Alois Spängler

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Alois Anton Johannes Facundus Spängler[1] (* 12. Juni 1800 in Salzburg; † 15. Juni 1875 ebenda) war Bürgermeister der Stadt Salzburg und Ahnherr der Salzburger Bankiersfamilie Spängler.

Abstammung und Familie

Alois Spängler wurde als Kind des Franz Josef Christian Spängler und dessen Gattin Maria Theresia Metzger(in) geboren und hatte 15 Geschwister, von denen elf bereits im Kindesalter verstarben. Sein Großvater, der Kaufmann Franz Anton Spangler (1705 - 1784) war der Begründer der Salzburger Linie der ursprünglich aus dem Bistum Brixen (heute in Südtirol, Italien) stammenden Familie Spängler.

Der Ehe mit seiner Gattin Theresia, geb. Messner entstammten fünf Söhne, darunter Alois junior, Carl (Begründer der heutigen Bankhauses Carl Spängler & Co.) und Rudolf, sowie drei Töchter.

Biographie

Ausbildung und beruflicher Aufstieg

Alois Spängler besuchte vier Klassen Gymnasium, absolvierte eine Lehre und wurde danach gemeinsam mit seinem Bruder Josef Kompagnon der„Franz Spängler´schen Tuch- und Seidenhandlung“ am Alten Markt 2.

Er erhielt nach einem langen Erbstreit (sein Vater war 1819 gestorben) 1823 nach gerichtlicher Schätzung sowohl das Haus am Marktplatz (für 8750 fl Florin) wie auch die „Tuch- und Seidengerechtsame“ (für 600 fl) als Eigentum zugewiesen, und führte das Tuchgeschäft weiter.

1832 übernahm er die Vertretung der „Kommandite der Ersten Österreichischen Sparkasse in Wien“ mit der angeschlossenen „Allgemeinen Versorgungsanstalt“. Seit diesem Jahr hatte er zudem auch die Position eines Obervorstehers des Salzburger Handelsstandes inne.

Im Revolutionsjahr 1848 kam er als Oberleutnant in die 4. Kompanie der Nationalgarde und wurde bald darauf Mitglied des Ehrengerichts dieser Körperschaft.

1853 folgte seine Wahl zum Präsidenten der Salzburger Handels- und Gewerbekammer. Bereits im Amte des Salzburger Bürgermeisters schied er mit Trennungsvertrag vom 1. Juli 1855 aus dem bis dahin gemeinsam mit seinem Bruder geführten Tuchgeschäft aus und wählte endgültig den Weg eines Bankkaufmanns. Josef Spängler führte das Geschäft daraufhin allein weiter und vererbte es seinen Söhnen Josef und August, die es 1893 auflösten und an Max Gehmacher übergaben.

Politische Laufbahn

Von seinen Zeitgenossen als tief religiös und konservativ beschrieben, stand er politisch auf der Seite der Liberalen und wurde als deren Vertreter 1850 in den Salzburger Gemeinderat berufen. Sein „Tuchgewölbe“ wurde zu einem bekannten Zusammenkunftsort dieser politischen Gruppierung.

Obwohl sich in der Salzburger Gemeindepolitik nach der 1848er-Revolution ein neoabsolutistisches System etabliert hatte, wurde er trotz seiner liberalen Gesinnung nach dem frühzeitigen Ableben von Franz Xaver Späth, 1854 „durch behördliche Ernennung“ in das Amt des Salzburger Bürgermeisters berufen.

Als Bürgermeister bemühte er sich, die Gegensätze des politischen Systems und des Verfassungslebens auszugleichen. In seine Amtszeit fielen u. a. die Erlassung des die Gemeindeautonomie regelnden „Oktoberdiploms“, die Errichtung der Realschule, die Gründung der Allgemeinen Sparkasse, die Regulierung des Gersbaches und der weitere Ausbau der Kanalisation. Ein besonderes Anliegen während seiner bis 1861 dauernden Funktion als Salzburger Bürgermeister war ihm die Regulierung des Franz-Josef-Kais, wofür er sich mit aller politischer Vehemenz auch einsetzte.

Gesellschaftliche Tätigkeiten

Als reicher Kaufmann, Inhaber zahlreicher Ämter und vor allem jenes des Bürgermeisters galt Alois Spängler auch als hochrangiges Mitlied der Salzburg Gesellschaft. In diesem Zusammenhang gehörte er u. a. dem Komitee zur Errichtung des Mozart-Denkmals am Mozartplatz an, beteiligte sich an der Organisation der, als Vorläufer der heutigen Festspiele geltenden, großen Mozart-Festspiele des 19. Jahrhunderts und galt allgemein bis ins hohe Alter als Freund der Geselligkeit und Unterhaltung.

Ehrungen und Ableben

Alois Spängler war Inhaber des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens. Nach seinem Ableben, am 15. Juni 1875, wurde er im Friedhof St. Peter beigesetzt.

Quellen

  • Geza Rech: Carl Spängler (1825-1902). Vom Revolutionär zum Großbankier. In: August Stockklausner (Hg.): In Salzburg geboren. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten. Verlag der Salzburger Nachrichten. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2. Seiten 186-189
  • Brigitte Heuberger: Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Salzburg am Beispiel der Familien Spängler. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 125. Im Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2005.
  • Homepage Bankhaus Carl Spängler & Co

Literatur

  • Gertrude Mayr: Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co. Phil. Diss. Univ. Wien 1973.
  • Ludwig Netsch (Hg.): Die Salzburger Bürgermeister ab 1847. Dokumentation der Stadt Salzburg. Magistrat Salzburg 1980.
  • Brigitte Heuberger: Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Salzburg am Beispiel der Familien Spängler. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 125. Im Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2005.

Weblinks

Einzelnachweisn

  1. Dompfarre Salzburg, Taufbuch IX/2, Seite 582, Digitalisat 03-Taufe_0568, Eintrag 4 Aloysius Antonius Joannes Facundus Spangler, Sohn des Frantz Joseph Spangler, bürgerlicher Handelsmann und der Maria Theresia Metzger(in). Seine Taufpatin war mit Maria Susana Metzger(in) die Witwe des ehem. Bürgermeisters und Kaufmanns Johann Peter Metzger.
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