelwelt des Naturparks Dobratsch“ an der Aichingerhütte widmet sich dieser außergewöhnlichen Vielfalt der in der Region vorkommenden Vögel. Jahr für Jahr finden Ende August/Anfang September die Greifvogelwochen mit einem abwechslungsreichen Programm im Naturpark Dobratsch statt.

Großartiges Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Motorradfahrer

Der großartige Aussichtsgipfel des Dobratsch regte bereits 1896 zur touristischen Erschließung an. Bis weit in die 1930er Jahre gab es immer wieder Bestrebungen, die Region mithilfe einer Zahnradbahn, einer Seilschwebebahn oder durch Straßen zu erschließen und zugänglich zu machen, doch erst 1961 begann man mit der Realisierung des Vorhabens. Zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und der Mangel an finanziellen Mitteln waren die Gründe für die lange Verzögerung. 1965 war das Werk geglückt – 69 Jahre nach dem ersten Anlauf. Die 16,5 Kilometer lange Alpenstraße kostete 23 Millionen Euro (Geldwert 2008), überwindet 1 202 Höhenmeter und bereichert Kärnten um eine erstrangige touristische Attraktion für Familien, Motorradfahrer, Wanderer und Radfahrer.

Der Dobratsch ist eine erdgeschichtliche Rarität

Der Dobratsch ist ein faszinierendes Karstgebiet mit einem großflächigem Höhlensystem sowie einer artenreichen und seltenen Fauna und Flora. Eingebettet in das herrliche Seenland Kärntens ist der Dobratsch die östlichste Erhebung der Gailtaler Alpen. Die Schütt am Südhang des Berges ist das größte Bergsturzgebiet der Ostalpen und wird als Schmelztiegel der Natur bezeichnet. Fauna und Flora werden durch das trockenwarme Klima und die weitgehende Unberührtheit begünstigt: Rund 900 Schmetterlingsarten sowie besondere Fledermausarten leben rund um dem Dobratsch. Es gibt ein großes Vorkommen an Tieren und Pflanzen, die man sonst nur im Mittelmeergebiet vorfindet.

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. mit freundlicher Genehmigung der Textübernahme von der Großglockner Hochalpenstraßen AG