Bergnamen im Gebiet der Hohen Tauern

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Sandbodenkees, Ferleitental

Das Namensgut der Hohen Tauern widerspiegelt frühere Lebens- und Wirtschaftsformen und erinnert auch an alle andere Sprachen, die je in dieser Region gesprochen wurden. Das heimische Sprachgut und die Mundart bergen Vorrömisches, Romanisches, Slawisches bzw. Slowenisches.

Allgemeines

Der Nationalpark Hohe Tauern ist der größte Nationalpark Österreichs. Er umfasst weite Teile des zentralen Alpenhauptkammes der Ostalpen Österreichs. Seine Ausdehnung beträgt von Ost nach West über 100 km und von Nord nach Süd über 40 km. Insgesamt ist seine Fläche über 1.800 km² groß. Zumindest seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. wurden die Alpenübergänge begangen, später die Almen für die Viehwirtschaft genutzt, Bergbau und Saumhandel betrieben. Der Alpenraum war wie das gesamte westliche und mediterrane Europa zunächst weder germanisch, noch romanisch, noch slawisch sondern nicht-indogermansich. Er wurde erst später vom östlichen Mitteleuropa aus indogermanisiert, was durch wiederholte Einwanderungen - zuletzt von keltischen Stämmen -geschah. Dieser vorindogermansichen Schicht gehören einige Namen wie beispielsweise Gemse, Alpe, oder Tauern, das vermutlich ebenfalls dieser Schicht entstammt, an. Dieser Schicht folgt die sog. „alteuropäische“, die viele Gewässernamen geprägt hat, wie z. B. Isel oder Möll. Die meisten Bergnamen sind aber jüngeren Datums und auch sehr schwer zu deuten. Ihre Festlegung durch Verschriftlichung erfolgte relativ spät und stand mit der wirtschaftlichen Nutzung unserer Berglandschaft für Almwirtschaft, Bergbau oder als Jagdgebiete im Zusammenhang.

Bergnamenforschung

Die Bergnamenforschung hat die Bergbezeichnungen in sog. Lagenamen, Kulturnamen, Besitznamen, kultisch-mythische, bzw. religiöse Namen und künstliche, bzw. gelehrte Namen unterschieden. Die Lagenamen werden weiter unterteilt und zwar nach der Form, nach der Witterung, nach der Flora, nach der Fauna und nach der Nachbarschaft.

Lagenamen

Lagenamen nach der Form

Zu dieser Gruppe zählen Bezeichnungen wie Berg, Kofel, Kogel, Kar, Spitz, Nock oder Gupf. Dazu kommen Übertragungen wie Kopf, Ruck, Sattel, Joch / Jöchl, Tor / Alpines Lexikon#T|Törl]], Kamm (Kamp), Eck oder Schober.

Lagenamen nach der Witterung

Lagenamen nach der Witterung sind Bezeichnungen wie Wetterwinkel, Donnerkogel, Nebelstein, Schauerkogel. Nach dem Stand der Sonne z. B. Mittagskogel, Zwölfuhrspitze oder Sonnblick. Nach dem Schnee beispielsweise Schneeberg, Ferner, Gletschernamen oder Kees-Namen.

Lagenamen nach der Flora

Grasberg, Zirmkogel, Speikkofel oder Hochtannberg sind Beispiele für Lagenamen nach der Flora.

Lagenamen nach der Fauna

Lagenamen nach der Fauna sind beispielsweise Namen wie Gamsgrube, Gamskogel, Totes Gebirge, Hirschenkogel oder Hühnerkogel.

Lagenamen nach der Nachbarschaft

Beispiele auf Regionen bezogen sind Allgäuer Alpen, Gurktaler Alpen oder Norische Alpen. Auf Orte bezogen beispielsweise Kitzbüheler Alpen.

Kulturnamen

Hier kommt am häufigsten die Bezeichnung Alpe, mundartlich Alm, vor (z. B. Hochalm oder Saualpe). In diese Gruppe gehören auch die Bezeichnungen Kuh-, Ochsen- oder Rossalm.

Besitznamen

Besitznamen sind meist Zusammensetzungen mit Orts- oder Hofnamen. Die Villacher Alpe erhielt ihren Namen nach den Weiderechten der Villacher Bauern. Ein anderes Beispiel ist der Hochschwab nach einem (urkundlich nicht nachweisbaren) Bauern namens Schwab, oder Gaberl nach Gabriel.

Kultisch-Mythische Namen bzw. religiöse Namen

Hochkönig, Kaiserberg, Königstuhl, Hochstuhl oder Übergossene Alm sind Beispiele für diese Namensgruppe, in der nicht immer klar ist, ob Sagengut oder mythische Figuren zugrunde liegen.

Künstliche, bzw. gelehrte Namen

Diese Namensgruppe entstammt meist bergsteigerischen oder touristischen oder geographischen Bedürfnissen. Auch die Bezeichnungen Alpen und Tauern sind als Sammelbegriffe gelehrten Ursprungs.

Bisherige Salzburgwiki-Hauptartikel zu Bergen und Bergnamen im Gebiet der Hohen Tauern

Quellen