Stiftskirche St. Peter

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   Die Stiftskirche ist vom 25. September 2018 bis 22. September 2019 
   wegen Renovierungsarbeiten geschlossen!
Stiftskirche St. Peter, davor der sechseckige Marmorbrunnen
Karte
Stiftskirche St. Peter, Innenraum mit Hochaltar
Stiftskirche St. Peter, Rokokogitter
Stiftskirche St. Peter, Innenansicht

Die Stiftskirche St. Peter ist die Klosterkirche der Benediktiner-Erzabtei St. Peter, des ältesten bestehenden Klosters im deutschen Sprachraum.

Bezeichnungen der Kirche

Kirche zum hl. Petrus (Erzabtei St. Peter), Stiftskirche, Abteikirche und auch Klosterkirche sind allesamt zutreffende Bezeichnungen, die sich in der wissenschaftlichen Literatur abwechselnd wiederfinden. Auch der Ausdruck „Peterskirche“ ist nicht unüblich. Im heutigen Sprachgebrauch ist „Stiftskirche St. Peter“ am häufigsten anzutreffen."

Geschichte

Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um 696 an der Stelle der heutigen Ägydiuskapelle errichtet, als Rupert (Hruodpert) die dortige, wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. 847 fällt sie einem Brand zum Opfer. Nach einem neuerlicher Stadtbrand im Jahr 1127 ließ Abt Balderich einen romanischen Neubau mit einer flachgedeckten Basilika errichten (1130 bis 1143). Im Kern bestimmt sie auch den heute bestehenden Bau. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem 9. Jahrhundert.

Im Geist der Renaissance wurde die Kirche 1605/1606 umgestaltet, 1619/1620 eingewölbt und 1622 mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt Beda Seeauer 1756 errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) gestaltet. 17601766 wurde das Innere der Kirche mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.

Renovierung 2018/2019

Vom 25. September 2018 bis 22. September 2019 wegen umfangreichen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Arbeiten seine eine große Herausforderung, erklärte Landeskonservatorin Eva Hody. Neben einem engen Bauzeitplan gibt es im Bereich des Chores auch archäologische Maßnahmen, bei denen man im Vorhinein noch gar nicht genau weiß, wie sie verlaufen werden.

Bei den Arbeiten werden Senkungen und Risse im historischen Kirchenbau aufwändig saniert, wobei der Altarraum abgesenkt wird und die Stufen verschwinden. So wird auch der bisherige Altar entfernt und in der Krypta kommt es zu Arbieten. Bevor die Sanierung am 25. September 2018 begannen, wurden die Reliquien des heiligen Rupert und des heiligen Benedikt aus der Kirche gehoben und vorübergehend an einen anderen Ort gebracht erklärte Erzabt Korbinian Birnbacher. Besonders stolz ist man im ältesten durchgängig bewohnten Kloster Mitteleuropas darauf, dass im neuen Altar eine Reliquie des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter enthalten sein wird.

Vorhalle

Durch das romanisch Portal betritt man die Vorhalle, in der Grabmäler von salzburgischen Beamten zu sehen sind. Rechts von Michael Bernhard Mandl (* um 1660; † 1711) gearbeitetes, von Michael Rottmayr 1693 errichtetes Grabmal für die Familie Guardi.

Durch ein prächtiges Rokokogitter von Philipp Hinterseer (1768) betritt man das Hauptschiff.

Hauptschiff

Obwohl die romanische Struktur noch gut erkennbar ist, ist das Hauptschiff durch die Rokokoausstattung geprägt. Wand- und Gewölbestukkaturen stammen von Benedikt Zöpf (1760/1766), der Barockmaler Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, führte 14 der 16 Altarblätter zwischen 1775 und 1786 aus. Der Entwurf für den Hochaltar stammte 1777/1778 von Lorenz Hörmbler, die beiden großformatigen Wandgemälde stammen von Ignazio Solari (links, 1632) und Kaspar Memberger (rechts, 1591). Johann Baptist Weiß hatte 1764 Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons in drei Deckenfresken gemalt.

Grabmäler

Neben Gräbern von Äbten befinden sich in der Kirche das Grabmal von Johann Michael Haydn und an Stelle des ursprünglichen Grabes des hl. Rupertus eine Grabplatte mit einem ewigen Licht. Eine Prophezeiung besagt, dass Salzburg an dem Tag zerstört wird, an dem dieses Licht erlöschen würde.

Weitere Grabmäler:

Kapellen

Abt Richter (1242–1259) ließ 1244 die Heilig-Geist-Kapelle neben dem Turm und dem Portalvorbau errichten. Gegenüber entstand 1424 die Sankt-Wolfgangs-Kapelle. Ruprecht Lasser, Ratsmitglied und Bürgermeister der Stadt Salzburg, erbaute 1522 die erste Kapelle im südlichen Seitenschiff. Am südlichen Kreuzgang befindet sich als frühestes gotisches Beispiel in Salzburg die Marienkapelle.

Übersicht

Im Mittelschiff stammen alle Altäre von Johann N. Högler

Apostel-Altar, 1774
Benediktus-Altar, 1776
Rupertus-Altar, 1776
Sakraments-Altar, 1775
Schutzengel-Altar, 1775
Skapulier-Altar, 1774

Im Altarraum befinden sich der Zelebrationsaltar, 1926 und der Hochaltar, 1777–1778

Im linken und rechten Querhaus

Amandus-Altar, 1780–1782
Groß-Vitalis-Altar, 1780–1782
Klein-Vitalis-Altar, 1761–1764
Mariä-Säul-Altar, 1761–1764

In den Seitenkapellen stammen alle Bilder von Martin Johann Schmidt, die Altäre von Jakob Mösl (in der Reihenfolge vom Eingang aus gesehen)

1. Kapelle: das Altarbild zeigt die Vierzehn Nothelfer und das Aufsatzbild den hl. Andreas Avellinus
2. Kapelle: das Altarbild zeigt die hl. Theresia von Avila und das Aufsatzbild den hl. Johannes Nepomuk
3. Kapelle: in der sogenannten Georgi-Kapell zeigt das Altarbild Maria Immaculata und gegenüber ist die Anbetung des Lammes zu sehen
4. Kapelle: das Altarbild zeigt eine Pietà mit den hll. Magdalena, Johannes und Maria, das Aufsatzbild die Auferstehung Christi; hier befindet sich auch das Denkmal für Michael Haydn
5. Kapelle: das Altarbild zeigt die 'Anbetung des Lammes durch die hll. Jungfrauen', das Aufsatzbild die hl. Maria Magdalena

Im südlichen Seitenschiff des Langhauses befindet sich das Rupertus-Grab und Sanctus-Leuchter.

Veranstaltungen

Am 25. Oktober 1783 wurde die c-Moll-Messe von Wolfgang Amadé Mozart in der Stiftskirche zum hl. Petrus erstmals aufgeführt. Mitte der 1920er-Jahre wurde die Aufführung der c-Moll-Messe in der Stiftskirche zum hl. Petrus von Bernhard Paumgartner eingeführt und ist seither ein fester Bestandteil im jährlichen Programm der Salzburger Festspiele.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Stiftskirche zum hl. Petrus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki    
 Stiftskirche St. Peter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Weblinks