Leopoldskroner Moos

Aus Salzburgwiki
(Weitergeleitet von Leopoldskroner-Moos)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Salzburger Stadtteil Leopoldskroner Moos
Leopoldskroner Moos; von Lambert Gierlinger vom Untersberg aus gesehen
Leopoldskroner Moos, Luftbild 17.07.2017
Leopoldskron-Moos, typisches Landschaftsbild, Panoramaaufnahme
Sattler Panorama, Leopoldskron-Moos, Untersberg

Leopoldskroner Moos ist ein Stadtteil in der Stadt Salzburg, dessen Name von dem unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian erbauten Schloss Leopoldskron, das im Stadtteil Riedenburg gelegen ist, abgeleitet wurde. Das angrenzende Moor gehörte gemeinsam mit dem Schloss zum weitläufigen Grundbesitz der Dynastie der Freiherrn Firmian.

Bevölkerung

Mit Stichtag 1. Jänner 2017 hatten 8 319 Bewohner ihren Hauptwohnsitz in diesem Salzburger Stadtteil[1].

Geschichte

Firmian hatte gemeinsam mit den Schlossgründen in der Riedenburg auch die großen Moorflächen des "Wildmooses" einschließlich des Hammermooses aufgekauft. Dieses Moor hieß früher Wildmoos oder Filzmoos (Viltzmoos) oder auch Untersberger Moos oder Glanegger Moos. Die früher selbständige Gemeinde Leopoldskron-Moos wurde 1939 in die Stadt Salzburg eingemeindet.

Lage

Der Stadtteil Leopoldskroner Moos ist heute im Wesentlichen ein vier Kilometer langer und beiderseits der Moosstraße je etwa 80 Meter breiter Baulandstreifen, der aus einer spätbarocken Moorhufensiedlung hervorgegangen ist. Im Süden reicht dieser Baulandstreifen bis an die Tauernautobahn und damit an die heutige Stadtgrenze. Im Norden grenzt Leopoldskroner Moos an Riedenburg. Der Stadtteil ist beiderseitig von den erhaltenen weiträumigen Mooswiesen des Leopoldskroner Moores umgeben, deren Moorcharakter aber durch Austrocknung immer mehr verschwindet (Landschaftsraum Leopoldskroner Moos).

Gliederung

Der Stadtteil gliedert sich in die Ortsteile[2] Leopoldskron, Hammerauersiedlung, Leopoldskronweiher Siedlung, Mittermoos, Obermoos und Untermoos;

Das Moor und seine Geschichte

Hauptartikel: Leopoldskroner Moor

Das Leopoldskroner Moor ist die größte Moorfläche in Salzburg und in Österreich.[3] Es reicht vom Untersberg bis in die Stadt Salzburg. Das Moor südlich des Mönchsberges und des Rainberges, in der Stadt nahen Teilen Riedenburger Moor genannt, wurde bereits unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach 1598 teilweise entwässert.

Weitere nennenswerte Teile sind erst ab dem 18. Jahrhundert vollständig entwässert und danach schrittweise kultiviert worden. Damals kaufte der Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian für sein Adelsgeschlecht (vor allem für seinen Neffen Laktanz Firmian und dessen Familie) das gesamte Wildmoos schrittweise auf. Danach bürgerte sich nach dem Vornamen des Erzbischofs allmählich der Name Leopoldskroner Moos ein.

Bauwerke

Hauptartikel Denkmalgeschützte Objekte im Salzburger Stadtteil Leopoldskroner Moos
Hauptartikel Kapellen und Kirchen im Salzburger Stadtteil Leopoldskroner Moos
Hauptartikel Kleindenkmäler und Kunstwerke im Salzburger Stadtteil Leopoldskroner Moos

Die Stadtpfarrkirche Maria Hilf

Hauptartikel: Stadtpfarrkirche Maria Hilf

Nachdem sich im 19. Jahrhundert immer mehr Bauern entlang der Moosstraße im Leopoldskroner Moor angesiedelt hatten und schließlich 700 Personen hier sesshaft wurden, wollten auch die Mösler zumindest ihre eigene bescheidene Kapelle besitzen. Da kamen zwei Gönner den Leopoldskronern zu Hilfe und finanzierten wesentlich den heutigen stattlichen Kirchenbau: Maria Robinig von Rottenfeld und die bekannte Mäzenin Kaiserwitwe Karoline Auguste von Bayern. Eine Bäuerin stiftete gegenüber dem Marienbad den Bauplatz, sodass 1853 mit dem Kirchenbau begonnen werden konnte. Otto Laschensky und Jacob Götz fertigten im historisierenden neoromanischen Stil die Baupläne der Kirche. 1858 wurde dann die Leopoldskroner Kirche "Maria Hilf" feierlich eingeweiht. Erwähnenswert ist das neuere, von Margarete Winkler gestaltete "Wasenkreuz", das an die Arbeit im Moor erinnert.

Im gleichen Jahr wurde auch der Friedhof von Leopoldskroner-Moos feierlich eingeweiht.

Der Siedlungsraum Leopoldskroner Moos und seine Teile

Durch das Moos führt die Moosstraße hindurch, eine 5,35 Kilometer lange und geradlinige Straße, die vom Fusse des Rainbergs bis zum Areal von Schloss Glanegg reicht. Diese Verbindung wurde als zeitweise befahrbarer Knüppelweg möglicherweise schon unter Firmian angelegt. Um 1770, nach Errichtung des Sigmundstor, wurde der Weg jedenfalls erstmals ausgebaut und möglicherweise deutlich verlängert. Erst 18051807 wurde der Weg zu einer befahrbaren Straße (in Form einer zuerst mit italienischen Pappeln bestandenen Allee) ausgebaut. Mit der Aufschließung durch die Straße begann die verstärkte Besiedelung des Landschaftsraumes in Form einer spätbarocken Moorhufensiedlung.

1828 wurde hier das erste Moorbad, das Marienbad, und 1859 das Schulhaus erbaut. Eine intensivere Landwirtschaft wurde in diesem Landschaftsraum erst nach der Begradigung der Glan im Moorgebiet (sie erfolgte etwa 19381947) und der damit verbundenen großräumigen Entwässerung ausgeübt. Heute finden sich hier folgende Hauptgräben: der Fiebingergraben im Norden (fälschlich oft Fiebigergraben genannt), der Schwarzgraben mit seinem westlichen Seitenarm (Kleiner Schwarzgraben) und der kurze 'Hammerauergraben. Ganz im Osten verläuft der Wildmoosgraben.

Ein Volksschulunterricht fand seit 1780 in verschiedenen Privathäusern statt, bis 1859 das Schulhaus errichtet wurde. 1900 hatte die Volksschule bereits drei Klassen. 1901 wurde hier die freiwillige Feuerwehr gegründet. 1931 erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung.

1812 bestand die gesamte Raum Leopoldskron aus 64 verstreut liegenden kleinen Häusern, größtenteils zur Gänze aus Holz errichtet. Deutlich weniger als die Hälfte davon wohnte entlang der Moosstraße.

1845 wohnten hier schon 200 "Kolonisten" im Landschaftsraum Leopoldskron in mehr als 100 Häusern, geschätzt die Hälfte davon an der Moosstraße.

1880 wohnten bereist 762 Einwohner hier (wobei die Moorhufensiedlung [Straßendorf] entlang der Moosstraße selbst aus 113 Häusern mit 484 Einwohnern bestand).

1910 lebten hier bereits 1 133 Einwohner in 178 Häusern. 1931 erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung.

Heute gliedert sich der Siedlungsraum an der Moosstraße in vier Bereiche:

Obermoos

Hier im Süden der Stadt Salzburg liegt hier nahe der Tauernautobahn der Lehrbauhof. Seit 1992 sind die Salzburger Festspiele im Sommer zu Gast an diesem Ort: Proben und Aufführungen finden seither an diesem Ausbildungsort des Baugewerbes statt. Der Lehrbauhof wurde damit zu einem Zentrum der Begegnung von handwerklicher Ausbildung und der Kultur, eine Idee, die der einstige künstlerische Leiter der Festspiele, Gérard Mortier, mit initiierte. Der Lehrbauhof besteht aus einem langen Trakt für die Lehrfächer Theorie, Lehre und Verwaltung und einem parallelen zweigeschossigen Verbindungs- und Verteilungsgang mit angeschlossenen Werkshallen. Der moosstraßenseitige Haupttrakt besteht aus der Eingangshalle, einer großen Werkhalle und einem Werkhof.

In Obermoos wurde um 1850 ebenfalls ein Moorbad errichtet: das Karls-Moosbad (vormals Hafner). Leider konnte man bisher nichts Näheres über die Geschichte dieses vergleichsweise abgelegenen Bades erfahren. Das Bad war jedenfalls nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr in Betrieb.

Hammerauersiedlung

Sie ist ein neuer Siedlungskern – unmittelbar südlich des heutigen Naturschutzgebietes Hammerauer Moor gelegen –, der wesentlich zwischen 1965 und 1975 (entgegen wichtiger städtebaulicher Planungsgrundsätze) im Raum um die heutige Adalbert-Stifter-Straße entstand.

Mittermoos

Das Mittermoos reicht im Süden bis an die Hammerauerstraße und im Norden bis zum Kirchfriedhof. Hier befinden sich auch die Pfarrkirche und gegenüber das Marienbad.

ehemaliges Marienbad, Ansicht vom Schwarzgrabenweg
  • Das Marienbad: 1828 eröffnete der Stadtphysikus Dr. Oberlechner hier ein Bad, das im Gasthaus zu Mittermoos untergebracht war.

Untermoos

Der bekannte Wundarzt Dr. Fiebinger errichtet hier (nach dem Mittermoos-Bad) 1841 ein zweites Kurbad, das er nach dem bayrischen König "König-Ludwigs-Bad" taufte. 1915 wurde die Badeanstalt auf das Doppelte der Größe erweitert. Darauf gab es hier zu Kurzwecken Moor-, Schlamm-, Fichtennadel- und Solebäder. Das Bad war bis etwa 1970 in Betrieb. Heute befindet sich hier der bekannte gleichnamige Gasthof.

Leopoldskronweihersiedlung

Die Siedlung besitzt heute eine Größe von etwa 20 ha und hat etwa 800 Einwohner. Ausgehend von einem kleinen Siedlungskern an der Firmianstraße, der schon in der Zeit der Monarchie entstand, und einer Verbauung an der Liechtensteinstraße in der Zwischenkriegszeit entwickelte sich diese Siedlung nach dem Zweiten Weltkrieg zur heutigen Größe. Im Süden schließt südlich des Zwieselweges der Siedlungsraum Gneis-Moos an.

Sport

Leopoldskron-Moos hat einen Sportverein und einen Fußballverein. Der USV Leopoldskron-Moos spielt in der 2. Klasse Nord B 2009 um den Aufstieg. Heimplatz ist der Mösler Sportplatz oder auch Sportplatz Moos für nicht Mösler.

Brauchtum

Hauptartikel: Prangerstutzenschützen Leopoldskron-Moos

Der Verein wurde im Jahre 1986 gegründet und im Juli 2011 war das 25jährige Bestandsfest.

Moos-Chronik

Vor 2004 wurde der Stadtteilverein Leopoldskron Moos gegründet. Eines seiner Ziele ist die Herausgabe einer Chronik über diesen Stadtteil. Dabei werde aber eher keine Chronik im wissenschaftlichen Sinn angestrebt, vielmehr möchte man unter dem Titel "Geschichte und Geschichten der Moosstraße" ein in 18 Bereiche gegliedertes, ca. 400seitiges Buch mit etwa 350 Fotos über die Vergangenheit, die Entwicklung und besondere Persönlichkeiten dieses Salzburger Stadtteils herausgeben. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2012 geplant.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Leopoldskroner Moos – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Leopoldskroner Moos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle www.stadt-salzburg.at Statistische Zählbezirke und Zählsprengel
  2. Quelle der Aufteilung und Bezeichnung: SAGIS
  3. anno.onb.ac.at/1935
Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg