Constanze Nissen

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Constanze Mozart (1802)
Schaugrabmal von Constanze Mozart im Sebastiansfriedhof (1862 erstmals umgestaltet)[1]

Constanze Nissen, geborene Weber, verwitwete Mozart (* 5. Jänner 1762 in Zell im Wiesental bei Lörrach, Vorderösterreich[2], heute Deutschland; † 6. März 1842 in der Stadt Salzburg)[3] war in erster Ehe mit Wolfgang Amadé Mozart und in zweiter mit Georg Nikolaus Nissen verheiratet.

Leben

Maria Constanze Caecilia Josepha Johanna Aloisia Weber war die dritte von vier Töchtern des vorderösterreichischen Amtmanns Franz Fridolin Weber (* 1733; † 1779) und seiner Frau Cäcilia, geborene Stamm (* 1727; † 1793). Aloisia Lange (* 1761; † 1839) und Sophie Haibel (* 1763; † 1846) sind ihre Schwestern, der Komponist Carl Maria von Weber (* 1786; † 1826) ihr Cousin.

Mozart und Constanze Weber lernten sich 1777 in Mannheim, damals Pfalzgrafschaft bei Rhein (kurz "Kurpfalz" genannt), Heiliges Römisches Reich, heute Bundesland Baden-Württemberg, Deutschland, kennen. Zunächst war Mozart in ihre Schwester Aloysia verliebt. 1781 traf Mozart die inzwischen nach Wien übersiedelte Familie Weber wieder. Seine verehrte Aloysia hatte zwischenzeitlich geheiratet. In Wien wohnte Mozart eine Zeit lang bei den Webers, musste jedoch „wegen des Geredes der Leute“ die Wohnung wechseln.

Am 4. August 1782 heirateten dann aber Constanze und Wolfgang Amadeus. Wolfgang Amadeus und Constanze bekamen in acht Jahren sechs Kinder, von denen aber nur zwei älter als ein Jahr wurden. Am 5. Dezember 1791 starb Wolfgang Amadé Mozart in Wien.

Bereits 1793 lernte die Witwe den dänischen Diplomaten Georg Nikolaus Nissen kennen. Doch erst 16 Jahre später, 1809, heirateten sie im Dom von Preßburg (Bozsony), Königreich Ungarn, heute Bratislava in der Slowakei. Nissen war evangelisch und konnte daher nicht im katholischen Wien heiraten. Bereits 1810 zog das Paar nach Dänemark, wo es bis 1820 lebte. Da beide kränklich waren, zogen sie in den Süden, nach Mailand in der Lombardei (bis 1859 zu Kaisertum Österreich gehörig), heute Italien, wo auch Constanzes Sohn Karl lebte. Von Mailand zogen sie weiter nach Turin (damals Königreich Piemont, heute Italien), kehrten aber wieder nach Mailand zurück. Erst im Frühjahr 1824 kamen sie in die Stadt Salzburg.

Die Tafel an der Seite des Cafés Tomaselli an der Churfürststraße in der Salzburger Altstadt ist somit dreifach falsch, da sie als Datum 1820 anführt und den nicht vorhandenen Adelstitel. Auch ihre Kinder hatten nie in diesem Haus gewohnt. Franz Xaver kam 1821 erstmals nach Salzburg und besuchte seine Tante Nannerl, seine Mutter hingegen erst Jahre später. Sein älterer Bruder Karl kam überhaupt erst Jahre später nach Salzburg.[4].

Constanze Nissen starb im Haus Mozartplatz Nr. 8, in dem auch ihre Schwester Sophie Haibl[5] bis zu ihrem Tode († 26. Oktober 1846) wohnte, und wurde auf dem Sebastiansfriedhof in der rechtsseitigen Altstadt begraben. Sie starb wenige Monate vor der Enthüllung des Mozart-Denkmals vor ihrer Wohnung.

Nissen war nicht adelig

Der Adelstitel war eine Erfindung von Constanze. Vermutlich erhoffte sie sich dadurch einen besseren Verkauf der Mozart-Biographie.

Kinder

Name Geburtsdatum Todesdatum
Raimund Leopold 17. Juni 1783 19. August 1783
Karl Thomas 21. September 1784 31. Oktober 1858
Johann Leopold 18. Oktober 1786 15. November 1786
Theresia 27. Dezember 1787 29. Juni 1788
Anna 16. November 1789 16. November 1789
Franz Xaver 26. Juli 1791 29. Juli 1844

Straßenbenennung in Salzburg

Die Konstanze-Weber-Gasse im Stadtteil Gneis wurde 1969 nach ihr benannt.

Bilder

 Constanze Mozart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise

  1. Digitalisat
  2. www.historisches-lexikon-bayerns.de
  3. Sterbebuch der Dompfarre Salzburg, Band V, S. 207.
  4. Quelle Leserbrief in den SN vom 1. Februar 2011 von Horst Erwin Reischenböck, Stadtführer in Salzburg
  5. Mozarts Pflegerin im Verlauf seiner Todeskrankheit