Gemeinde Haiden

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Die Gemeinde Haiden (auf Lungauerisch Hoadn) war bis zur Eingemeindung in die Marktgemeinde Tamsweg eine selbständige Ortsgemeinde. Heute bildet sie als Ortsteil Haiden die Katastralgemeinde Haiden.

Geografie

Zur Gemeinde Haiden gehörten auch die Ortschaften Refling und Traning und einige Höfe von Atzmannsdorf. Durch den Weg zum Ofnerbauern wird die Ortschaft Haiden in zwei Teile getrennt, Haiden-Sonnseite und Haiden-Schattseite. Die Ortschaft besteht hauptsächlich aus Bauernhöfen, die gleichmäßig verteilt liegen. Sie umfasst 46 Wohnhäuser(23 Bauernhäuser) und ca. 300 Einwohner. In der Nähe des Gratzenbauern, des Kämpferbauern und des Haiderbauern sind in den letzten Jahren drei Siedlungen von Wohnhausern entstanden. Beim Kämpfergut und in der Ortschaft Traning gab es Schwefelheilquellen.

Geschichte

Der Name Haiden ist bereits im 14. Jahrhundert feststellbar.

Am 27. Juli 1893 entlud sich ein heftiges Unwetter über den Gemeinden Haiden und Sauerfeld. Dabei hagelte es gut haselnussgroße Schlossen, die einen großen Teil der Ernte vernichteten.[1]

Am 27. September im selben Jahr fing gegen 13:15 Uhr die Tenne des Veitbauern Simon Krump in Refling Feuer. Das Wohngebäude und Stallungen, die größtenteils aus Holz waren, brannten bis auf das Mauerwerk ab. Krump, der am Feld war, eilte herbei und konnte nur noch seine 1¼jährige Tochter Katharina, die in einer Kammer schlief, und das Vieh aus dem bereits brennenden Stall retten.[2]

Ende Juli 1907 ist wieder ein schweres Unwetter mit großen Schäden und der Vernichtung der gesamten Ernte vermerkt.[3]

Am 18. Oktober 1917 musste sich der in Haiden geborene Knecht Gappmaier vor Gericht verantworten. Als er als am 27. Juli des Jahres eine Rehgeiß wilderte, wurde er vom gräflich Fürstenstein'schen Jäger Peter Bauer gestellt. Als dieser den Wilderer aufforderte, seine Flinte niederzulegen, dieser der Aufforderung nicht folgte, kam es zu einem Gerangel, aus dem der Jäger siegreich hervorging. Gappmaier wurde zu sechs Wochen strengen Arrest verurteilt.[4]

Der 36-jährige Landwirt Matthias Gappmaier aus Traning wollte am 5. Februar 1936 zu einer Gerichtsverhandlung in die Stadt Salzburg. Da der Raupenschlepper (Anm.: ein zu jener Zeit im Winter den Postverkehr über den Radstädter Tauern durchführendes Raupenfahrzeug) nicht verkehrte, wollte Gappmaier zu Fuß (!) nach Salzburg gehen. Im hohen Schnee am Tauern musste der Landwirt erschöpft aufgeben und wurde von Gendarmen nach Radstadt gebracht.[5]

Kuriosum Volkszählung 1870

Bei einer Volkszählung 1870 wurden 242 Einwohner gezählt, wobei sich folgendes Unikum ergab: 121 Individuen männlichen und 121 Individuen weiblichen Geschlechts wurden gezählt. Darunter ledig 90 männlich und 90 weiblich, verehelicht 26 männlich und 26 weiblich, verwitwet fünf männlich und fünf weiblich und schließlich gab es 31 Kinder männlichen und 31 Kinder weiblichen Geschlechts unter 14 Jahren.[6]

Eingemeindung

Mit dem "Gesetz über die Vereinigung der Ortsgemeinden Tamsweg, Lasaberg, Sauerfeld, Haiden, Wölting und Mörtelsdorf im Verwaltungsbezirke Tamsweg"[7] wurde die Gemeinde Haiden zum 1. Jänner 1936 in die Großgemeinde Tamsweg eingemeindet.

Bürgermeister der Gemeinde Haiden

Hauptartikel Bürgermeister der Gemeinde Haiden

Ehrenbürger der Gemeinde Haiden

Hauptartikel Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Haiden

Töchter und Söhne der Gemeinde Haiden

Hauptartikel Töchter und Söhne der Gemeinde Haiden

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik vom 27. Juli 1893, S. 3.
  2. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 3. Oktober 1893, S. 2–3.
  3. Quelle ANNO, Volksfreund vom 3. August 1907, S. 3.
  4. Quelle ANNO, Salzburger Chronik vom 19. Oktober 1917, S. 4.
  5. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt vom 6. Februar 1936, S. 8.
  6. Quelle ANNO, Fremden-Blatt, Ausgabe vom 14. April 1870, Seite 26
  7. Landesgesetzblatt für das Land Salzburg vom 13. Dezember 1935
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