Glocknerkönig (Österreich Rundfahrt)

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Glocknerkönig 2019 Ben Hermans bei der Zielankunft am Fuscher Törl.
Glocknerkönig 2018: Pieter Weening feierte am Fuscher Törl den Etappensieg 47 Sekunden vor Alexander Foliforov (Gazprom-Rusvelo) und 1:11 Minuten vor Simone Sterbini (Bardiani-CSF) und krönte sich damit nach dem Vorjahr erneut zum Glocknerkönig.
Glocknerkönig 2015
Glocknerkönig 2015: Bildmitte der Glocknerkönig 2015 - Felix Großschartner, ganz links der Generaldirektor der Großglockner Hochalpenstraßen AG Dr. Johannes Hörl
der Glocknerkönig 2015 Felix Großschartner
das Hauptfeld trifft beim Hochtor (Tunnel) ein

Als Glocknerkönig wird der Gewinner der Bergwertung auf der Großglockner Hochalpenstraße bei der Österreich-Radrundfahrt bezeichnet.

Allgemeines

Bis in die frühen 1990er-Jahre wurde die Großglocknerstraße nahezu ausnahmslos in die Streckenführung einbezogen. Seit Beginn der offenen Ära im Radsport (gemeinsames Antreten von Amateuren und Berufsfahrern) 1996 wurde die Glockneretappe mehrmals ausgelassen.

Dafür gab es 2000 gleich zwei Glockner-Bergetappen, je einmal von Süden und Norden. Die häufiger gefahrene Variante ist jene von der nördlichen Seite mit dem Fuscher Törl als Bergwertung der höchsten Kategorie (Hors categorie/HC). Christian Pfannberger hat 2007 mit 47:20 Minuten die schnellste Zeit auf diesem Abschnitt markiert.

Einmal wurde die Großglocknerstraße auch beim Giro d'Italia befahren: 1971 gab es eine Bergankunft auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, die der Italiener Pierfranco Vianelli für sich entschied.

In der Geschichte der Österreich-Radrundfahrt konnten sich bislang erst zwei Salzburger zum Glocknerkönig krönen: Richard Menapace bei den ersten beiden Auffahrten und Gerrit Glomser 2008.

2019

Hauptartikel 65. Glocknerkönig bei der 71. Österreich Rundfahrt 2019

Der 65. Glocknerkönig bei der 71. Österreich Rundfahrt wurde am Mittwoch, den 10. Juli 2019, gekürt. Zum 65. Mal führte die legendäre Königsetappe der Österreich Rundfahrt (ÖRR) über die Großglockner Hochalpenstraße und zum 32. Mal wurde er von der Salzburger Seite aus befahren. Am Fuscher Törl auf 2 428 Metern Seehöhe wurde der Glocknerkönig gekürt. Vorjahressieger Ben Hermans hatte die Glockneretappe dominiert: Er holte sich den Glocknerkönig, den Etappensieg und schlüpfte damit auch ins „Flyeralarm“-Führungstrikot.

2018

Bereits zum 64. Mal stand am 11. Juli 2018 die Etappe über die Großglockner Hochalpenstraße im Streckenplan der Österreich Rundfahrt. Gleich nach dem Start der 5. Etappe der 70. Auflage dieses Radkassikers in Matrei in Osttirol formierte sich auf der Felbertauern Straße eine erste Spitzengruppe, die aus 13 Fahrern bestand. Mit dabei auf der mit 92,2 Kilometern kürzesten Etappe der Jubiläumstour war auch der „Wiesbauer“-Bergpreisführende Aaron Gate vom Team Aqua Blue Sport sowie die Österreicher Marcel Neuhauser (Tirol Cycling Team) und Matthias Krizek (Felbermayr Simplon Wels). Die Spitze arbeitete durch den Pinzgau sehr gut zusammen und baute bei widrigen Witterungsbedingungen bis Zell am See den Vorsprung auf vier Minuten aus. Danach ging es über Bruck an der Glocknerstraße Richtung Kassenstelle Ferleiten.

Auf den letzten 13 Kilometern von Ferleiten bis zum Fuscher Törl begann dann auch im Hauptfeld, das bis dahin einen ruhigeren Tag hatte, das Rennen so richtig. Noch vor der Kassenstelle setzte Pieter Weening, der Glocknerkönig des Vorjahres, alles auf eine Karte und setzte sich vom Feld ab. Während der bulgarische Meister Nikolay Mihaylov und Antonio Nibali gemeinsam dem Fuscher Törl entgegen fuhren, spannten sich im immer kleiner werdenden Hauptfeld die Bahrain-Merida-Profis Kanstantsin Siutsou und Mark Padun für Hermann Pernsteiner ein.

Auf den letzten sieben Kilometern überschlugen sich die Ereignisse. Tour de France-Etappensieger Pieter Weening flog förmlich an das Spitzenduo um Mihaylov und Nibali heran. Sechs Kilometer vor dem Ziel konnte Mihaylov das Tempo von Weening und Nibali nicht mehr halten. Unterdessen forcierte Ex-Toursieger Riccardo Zoidl im Feld das Temop und setzte sich bei der sieben-Kilometer-Marke ab.

Pieter Weening feierte am Fuscher Törl den Etappensieg 47 Sekunden vor Alexander Foliforov (Gazprom-Rusvelo) und 1:11 Minuten vor Simone Sterbini (Bardiani-CSF) und krönte sich damit nach dem Vorjahr erneut zum Glocknerkönig.[1]

2016

Hauptartikel: 68. Österreich-Radrundfahrt-Glocknerkönig wird auf der Edelweißspitze gekrönt

Die vierte Etappe der Österreich Radrundfahrt „Glockner-Etappe“ führt am 6. Juli 2016 auf die Großglockner Hochalpenstraße mit dem Etappenziel auf der Edelweißspitze (2 571 m ü. A.), den höchsten befahrbaren Punkt der Panoramastraße.

2015

Der 60. Glocknerkönig im 80. Jahr des Bestehens der Großglockner Hochalpenstraße wurde Felix Großschartner. Der erst 21-jährige Felix Großschartner dominierte den 15 Kilometer langen Anstieg zur „Wiesbauer“-Bergwertung Hochtor (Tunnel), wo traditionell der Titel des Glocknerkönigs vergeben wird. Auf dem letzten Kilometer attackierte der Marchtrenker und holte sich den Glocknertitel mit 200 Metern Vorsprung auf den Franzosen Julien el Fares. Bei der Siegerehrung wurde Großschartner, der heuer das Eröffnungsrennen in Leonding und die Trofeo Piva gewann, die von der Großglockner Hochalpenstraßen AG gesponserte Prämiere für den Glocknerkönig in Höhe von 2.504 Euro übergeben[2].

Glocknerkönige

(G) hinter dem Namen: Bei derselben Rundfahrt Gesamtsieger

Jahr Name Nation
1949 Richard Menapace (G) Österreich
1950 Richard Menapace (G) Österreich
1951 Charly Gaul Luxemburg
1952 Charly Gaul Luxemburg
1953 Jempy Schmitz Luxemburg
1954 Alois Lampert Österreich
1955 Lothar Friedrich Bundesrepublik Deutschland
1956 Stefan Mascha Österreich
1957 William Bradley Großbritannien
1958 René van der Veken Belgien
1959 Herbert Kaupe Österreich
1960 Felix Damm Österreich
1961 Martin van den Bosche Belgien
1962 Adolf Christian Österreich
1963 Felix Damm Österreich
1964 Romain Robben Belgien
1965 Rüdiger Tanneberg DDR
1966 Christian Frisch Österreich
1967 Christian Frisch Österreich
1968 Eduard Janssen Belgien
1969 Wilhelm Prinsen Niederlande
1970 Rudolf Mitteregger (G) Österreich
1971 Rudolf Mitteregger Österreich
1972 Wolfgang Steinmayr (G) Österreich
1973 Rudolf Mitteregger Österreich
1974 Rudolf Mittteregger (G) Österreich
1975 Wolfgang Steinmayr (G) Österreich
1976 Keine Glockneretappe
1977 Luca Olivetti Italien
1978 Jostein Wilman (G) Norwegen
1979 Reinhard Waltenberger Österreich
1980 Morten Saether Norwegen
1981 Reinhard Waltenberger Österreich
1982 Keine Glockneretappe
1983 Niki Rüttimann Schweiz
1984 Mieczyslaw Korycki Polen
1985 Libor Matejka Tschechoslowakei
1986 Jure Pavlic Jugoslawien
1987 Jure Pavlic Jugoslawien
1988 Stefan Gottschling DDR
1989 Walter Bonca (G) Jugoslawien
1990 José Gonzales Kolumbien
1991 Lubomir Tesar Tschechoslowakei
1992 Pascal Herve Frankreich
1993 Dietmar Hauer Österreich
1994 Wegen Schneefall ausgefallen, Etappe auf Felbertauern Straße verlegt
1995 Srecko Glivar Slowenien
1996 Keine Glockneretappe
1997 Frank Vandenbroucke Belgien
1998 Boris Premuzic Slowenien
1999 Keine Glockneretappe
2000 Maurizio Vandelli, Daniele Nardello

(zwei Überfahrten)

beide Italien
2001 Ivan Basso Italien
2002 Keine Glockneretappe
2003 Keine Glockneretappe
2004 Tomas Konecny Tschechien
2005 Juan Miguel Mercado (G) Spanien
2006 Bernhard Kohl Österreich
2007 Christian Pfannberger Österreich
2008 Gerrit Glomser Österreich
2009 Koos Moerenhout Niederlande
2010 Riccardo Ricco (G/Ziel Franz-Josefs-Höhe) Italien
2011 Alexandre Geniez Frankreich
2012 Jakkob Fuglsang Dänemark
2013 Mathias Frank Schweiz
2015 Felix Großschartner Österreich
2016 Jan Hirt Tschechien
2017 Pieter Weening Niederlande
2018 Pieter Weening Niederlande
2019 Ben Hermans Belgien

Quellen

  1. Quelle Großglockner Hochalpenstraßen AG, Presseaussendung am 11. Juli 2018
  2. Quelle Facebook Großglockner Hochalpenstraße, Übernahme des Textes ist Peter Krackowizer von der GROHAG gestattet