Michael Neureiter (Priester)

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt den Priester, Generaldechanten und Politiker Michael Neureiter. Für den Theologen, Historiker und den Dechanten von St. Georgen bei Salzburg siehe Michael Neureiter.
Portrait von Michael Neureiter im Salzburger Landtag, geschaffen von Theodor Kern 1929.
Der Salzburger Landtag der Ersten Republik: Michael Neureiter (Bildmitte hinter Tisch sitzend) nach der Wahl zum Landtagspräsident 1921, hinter ihm Landeshauptmann Oskar Meyer, hinter ihm rechts der Landeshauptmann ab 1922, Franz Rehrl.
Am 3. Mai 1931 wurde Michael Neureiter „in Anerkennung uneigennützigen langjährigen Wirkens“ zum Ehrenbürger von Abtenau ernannt. Im Bild Michael Neureiter mit der Ehrenurkunde der Marktgemeinde Abtenau für seinen Namensvetter.

Konsistorialrat Monsignore Michael Neureiter (* 29. Jänner 1877 in Kuchl; † 22. Jänner 1941 in der Stadt Salzburg) war Priester, Dechant in St. Johann im Pongau, Generaldechant der Erzdiözese Salzburg und Politiker.

Leben

Michael Neureiter war der Sohn von Michael Neureiter vom Lamplgut in Kuchl-Georgenberg und Anna, geborene Schaber. Er maturierte 1897 am Borromäum in Salzburg und studierte an der Katholisch-Theologischen Fakultät Theologie. Am 15. Juli 1900 wurde er zum Priester geweiht und hielt Seine Primiz in Kuchl. Er war ab 1901 als Seelsorger tätig, und zwar

von 1901 bis 1902 als Kooperator in der Pfarre Taxenbach,
1902 als Kooperator in der Pfarre Schwoich und
von 1902 bis 1914 als Kooperator in der Pfarre St. Johann im Pongau, wo er
1914 zunächst Pfarrprovisor, dann bis 1927 Pfarrer und Dechant wurde.

Seit 1927 war er Mitglied des Salzburger Domkapitels und wurde Konsistorialrat, 1929 bis 1932 Generaldechant für Salzburg und päpstlicher Geheimkämmerer und baute ab 1939 die Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg auf.

Von 1909 bis 1934 war er Abgeordneter zum Salzburger Landtag, vom 18. Mai 1921 bis zum 3. Mai 1922 dessen Erster Präsident und von 1922 bis 1934 Klubobmann der Christlichsozialen Partei. Von 30. November 1920 bis zum 4. Mai 1922 war er als Landesrat Mitglied der Salzburger Landesregierung, dann bis 19. Jänner 1934 Landeshauptmann-Stellvertreter. 1934 musste er (wie die anderen Priester auch) aus der Politik ausscheiden. Von 1920 bis 1938 war er Mitglied des Landesschulrates für Salzburg.

Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl würdigte Neureiter in seiner Abschiedsrede am 19. Jänner 1934, er habe „die durch die Geldentwertung… gänzlich zerstörten Landesfinanzen… wieder in Ordnung gebracht“ und sich auch für die Bauernschaft „rastlos bemüht“. Notwendige „Einschränkungen und Ersparungen“ habe er nur „mit schwerstem Herzen und immer nach reiflichster Erwägung“ realisiert, um „die gegenwärtige Zeit schwerster Not zu überwinden“. Michael Neureiter aus Bad Vigaun, der mit 24 Jahren nur ein Jahr weniger als sein Kuchler Namensvetter dem Landtag angehörte, hält den Priester und Politiker für eine „prägende Gestalt der Landespolitik der Ersten Republik neben Franz Rehrl“.

Michael Neureiter war auch Kuratoriumsmitglied der Koch- und Haushaltungsschule "Elisabethinum", St. Johann im Pongau. Neureiters Kuratoriumskollegen waren unter anderem Hubert Spannring, Daniel Etter, Peter Johann Mair und Rupert Deutschmann.[1][2][3]

Michael Neureiter wurde in Kuchl im Grab seines Onkels Andreas Neureiter (* 1841, zum Priester geweiht 1866; † 1918) begraben.

Er liebte seine Heimat Kuchl, will in ihrer Mitte ruhn und auferstehn.

Leistungen

Neureiter war ein volksverbundener Priester und Politiker. Er engagierte sich im Katholischen Arbeiterverein, als dessen Vertreter er in den Landtag gewählt wurde. Dort nahm er sich vor allem der Schul-, Landwirtschafts- und Finanzfragen an. Als Finanzreferent bemühte er sich nach dem Ersten Weltkrieg um die Sanierung der Finanzen.

Seine hervorragenden Finanzkenntnisse nutzte er 1939 beim Aufbau der Diözesanfinanzkammer als geschäftsführender Direktor.

Ehrungen

Michael Neureiter ist Ehrenbürger von St. Johann, Großarl, Wagrain und Abtenau. Sein Geburtsort Kuchl verlieh ihm am 31. Jänner 1937 die Ehrenbürgerwürde.

1930 wurde ihm das Große Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

Kuchl benannte nach ihm den Michael-Neureiter-Weg.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Amtskalender 1930
  2. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 13. Juli 1927, Seite 7
  3. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 15. Juli 1924, Seite 7
Zeitfolge
Vorgänger

-

Salzburger Landtagspräsident der Ersten Republik
1921–1922
Nachfolger

Josef Breitenfelder

Zeitfolge
Vorgänger

Peter Martin Knapp

Pfarrer von St. Johann im Pongau
1914–1927
Nachfolger

Peter Johann Mair