Großprojekte Stadt Salzburg

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Im 20. und 21. Jahrhundert gab es eine Reihe von Großprojekten in der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadtregierung mit manchem Großprojekt zu liebäugeln. Manche sind bis heute noch nicht Realität geworden, bei manchen war es ein Glück für Salzburg, bei manchen spaltet sich noch heute die Meinung darüber.

Großprojekte 19. Jahrhundert

Es waren Straßentunnels wie durch den Mönchs- und Kapuzinerberg geplant.

Großprojekte 20. Jahrhundert

1900 bis 1950

Festspielhaus in Hellbrunn

Am 19. August 1922 kamt es in Anwesenheit vom Bundespräsidenten zur Grundsteinlegung des Salzburger Festspielhauses, aber im Schlosspark Hellbrunn - das Vorhaben wurde dann dort nie realisiert.

NS Projekte am Kapuzinerberg

Die NS-Herrschaft plante eine riesige Gauhalle und ein Sportstadion an Stelle des Kapuzinerklosters, sowie ein neues großes Festspielhaus neben dem Franziski-Schlössl. Aufgeschlossen werden sollten diese Bauten durch eine großen Auffahrtsrampe vom Äußeren Stein aus. Das Ende der NS-Zeit verhinderte jedoch die Ausführung dieser Planung.

Kapuzinerbergtunnel

Hauptartikel: Kapuzinerbergtunnel

Das Projekt Kapuzinerbergtunnel, das Anfang des 21. Jahrhunderts in der Stadt Salzburg immer wieder diskutiert wird, ist nicht neu. Schon am 11. August 1947 beschloss der gemeinderätliche Hauptausschuss die Errichtung eines Tunnels in Verlängerung der Nonntaler Brücke bis zur Franz-Josef-Straße. Die Tunnelbreite sollte 16 Meter (Fahrbahn zehn Meter plus beidseitige Rad- und Gehwege), die Höhe neun Meter betragen. Der Baubeginn für den Richtstollen war noch für 1947 vorgesehen. Das Projekt wurde 1949 aus Geldmangel eingestellt[1]

1951 bis 1999

Mönchsberggaragen

Hauptartikel: Mönchsberggaragen

Am 14. Jänner 1974, einem Montag Vormittag, schleuderte die Gattin des damaligen Salzburger Landeshauptmannes DDr. Hans Lechner, Frau Friederike Lechner, eine Sektflasche gegen die Konglomeratwand des Mönchsberges. Sie gab damit den Auftakt zur "Operation Mönchsberggaragen", der bisher größten Bautätigkeit im Salzburger Hausberg. An den Planungsarbeiten war auch der Salzburger Geologe Prof. Georg Horninger beteiligt.

Am 19. Juli 1975 wurde die Mönchsberg Parkgarage von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger eröffnet.

Museum der Moderne Mönchsberg

Hauptartikel: Museum der Moderne Mönchsberg

Zweifelsohne war das Projekt Museum der Moderne Mönchsberg gegen Ende des 20. Jahrhunderts einer der großen Aufreger in der Stadt Salzburg. 1998 wurde ein internationaler Architektenwettbewerb für den Neubau eines Museums auf dem Mönchsberg ausgeschrieben. Von einer elfköpfigen Jury unter dem Vorsitz des Schweizers Luigi Snozzi wurde das Projekt des Münchner Architektenteams Friedrich Hoff Zwink aus 145 Einreichungen ausgewählt. Offiziell wurde der umstrittene "Betonwürfel" dann am 23. Oktober 2004.

Die Baukosten betrugen etwas mehr als 20 Mill. Euro[2].

Guggenheim-Museum

Jedoch aus dem Plan von Hans Hollein, dieses Museum zu einem Guggenheim-Museum zu machen - eigentlich die Ausgangsvariante gewesen - konnte nicht realisiert werden.

Weitere Projekte

Großprojekte 21. Jahrhundert

Neugestaltung Residenzplatz

Der Residenzplatz sollte einen neuen, eigentlich nach alten Vorbildern, Belag aus Flusssteinen erhalten. Es wurde 2007 und 2008 debattiert und Probebetoniert, gewaschen und poliert, um nach der Stichwahl des Bürgermeisters am 15. März 2009 vom neuen, alten Bürgermeister Dr. Heinz Schaden zu erfahren, dass die bisherigen Planungskosten von rund einer dreiviertel Million Euro mehr oder weniger (wieder einmal) umsonst waren: das Projekt "neuer Belag Residenzplatz" wurde gestoppt. Nun soll nur ein etwa vier Meter breiter Gürtel um den Residenzbrunnen mit der ursprünglichen Flusssteine-Pflasterung versehen werden. Dafür sind rund 1,2 Mill. Euro vorgesehen[3]

€ 220.000.-- fielen an bisherigen Planungskosten für die Salzburger Architekten Andreas Knittel und Max Rieder an, weitere rund 500.000.-- Euro mussten für die archäologischen Grabungsarbeiten bezahlt werden, die diesem Projekt zwangsläufig voraus gingen.

Randnotizen zu diesem Großprojekt: Der Belag hätte Stöcklschuh-tauglich sein müssen, damit die Besucher von Festspielaufführungen nicht um den Platz außen herum, sondern quer darüber gehen können. Auch was die Belastbarkeit anging, wurden schon Überlegungen angestellt. Die Fiaker etwa, sollten ihre Pferden statt mit Hufeisen mit Beschlägen aus Gummi oder Kunststoff beschlagen.

2012 gab es einen weiteren Versuch, einen geeigneten Belag für den Platz zu finden. Am 11. Juli 2012 wurden zwei Probeflächen mit je 24 Quadratmetern mit einem neuen Belag zu Testzwecken belegt. Der Quarzsand der Leube-Tochterfirma soll mit einem biologischen Bindemittel (Stabilizer) dafür sorgen, dass es im Sommer weniger staubt. Nach dem [[Rupertikirtag] im Herbst wollen Baustadträtin Claudia Schmidt und Michael Handl, Leiter des Straßen- und Brückenamts, entscheiden, ob sich die Mixtur bewährt hat.

Spaßbad Taxham

Am 6. Juli 2002 verkündete der Bürgermeister, dass das Architektenduo Maximiliano Fuksas und Dr. Krieger den Architektenbewerb gewonnen hätten. Seither wurde debattiert und gestritten. Später kam eine Bauvariante in Liefering ins Spiel. Schließlich wollte man 2009 das alte Paracelsusbad schließen, was aber massiven Widerstand in der Bevölkerung hervor rief.

Nach dem ersten Bürgermeisterwahlgang am 1. März 2009 wandelte sich die Einstellung von noch-Bürgermeister Heinz Schaden und er begrub das neue Spaßbad. Er ließ wissen, dass das alte Paracelsusbad abgerissen und neu errichtet werden sollte.

Für die Errichtung dieses Spaßbades in Liefering waren 50 Mill. Euro vorgesehen, wovon nun um 25 Mill. Euro in das Paracelsusbad investiert werden sollen[4].

Tiefgarage und Neugestaltung Makartplatz

Im April 2001 hatte die Stadt Salzburg hat an Freilassinger Unternehmer Max Aicher auf 99 Jahre ein exklusives Baurecht übertragen. Aicher sollte unter dem Makartplatz eine Tiefgarage bauen und der Platz selbst sollte neu gestaltet werden. Doch Jahrelang geschah nichts. Auch Verhandlungen mit Aicher brachten keine Ergebnisse. Im Frühjahr 2008 brachte die Stadt Salzburg eine Klage beim Salzburger Landesgericht ein. Prozessbeginn war der 5. Dezember.

Auch der Plan einer Neugestaltung des Platzes selbst nach Plänen von Architekt Boris Podrecca verschwanden in Schubladen.

Neugestaltung Max-Reinhardt-Platzes

Wieder gab es eine Architekturauszeichung für die Planung vom Architektenteam "one room" für die Neugestaltung des Max-Reinhardt-Platzes im Salzburger Festspielbezirk. Das Sparkassenstöckl wurde endlich als Schandfleck entfernt, das umstrittene Kunstobjekt A.E.I.O.U. von Anselm Kiefer wurde vom Furtwänglerpark an dessen Stelle (um viel Geld) verschoben.

Doch dabei blieb es dann auch mehr oder weniger. Die 2008 "abgeschlossene" Umgestaltung des Platzes hatte nicht mehr viel mit dem Projekt von "one room" zu tun.

Panoramalift Mönchsberg

Der gute alte Mönchsbergaufzug sollte 2003 Konkurrenz bekommen. Die Vision der Wiener Architekten Delugan und Meissl im Februar 2003 deutete auf "Glas und Stahl auf den Mönchsberg". Aber schon kurze Zeit später geriet auch dieses Projekt in die Vergessenheit, einem Schicksal, das im 21. Jahrhundert nun schon mehrere Großprojekte ereilte.

Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz

Hauptartikel: Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz

Das Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz umfasst den Plan der Verbauung des Dr.-Franz-Rehrl-Platzes vor dem Unfallkrankenhaus Salzburg in der rechtsseitigen Altstadt von Salzburg sowie an selber Stelle die Einfahrt in einen geplanten Kapuzinerbergtunnel. Diese beiden heftig umstrittenen Bauvorhaben wurden seit Mitte 2011 heftig diskutiert und sorgen auch 2012 weiterhin für Aufregung.

Fußnote

  1. Quelle www.stadt-salzburg.at
  2. Quelle orf online
  3. Quelle Salzburger Nachrichten 24. März 2009
  4. Quelle Salzburger Nachrichten 24. März 2009

Quellen

Bildergalerie