S-Link

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Eine erste symbolische Darstellung zeigt die geplante Haltestelle unter dem Mirabellplatz März 2021.

S-Link ist die neue Bezeichnung der in der Planung der RegionalStadtBahn Salzburg–Bayern–Oberösterreich bezeichneten RSB 1.

Über die S-Link-Linie

2023 soll mit dem ersten Bauabschnitt für die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn Richtung Süden bis nach Hallein begonnen werden. 2026 sollen die ersten Züge dann am Mirabellplatz halten. Die Regionalstadtbahn, über die jahrzehntelang diskutiert und die zwischenzeitlich versenkt wurde, hat in der Zwischenzeit einen neuen Namen bekommen. Das Projekt seit März 2021 S-Link.

Die Projektbetreiber versprechen, "über jeden Schritt des Projektes die Öffentlichkeit und die Anrainer aktiv und frühzeitig zu informieren und einzubinden". Das sei auch bei den bisherigen Schritten wie den geologischen Voruntersuchungen, den archäologischen Erkundungen und der Suche nach Kriegsrelikten aus dem Zweiten Weltkrieg so gehalten worden. Im Frühjahr 2021 erhielten die Anrainer entlang der ersten Bauetappe zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz ein Informationsschreiben der Projektgesellschaft. Es gehe darum, eine Bestandsaufnahme der Gebäude vorzunehmen, um im Sinne der Anrainer und der Projektgesellschaft deren Zustand zu erfassen und um vorzusorgen, dass es zu keinen Schäden im Rahmen der späteren Bauarbeiten komme.

Die Baugrunduntersuchungen zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz waren bis Ende April 2021 abgeschlossen. Im März 2021 lag das Hauptaugenmerk der Planungen im Bereich der Unterführung Rainerstraße. Da wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei davon auszugehen sei, dass in diesem Bereich lokale Bauhilfsmaßnahmen notwendig seien, um Setzungen am bestehenden Viadukt zu verhindern. Offen ist, wie sich der schwierige Untergrund auf den Bau auswirken wird. Dazu sei eine "Abstimmung mit seetonerfahrenen Technikern geplant". Dazu solle im Vorfeld ein Testfeld errichtet werden, "um die technischen Parameter im Vorfeld zu definieren und eine sichere Baumethode zu gewährleisten".

Dieses Verkehrsprojekt wird nach heutigem Wissensstand mindestens eine halbe Milliarde Euro kosten.

Über die weitere Trassenführung durch die Altstadt nach Süden und über Anif und Grödig bis nach Hallein soll spätestens Mitte 2022 endgültige Klarheit herrschen.

40 Jahre Diskussion über ein ungebautes Jahrhundertprojekt

1982

Mit der Idee einer unterirdischen Verlängerung der Lokalbahn durch die Landeshauptstadt setzen sich die "Salzburger Nachrichten" vor fast 40 Jahren auseinander. 1988 wird dem Projekt vom Stadtsenat sogar "größte Dringlichkeit" attestiert. Während der damalige Vizebürgermeister von einem Baubeginn 1994 fantasierte, kritisierte Bürgerlisten-Gründer Herbert Fux (Bild) 1992 das Vorhaben einer unterirdischen Durchbindung der Stadt als "dummdreiste Provinzidee" und als "Großmannssucht einer Kleinstadt", die "völlig unfinanzierbar" sei.

1997

In der Berichterstattung galt die Lokalbahnverlängerung bereits vor der Jahrtausendwende als "Dauerbrenner". Während im August 1997 in der Stadtpolitik heftig darüber diskutiert wurde, ob die Züge künftig ober- oder unterirdisch verkehren sollen, entschied sich die Landesregierung dafür, dem Ausbau der Y-Schienenverbindung Freilassing-Straßwalchen-Golling Vorrang einzuräumen. Das Projekt könne daher "in den nächsten Jahren nicht stattfinden", hieß es von Verkehrsreferent LH-Stv. Arno Gasteiger (ÖVP).

2003

Die Olympiabewerbung (für Vancouver 2010) holte die Idee vom Abstellgleis. Experten meinten, dass Winterspiele ohne weiteres Massenverkehrsmittel schwer zu bewältigen wären. Die Olympiaträume platzten. Für den Bau einer "Mini-U-Bahn" bestand keine Dringlichkeit mehr. Sechs Jahre später verlautbarte Wilfried Haslauer (ÖVP) in seiner Funktion als Verkehrsreferent, "Nägel mit Köpfen" machen zu wollen. Die hohen Kosten und die ungeklärte Frage, wer sie übernimmt, vereitelten die Realisierung.

2017

Ein Stadtbahnbeauftragter sollte 2017 eine Kostenstudie und damit eine Entscheidungsgrundlage für das Projekt liefern: "Ich glaube nicht, dass wir da viel weiterdiskutieren müssen", befand Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). Das Projekt war vom Tisch. Bis 2018 Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) antrat, um das Vorhaben, das nun unter dem Namen S-Link firmiert, aus der Versenkung zu holen. Dafür wurde eine Projektgesellschaft eingerichtet, die den Auftrag hat, die Bahn bis nach Hallein zu planen.

2022

Am 6. Juli 2022 soll die Stadtpolitik eine wichtige Weiche für die geplante Verlängerung der Lokalbahn nach Süden stellen. Zunächst für die erste Etappe bis zum Mirabellplatz bzw. die Planungen des weiteren unterirdischen Verlaufs bis zur Akademiestraße. Der Gemeinderat muss eine Richtungsentscheidung fällen: Befürworten die Vertreterinnen und Vertreter der Stadtbevölkerung die Trasse, auf die sich die Experten festgelegt haben? Stimmen sie der Übernahme eines Viertels der geschätzten Baukosten in Höhe von 200 Millionen Euro zu? Und billigt die Stadtgemeinde als Gesellschafterin der S-Link-Projektgesellschaft die Einreichung der Pläne zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)?

Dass die Zustimmung zum gegenständlichen Grundsatz-Amtsbericht alles andere als Formsache ist, wurde bei der Sitzung des Planungsausschusses am 2. Juni deutlich. Die SPÖ ging wie zuvor angekündigt "auf Klub". Die Suppe sei zu dünn, zu viele Fragen seien offen, hieß es von der Klubvorsitzenden Andrea Brandner. Sie hat von Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP) Details gefordert und 31 Fragen zu Betriebskosten, Finanzierung, Kosten, zur Gesamtstrategie und Trasse sowie zu Kommunikation und Information gestellt.

Quellen