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Obusse der Linien  1  und  2  an der Haltestelle Hans-Schmid-Platz in Maxglan. Aufnahme: Juli 2007.

Der Obus (von: Oberleitungsbus, in Deutschland auch Trolleybus) gehört seit 1940 zum Stadtbild von Salzburg. Er ist Teil des Stadtbus Salzburg und als solcher Teil des Salzburger Verkehrsverbundes (SVV). Seit der Auslagerung des Dieselbusbetriebes in die gemeinsame Tochter von Albus und Salzburg AG sind die zwölf Obuslinien das Hauptstandbein des Stadtbus, der seit 2012 unter Obus SLB und ab 2016 unter Obus Salzburg AG firmiert.

Inhaltsverzeichnis

Netz

Gut 104 Obusse fahren auf zwölf verschiedenen Linien auf einem Streckennetz von 117 Kilometern. 275 Fahrer befördern täglich ca. 110 000 Fahrgäste und legen dabei jährlich über 5,1 Millionen Kilometer zurück (das entspricht 125 Mal rund um den Äquator). Über die Staatsbrücke führen täglich 1 400 Obus-Fahrten[1]. Das durchschnittliche Alter der Fahrzeuge beträgt fünf bis sechs Jahre, womit eine Verfügbarkeit von 98 % gewährleistet wird. Mehr als 330 Haltestellen schaffen über 330 Möglichkeiten zu- und auszusteigen.

Takt

Takt ca.  05:00 – 06:30 Uhr  06:30 – 09:00 Uhr  09:00 – 20:00 Uhr  20:00 – 23:00 Uhr  23:00 – 01:00 Uhr
Mo.–Do.  20  10  10  20  –
Fr.  20  10  10  20  30
Sa.  20  20  10  20  30
So.  –  30  20  20  –

Fuhrpark

Hauptartikel: Fuhrpark des Obus SLB

Der neue Solaris Trollino 18 (rechts)

Die ca. 100 im Regelbetrieb befindlichen Gelenksobusse des Obus SAlzburg AG teilen sich aktuell auf fünf verschiende Fahrzeugtypen auf: Die älteren Modelle - 16,5 Meter lange Modelle des Typs GE 112 M 16, alle gebaut zwischen 1988 und 1994 - stammten von den österreichischen Gräf & Stift Werken und wurden erstmals 1989 in Betrieb gestellt und sind inzwischen alle ausgemustert und verschrottet bzw. weiter nach Ivanow-Frankowsk(dt Stanislau) in der Ukraine oder nach Rumänien wie Vaslui oder Medias verkauft worden, ausgenommen Obus 220 (Vereins- und Museumswagen von ProObus Salzburg). Unterwegs sind derzeit noch 19 16,5 Meter lange Modelle des Typs NGT 204 M 16 (1994 bis 1997) Betriebsnummern 229-252). Ab 2000 wurden ältere Fahrzeuge durch Busse der belgischen Firma Van Hool ersetzt (Betriebsnummern 261-290) Das Modell Van Hool AG 300 T ist mit 32 Fahrzeugen im Fuhrpark vertreten. Im September 2009 wurden die ersten von 25 bis 2012 geplanten Fahrzeuge des Typs Solaris Trollino 18 (Betriebsnummer 301-315) aus Polen nach Salzburg geliefert, die mit 250 kW über den stärksten bisher in der Stadt Salzburg eingesetzten Motor verfügen. Als Ergänzung zu diesen Fahrzeugen wurden 4 gebrauchte Solaris Trollino 18 aus der Schweiz angekauft (Betriebsnummer 316-319). Die im Frühjahr 2012 ausgelieferten zehn Fahrzeuge unterscheiden sich als Solaris Trollino 18 Metrostyle (Betriebsnummern 321-342) technisch leicht und äußerlich stark von der ersten Generation Solaris Busse. Von diesem Typ wurden 2015-2016 zwanzig weitere Busse geliefert, die nun erstmals auch mit USB Ladestationen für Handys und ab 345 mit Batterie-Notfahrt anstelle der Dieselnotfahrt ausgestattet wurden.

Seit Ende 2016 sind in Salzburg nur noch Niederflurfahrzeuge mit Ausnahme der Museums-Obusse als Reserve- und Verstärkerfahrzeuge im Betrieb .

Geschichte

Siehe auch: Chronik der Salzburger Obuslinien

Am 1. Oktober 1940 fuhr der erste Obus vom heutigen Herbert-von-Karajan-Platz durch das Sigmundstor zum Hans-Schmid-Platz nach Maxglan. Noch während des Krieges wurde 1942 der "Obusring" Bahnhof–Zentrum–Lehen–Maxglan (Linien L und M) vollendet. Bis in die 1950er Jahre fuhr der Obus – auf den Spuren der ehemaligen Gelben Elektrischen – durch die engen Altstadtgassen. Dort verschwand er erst mit der Zunahme des Verkehrs und durch die spätere Fußgängerzone – auch begünstigt durch den Bau des Griesgassendurchbruchs in die Griesgasse.

Als erste neue Obuslinie nach dem Zweiten Weltkrieg ging 1949 der "D" vom Hauptbahnhof in die Alpensiedlung in Betrieb. Gefahren wurde hochmodern mit den ersten Nachkriegsobussen aus österreichischer Produktion.

Am 29. August des gleichen Jahres erlauben die Städtischen Verkehrsbetriebe ihren Fahrgästen die Mitnahme von Hunden (mit Maulkorb und Leine) während der verkehrsschwachen Zeiten. Und am 13. September findet die Spatenstichfeier für die Obus-Zentralgarage an der Alpenstraße statt.

Am 1. November 1950 fährt die neue Autobuslinie "E" vom Realschulplatz (später Ferdinand-Hanusch-Platz) zum "Doktor-Schlößl" nach Aigen. Am 8. November folgt die Eröffnung der Autobuslinie "H" von der Alpenstraße zum Camp Truscott (früher ein Teil der Rainerkaserne) in Elsbethen.

1951 konnten auch die Lieferinger erstmals mit dem Obus der Linie "B" ins Stadtzentrum fahren. Der Kommunalfriedhof und der Stadtteil Itzling wurden 1956 mit der Linie "F" an das Obusnetz angeschlossen; die Linie "E" fährt dafür von Aigen bis zum Landeskrankenhaus. Im selben Jahr nahm die heute noch bestehende Zentralgarage Alpenstraße den Vollbetrieb auf.

Am 31. Oktober 1953 wird auf Wunsch der Besatzungsmacht das letzte Teilstück der Straßenbahn eingestellt und durch den Obus ersetzt. Am 1. August 1957 wurde die neue Obuslinie nach Langwied eröffnet und ersparte den Bewohnern einen zwanzigmüntigen Fußmarsch bis zur nächsten Haltestelle in Gnigl.

Mit 1. Jänner 1972 wurden die Obusse vom zwei-Mann-Betrieb (Schaffner plus Fahrer) auf den ein-Mann-Betrieb umgestellt.

1978 hielt die Obuslinie 6 von Parsch nach Itzling-West Einzug auf Salzburgs Straßen. Aus dem "F" wurde mittlerweile der 5er, und dieser fuhr ab 1981 vom Kommunalfriedhof weiter in die Birkensiedlung.

1982 ging der letzte Obusschaffner in Pension. Die Aigner und die Lehener Bevölkerung hatte ab 1983 ebenfalls ein umweltfreundliches Verkehrsmittel in Form der Obuslinie 7 zur Verfügung.

Seit 1986 fährt der Obus vom Salzburger Hauptbahnhof über den Salzburg Airport W. A. Mozart nach Walserfeld. 2005 kehrte diese Linie durch die Verlängerung in Richtung Osten nach Obergnigl zurück. Im Jänner 1989 entstand die Obuslinie 8 als Verstärkerlinie entlang der Salzach nach Lehen.

Im Dezember 2003 wurden die alten Ringlinien aufgelassen. Die Obuslinie 1 fährt seither von Kleßheim über das Stadtzentrum zum Messezentrum Salzburg.

2007 kam die Obuslinie 4 nach jahrelangen Planungen nach Mayrwies und im Juni 2009 erfolgt nach langer Zeit wieder einmal eine Eröffnung einer neuen Obuslinie: die Obuslinie 10 ersetzt den Ostast der Buslinie 20 von Sam ins Zentrum.

Mit der Fahrplanumstellung 2012 wird das Netz um die Obuslinie 12 ergänzt, die Linien 8 und 10 tauschen ihren Westast.

2012 Eröffnung der Obuslinie 9 als 12. Obuslinie als Ersatz für die bis dahin fahrende Dieselbuslinie 20.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. Daten "Altstadt Nachrichten", eine Beilage der Salzburger Woche am 14. November 2013]