Karolinenbrücke

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Karolinenbrücke-Durchblick.
Karolinenbrücke, Ansicht vom Dr.-Franz-Rehrl-Platz aus.
Karolinenbrücke gesehen von der Hettwerbastei unterhalb des Kapuzinerkloster Ansicht: Nordwest nach Südost.
Karolinenbrücke Erbaut 1936 und Relief Wappen der Stadt Salzburg am Brückenkopf Rudolfskai.
Gedenktafel für Karoline Auguste von Bayern an der Karolinenbrücke.

Die Karolinenbrücke, in der Bevölkerung auch Nonntaler Brücke genannt, ist die südlichste Autobrücke, die zur Gänze[1] innerhalb der Grenzen der Stadt Salzburg steht. Sie verbindet die Stadtteile Äußerer Stein, Nonntal und Kaiviertel miteinander.

Geschichte

An Stelle der heutigen Brücke bestand bereits seit 1722 eine Überfuhr.

Erste Brücke

18581859 wurde die erste Brücke aus Holz errichtet. Diese stand etwa 60 m weiter flussaufwärts als die heutige Brücke. Benannt wurde diese nach der in Salzburg sehr beliebten Mäzenin Karoline Auguste von Bayern (* 1792; † 1873), Kaiserin von Österreich, welche ihre letzten Lebensjahre größtenteils in der Stadt Salzburg und in der Gemeinde Aigen verbracht hatte und hier auch gestorben ist. An der Eröffnung der Brücke am 23. Juli 1859 hatte sie persönlich teilgenommen.

Für die Überquerung der Brücke war eine Brückenmaut zu entrichten. Die Einhebung wurde jährlich verpachtet.[2][3] Mit der Brückenmaut wurden die Kosten der Errichtung und Instandhaltung, die von der Stadtgemeinde getragen wurden, auf alle Nutzer (nicht nur die Stadtbewohner) umgelegt.

1884 wurde die alte hölzerne Brücke abgetragen.[4]

Zweite Brücke

Die zweite Brücke, gelegen an der heutigen Stelle, wurde 18831884 unter Bürgermeister Rudolf Biebl als Eisenkonstruktion[5] errichtet und am 2. Februar 1884 eröffnet.[6] Die Fachwerkkonstruktion bestand aus drei hintereinander liegenden Brückenteilen, je 33,32 m lang und in Verbundbauweise aus Stahlprofilen zusammengesetzt.[7]

Vor und während der Errichtung gab es erhebliche Zweifel an der Fundamentierungsmethode der Brücke.[8][9][10] Tatsächlich erwies sich die Tragfähigkeit und Stabilität später für das Gewicht der damals hier darüber führenden Salzburger Lokalbahn, die Salzburger Dampftramway, die 1886 eröffnet wurde, als nicht ausreichend. Bis 2. Oktober 1938 führten über die Karolinenbrücke noch die Straßenbahnschienen der Roten Elektrischen.

1908 wurde die Brücke verstärkt.

Für die Überquerung wurde wiederum eine Brückenmaut für die nächsten zwanzig Jahre einhoben.[11] 1885 wurde die Maut für Zug-, Trag- und Triebvieh ermäßigt.[12] 1889 wurde die Mautpflicht auf eine Krone pro Person eingeschränkt.[13]

Dritte Brücke

1914 stimmte der Gemeinderat einer Neuerrichtung der Karolinenbrücke zu.[14]

Erst am 7. März 1938 wurde mit der dringend notwendigen Erneuerung der Karolinenbrücke tatsächlich begonnen.[15] Während der Bauzeit der neuen Brücke musste eine Notbrücke zur Aufrechterhaltung des Verkehrs über die Salzach errichtet werden. Die bisherige Karolinenbrücke wurde deshalb am 12. April 1938 um 16,5 Meter flussaufwärts verschoben, dort auf Holzjoche gelagert und diente nach einer Belastungsprobe dann als Notbrücke während der Neubauphase.[16] Der durch den Krieg bedingte Mangel an Arbeitskräften verzögerte den Bau. Im Herbst 1939 wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben.[17]

Die neue Brücke wurde als Stahlbetonbalkenbrücke gebaut und erhielt unter Beibehaltung der bisherigen Brückenachse zwei Flusspfeiler, die neben den alten errichtet wurden. Mit den Stützweiten von 30, 45 und 30 Metern sollte die Brücke eine Gesamtlänge von 105 Metern erreichen. Die Fahrbahn erhielt eine lichte Breite von zehn Metern, an die sich beiderseits 2,20 Meter breite Gehwege anschlossen. Das Längsgefälle auf der Brücke betrug in den Endfeldern 1,5 Prozent. Im Mittelfeld wurde zwischen den beiden Gefällerichtungen ein parabelförmiger Übergang geschaffen. Fahrbahn und Gehsteig wurden mit einem seitlichen Gefälle von zwei Prozent ausgeführt. Zum Schutz gegen den Eisstoss wurden flussaufwärts die Pfeilervorköpfe mit Granitquadern verkleidet. Alle übrigen Sichtflächen der Flusspfeiler und Widerlager wurden in Vorsatzbeton mit Hartgestein hergestellt und fein gespitzt.[18][19][20][21]

1979 wurden größere Rostschäden an der Brücke saniert.

19901991 wurde die Karolinenbrücke um weit auskragende Rad- und Gehwege erweitert. Bei einer routinemäßigen Brückenprüfung wurden Risse an Schweißnähten festgestellt. Diese sind auf die erhöhte Verkehrsbeanspruchung und zu geringe Festigkeit der Werkstoffeigenschaften zurückzuführen. Man entschied sich für eine Tragwerksverstärkung. Eine übliche Verstärkung der Ober- und Untergurte der Hauptträger schied aus wirtschaftlichen und fertigungstechnischen Gründen aus (stark eingeschränkte Schweißeignung des Altbestandes), so dass eine über der Fahrbahn liegende eigenständige Verstärkungskonstruktion in Form von zusätzlichen Hauptträgern angeordnet wurde. Diese Verstärkungsmaßnahmen wurden im Oktober 2004 begonnen und waren nach sechs Wochen abgeschlossen.

20052006 wurden die Brückenkonstruktion durch neue Brückenbögen verstärkt (Stabbogenbrücke). Der durch Sprödbruchgefahr bedrohte Stahlhauptträger der Verbundkonstruktion wurde mit je drei hintereinanderliegenden Bögen in zwei Ebenen oberhalb der Fahrbahn verstärkt und Fehlstellungen der Stelzenlager und des ausgerissenen Brückenfestpunktes saniert. Die Karolinenbrücke ist nun eine dreifedrige Balkenbrücke mit obenliegender nicht im Verbund mit den beiden stählernen Hauptträgern mitwirkender Betonfahrbahnplatte.[22][23]

Daten

Rund 36 000 Fahrzeuge fuhren täglich über die Nonntaler Brücke (2012).[24]

Plätze an den Brückenköpfen

Bilder

 Karolinenbrücke – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Karolinenbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Die südlicher gelegene Hellbrunner Brücke gehört je zur Hälfte der Stadtgemeinde Salzburg und der Flachgauer Gemeinde Elsbethen. Quelle Digitaler Stadtplan von Salzburg.
  2. ANNO, Salzburger Zeitung, 28. September 1860, Seite 5
  3. ANNO, Salzburger Zeitung, 3. Oktober 1860, Seite 3
  4. ANNO, Salzburger Volksblatt, 29. Dezember 1883, Seite 10
  5. ANNO, Salzburger Chronik, 7. November 1883, Seite 2
  6. ANNO, Salzburger Volksblatt, 29. Jänner 1884, Seite 5
  7. www.brueckenweb.de
  8. ANNO, Salzburger Chronik, 15. November 1883, Seite 1
  9. ANNO, Salzburger Chronik, 16. November 1883, Seite 1
  10. ANNO, Salzburger Volksblatt, 22. November 1883, Seite 1
  11. ANNO, Salzburger Chronik, 11. November 1883, Seite 2
  12. ANNO, Salzburger Volksblatt, 9. Mai 1885, Seite 15
  13. ANNO, Salzburger Chronik, 5. Februar 1889, Seite 4
  14. ANNO, Salzburger Wacht, 10. März 1914, Seite 6
  15. ANNO, Salzburger Chronik, 7. März 1938, Seite 9
  16. ANNO, Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 29. Dezember 1937, Seite 9
  17. ANNO, Salzburger Volksblatt, 9. September 1939, Seite 8
  18. ANNO, Salzburger Chronik, 15. Jänner 1938, Seite 5
  19. ANNO, Salzburger Volksblatt, 15. Jänner 1938, Seite 8
  20. ANNO, Salzburger Chronik, 31. Jänner 1938, Seite 3
  21. Karolinenbrücke auf structurae.de
  22. www.tugraz.at/karolinenbruecke-salzburg
  23. www.sbv-ztgmbh.at
  24. salzburg.orf.at, 16.01.2013