Sattler-Panorama

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Ausschnitt aus dem Sattlerpanorama
Sattler Panorama, Detail, Schloss Mirabell - Neustadt - Innerer Stein
Sattler Panorama, Detail, Äußerer Stein
Sattler Panorama, Detail, Äußeres Nonntal

Das Sattler-Panorama ist eine historische Panoramaansicht der Stadt Salzburg von Johann Michael Sattler ist ein von 1826 bis 1829 gemaltes großes Rundgemälde, auf dem die Stadt Salzburg und ihr Umland dargestellt ist. Es ist weltweit das einzige erhaltene historische Stadtpanorama und eines der wertvollsten Objekte des Salzburg Museums, ausgestellt im Panorama Museum.

Entstehung

Auf Anregung von Kaiser Franz I. (* 1768; † 1835) begann Johann Michael Sattler 1824 mit den Vorarbeiten für sein Panorama. Es war jedoch keine Auftragsarbeit, sondern ein von Sattler als Privatmann, mit Krediten und Sponsorengeld finanziertes Projekt, mit der unternehmerischen Überlegung, die Produktionskosten durch Eintrittsgelder (wie im Theater) wieder einzuspielen.

Von verschiedenen Aussichtspunkten auf der Festung Hohensalzburg skizzierte er die Stadt Salzburg und die Landschaft im Umland von Salzburg. Ab 1825 malte er in einem eigens angefertigten, im Hof des gräflich Palais Überacker (heute Makartplatz 6, Ecke Dreifaltigkeitsgasse) aufgestellten Pavillon an dem Gemälde, das einen Umfang von 26 Metern und eine Höhe von fünf Metern hat. Dabei unterstützen ihn die Maler Friedrich Loos (Landschaft) und Johann Joseph Schindler (figurale Staffage).

Beschreibung

Das Rundgemälde zeigt die Stadt Salzburg und die sie umgebende Landschaft an einen sonnigen Herbstnachmittag um 16 Uhr, abzulesen an allen Turm- und Sonnenuhren, sowie am Schattenwurf des Mönchsberges, der Bäume und Gebäude. Die Darstellung zeichnet sich durch topografische Genauigkeit insbesondere im bebauten Gebiet der Stadt aus. Nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern die Fenster-Achsen, Kamine und Dachformen aller Gebäude stimmen genau. Die Szenerie ist belebt durch eine Vielzahl von Menschen unterschiedlichster Stände und Berufe, die allerlei Tätigkeiten nachgehen. Eine Prozession, ein Kompanie beim Exerzieren, Bürger, eine Gartenszene, Wäscherinnen, Handwerker, Händler und Reisende. Zu sehen sind mehrere Stadttore, die heute nicht mehr existieren (z. B. Kajetanertor), das Dorf Maxglan und die Vorstadt Mülln, das Schloss Mirabell samt Mirabelltor als damalige Stadtgrenze, ein Schotterweg führt durch die Wiesen bis zur Wallfahrtsbasilika von Maria Plain und viele andere sehenswerte historische Details. Nicht dargestellt, aber damals vorhandenen, sind die nördlichen Stadtbefestigungen. Dies kann aus künstlerischen Aspekten erfolgt sein oder musste aus militärischen Gründen unterlassen werden. Interessant ist auch der barocke Turmhelm der Franziskanerkirche, der tatsächlich im Barock so ausgesehen hat, jedoch 1829 schon wieder im Stil der Gotik zurück verwandelt worden war.

Die Salzach ist noch ein natürlich verlaufender, mäandernder Alpenfluss mit weiten Auen im Süden und Norden der Stadt, auf den zahlreichen Sandbänken wird Wäsche gewaschen oder sonst gearbeitet. Die Ufer der Salzach in der Stadt sind noch nicht durch Hochwasserschutzbauten reguliert und reichen bis an den Inneren Stein und das Klausentor. Der Gersbach umfließt den Bürglstein, der Volksgarten ist noch eine Aue. Zu sehen ist auch der Süden von Salzburg, der paradiesischer Landschaftsgarten vor der großartigen Kulisse von Gaisberg, Schlenken, Tennengebirge, Göllstock und zuletzt dem Unterberg, der sich mächtig aus der Landschaft erhebt. Hindurch führen nur zwei Straßen, die heutige Nonntaler Hauptstraße und die Moosstraße. Die Szenerie im Süden wirkt sehr vertraut, denn diese ist glücklicherweise weitestgehend erhalten. Die Landschaft wirkt ein wenig eliptisch, eine optische Täuschung, weil der Blick in Nord-Süd-Richtung weiter reicht als in Ost-West-Richtung und das Gemälde in einem Rundbau angebracht ist.[1]

Geschichte

Nach der Fertigstellung 1829 ging die Familie Sattler mit dem Rundgemälde und einem zerlegbaren Pavillon auf eine ausgedehnte Europatournee. Mit Ochsenkarren und einem Hausboot bereiste sie zehn Jahre lang die Länder Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Dänemark.

Nach dem Tod Johann Michael Sattlers vermachte dessen Sohn Hubert das Bild der Stadt Salzburg. Ab 1873 war das Panorama in einem eigens errichteten Ausstellungspavillon im Kurgarten zwischen Kurhaus und Schloss Mirabell ausgestellt. Dieser musste jedoch 1937 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Das Panorama übersiedelte für kurze Zeit in das alte Festspielhaus, um dann, zusammengerollt, im Salzburger Museum Carolino-Augusteum gelagert zu werden. Dort wurde es am 16. Oktober 1944 durch einen Bombentreffer beschädigt.

Nach dem Krieg diente die Festung Hohensalzburg als Zwischenlager, bis das Sattler-Panorama 1977 im neu errichteten Casino Winkler (im ehemaligen Grand Café Winkler) am Mönchsberg eine neue Heimat fand. Vor dem Abbruch des Gebäudes 2001 musste das Gemälde neuerlich in ein Zwischenlager in der Schwarzenbergkaserne ausweichen.

Neue Ausstellung

Am 27. Mai 2003 konnte das Sattler-Panorama dann im neu errichteten Panorama Museum am Residenzplatz installiert und im Anschluss in 4 400 Arbeitsstunden mühsam restauriert werden. Das Bild war im Laufe der Zeit bis zu acht Mal übermalt worden. 70 Prozent der Originalmalerei konnten aber durch die Restaurierung erhalten werden. Die dafür nötigen 500.000 Euro konnten durch die Aktion "Rettet das Salzburg Panorama" aufgebracht werden.

Seit 26. Oktober 2005 ist Johann Michael Sattlers Salzburg Panorama wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Sattler Panorama ganz.jpg

Das Sattler-Panorama von 1829 (o.) und eine Foto-Neuinterpretation (u.) des deutschen Fotografen Hans Georg Esch, wie sie im Sommer 2010 in der Leica-Galerie zu sehen war

Karl Harb, Kulturredakteur der Salzburger Nachrichten, schwärmte anlässlich der Eröffnung:

Die lebendige Frische der Farben, der unendliche Detailreichtum, die Wirkungen von Licht und Schatten − nachweislich ist es vier Uhr nachmittags an einem Septembertag −, die vielen kleinen Geschichten, die das Auge im Großen, aber auch, dank aufgestellter Fernrohre, im Detail entdecken und erkunden kann: Sie machen das Panorama zu einer fulminant inszenierten Attraktion. Schon auf den ersten Blick verliebt man sich in dieses einzigartige Kunstwerk − und verliert sich sofort in den mannigfachen Perspektiven, die das Panorama bietet.

Bildergalerie

Quellen

Weblink

Bildlink

Verweise

Fußnoten

  1. Bildbeschreibung und Interpretation von Mag. Thomas Schmiedbauer nach Museumsbesuch vom 07.01.2016