Spängler

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Wappenbrief von 1677 im Druck von 1916

Die Spängler sind eine Salzburger Kaufmanns- und Bankiersfamilie.

Herkunft

Die Familie[1] stammt aus Südtirol.

Der erste aus der Familie Spängler in Salzburg war Franz Anton Spangler, der Sohn des Wirtshausbesitzers und Weinhändlers Georg Spangler (* 1681; † 1759) aus Taufers im Ahrntal, verheiratet mit Eva Maria Muz (* 1681; † 1719).

Seine Großeltern waren Johann Spangler (* 1627; † nach 1679), verheiratet mit Elisabeth Dinkhauser. Seine Urgroßeltern väterlicherseits, Kaspar Spangler und Christine Hörtmayer aus Taufers im Ahrntal, waren die Begründer sowohl der Salzburger als auch der venezianischen Linie der Spangler. Von Kaspar und Christine Spangler (geb. Hörtmayer) sind insgesamt acht Kinder bekannt.

In der nächsten Generation ist ein Bruder des Georg Spangler noch Mat(t)hias Spangler (1688–1767), der für die Familiengeschichte wichtig scheint. Er ging nach Venedig und begründete den dortigen Zweig der Familie sowie die bis 1797 existierende Handelsfirma Mattio Spangler.

Die heutige Schreibweise des Namens (Spängler) dürfte bereits in der zweiten Generation der in Salzburg lebenden Familienangehörigen entstanden sein. In (Süd)Tirol wurde der Familienname ohne Umlaut weitergetragen, in Italien änderte sich der Name über mehrere Generationen hinweg allmählich zu „Spangher“.

Wappen

Sein Großvater Johann und sein Großonkel Georg (Wirt in Sterzing) waren aller Wahrscheinlichkeit nach führend an der Organisation des Weinhandels zwischen Salzburg und Südtirol beteiligt und erhielten im Jahr 1677 von Pfalzgraf Johann Georg von Werndle im Namen seiner Majestät Kaiser Leopolds I. den Wappenbrief ausgestellt. Das Wappen zeigt zwei aufrecht stehende Löwen, die gemeinsam in ihren Pranken eine große Weintraube halten. Text des Wappenbriefs in der Übertragung durch Trude Widerin:

Ich Johann Georg von Werndle zu Adlsriedt & Der Römischen Kayserlichen Maiestatt Rath, Pfaltz und Hofgrafe, auch der Kurfürstlichen Durchleuchtigkeit in Bayern Würcklicher Hofrath zu Münichen, bekhenne öffentlich mit dißem Brüeff, und thue khundt meniglich. Demnach der allerdurchleuchtigste, großmechtigste und unüberwündlichste Fürst und Herr Herr Leopold der Erste diß Namens und anietzo regierender Römischer Kayser, zu allen Zeitten Mehrer des Reiches auch Römischer Kayserlicher macht, mich in die Ehr und wurde [Würde] der Kayserlichen Pfaltz- und Hofgrafen zu latein Comites Palatini genannt allergnedigist gesetzt auch unter andern ansehenlichen Gnaden und Freyheiten mir zugleich dißen vollkhombnen Gwalt und macht mitgethailt, das ich ehrlichen, redlichen und ehrbaren Leithen, die ich dessen würdig erachte, ainem jeden nach seinem Standt und Wesen, ain Zaichen, Wappen und Klainot [Kleinod] mit Schilt und Helm geben und verleichen, auch dieselbe Persohnen also Wappens und Lehens genoss machen, schapfen, und erheben solle und möge, wie andere der Römischen Kayserlichen Maiestatt und des heiligen Römischen Reichs, auch österreichischer Erbkünigreich, Fürstenthumb und Landes, Wappens und Lehens genoss leithe, sich dessen freyen, gebrauchen und genüssen. Das auch bei dißen meinen erlangten Gnad und Freyheiten allerhechst erwelte Römische Kayserliche Maiestatt, auch dero Nachkhombne am Reich, hechst leblichsten Erzhauß Österreich mich wollen allergnedigist handthaben alles mehrern Inhalts in meinem Kayserlichen Freyheitsbrüeff, dessen Anfanng und Ende ist. Wür, Leopold, von Gothes Gnaden erwöhlter Römischer Kayser, g geben in unnßerer Statt Wienn den ainundzwaintzigisten Tag, monats jüly, nach Christi unnßers lieben Herrn und Seligmachers gnadenreich Gebürtt im sechzehenhündert-vierundsechtzigisten, unserer Reiche des Röm. in sibenten, des Hüngarischen im zechenden, und des Böheimbischen im achten Jahr, Wann ich dann angesechen, wahrgenomben und betrachtet die Ehrbarkheit, Redligkheit, auch Guete Sitten, und Vernunfft war mit der Ehrngeachte Geörg Spängler, Burger, Wirth und Gastgeb zu Sterzing, wie auch sein ehrleiblicher Bruder Hannß Spängler, Wirth, und Gastgeb am Sandt in der Herrschafft Tauffers, der fürstlichen Grafschafft Tyrol, begabt zu sein mir glaubwürdig beruhemet worden: selbige auch gegen der röm. Kayserlichen Maiestatt, dem Heiligen Röm. Reich und hoch-löblichisten Erzhauß Österreich, ihre eüseriste threügehorsambiste Diennste anerbiethes auch wollthuen khönnen, sollen, und mögen: so hab solchemnach ich mit wolbedachtem Mueth, rechtem Wissen, und gueter Vorbetrachtung in Krafft obaermelts meines Kayserlichen Freyheitbrüeffs und darinn empfanngnen vollkhom-bnen Gwalts, und Macht, obernannten beeden Spänglern, sambt allen ihren ehelichen Leibserben und deroselben Erbens Erben, Mannß- und Weibs Persohnen hernachbeschribnes Wappen, und Kleinod (Mit Ramen ein rotten, oder purpurfarbnen schilt, darinn zu unterst ain griener Platz, auf welchen zween gelbe, oder goldfarbe auf den hinteren füessen gegeneinander auffrecht stehdne lewen, mit offnen Rachen außgeschlagner rother Zungen, übersichgeworffnem Schwaiff, und in ihren vordern Branckhen ein abhangende weisse Weintraub haltend, auff dem Schilt ain Stöchhelm [Turnierhelm] zur Rechten mit gelb- und schwartzer einchherseits aber weiß und rother Helmdeckh, und darob ain dreyfache zünnen mit Schiesslöckern, darauff sich widerumb ain gelber fürwerts erhebter Lew mit offnem rachen, doppletem Schwaiff, und in seinen vorderen Branckhen ain abhangende weisse Weintraub haltend, wie dann diß Wappen in Mitte des Brüeffs gemahlet, und mit seinen aigentlichen farben ordenlich ausge-strichen, ist.) verlichen, und erthailt habe: Verleiche und gibe auch aus- und, von obberüerter meiner habenden Kayserlichen Freyheit, und darin empfanngnen vollkhombnen Gwalts, und Macht vorbesagten Geörg und Hannß Spängler Gebrüederen, und all ihren ehelichen Leibs Erben und deroselben Erbens Erben Manns- und Weibs Persohnen solches Wappen wissentlich mit dißem Brüeff, also das die Spängler, und alle ihre ehelichen Leibs Erben, und deroselben Erbens Erben diß Wappen fürohin zu ewigen Zeithen mögen fuehren, in allen und jeden ehrlichen, redlichen Sachen, und Geschefften zu Schimpff, und Ernst, in Streitten, Stürmen, Kempfen, Gestöchen, Gefechten, Paniern, innsiglen, Petschafften, Kleinodien Begräbnissen, Gemahlden, und sonst an allen Orthen, und Zeitten nach ihren Nottürfften Willen, und Wöl-gefallen gebrauchen, auch all und iede Gnade Freyheit, Ehr Würde, Vorthl [Vorteil] Recht, und Gerechtigkheit mit Ämbtern, und Lehen, geistlichen und weltlichen zu haben und zu tragen, mit anderen des Hl. Röm. Reichs, auch österreichischer Lande Lehens, und Wappens genossleithen. – Item Lehen und an andere Gericht und Recht zu besitzen, Urthl [Urteil] zu schöpfen und Recht zu sprechen, dessen alles thailhafftig, würdig, empfenglich und dartzue tauglich, schickhlich, und guet sein, in geistlichen, und weltlichen standen und sachen, und vermög obüermelts meines Kayserlichen Freyheitbrueffs sich alles dessen freyen, gebrauchen, und genüessen sollen, und mögen, als andereder Röm. Kayserlichen Maiestatt, und des Hl. Röm. Reichs, auch Österreichischer Landen Lehens und Wappen genossleithen solches alles haben, und sich dessen freyen, und gebrauchen von Recht, und Gerechtigkeit wegen, unverhindert meniglich. Alles bey der Römischen Kayserlichen Maiestatt schwerer Ungnad und Straff, und darzue erstermeltem meinem Kayserlichen Freyheitsbrüeff einverleibter Poen [Strafe] der fünffzig Marckh löttigs Golds, derein ain ieder so ain eintrag, fravel, oder verhindernuss hierwieder zuefiegte, den halben thail in der Römischen Kayserlichen Maiestatt, und des Hl. Röm. Reichs Kamer, und den andern halben Thail vorbesagten Geörg und Hannß Spänglern Gebrüedern, und allen ihren ehelichen Leibs Erben unnachlässlich zu bezahlen schuldig sein solle, jedoch andern, so vileicht dem obbegriffne Wappen aines gleich fiehren, an denselben ihren wappen und rechten unvergriffen, und unschödlich, mit Urkhuhdt diß Brüeffs, verfertiget mit meinem hierunter anhandenden Palatinats Insigl. – Geben in der khurfürstlichen Haubt- und Residenzstatt Münichen den ersten tag monats july, nach Christi unnßers lieben Herrn und seeligmachers gnadenreichen Geburtt, im sechtzehenhundert sibenundsibent-zigisten“

Es wurde (und wird) seither von nahezu allen männlichen Nachkommen sowohl der Tiroler, der Salzburger als auch der Venediger Linie geführt und ziert auch noch heute das Bankhaus Carl Spängler & Co. AG in der Schwarzstraße (Bazargebäude).

Familienmitglieder

Die Familie geht auf den Ahnherrn

Ausstellung

Im Jahr 2008 wurde im Rahmen der Ausstellungsreihe "Salzburg persönlich" im Salzburg Museum ein umfassendes Portrait der Familie Spängler gezeigt.

Quellen

  • Spängler [1919, Vorarbeiten] – Theodor v. Barchetti - Trude Widerin - Herbert Sacher, (gedruckter) Stammbaum des Salzburger Zweiges der Familie Spängler aus Sand im Taufers, Stichtag 22. Oktober 1977 [Salzburg 1977].[2]

Einzelnachweis

  1. Familiengeschichte „Spängler“ eingearbeitet bei Geneanet, öffentlich nach Anmeldung zugänglich unter „oholzapfel“ und den entspr. Personen.
  2. Verwendet wird hier die ältere Namensform "Sand im Taufers". Nach diesem Stammbaum (mit Nachträgen bis Mai 2015, so weit sie sich aus Hinweisen im Internet ergeben) ist die gesamte Spängler-Verwandtschaft in der genealogischen Datenbank "Geneanet" einsehbar (www.de.geneanet.org) und allgemein zugänglich: in die Suchmaske eingeben "Spängler" und "Salzburg", "Ergebnisse" anklicken und unter "oholzapfel" (Baumsymbol) Zugang zum gesamten Stammbaum. Bei einer allgemeinen Suche macht Geneanet leider keinen Unterschied zwischen "Spangler" und "Spängler"; die Ergebnisse sind nicht überschaubar.