Rudolf Biebl

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Rudolf Biebl (* 6. April 1820 in Salzburg; † 19. April 1895 ebenda) war Bürgermeister der Stadt Salzburg und Abgeordneter zum Salzburger Landtag.

Familie und Berufsleben

Rudolf Biebl wurde im sogenannten Schmied-Biebl-Haus in der Linzer Gasse geboren. Er erlernte den Kaufmannsberuf und führte im Haus Rathausplatz 2 bereits im Alter von 29 Jahren ein Tuch- und Manufaktur-Geschäft Wegschaider & Biebl, heute Hämmerle)]]. 1852 ehelichte er die Kaufmannstochter Marie Arrigler. Dieser Verbindung entstammten fünf Söhne und vier Töchter (vgl. den Artikel Biebl).

In den Jahren von 1856 bis 1875 war er in der Salzburger Handels- und Gewerbekammer tätig, wobei er von 1858 bis 1860 und später nochmals von 1874 bis 1875 als deren Präsident fungierte. Zudem war er seit der Gründung 1860 Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.

Politisches Wirken

Mit 38 Jahren wurde er 1858 in den Salzburger Gemeinderat gewählt und profilierte sich in Verwaltungs- und Finanzfragen. 1861 gehörte er dem erstmals zusammengetretenen Salzburger Landtag an. Als Abgeordneter (bis 1870) setzte er sich dabei vor allem – wenn auch erfolglos - für die Freigabe der Gewerbe und für die Grundentlastung ein.

Am 27. Dezember 1875 wurde Rudolf Biebl als Nachfolger Ignaz Harrers zum Bürgermeister der Landeshauptstadt gewählt. Trotz einer finanziellen Notlage, bedingt durch den Bau der kostenintensiven Fürstenbrunner Wasserleitung für das Wasser der Fürstenbrunner Quelle und den Börsenkrach nach der Wiener Weltausstellung von 1873, die auch Salzburg nicht verschonte, verstand es Biebl, mit einem Sparkurs eine rasche Konsolidierung der Finanzlage, ohne große steuerliche Belastungen für die Bevölkerung, herbeizuführen.

Er bewies Weitsicht mit der Regulierung und Anlage des Giselakais, die der Stadtgemeinde nach dem Verkauf der dadurch gewonnenen Baugründe einen satten Gewinn von mehr 120.000 Gulden einbrachte, und sorgte in einer schwierigen Zeit mit seinem rigorosen, aber durchdachten Finanzprogramm für die Realisierung vieler wichtiger Vorhaben.

In seine Amtszeit fielen unter anderem die Eröffnung der Aerarischen Hauptbrücke (heutige Staatsbrücke) am 10. Mai 1877, die Anlage des Kommunalfriedhofs in der Gemeinde Morzg (eröffnet 1. Jänner 1879), Bau und Einweihung des Franz-Carl-Gehstegs (heute Müllner Steg; eröffnet am 15. August 1878), der Neubau der Karolinenbrücke (eröffnet 2. Februar 1884) und der Baubeginn der Trambahnstrecke bis zur Landesgrenze am Hangenden Stein (13. Juli 1884).

Ein Höhepunkt seiner Amtsperiode war am 19. September 1877 die Zusammenkunft des österreichisch-ungarischen Außenministers Graf Gyula Andrássy mit dem deutschen Reichskanzler Otto Fürst Bismarck im Hôtel de l'Europe.

Nach einer mehr als zehnjährigen Tätigkeit trat Rudolf Biebl 1885 vom Amt des Bürgermeisters zurück. Bis 1890 war er noch ein zweites Mal als Landtagsabgeordneter (Beginn 1879) tätig, wobei er in den letzten Jahren als Obmann den Liberalen Klub repräsentierte. Zeitgenossen beschrieben ihn als einen "glühenden Anhänger freiheitlicher Prinzipien, der aber auch allzeit von echter Religiosität erfüllt war".

Ehrungen und Ableben

Für seine Teilnahme an einer Hilfsaktion für verwundete deutsche Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg (1870 - 1871) zeichnete ihn König Ludwig II. von Bayern 1871 mit der kgl. Bayerischen Verdienst-Medaille aus. Kaiser Franz Joseph I. verlieh ihm den Orden der Eisernen Krone III. Klasse, weiters wurde er zum Commandeur des Belgischen Leopold-Ordens ernannt.

Die Stadt Salzburg ehrte ihn noch während seiner Amtszeit als Bürgermeister am 13. Jänner 1879 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft

"in dankbarer Erinnerung an dessen vieljähriges und verdienstvolles Wirken als Mitglied des Landtages, Gemeinderathes und der Handelskammer, so wie in gebührender Anerkennung seiner besonders hervorragenden Verdienste um die Stadt Salzburg durch die mit seltener Thatkraft unermüdlicher Ausdauer und trotz der schwierigen Zeitverhältnisse mit glänzendem Erfolge geführte Leitung der Gemeindeverwaltung als Bürgermeister."
(Auszug aus dem Ernennungsakt).

Nach seinem Ableben wurde Rudolf Biebl in der Familiengruft auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt. An seinem Leichenbegängnis am 21. April 1895, das von seinem Wohnhaus in der Sigmund-Haffner-Gasse 2 aus zum Kommunalfriedhof führte, säumten zahlreiche Bürger aus allen Schichten der Bevölkerung den Weg und erwiesen dem verdienten Altbürgermeister die letzte Ehre.

Eine weitere Anerkennung wurde ihm 1909 posthum mit der Benennung der Rudolf-Biebl-Straße zuteil. Diese verbindet als Fortsetzung der Aiglhofstraße zur Ignaz-Harrer-Straße die Stadtteile Maxglan (Aiglhof) und Lehen.

Literatur und Quellen

Weblinks

Zeitfolge