Internationale Stiftung Mozarteum

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Internationale Stiftung Mozarteum.
Für Informationen über das zur Stiftung Mozarteum gehörende Hauptgebäude Mozarteum in der Schwarzstraße siehe Mozarteum (Gebäude) und über die Universität Mozarteum siehe Universität Mozarteum.
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Mozarteum (Gebäude)
Sitz der Internationalen Stiftung Mozarteum

Die Internationale Stiftung Mozarteum (ISM) hat sich die Bewahrung und zeitgemäße Auseinandersetzung von Mozarts Erbe zum Ziel gesetzt.

Die Stiftung

Am 18. Juni 1869 trafen sich unter seiner Federführung 15 honorige Salzburger Bürger im Gasthof „Zur Krone“ (Roittner-Haus), um die Loslösung des Mozarteums von dem am 22. April 1841 gegründeten Dom-Musik-Verein zu beschließen. 1870 gründete der Kreis um Johann Evangelist Engl dazu die Internationale Mozartstiftung, aus der 1880 - nach Einigung und Vertrag mit dem Dom-Musik-Verein - durch Zusammenschluss mit dem Mozarteum die heutige Internationale Stiftung Mozarteum hervorging. Anlässlich des am 20. September 1880 von der ISM erstmals abgehaltenen Mozart-Tages wurden Engls Mitstreiter Carl Reichsfreiherr von Sterneck zum ersten Präsidenten und Carl Spängler zum Kassier der Stiftung gewählt.

Seither setzt diese nicht auf Gewinn ausgerichtete Organisation mit der Person und dem Werk Wolfgang Amadé Mozarts auseinander. Dabei hat sie drei Kernbereiche:

  • Konzerte
  • Wissenschaft
  • Mozart-Museen

Dabei versucht die Stiftung Mozarteum eine Brücke zwischen Bewahrung der Tradition und zeitgenössischer Kultur zu schlagen, mit dem Ziel, wechselnde Perspektiven und neue Denkanstöße in der Auseinandersetzung mit dem Komponisten zu eröffnen.

Die Stiftung Mozarteum wird von einem Präsidium und einem Kuratorium geführt. Die knapp 30 Kuratoriumsmitglieder werden für jeweils drei Jahre bestellt und wählen aus ihren Reihen die Präsidiumsmitglieder. Aufgabe des Präsidiums ist es der Stiftung eine strategische Ausrichtung zu geben und sie nach außen zu vertreten. Das Kuratorium überwacht die Arbeit des Präsidiums. Als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Stiftung Mozarteum fungierte von 2004 bis 2012 Stephan Pauly. Als sein Nachfolger leitete Matthias Schulz das Haus von März 2012 bis Februar 2016. Tobias Debuch fungiert seit Dezember 2015 als kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum. Maren Hofmeister war von 2016 bis Jänner 2018 die Künstlerische Leiterin der Stiftung Mozarteum und die Intendantin der Mozartwoche. Von 2019 bis 2023 ist der mexikanisch-französische Opernsänger (Tenor), Regisseur und Schriftsteller Rolando Villazón der Intendant der Mozartwoche.

Die Konzertveranstaltungen

Im Konzertbereich setzt die Stiftung Mozarteum Salzburg seit 1956 jeweils im Jänner, um Mozarts Geburtstag herum, einen künstlerischen Akzent im internationalen Konzertleben: mit der Mozartwoche.

Anlässlich des Mozart-Jahres 2006 wurde das Festival „Dialoge“ rund um Mozarts Todestag installiert, in dem sich zeitgenössische Künstler aus den Bereichen Musik, Tanz, Literatur und Bildende Kunst mit dem Leben und Werk des Genius loci auseinandersetzen. Von September bis Juni finden die Saisonkonzerte, seit 2012 wieder verstärkt im Großen Saal, statt.

Die Stiftung verfügt über drei Veranstaltungsräume im Hauptgebäude:

Mozart-Museen und -Gedenkstätten

In der Stadt Salzburg bewahrt die Stiftung in den beiden Mozart-Museen Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse und das Mozart-Wohnhaus am Makartplatz das Erbe des Salzburger Genies. Die Museen stehen seit 1997 unter der Leitung von Gabriele Ramsauer.

In Mozarts Geburtshaus wird der Besucher durch originale Mozart-Räume geleitet, in denen sich u. a. Mozarts Hammerklavier von Anton Walter (ca. aus dem Jahr 1780), seine Konzertgeige und die Mehrzahl der zu Lebzeiten entstandenen Mozart-Porträts befindet.

Im Wohnhaus der Familie Mozart, das aufgrund eines Bombenangriffs erst in den 1990er Jahren des vorigen Jahrhunderts in großen Teilen als Rekonstruktion wieder aufgebaut wurde, wird ein authentischer Eindruck vom Alltag des 18. Jahrhunderts im Umfeld Mozarts vermittelt. Die Biografien der einzelnen Mitglieder der Familie Mozart, mit all ihren täglichen Freuden, Sorgen, Leidenschaften und sozialen Aktivitäten, füllen sich in diesen Häusern mit Leben.

Anlässlich des Mozart-Jahres hat die Stiftung den Bühnenbildner, Regisseur, Lichtdesigner und Pädagogen Robert Wilson (*1941) beauftragt, die Räume, in denen die Familie Mozart bis 1773 lebte, zu gestalten. Originale Objekte wurden durch zeitgemäße Installationen und Licht in spannungsvolle Beziehung zueinander gesetzt. Die Gestaltung soll über das Mozart-Jahr hinaus bestehen und neue Möglichkeiten der Erlebbarkeit der Geburtsstätte Mozarts eröffnen.

Wissenschaftliche Bearbeitung

In der Autografensammlung befinden sich rund 200 Originalbriefe Mozarts, rund 300 Briefe seines Vaters und über 100 autographe Handschriften Mozarts, überwiegend Skizzen und Entwürfe, aber auch einige Originalpartituren.

Die „Bibliotheca Mozartiana“ ist mit rund 35 000 Titeln die umfangreichste Mozart-Bibliothek der Welt. Seit 1954 wird an der historisch-kritischen Gesamtausgabe der „Neuen Mozart-Ausgabe (NMA)“ gearbeitet, die 2006/07 abgeschlossen sein wird. Als Fortsetzung entsteht eine „Digitale Mozart-Edition (DME)“, die den Text der NMA über das Internet frei zugänglich machen wird und immer aktualisiert.

In diesem ca. 35.000 Text- und Notenseiten umfassenden Projekt sieht die ISM über den wissenschaftlichen Nutzen hinaus auch eine Bildungsidee: Die Digitale Mozart-Edition will dem Nutzer – zunächst an ausgewählten Beispielen – den Vergleich zwischen Edition und Quelle ermöglichen, wie er in einer gedruckten Ausgabe nicht möglich wäre.

Die Mozart-Ton- und Filmsammlung stellt mit rund 28.000 Audiotiteln und 3.500 Videoproduktionen (Filmdokumentationen, Spiel- und Fernsehfilmen über Mozart und aufgezeichnete Operninszenierungen) eine Verbindung zur Gegenwart her.

Die betreuten Objekte

Kontakt

Internationale Stiftung Mozarteum
Schwarzstraße 26
5020 Salzburg
Telefon: (06 62) 8 89 40-0
Vereinsnummer: ZVR 438729131
UID-Nummer: ATU 33977907

Weblinks