Salzburger Fußballcup

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Salzburger Fußballcup (bis 1959 Salzburger Landescup; seit 2004 SFV-Stiegl-Landescup) ist einer von neun österreichischen Fußball-Pokalwettbewerben auf Verbandsebene und wird vom Salzburger Fußballverband ausgerichtet und organisiert. Der Landespokal stellte beginnend in den 1920er Jahren bis Ende der 1950er Jahre neben der Meisterschaft den Höhepunkt des Salzburger Fußballgeschehens dar. Nach einer 45jährigen Unterbrechung wurde er 2005 wieder eingeführt und wird seither unter Sponsorenschaft der Stieglbrauerei zu Salzburg als SFV-Stiegl-Cup jährlich ausgetragen.

Aktueller Modus

Teilnahmeberechtigt sind seit der Wiedereinführung alle in der Regionalliga West sowie den Salzburger Meisterschaften tätigen Amateurvereine des Bundeslandes Salzburg sowie alle dem Salzburger Fußballverband angeschlossenen Vereine des benachbarten Bundeslandes Oberösterreichs. Streng genommen handelt es sich somit beim Salzburger Landespokal um einen Verbandspokal, allerdings beschränkt sich die Anzahl oberösterreichischer Teilnehmer meist auf zwei oder drei kleine Vereine aus unmittelbar an der salzburgisch-oberösterreichischen Grenze angesiedelten Ortschaften.

Profivereine aus der Bundesliga und der Ersten Liga sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gespielt wird nach einer Qualifikationsrunde über sieben Hauptrunden, wobei die Spitzenvereine aus der Regionalliga West erst in der dritten Hauptrunde in den Bewerb einsteigen. Insgesamt werden (ohne den Qualifikationsspielen) bis zum Finale 112 Fußballspiele ausgetragen. Die beiden Finalisten erhalten die Berechtigung zur Teilnahme am nächstjährigen ÖFB-Pokal.

Geschichte

Die erste Austragungsserie von 1926 bis 1959

Mit der Loslösung des "Salzburger Fußballverbandes" (SFV) vom bis dahin gemeinsamen "Fußballverband für Oberösterreich und Salzburg" und der trotz starken Widerstandes des bisherigen Partners erfolgten Anerkennung als eigener Landesverband durch den ÖFB im Jahr 1921 erlebte der Fußballsport im Bundesland Salzburg seinen ersten großen Aufschwung. Nach Einführung einer eigenen Meisterschaft im selben Jahr erfolgte nur fünf Jahre später (1926) die Erstaustragung des Salzburger Landescups, der den zweiten Höhepunkt neben der Meisterschaft darstellte und bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938, lediglich mit einer einzigen Unterbrechung im Jahr 1935, ausgetragen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bewerb wieder reaktiviert, stieß in der mit dem Wiederaufbau beschäftigten Bevölkerung aber nur mehr auf geringes Interesse. Einhergehend mit der Vergrößerung des Leistungsunterschieds zwischen den Spitzenvereinen und den kleinen Klubs in den unteren Klassen sowie einer Verknappung der Termine durch die Integration der Salzburger Vereine in den gesamtösterreichischen Fußballsport, kam es bereits 1949 erneut zur Einstellung des Landescups. Unter Berufung auf die "große Tradition" versuchte der Salzburger Fußballverband 1956 die Wiedereinführung des Wettbewerbes, stellte ihn nach einer neuerlichen einjährigen Unterbrechung aber 1959 (vorerst) endgültig ein.

Bis 1959 wurde der Pokal insgesamt 16 Mal ausgetragen. Als Rekordsieger trug sich dabei der Salzburger AK 1914 in die Geschichte ein. Von den 16 Titelgewinnen gingen nur vier an Vereine außerhalb der Landeshauptstadt Salzburg, je einmal in den Tennengau (Hallein 1936) und den Pongau (Bischofshofen 1957) sowie zweimal in den Flachgau (Bürmoos 1946 und 1956). Der letzte Gewinner des "alten" Landespokals wurde Austria Salzburg, der später sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene erfolgreichste Fußballverein des Bundeslandes.

Wiedereinführung im Jahr 2004

2004 kam es im SFV zum Beschluss den Landespokal nach einer 45-jährigen Pause wieder aufleben zu lassen. Erster Sieger im neuen Jahrhundert wurde die Amateurmannschaft des SV Austria Salzburg. Im Jahr darauf gab es mit dem Titelgewinn des erst 2004 gegründeten Fünftligisten FC Hallein 04 eine große Sensation. Der Nachfolgeklub des 1. Halleiner SK schloss damit nahtlos an die glorreichen Zeiten seines Vorgängerklubs an.

Alle Finalspiele seit 1926

Saison Pokalsieger Finalist Resultat Anmerkungen
1926 1. Salzburger SK 1919 FC Hertha Salzburg 3:2
1927 - SAK 1914/SSK 1919 - abgebrochen und nicht gewertet
1928 1. Salzburger SK 1919 FC Hertha Salzburg 3:2
1929 Salzburger AK 1914 1. Salzburger SK 1919 6:2
1930 Salzburger AK 1914 FC Hertha Salzburg 4:2
1931 Salzburger AK 1914 FC Hertha Salzburg 8:0
1932 Salzburger AK 1914 FC Rapid Salzburg 9:1
1933 Salzburger AK 1914 FC Hertha Salzburg 5:1
1934 Salzburger AK 1914 SV Austria Salzburg 7:1
1935 - - - aus terminlichen Gründen nicht ausgetragen
1936 Halleiner AC 1. Salzburger SK 1919 6:3
1937 SV Austria Salzburg Salzburger AK 1914 2:1
1938 - - nach dem Anschluss im März 1938 abgesagt
1939 - 1945 - - nicht ausgetragen (Salzburger Vereine im reichsdeutschen Tschammer-Pokal)
1946 ATSV Bürmoos SV Austria Salzburg 6:1
1947 1. Salzburger SK 1919 Salzburger AK 1914 2:0
1948 Union FC Salzburg Salzburger AK 1914 4:2
1949 - 1950 - - - nicht ausgetragen
1951 - - -
1952 abgebrochen
1953 - 1955 - - - nicht ausgetragen
1956 SV Bürmoos SK Bischofshofen 3:2
1957 SK Bischofshofen ASV Blau-Weiß Salzburg 3:1
1958 - - - nicht ausgetragen
1959 SV Austria Salzburg 1. Halleiner SK 5:0
1960 - 2004 - - - nicht ausgetragen
2004/05 SV Austria Salzburg Amateure PSV Schwarz-Weiß Salzburg 2:2; 4:3 n. E.
2005/06 FC Hallein 04 1. Oberndorfer SK 1920 7:2 Spielort: Eugendorf
2006/07 SV Grödig USK Leube Anif 0:0; 4:2 n.E. Spielort: Anif
2007/08 FC Hallein 04 FC Puch 1:0 Spielort: Grödig
2008/09 SV Scholz Grödig 1b SAK 1914 7:1 Spielort: Eugendorf, Sportzentrum
2009/10 USK Anif TSV Neumarkt 2:1 n. V. Spielort: Eugendorf
2010/11 Red Bull Juniors SV Grödig 1b 6:3 Spielort: Eugendorf
2011/12 SV Austria Salzburg SAK 1914 4:0 Spielort: Eugendorf
2012/13 SV Austria Salzburg TSV St. Johann 4:0 Spielort: Eugendorf
2013/14 SV Austria Salzburg TSV St. Johann 6:2 Spielort: Eugendorf
2014/15 USC Eugendorf SC Golling 7:1 Spielort: Straßwalchen
2015/16 USK Anif FC Bergheim 3:0 Spielort: Eugendorf

Erklärungen:

  • Das Finalspiel des Jahres 1927 wurde beim Spielstand von 5:2 für den Salzburger AK 1914 abgebrochen und vom Verband nicht gewertet. Als offiziellen Grund gab der Verband rechtswidrige Vorkommnisse auf beiden Seiten an.
  • 1957 wurde der Pokal nur unter den Salzburger Vereinen der Tauernliga ausgespielt.

Titelverteilung

Literatur und Quellen

  • Karl Kastler: Fußballsport in Österreich - Von den Anfängen bis in die Gegenwart; Trauner Verlag, Linz 1972, ISBN 3-85320-111-3
  • Homepage des Salzburger Fußballverbandes

Weblinks