Jahrespressekonferenz Salzburger Festspiele 2020

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Die Jahrespressekonferenz Salzburger Festspiele 2020 fand am 13. November 2019 statt.

Einleitung

Anwesend waren das Direktorium der Salzburger Festspiele

Helga Rabl-Stadler, Präsidentin
Markus Hinterhäuser, Intendant
Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor

und

Bettina Hering, Leitung Schauspiel
Florian Wiegand, Leitung Konzert

Inhalt

Die Jubiläumsveranstaltung - 100 Jahre Salzburger Festspiele findet von 18. Juli bis 30. August 2020 statt.

Vorwort des Direktoriums der Salzburger Festspiele

Festspiele als Leuchtfeuer bei der Suche nach der eigenen Identität, nach dem Sinn des Lebens, aber auch zur Wiederherstellung der Identität ganzer Völker – das war der große Gedanke jener Künstler und Bürger, die die Salzburger Festspiele als „eines der ersten Friedenswerke“ vor 100 Jahren gründeten. Allen voran der Theatermagier Max Reinhardt, der Poet Hugo von Hofmannsthal, der Komponist Richard Strauss, der Bühnenbildner Alfred Roller und der Dirigent Franz Schalk. An diese Gründungsidee, Festspiele als Friedensprojekt aus dem Geist der Kunst, erinnern wir im Jubiläumsjahr 2020 mit unserer Ouverture spirituelle im Zeichen von Pax — Friede.

Begonnen haben die Salzburger Festspiele mit dem Jedermann am 22. August 1920 vor dem schönsten Bühnenbild der Welt, der Fassade des Salzburger Doms.

100 Jahre sind Grund zum Feiern, sind Anlass, Dank zu sagen allen Künstlerinnen und Künstlern, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die aus dem zarten Pflänzchen Festspiele das größte Klassikfestival der Welt gemacht haben: mehr als 200 Vorstellungen auf 15 Spielstätten an 44 Tagen mit Besuchern aus 80 Ländern, davon 40 nichteuropäischen.

Im Zentrum unseres Jubiläumsprogramms stehen die Idee der Gemeinschaft, das Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen, der radikale Individualismus und als große Hoffnung die Idee von der Veränderbarkeit der Welt durch eine solidarische Gesellschaft, durch eine neue Menschlichkeit.

Wie in einem Amoklauf irrlichtert Mozarts Don Giovanni seiner eigenen Zerstörung entgegen.

In seiner Welt gibt es keine Liebe, keine Utopie, kein Licht. Seine Triebfeder ist der Exzess, ist der Nihilismus. Eine in ganz anderem Sinne Getriebene ist Elektra, rücksichtslos, rasend und maßlos in ihrer Rachsucht. Ein Maßloser ist auch Richard III., von William Shakespeare als Inkarnation des Bösen gezeichnet.

Als Antithese zu den extremen Grenzüberschreitungen des Individuums stehen in Mussorgskis Boris Godunow und Luigi Nonos Intolleranza 1960 die Dynamik des Volkes und der Masse. Sie sind es, die Protest formulieren und Veränderung fordern. In Mussorgskis Oper ist das Volk der Hauptprotagonist. Beispielhaft beschwört Luigi Nono in seinen Werken den Aufruhr, den Widerstand. Auch wenn Intolleranza 1960 das Schicksal eines Einzelnen dokumentiert, meint Nono doch die anonyme Masse. Sein Werk ist ein Aufschrei gegen alles Unrecht dieser Welt und ein flammendes Plädoyer für Humanität und Gerechtigkeit.

In Peter Handkes Uraufführung Zdeněk Adamec formiert sich in Rede und Gegenrede eine Gesellschaft, die gemeinschaftlich ein fiktives Psychogramm eines jungen Mannes entwirft, der sich mit seiner verstörenden Selbstverbrennung zum Fanal machte.

Wie William Shakespeare war auch Friedrich Schiller für Max Reinhardt ein zentraler Autor seines Theaterschaffens. In Maria Stuart stehen sich zwei Herrscherinnen gegenüber, deren jeweilige Positionen exemplarisch das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit behandeln.

Es ist die Landkarte der großen künstlerischen Äußerungen aller Epochen und aller Zeiten, von Monteverdi bis zur Musik unserer Tage, von der griechischen Tragödie bis zu Peter Handke, der sich die Festspiele verpflichtet fühlen, die unserem Festspiel Inhalt gibt.

100 Jahre Salzburger Festspiele sind 100 Jahre Kulturgeschichte. Die Salzburger Festspiele müssen nicht jedes Jahr neu erfunden werden, sie müssen jedoch immer wieder in eine neue Gegenwart geführt werden. „Ein Kunstwerk, das anregen, bewegen will, braucht die qualifizierte Ablehnung genauso wie die Zustimmung. […] Kunst muss den geistigen Zustand ihrer Zeit spiegeln, Widerpart und Opposition sein“, brachte es Nikolaus Harnoncourt in seiner immer noch aufrüttelnden Festspielrede 1995 auf den Punkt.

Eine „Begeisterungsgemeinschaft“ nannte Bazon Brock, Professor für Ästhetik, das Publikum. Weil bei den Festspielen eine einzigartige Form von gemeinsamem Erleben entsteht, das Menschen verschiedener Herkunft, Sprache und Religion eint. Eine Begeisterungsgemeinschaft für die Kraft der Kunst.

Die Salzburger Festspiele 2020

222 Aufführungen in 44 Tagen an 15 Spielstätten

sowie 87 Aufführungen im Jugendprogramm „jung&jede*r“ an 48 Spielstätten in Stadt und Land Salzburg von 28. April bis 18. Juli 2020

sowie mehr als 50 weitere Veranstaltungen „Zum Fest“

42 Vorstellungen Oper

ELEKTRA
DON GIOVANNI
DIE ZAUBERFLÖTE
INTOLLERANZA 1960
BORIS GODUNOW
DER MESSIAS
DON PASQUALE
TOSCA
I VESPRI SICILIANI (konzertant)
NEITHER (konzertant)

57 Vorstellungen im Schauspiel

ZDENĚK ADAMEC
RICHARD III.
Uraufführung EVERYWOMAN
DAS BERGWERK ZU FALUN
MARIA STUART
JEDERMANN
100 JAHRE JEDERMANN
LESUNGEN

91 Konzerte

OUVERTURE SPIRITUELLE
WIENER PHILHARMONIKER
ORCHESTER ZU GAST
BEETHOVEN-ZYKLUS
Still life – Zeit mit FELDMAN
MOMENTS MUSICAUX
KAMMERKONZERTE
LIEDERABENDE
SOLISTENKONZERTE
KIRCHENKONZERT
MOZART-MATINEEN
CAMERATA SALZBURG
HERBERT VON KARAJAN YOUNG CONDUCTORS AWARD
YOUNG SINGERS PROJECT

Zum Fest

Salzburger Landesausstellung "Großes Welttheater"
Fest zur Festspieleröffnung
JEDERMANN-TAG
DIE WELT VON GESTERN
DIE WELT VON MORGEN
THEATER IM KINO
„DER TRAUM VON EINEM FEENTEMPEL“
FESTSPIEL-DIALOGE
SALZBURG CENTENARY

SALZBURGER FESTSPIELE

„jung & jede*r“ - Das Jugendprogramm der Salzburger Festspiele

32 Aufführungen im Rahmen der Salzburger Festspiele
sowie 87 Vorstellungen an 48 Spielstätten in Stadt und Land Salzburg
von 28. April bis 18. Juli 2020
Musiktheater
Vom Stern, der nicht leuchten konnte
Gold!
1000 Kraniche
SCHAUSPIEL
Dickhäuter
Die Zertrennlichen
Konzert
schräg /strich
Hau drauf!
Interaktione
Jugendabos & drüber!
Schulprogramm
Junge Kunst
Operncamps
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Sonderkonzerte
Junge Freunde
Siemens > Kinder > Festival

Die Oper

Richard Strauss ELEKTRA
Wolfgang Amadeus Mozart DON GIOVANNI
Wolfgang Amadeus Mozart DIE ZAUBERFLÖTE
Luigi Nono INTOLLERANZA 1960
Modest Mussorgski BORIS GODUNOW
Georg F. Händel / Wolfgang A. Mozart DER MESSIAS
Gaetano Donizetti DON PASQUALE
Giacomo Puccini TOSCA
Giuseppe Verdi I VESPRI SICILIANI (konzertant)
Morton Feldman NEITHER (konzertant)
Richard Strauss Elektra

Im Jahr 2020 beginnen die Salzburger Festspiele mit einem Werk, das im Leben aller drei Festspielgründer – Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt – eine große Rolle gespielt hat:

Die Salzburger Festspiele 2020 eröffnen mit der Oper Elektra von Richard Strauss. Hugo von Hofmannsthals gleichnamiges Schauspiel nach der Tragödie von Sophokles wurde 1903 in der Regie von Max Reinhardt in Berlin uraufgeführt. Im Publikum saß Richard Strauss, der die Begegnung mit Hofmannsthal als schicksalhaft empfand. Er bat Hofmannsthal 1906 in einem Brief, ihm „in allem Komponierbaren von Ihrer Hand das Vorrecht zu lassen. Ihre Art entspricht so sehr der meinen, wir sind füreinander geboren und werden sicher Schönes zusammen leisten, wenn Sie mir treu bleiben“.

Bereits im selben Jahr begann Richard Strauss die Komposition seiner einaktigen Oper. Drei Jahre später, am 25. Januar 1909, wurde die Oper in Dresden mit großem Erfolg uraufgeführt.

Regie führt Krzysztof Warlikowski, der 2018 mit Hans Werner Henzes The Bassarids sein erfolgreiches Debut bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule gab. Franz Welser-Möst, dem die Salzburger Festspiele viele unvergessliche Aufführungen der Werke von Richard Strauss verdanken, dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Die Rolle der Elektra verkörpert der litauische Rising-Star Aušrine Stundyte. Die Chrysothemis singt Asmik Grigorian, die für ihre Rolle als Salome in der Kritikerumfrage der Opernwelt als Sängerin des Jahres 2019 ausgezeichnet wurde. An ihrer Seite singen Tanja Ariane Baumgartner als Klytämnestra, Michael Laurenz als Aegisth und Derek Welton übernimmt die Rolles des Orest.

Premiere ist am 27. Juli.

Wolfgang Amadeus Mozart Don Giovanni

Die Oper Don Giovanni, damals in der deutschsprachigen Version als Don Juan, war unter dem Dirigat von Richard Strauss 1922 die erste Oper bei den Salzburger Festspielen. Für die Neuproduktion des Don Giovanni im Jubiläumsjahr zeichnen Romeo Castellucci und Teodor Currentzis verantwortlich.

Vitalität und Zerstörung: In dieser Ambivalenz sieht Regisseur Romeo Castellucci die Faszination des Protagonisten in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Don Giovanni. Sich dieser Figur anzunähern, bedeutet für Castellucci sich der Mehrdeutigkeit und Komplexität sowie dem inneren Ungleichgewicht dieser Figur zu stellen. Lorenzo Da Pontes Libretto reduziert Don Giovanni auf den schurkischen Verführer. Mozart aber öffnet Abgründe, Dimensionen des Tragischen und des Anarchischen.

Romeo Castelluccis Salome wurde 2019 von der Zeitschrift Opernwelt zur „Aufführung des Jahres“ gewählt. Er wurde damit für die beste Regie sowie das beste Bühnenbild ausgezeichnet. Teodor Currentzis dirigiert sein musicAeterna Orchestra und seinen musicAeterna Choir. Sein Debut bei den Salzburger Festspielen gibt der junge italienische Bariton Davide Luciano als Don Giovanni. An seiner Seite singt Nadezhda Pavlova die Donna Anna und Federica Lombardi, ehemalige Teilnehmerin des Young Singers Project 2015, als Donna Elvira. Michael Spyres übernimmt die Rolle des Don Ottavio. David Steffens ist Masetto, Mika Kares singt die Rolle des Commendatore. Vito Priante übernimmt den Part des Leporello, Anna Lucia Richter ist als Zerlina zu erleben.

Premiere der Neuinszenierung 2020 ist am 28. Juli.

Wolfgang Amadeus Mozart Die Zauberflöte

Zauberoper, Singspiel, Maschinenkomödie, Freimaurerritus mit ägyptischen Mysterien, heroisch-komische Oper? Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte wird so viel gehört, so häufig aufgeführt, beredet, bezweifelt und befragt wie kaum ein anderes Werk der Operngeschichte. 2018 hat Lydia Steier die Neuproduktion Die Zauberflöte im Großen Festspielhaus inszeniert. Für das Jubiläumsjahr präsentiert sie eine Neueinstudierung im Haus für Mozart. Durch die Oper führt als Erzähler Roland Koch. Die von der Zeitschrift Opernwelt mit dem Titel „Dirigentin des Jahres 2019“ ausgezeichnete Joana Mallwitz übernimmt die Musikalische Leitung der Oper und gibt damit ihr Festspiel-Debut. Sie dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Tareq Nazmi übernimmt die Rolle des Sarastro, Brenda Rae die der Königin der Nacht. Mauro Peter, ebenfalls erfolgreicher Teilnehmer des Young Singers Project 2012, wird wie 2018 die Partie des Tamino übernehmen, Regula Mühlemann singt seine Pamina.

Adam Plachetka und Maria Nazarova verwandeln sich erneut in Papageno und Papagena. Ilse Eerens, Sophie Rennert und Katarina Bradić singen die Drei Damen. Die drei Knaben verkörpern drei Wiener Sängerknaben.

Premiere ist am 3. August.

Luigi Nono Intolleranza 1960

Intolleranza 1960, Luigi Nonos erstes Musiktheaterwerk entstand im Auftrag des Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik der Biennale von Venedig und wurde in dessen Rahmen 1961 im Teatro La Fenice uraufgeführt. Der italienische Komponist wollte eine neue Form des Musiktheaters. Er verwendete neue Kompositionstechniken, elektronische Musik, Tonbandaufzeichnungen und nannte Intolleranza nicht „Oper“, sondern „azione scenica“. Intolleranza 1960 ist ein leidenschaftlicher Protest gegen Rassismus, Intoleranz, Unterdrückung und die Verletzung der Menschenwürde, wobei die Umweltkatastrophe am Ende der Handlung das Werk mit heutigen Diskursen verknüpft. Der Dirigent Ingo Metzmacher, für den Nonos „Werk und sein Vermächtnis […] so etwas wie ein Leitstern“ sind, ist einer seiner profundesten Kenner. Unvergessen sind seine Aufführungen des Prometeo und der Oper Al gran sole – carico d’amore'.

Er kehrt 2020 zurück in die Felsenreitschule und dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Für Regie, Bühne, Choreografie und Video zeichnet Jan Lauwers verantwortlich, der zuletzt 2018 Monteverdis L’incoronazione di Poppea bei den Salzburger Festspielen inszenierte. Er kombiniert Solotänzer seiner Needcompany mit Tänzern und Tänzerinnen von BODHI PROJECT und SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance. In den Hauptrollen singen: Sean Panikkar, Sarah Maria Sun und Anna Maria Chiuri.

Die Salzburger Festspiele setzen mit dieser Neuproduktion ihre weltweit einzigartige Auseinandersetzung mit dem Werk Luigi Nonos fort.

Premiere ist am 9. August.

Modest Mussorgski Boris Godunow

Ausgangspunkt für seine Oper Boris Godunow waren Alexander Puschkins gleichnamige Tragödie und Die Geschichte des russischen Reiches von Nikolai Karamsin. Modest Mussorgski komprimierte die literarische Vorlage und verstand es, aus dem Gegenstand, der eine wild-bewegte Periode der russischen Geschichte – die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert – behandelt, ein Drama um eine gespaltene Persönlichkeit zu kreieren. Neben der Individualgeschichte des Zaren in der Oper wird so auch die Aufzeichnung von historischen Abläufen thematisiert: Das subjektive Schicksal eines Einzelnen ist immer etwas anderes als die vermeintlich objektive Berichterstattung darüber. In der Geschichte der Salzburger Festspiele stand Boris Godunow in denkwürdigen und beispielhaften Inszenierungen ihrer Zeit in den 1960er Jahren (Herbert von Karajan, 1965, 1966, 1967) und in den 1990er Jahren (Herbert Wernicke, 1994 und 1997) auf dem Spielplan.

Mariss Jansons[1] und Christof Loy untersuchen nun die Gültigkeit des Werkes für ein neues Jahrhundert. Mariss Jansons dirigiert die Wiener Philharmoniker, die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Die Salzburger Festspiele freuen sich besonders, Mariss Jansons nach dessen großen Erfolgen von Dmitri Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und Peter Iljitsch Tschaikowskis Pique Dame wieder als Dirigent einer Oper, gewonnen zu haben. Ildar Abdrazakov singt die Rolle von Boris Godunow, sein Gegenspieler ist Dmitry Ulyanov als Pimen. Ihnen an der Seite singen: Agunda Kulaeva als Marina Mnischek, Dmitry Golovnin als Fürst Schuiski und Pavel Černoch als Grigori.

Premiere ist am 20. August.

Gaetano Donizetti Don Pasquale

Donizettis Don Pasquale ist ein sinnfälliger Teil des 100-Jahr-Jubiläums der Salzburger Festspiele 2020, stand doch diese Opera buffa bereits sechs Mal auf dem Festspielprogramm, zum ersten Mal im Jahre 1925 unter dem Dirigat von Bruno Walter, als erste Oper, die nicht aus der Feder Wolfgang Amadeus Mozarts stammte. Die Inszenierung Don Pasquale von Moshe Leiser und Patrice Caurier folgt dem bewährten Prinzip der Übernahme der Oper der Pfingstfestspiele in das Hauptprogramm der Salzburger Festspiele.

Gianluca Capuano übernimmt die musikalische Leitung. Es musizieren das von Cecilia Bartoli gegründete Orchester Les Musiciens du Prince – Monaco und der Philharmonia Chor Wien. Neben Cecilia Bartoli in der Hauptrolle als Norina stehen Peter Kálmán als Don Pasquale, Nicola Alaimo als Dottor Malatesta und Javier Camarena als Ernesto auf der Bühne.

Premiere ist am 9. August.

Georg F. Händel, Wolfgang A. Mozart Der Messias

Die Salzburger Festspiele haben mit dem Messias die Stiftung Mozarteum und mit der Tosca die Osterfestspiele Salzburg eingeladen, ein Teil des Jubiläumsprogramms zu sein.

In seinem 1742 in Dublin uraufgeführten Oratorium Der Messias lässt Georg Friedrich Händel den Zuschauer erleben, wie eine um Trost im Glauben ringende Gruppe von Menschen den großen Fragen des Lebens und Sterbens begegnet. Als Wolfgang Amadeus Mozart das Werk 1789 in deutscher Übersetzung neu instrumentierte, erfasste er instinktiv die „erhabenen Gefühle“, um die es Händel ging – und brachte sie dem Wiener Publikum in seiner eigenen Klangsprache nahe. 45 Jahre nach der Entstehung hatte sich der Orchesterklang weiterentwickelt. So erfand Mozart einen reichen Holzbläsersatz und füllte die von Händel so kunstvoll ersonnene kontrapunktische Struktur mit neuen Farben aus.

Für den US-amerikanischen Regisseur und bildenden Künstler Robert Wilson ist die strenge Struktur des Werkes, die vom Wechsel zwischen Solonummern für die vier Gesangssolisten und ebenso vielen Chornummern bestimmt ist, der Anknüpfungspunkt für eine szenische Aufführung, die mit surrealen Bildern arbeitet. Er lädt das Publikum zu einer spirituellen Reise ein. Robert Wilson war zuletzt mit Georg Büchners Dantons Tod 1998 bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Festspielgeschichte schrieb er 1997 mit der Inszenierung von Claude Debussys Pelléas et Mélisande sowie 1995 mit der Inszenierung von Arnold Schönbergs Erwartung mit Jessye Norman in der Hauptrolle. Noch heute steht seine Marmorbank, die Teil dieser Inszenierung war, im Faistauerfoyer der Salzburger Festspiele. Marc Minkowski dirigiert Les Musiciens du Louvre und den Philharmonia Chor Wien. Es singen: Elena Tsallagova (Sopran), Lucile Richardot (Mezzosopran), Richard Croft (Tenor) und José Coca Loza (Bass).

Die Übernahme der Mozartwoche 2020 und Koproduktion mit dem Théâtre des Champs-Élysées wird am 24. Juli und am 26. Juli im Haus für Mozart aufgeführt.

Giacomo Puccini Tosca

Die auf zwei Stunden Musik verdichtete fiktive Handlung von Giacomo Puccinis Tosca spielt an drei historischen Orten in Rom, die man heute noch besichtigen kann: in der Kirche Sant’Andrea della Valle, im Palazzo Farnese und im Castel Sant’Angelo. Mit Floria Tosca, Mario Cavaradossi und ihrem skrupellosen Gegenspieler Scarpia hat Puccini alle drei Hauptfiguren des Stückes zu ikonenhaften Charakteren der Interpretationskunst gemacht. „Bei Tosca geht es um Menschen in Extremsituationen. Es gibt vielleicht keine zweite Oper, die so präzise und knallhart möglichst intensive menschliche Emotionen darstellt, die Protagonisten einem andauernden Wechselbad der Gefühle aussetzt und damit eine singuläre musikalische Sogwirkung erzielt“, sagt Regisseur Michael Sturminger, der die Oper in Szene setzt. „Die archaische Wucht des Stücks wird – indem wir es in unsere Gegenwart holen – nicht durch eine moderne Alltäglichkeit aufgehoben, sondern mit zeitgenössischen Menschen in einem neuen Licht gesehen, das auf ein bekanntes, klassisches Meisterwerk geworfen wird.

Marco Armiliato übernimmt die Musikalische Leitung und dirigiert die Wiener Philharmoniker, die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Anna Netrebko ist in der Rolle der Floria Tosca zu erleben, Yusif Eyvazov singt die Rolle des Mario Cavaradossi und Ludovic Tézier singt den Barone Scarpia. Ihnen zur Seite singen Krzysztof Bączyk (Cesare Angelotti), Matteo Peirone (Sagrestano), Mikeldi Atxalandabaso (Spoletta) und Rupert Grössinger (Sciarrone).

Die Übernahme von den Osterfestspielen Salzburg hat am 2. August im Großen Festspielhaus Premiere.

Konzertante Opern

Giuseppe Verdi I Vespri Siciliani (konzertant)

Zwei konzertante Aufführungen von Giuseppe Verdis I vespri siciliani werden in der Felsenreitschule zu erleben sein. Daniele Rustioni dirigiert das Mozarteumorchester Salzburg und den Philharmonia Chor Wien. Plácido Domingo singt die Titelpartie des französischen Gouverneurs von Sizilien Guido di Monforte, ihm zur Seite singen Neven Crnić in der Rolle des Il Sire di Bethune, Fabio Sartori als Arrigo, Mika Kares als Giovanni da Procida und Rachel Willis-Sørensen übernimmt die Partie von La Duchessa Elena. 1855 uraufgeführt, bildete Les Vêpres siciliennes, so der französische Originaltitel, das erste Werk, das Verdi für die Pariser Opéra komponierte, ohne bloß eine italienische Oper umzuarbeiten. Seine historische Basis fand das Sujet der Oper, das sich Verdi „grandios, leidenschaftlich und originell“ wünschte, im Aufstand der Sizilianer gegen die französische Fremdherrschaft im Jahr 1282.

Die Premiere findet am 16. August statt.

Morton Feldman Neither' (konzertant)

Morton Feldmans Oper in einem Akt für Sopran und Orchester Neither von 1977 auf einen Text von Samuel Beckett wird in Verbindung mit Morton Feldmans String Quartet and Orchestra von 1973 in einer konzertanten Aufführung einmalig am 7. August in der Kollegienkirche erklingen. Ilan Volkov, der zuletzt 2018 bei den Salzburger Festspielen zu Gast war, übernimmt die Musikalische Leitung und dirigiert das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und das Minguet Quartett. Sarah Aristidou übernimmt die Sopran-Partie und gibt damit ihr Debut bei den Salzburger Festspielen.

Das Schauspiel

Hugo von Hofmannsthal JEDERMANN
Peter Handke ZDENĚK ADAMEC
William Shakespeare RICHARD III.
Milo Rau EVERYWOMAN
Hugo von Hofmannsthal DAS BERGWERK ZU FALUN
Friedrich Schiller MARIA STUART
100 JAHRE JEDERMANN
LESUNGEN

Zwei Uraufführungen, drei weitere Neuinszenierungen, die Wiederaufnahme des Jedermann, vier Lesungen - darunter eine Marathonlesung - und die einmalige Sonderveranstaltung 100 Jahre Jedermann umfasst das Schauspiel-Programm 2020 abgesehen von zusätzlichen Sonderformaten zum Jubiläum, die zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.

Hugo von Hofmannsthal Jedermann

Das Gründungsstück der Salzburger Festspiele 1920 ist nicht nur zentraler Bestandteil der DNA der Festspielgeschichte, sondern auch ein einzigartiges Phänomen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Seit Jahrzehnten auf dem Spielplan spannt sich ein unvergleichlicher Schauspielerkosmos über die Aufführungsserie des Jedermann. Die diesjährige Wiederaufnahme von Hugo von Hofmannsthals Jedermann steht 14mal auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele 2020 und feiert seine Premiere am 18. Juli. In der Inszenierung von Michael Sturminger und seinem Team. Die vielfach ausgezeichnete Caroline Peters, die bereits in den letzten zwei Jahren bei den Salzburger Festspielen zu sehen war, übernimmt im Jubiläumsjahr die Rolle der Buhlschaft an der Seite von Tobias Moretti.

Peter Handke Zdeněk Adamec

Die Uraufführung Zdeněk Adamec: Eine Szene des Literatur-Nobelpreisträgers 2019 Peter Handke findet am 26. Juli im Salzburger Landestheater statt: Peter Handke stellt den historischen Fall des 18-jährigen Tschechen Zdeněk Adamec aus dem Jahr 2003 ins Zentrum seines Werkes, der sich aus Protest gegen den von ihm als unerträglich wahrgenommenen Zustand der Welt auf dem Wenzelsplatz in Prag verbrannte. Im Stück findet sich eine nicht näher definierte Gruppe von Menschen zusammen, es entspinnt sich ein Gespräch. Die Geschichte von Zdeněk Adamec zieht sich wie ein roter Faden durch das ansonsten nicht eindeutig zuordenbare Gesprochene aus Fragen und Antworten, aus Vermutungen, Zweifeln und Informationen. Mit ihren erzählerischen Mitteln ruft diese temporäre Gemenschaft den jungen Menschen ins Leben zurück. Zuletzt wurde von Peter Handke 2011 bei den Salzburger Festspielen Immer noch Sturm, die historisch-poetische Aufarbeitung seiner Familiengeschichte, in der Regie von Dimiter Gotscheff uraufgeführt. Friederike Heller wird die Uraufführung von Zdeněk Adamec in Szene setzen. Sie wurde u.a. 2005 für ihre Inszenierung von Peter Handkes Untertagblues am Wiener Burgtheater zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gekürt, bei den Salzburger Festspielen war sie 2006 im Rahmen des Young Directors Project mit Die Unvernünftigen sterben aus vertreten. Es spielen: Matthias Brandt, André Kaczmarczyk, Eva Löbau, Sophie Semin, Barbara Sukowa und andere. Premiere ist am 26. Juli.

William Shakespeare Richard III

Ausgerechnet unter der stabilen Herrschaft Elisabeths I. wählt William Shakespeare um das Jahr 1592 eines der dunkelsten Kapitel der englischen Geschichte, die Rosenkriege der Jahre 1455 bis 1485, um damit sein Publikum mit dem Verfall einer Adelsgesellschaft und den skrupellosen Machtkämpfen der Familien York und Lancaster im Kampf um den englischen Thron zu konfrontieren. Mit Richard III., dessen Herrschaft den Endpunkt der Rosenkriege darstellt, betritt eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur die Bühne: kaltblütig, hemmungslos, sadistisch und gleichzeitig hellsichtig, witzig, und verführerisch. Er versteht es die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Zum ersten Mal steht diese charismatische Figur von William Shakespeare bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. Des Autors, der im künstlerischen Schaffen von Max Reinhardt auch aufgrund seiner legendären Inszenierung von Ein Sommernachtstraum einen unangefochten wichtigen Platz einnimmt. Lina Beckmann, die als Rose Bernd 2017 bei den Salzburger Festspielen bereits einen riesigen Erfolg feierte, wird die Titelrolle übernehmen. Inszeniert wird das Stück von Karin Henkel, der Regisseurin von Gerhart Hauptmanns Rose Bernd. In weiteren Rollen sind unter anderem Kristof Van Boven, Elsie de Brauw und Kate Strong zu sehen.

Die Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg feiert am 28. Juli Premiere auf der Pernerinsel in Hallein.

Milo Rau Everywoman

Mit der Uraufführung Everywoman gehen die Autoren Milo Rau und Ursina Lardi von einem klassischen Stück der Weltliteratur aus: dem englischen Everyman, einer mittelalterlichen Moralität aus dem späten 15. Jahrhundert, in der der Protagonist im Angesicht des Todes sein Leben einer Generaluntersuchung unterziehen muss und die als wichtigste Vorlage von Hugo von Hofmannsthals Jedermann dient. – Everywoman hat alle gesellschaftlichen Rollen im Leben gespielt und alle Städte dieser Welt gesehen: Geld, Sex, Partys und Arbeit – Sie kennt weder Moral noch Maß, erst im Antlitz der Vergänglichkeit erkennt sie, dass sie ihr Leben ändern muss. Schauspielerin Ursina Lardi, die die Hauptrolle in der Uraufführung übernimmt, und Milo Rau, der das Stück selbst inszeniert, sind während der mehrmonatigen Stückentwicklung in Europa und abseits davon vor allem in Brasilien auf einer besetzten Plantage unterwegs und lassen die dort gesammelten Erfahrungen und geführten Gespräche mit in das Stück einfließen. Everywoman steht nicht nur stellvertretend für eine globale Elite an der Spitze unserer Zivilisation. Das Stück ist zugleich eine Befragung der eigenen Arbeit, der Kraft und des Sinns von Kunst. Der Schweizer Regisseur, Autor und Essayist Milo Rau wurde 2016 als bisher jüngster Träger mit dem renommierten europäischen ITI-Theaterpreis geehrt. Sein Stück Five Easy Pieces wurde als erste nicht inländische Produktion mit dem Spezialpreis der Jury der Belgischen Theaterkritik ausgezeichnet und 2017 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Er veröffentlichte mehr als 50 Theaterstücke, Filme und Aktionen, die auf vielen internationalen Bühnen und Festivals zu sehen waren. Mit der Schauspielerin Ursina Lardi verbindet ihn eine langjährige, intensive Zusammenarbeit. Die Uraufführung ist eine Koproduktion mit der Schaubühne Berlin in Zusammenarbeit mit dem IIPM – International Institute of Political Murder.

Premiere ist am 8. August in der Szene Salzburg.

Hugo von Hofmannsthal Das Bergwerk zu Falun

Hugo von Hofmannsthals Drama Das Bergwerk zu Falun beruht auf einer wahren Begebenheit. 1677 verunglückt ein Bergmann kurz vor seinem Hochzeitstag im schwedischen Falun. 50 Jahre später wird sein im Berg konservierter Leichnam unverwest geborgen und von seiner greisen Braut identifiziert. Vor Hofmannsthal hatten bereits andere Dichter das außergewöhnliche Ereignis verarbeitet (unter ihnen Johann Peter Hebel und E. T. A. Hoffmann), aber anders als sie verzichtet er auf das Motiv des spektakulären Wiedersehens. Stattdessen rücken Themen wie Zeit und Vergänglichkeit und die psychoanalytischen Erkenntnisse Freuds in den Fokus. Das Bergwerk zu Falun entstand zwischen 1899 und 1911 und zählt zu Hofmannsthals Frühwerken. Dessen Inszenierung zeigt eine vollkommen andere Facette im Schaffen des Autors des Jedermann. Es inszeniert der Schweizer Regisseur Jossi Wieler. Bei den Salzburger Festspielen ist er seit 1998 wiederholt in Erscheinung getreten: als Schauspielregisseur (Uraufführungen von Jelinek, Handke, Zweig) sowie mit Sergio Morabito als Opernregisseur (Ariadne auf Naxos, Rusalka). Es spielen unter anderen Katja Bürkle, André Jung, Marcel Kohler, Lea Ruckpaul und Hildegard Schmahl.

Die Neuinszenierung wird ab dem 15. August im Landestheater zu sehen sein.

Friedrich Schiller Maria Stuar

Friedrich Schillers Maria Stuart wurde in der 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele noch nie zuvor inszeniert, aber wie William Shakespeare war Friedrich Schiller ein zentraler Autor des Festspielgründers Max Reinhardt. Maria Stuart ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung, eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Lebtag umtrieben: Was ist die Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht, und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? Wie wird Recht gefertigt? In der Regie von Burgtheaterdirektor Martin Kušej kommt es nun zur ersten Inszenierung von Schillers Spätwerk in der Festspielgeschichte – mit den Schauspielerinnen Bibiana Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart. An deren Seite spielen Itay Tiran als Robert Dudley, Graf von Leicester; Oliver Nägele in der Rolle von Georg Talbot, Graf von Shrewsbury; Norman Hacker als Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh und Franz Pätzold in der Rolle des Mortimer.

Die Neuinszenierung ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien und findet am 16. August auf der Pernerinsel in Hallein statt.

100 Jahre Jedermann

Alle Schauspielerinnen und Schauspieler, die in den vergangenen Jahren Rollen im Jedermann gestaltet haben, sind eingeladen, in einer einmaligen Sondervorstellung den Text von Hugo von Hofmannsthal in einer szenischen Lesung gemeinsam zu erspielen. 100 Jahre Jedermann bringt am 22. August eine einzigartige Tischgesellschaft auf die Bühne der Felsenreitschule und macht jenes Schauspieluniversum greifbar, das den Jedermann zum Phänomen werden ließ und seit 100 Jahren das Publikum auf den Domplatz lockt.

Lesungen

Vier Lesungen sind Teil des Schauspielprogrammes:

Das Ensemble der Jedermann-Produktion 2020 lässt Künstlerinnen und Künstler aller Genres zu Wort kommen und entwirft ein vielfältiges Bild des Schauspielers, Regisseurs, Kollegen, Intendanten und Mitbegründers der Salzburger Festspiele: Max Reinhardt. „Nur Mut! Wir werden es schon schaffen!“ – Lesung aus Berichten und Dokumenten über Max Reinhardt findet am 31. Juli im Landestheater statt.

Unter der Überschrift „Mündliches und Schriftliches“ beteiligen sich u.a. Marina Galic, Jens Harzer und Angela Winkler an einer Marathon-Lesung aus dem Werk von Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke. Sie findet am 4. August im Landestheater statt.

Franz Kafka, ein schriftstellerischer Solitär seiner Zeit, verfügt über ein reiches Arsenal von Stimmen: Die Parabel gelingt ihm ebenso wie die Erzählung, der Aphorismus, der Slapstick, der Liebesbrief oder der Amtsbrief – und manchmal all das gleichzeitig. Nach einer Einführung von Reiner Stach, der auch das Konzept für Kafkas Stimmen erstellt hat, wird Matthias Brandt am 10. August in der Großen Universitätsaula lesen.

„Das Spiel vor der Menge“ und andere Prosatexte von Hugo von Hofmannsthal werden am 13. August in der Großen Universitätsaula von Elisabeth Orth und Noah Saavedra gelesen.

Das Konzert

OUVERTURE SPIRITUELLE Pax
WIENER PHILHARMONIKER
ORCHESTER ZU GAST
BEETHOVEN-ZYKLUS
Still life — Zeit mit FELDMAN
MOMENTS MUSICAUX
KAMMERKONZERTE
LIEDERABENDE
SOLISTENKONZERTE
KIRCHENKONZERT
MOZART-MATINEEN
CAMERATA SALZBURG
HERBERT VON KARAJAN
YOUNG CONDUCTORS AWARD
YOUNG SINGERS PROJECT

Seit 1921 – also bereits seit dem zweiten Festspielsommer – stellen Konzerte eine wichtige Säule der Salzburger Festspiele dar, und sie entfalteten zu jeder Zeit ein klangliches Kaleidoskop an Stilen, Repertoires und Gattungen. Die Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und den wichtigen Klangkörpern aus aller Welt, die bei den Salzburger Festspielen zu Gast sind, Solistenkonzerte, Liederabende sowie Kammerkonzerte, Mozart-Matineen mit dem Mozarteumorchester Salzburg und Konzerte mit der Camerata Salzburg bilden ebenso wie Konzertreihen mit Neuer Musik seit vielen Jahren das Grundgerüst für das Salzburger Konzertprogramm, wobei der Einbettung in die Gesamtdramaturgie des jeweiligen Festspielsommers besonderes Augenmerk geschenkt wird.

Die jüngste Konzertreihe, die Ouverture spirituelle, fußt auf der langen Tradition der Kirchenkonzerte im Rahmen der Salzburger Festspiele. „Pax“ – „Friede“, so lautet jener Titel, der im Jubiläumsjahr 2020 der Ouverture spirituelle beigestellt ist. Sie steht damit ganz im Zeichen des Gründungsgedankens der Festspiele, nach dem Ersten Weltkrieg ein europäisches Friedensprojekt aus dem Geist der Kunst zu schaffen.

Zu Beginn der Ouverture spirituelle am 19. Juli 2020 erklingen Arnold Schönbergs Friede auf Erden – ein Werk, das noch vor den beiden Weltkriegen entstanden ist und eine Utopie beschwört, die wenige Jahre später durch die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts zerstört wurde – sowie Benjamin Brittens War Requiem aus dem Jahr 1962: ein sehr persönlicher und eindringlicher Aufruf gegen den Krieg, den Britten schmerzlich erfahren hatte.

‘My subject is War, and the pity of War, / The Poetry is in the pity… / All a poet can do today is warn.’ („Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. / Die Poesie liegt im Leid … / Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.“) Diese Worte des britischen Dichters Wilfred Owen stellte Britten seiner Partitur voran. Und sie gelten auch für die vielen anderen Werke, die in der Ouverture spirituelle erklingen, die den Krieg und das Leid, den Frieden und die Erlösung, die Angst und die Hoffnung musikalisch umkreisen: Dabei werden klangliche Bögen von tief religiösen bis hin zu hoch politischen Gedanken gespannt, von sakralen Leidenswerken zu heroischen Siegesmusiken der Klassik und zeitgenössischen Bekenntniswerken, von der Musik der Renaissance bis in unser Jahrhundert: Die Melodie des Liedes „L’homme armé“ – „Der Mann in Waffen“ etwa bildet die Grundlage zahlloser Messen, darunter einige der bedeutendsten der Renaissance wie jene von Josquin Desprez. Claudio Monteverdis Achtes Madrigalbuch (Madrigali guerrieri, et amorosi) hingegen beweist, wie nahe Krieg und Liebe einander stehen, „dass der Krieg eine Herzenssache und die Liebe eine Hölle sein kann“. Andere Komponisten, wie Händel in seinem Oratorium Messiah, entwerfen das Bild von einer besseren Zukunft. Beethovens Schauspielmusik zu Egmont reflektiert über den gerechten Griff zu den Waffen, und seine Missa solemnis endet nicht etwa in der Verklärung des himmlischen Friedens, sondern in der bangen Hoffnung angesichts des drohenden Krieges. Dieser Missa stand wiederum Haydns Paukenmesse Pate, entstanden im Angesicht der napoleonischen Bedrohung. Der Schrecken der beiden Weltkriege hat sich besonders tief in viele Kompositionen eingeschrieben: Luigi Dallapiccola komponierte seine Canti di prigionia als Reaktion auf Mussolinis „Rassengesetze“. Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps, von ihm und anderen Kriegsgefangenen der Wehrmacht in einem Lager bei Görlitz uraufgeführt, kündet von der Hoffnung auf ewigen Frieden; Et exspecto resurrectionem mortuorum (Und ich erwarte die Auferstehung der Toten) für Holz- und Blechbläser sowie Metallschlaginstrumente erinnert an die Toten beider Weltkriege. Different Trains ist Steve Reichs Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Die Partitur von George Crumbs Black Angels, geschrieben während des Vietnamkriegs, trägt den von Haydn geprägten Zusatz „in tempore belli“. Karlheinz Stockhausens Inori (der japanische Titel bedeutet „Gebet, Anrufung, Anbetung“) entzieht sich zwar der eindeutigen thematischen Zuschreibung, stattdessen lädt der Komponist zur Meditation und zur Suche nach dem persönlichen Frieden ein. In Konx-Om-Pax beschwört Giacinto Scelsi den Frieden in drei Sprachen, Luigi Nono sucht ihn in „nostalgisch-utopischer Ferne“. „Quod est pax?“, fragt Klaus Huber in seinem gleichnamigen Werk und kommt – ähnlich wie Nono – zu dem Schluss: „GERECHTIGKEIT, zusammen mit CONCORDIA stand als Grundlage wahren Friedens im Vordergrund. Dazu gehörte auch: aufeinander hören, zuhören können. Eine bis heute uneingelöste Allegorie von Frieden, welche die Musik nicht unberührt lassen kann.“

Was mit dem Zeitfluß als Festspiel im Festspiel etabliert und mit den Kontinenten sowie Salzburg contemporary fortgeschrieben wurde, findet seit 2017 seine Fortsetzung in einer Reihe von Konzerten unter dem Titel „Zeit mit …“. 2020 laden die Salzburger Festspiele dazu ein, Zeit mit Musik des US-amerikanischen Komponisten Morton Feldman (1926–1987) zu verbringen, einem der genialsten und zugleich eigenwilligsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Feldman wollte nie im traditionellen Sinne komponieren. Statt spannungsreiche Sinnzusammenhänge zwischen Tönen, Motiven und Akkorden zu schaffen, zielte er vielmehr darauf ab, „die Klänge in die Zeit zu projizieren“. Er selbst betrachtete seine Schöpfungen als „zwischen den Kategorien, zwischen Malerei und Musik“ angesiedelt: „Mein Interesse an der Oberfläche ist das Thema meiner Musik. In diesem Sinne sind meine Kompositionen gar keine ,Kompositionen‘. Man könnte sie mit einer Zeit-Leinwand vergleichen. Ich bemale diese Leinwand mit Musikfarbe.“ Das Leise, Zarte, Leichte und die oft ausufernde Dauer seiner Werke verlangen eine spezielle Form des Zuhörens, weshalb „Still life – Zeit mit Feldman“ auch in der Kollegienkirche mit ihrer speziellen Atmosphäre und Akustik verortet ist.

Das Klangforum Wien bringt in zwei Konzerten unter der Leitung von Sylvain Cambreling u.a. die beiden Schlüsselwerke, For Samuel Beckett und Rothko Chapel, zur Aufführung. Markus Hinterhäuser malt mit dem Schlagzeuger Martin Grubinger und dem Flötisten Dietmar Wiesner Feldmans Crippled Symmetry. Höhepunkt der Reihe ist die konzertante Aufführung von Morton Feldmans Oper Neither auf einen Text von Samuel Beckett mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Ilan Volkov und mit Sarah Aristidou als Solistin, die mit diesem Konzert ihr Festspieldebüt gibt.

Sich bedingungslos auf die Musik und das Hören einzulassen, darum geht es auch in einem neuen Konzertformat der Festspiele: den Moments musicaux. Sie offerieren fünf Abende voller Überraschungen mit Künstlerfreunden aus aller Welt und Musik aus vier Jahrhunderten. Mit seinen Moments musicaux schenkte Franz Schubert der Welt sechs einzigartige musikalisch-poetische Momentaufnahmen. Die Salzburger Festspiele schenken ihrem Publikum zum Jubiläum fünf Moments musicaux mit Asmik Grigorian, Patricia Kopatchinskaja, Clemens Hagen, Markus Hinterhäuser, Igor Levit, Martin Grubinger, dem Klangforum Wien, Emilio Pomàrico, musicAeterna, Teodor Currentzis und anderen. Welche Künstler an welchem Termin spielen und was sie spielen, das erfährt das Publikum allerdings erst, wenn der Abend beginnt.

Die Wiener Philharmoniker haben das musikalische Niveau vorgegeben, für das die Salzburger Festspiele weltberühmt sind. 1925 traten sie zum ersten Mal unter ihrem berühmten Namen bei den Salzburger Festspielen auf, zuvor waren ab 1921 bereits Mitglieder der Wiener Staatsoper an Orchesterkonzerten beteiligt und ab 1922 das Orchester der Wiener Staatsoper.

Die Wiener Philharmoniker präsentieren traditionellerweise fünf Konzertprogramme in Salzburg: Den Auftakt macht 2020 Mariss Jansons mit Richard Strauss’ Suite aus der Oper Der Rosenkavalier und der Alpensinfonie sowie Frank Martins Sechs Monologen aus Jedermann mit Matthias Goerne. Andris Nelsons dirigiert die Wiener Philharmoniker und den Chor des Bayerischen Rundfunks sowie den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor in Gustav Mahlers Dritter Symphonie. Die Alt-Partie übernimmt Violeta Urmana. Riccardo Muti leitet die Wiener in seinen drei Konzerten im August in der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven. Es singen Asmik Grigorian, Marianne Crebassa, Daniel Johansson, Gerald Finley und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Christian Thielemann dirigiert Bruckners Vierte sowie Wagners Wesendonck-Lieder mit Elīna Garanča. Gustavo Dudamel beendet die Konzertreihe Ende August mit Franz Liszts Erstem Klavierkonzert mit Evgeny Kissin als Solisten sowie mit Igor Strawinskys Feuervogel.

In der Reihe Orchester zu Gast treten gleich zwei ehemalige Preisträger des Young Conductors Award der Salzburger Festspiele vor das Pult internationaler Orchester: Mirga Gražinytė-Tyla (Preisträgerin 2012) eröffnet die Ouverture spirituelle sowie die Reihe Orchester zu Gast mit ihrem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Friede auf Erden von Arnold Schönberg sowie Benjamin Brittens War Requiem. Maxime Pascal (Preisträger 2014) dirigiert das SWR Symphonieorchester mit Werken von Luigi Nono, Klaus Huber und Giacinto Scelsi. Das Orchestre des Champs-Élysées führt mit dem Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven auf. Der Gründer des West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim, überlässt im Jubiläumssommer zum ersten Mal einem Kollegen die Leitung seines Orchesters: Der junge israelische Dirigent und Pianist Lahav Shani, der mit der Saison 2020/21 als Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra Zubin Mehta nachfolgt, dirigiert das zweite WEDO-Konzert, Daniel Barenboim übernimmt den Klavierpart in Brahms’ Zweitem Klavierkonzert. Ebenfalls zwei Konzerte spielen die Berliner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko, unter anderem mit Daniil Trifonov als Solisten. Zu den Stammgästen bei den Salzburger Festspielen zählt auch das Gustav Mahler Jugendorchester, das in Anknüpfung an Boris Godunow mit einem Programm mit Werken von Modest Mussorgski und Dmitri Schostakowitsch bei den Festspielen gastiert. Teodor Currentzis ist mit seinem musicAeterna Choir & Orchestra nicht nur in der Oper, sondern auch in verschiedenen Konzertreihen zu Gast, etwa mit dem Adagio aus der Zehnten Symphonie von Gustav Mahler und der Pathétique von Peter I. Tschaikowski. Das ORF Radio-Symphonieorchester, das gerade sein 50-jähriges Bestehen feierte, spielt unter Kent Nagano Leonard Bernsteins große Symphonie Kaddish sowie Mahlers Lied von der Erde. Das Pittsburgh Symphony Orchestra schließlich gibt unter der Leitung von Manfred Honeck Béla Bartóks Konzert für Orchester sowie mit Anne-Sophie Mutter als Solistin das Violinkonzert von Beethoven. Die Werke des Jahresregenten Ludwig van Beethoven ziehen sich durch alle Konzertreihen und gipfeln in einem Beethoven-Zyklus mit Igor Levit, dem Beethoven-Pianisten der jüngeren Generation. Igor Levit durchmisst den Kosmos der 32 Klaviersonaten an acht Abenden im Großen Saal der Stiftung Mozarteum.

Die monumentalen Diabelli-Variationen interpretiert Daniel Barenboim. Mit dem Klavierabend am 19. August 2020 feiert er auf den Tag genau sein 70-jähriges Bühnenjubiläum. In weiteren Solistenkonzerten sind unter anderen Martha Argerich, Renaud Capuçon, Anne-Sophie Mutter, Maurizio Pollini, András Schiff, Grigory Sokolov, Daniil Trifonov und Arcadi Volodos zu hören.

Die Liederabende gestalten Christian Gerhaher, Matthias Goerne, Benjamin Bernheim, Marianne Crebassa sowie Juan Diego Flórez mit ihren kongenialen Partnerinnen und Partnern am Klavier. Sonya Yoncheva singt unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner und in Begleitung der Lautten Compagney Berlin. Ema Nikolovska und Jan Petryka interpretieren mit András Schiff das Tagebuch eines Verschollenen von Leoš Janáček.

Kammerkonzerte geben im kommenden Festspielsommer unter anderen das Meta4 Quartet, das Belcea Quartet, Mitglieder der Wiener Philharmoniker und das Hagen Quartett. Gidon Kremer, Giedrė Dirvanauskaitė und Georgijs Osokins kombinieren Werke von Mieczysław Weinberg, Frédéric Chopin und Sergej Rachmaninow. The Big Six – Martin Grubinger und sein Percussive Planet Ensemble – beschließen den Reigen an Kammerkonzerten mit sechs großen Schlagwerk-Sextetten von Friedrich Cerha, Wolfgang Rihm, Iannis Xenakis, Gérard Grisey und Steve Reich.

Die Tradition des Kirchenkonzerts mit der Aufführung der c-Moll-Messe von Mozart geht auf die Anfangsjahre der Salzburger Festspiele zurück: Zum ersten Mal erklang das Werk im Rahmen der Festspiele 1927 in der Stiftskirche St. Peter. Im Jubiläumsjahr kommt die c-Moll-Messe gleich zwei Mal am Uraufführungsort unter der musikalischen Leitung von Raphaël Pichon und mit seinem Pygmalion Choir & Orchestra zur Aufführung.

Das Mozarteumorchester Salzburg hat bei den Festspielen eine noch längere Geschichte wie die Aufführungen der c-Moll Messe in der Stiftskirche St. Peter: Bereits 1921 gaben Mitglieder des Mozarteumorchesters gemeinsam mit Mitgliedern des Wiener Staatsopernorchesters erste Orchesterkonzerte. Seit 1949 spielt das Orchester die von Bernhard Paumgartner ins Leben gerufenen Mozart-Matineen. Der Tradition folgend kommen auch seltener gespielte Werke Mozarts zur Aufführung, wie beispielsweise die Colloredo-Serenade. In der ersten Matinee unter der Leitung des Chefdirigenten Riccardo Minasi interpretiert ein Solistenquartett aus ehemaligen Mitgliedern des Young Singers Project die Paukenmesse von Joseph Haydn. Die weiteren Matineen leiten der Ehrendirigent des Orchesters, Ivor Bolton, sowie Andrew Manze und Ádám Fischer. Gianluca Capuano steht im Rahmen der Mozart-Matineen zum ersten Mal am Pult des Mozarteumorchesters.

Bernhard Paumgartner, von 1960 bis 1971 Präsident der Salzburger Festspiele, war nicht nur Begründer der Mozart-Matineen, sondern auch Gründer der Camerata Salzburg. Seit den Anfängen im Jahr 1952 ist das künstlerische Credo eines jeden einzelnen Orchestermitgliedes: das Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. Eine Maxime, die das Orchester und seine Mitglieder bis heute leben. Dieser Richtschnur folgen auch die beiden Konzertprojekte 2020: Alexander Lonquich spielt gemeinsam mit der Camerata Salzburg die fünf Klavierkonzerte Beethovens an einem Abend und Patricia Kopatchinskaja das Violinkonzert von György Ligeti unter der Leitung von Ingo Metzmacher; in der zweiten Konzerthälfte übernimmt die Violinistin auch die Leitung in Schuberts Quartett Das Tod und das Mädchen in ihrer eigenen Kammerorchesterfassung. Die Camerata Salzburg unterstützt zudem die drei Finalistenkonzerte (Award Concert Weekend) des Young Conductors Awards, der 2020 unter neuem Namen wiederbelebt wird.

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums würdigen die Salzburger Festspiele mit dem Herbert von Karajan Young Conductors Award eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten und einen engagierten Förderer der nachfolgenden Dirigentengenerationen. Am Award Concert Weekend vom 6. bis 8. August ist mitzuerleben, wie die hochkarätig besetzte Jury zum zehnten Mal unter drei Finalisten den Sieger oder die Siegerin kürt. Mit Mariss Jansons als Ehrenpräsidenten und Manfred Honeck als Jury-Vorsitzenden konnten zwei der renommiertesten Dirigenten unserer Zeit für den Award gewonnen werden. – Eine Initiative der Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Eliette und Herbert von Karajan Institut.

Mit dem Young Singers Project haben die Salzburger Festspiele bereits 2008 eine hochkarätige Plattform zur Förderung des sängerischen Nachwuchses geschaffen, die 2020 bereits auf zwölf Jahre Erfolgsgeschichte zurückblicken kann. Die Teilnehmer des Young Singers Project gestalten die diesjährige Kinderoper Vom Stern, der nicht leuchten konnte (eine Uraufführung von Elisabeth Naske und Ela Baumann) und wirken in weiteren Produktionen der Festspielsaison mit. In einem Abschlusskonzert präsentieren sich die Teilnehmer des YSP dem Publikum. Öffentliche Meisterklassen halten 2020 Christa Ludwig, Tanja Ariane Baumgartner, Malcolm Martineau und Gerald Finley.

Sonderkonzerte

Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker

Im Rahmen dieser Sommerakademie erhalten durch Auswahlspiele ermittelte Studierende österreichischer Universitäten intensiven kammermusikalischen und instrumentenspezifischen Unterricht. Rund 20 Kammermusikprojekte von der Klassik bis zur Moderne werden mit jeweils einem Mitglied der Wiener Philharmoniker erarbeitet; Auszüge werden im Schlussmarathon in drei unterschiedlich programmierten Konzerten aufgeführt.

Preisträgerkonzert Internationale Sommerakademie am Mozarteum

Die besten Studierenden aller Meisterklassen der Internationalen Sommerakademie Mozarteum 2020 spielen und singen aus ihrem Solo- und Kammermusikrepertoire. Die Preisträger werden von der Leitung der Sommerakademie gemeinsam mit den Dozenten ausgewählt. Die Preise werden vom Kulturfonds der Landeshauptstadt Salzburg gestiftet.

15. Blasmusikkonzert der Wiener Philharmoniker

Junge Blasmusiktalente aus Kärnten treffen heuer auf die besten Nachwuchsbläserinnen und -bläser aus Salzburg. Unter der Leitung von Karl Jeitler findet dieses Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker, in dem Opernmelodien sowie traditionelle Polkas und Märsche zu hören sein werden, nunmehr zum 15. Mal statt.

Zum Fest

Großes Weltheater Landesausstellung 100 Jahre Salzburger Festspiele
FEST ZUR FESTSPIELERÖFFNUNG
JEDERMANN-TAG
DIE WELT VON GESTERN
DIE WELT VON MORGEN
THEATER IM KINO
„DER TRAUM VON EINEM FEENTEMPEL“
Interventionen der Kunst zu nie gebauten Festspielhäusern
FESTSPIEL-DIALOGE
SALZBURG CENTENARY
Symposium

Ganz im Sinne von Max Reinhardts Ausspruch „Die ganze Stadt ist Bühne“ wollen die Salzburger Festspiele ihr 100-jähriges Jubiläum zusammen mit dem Publikum und gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern feiern.

Großes Weltheater Landesausstellung 100 Jahre Salzburger Festspiele

Salzburg Museum in Kooperation mit den Salzburger Festspielen in der Neuen Residenz, Mozartplatz 1 von 25. April bis 31. Oktober 2020

Für ein halbes Jahr wird die Neue Residenz zum Ort der Begegnung mit der vielschichtigen Geschichte der Salzburger Festspiele und ihrer Künstlerinnen und Künstler: Die Salzburger Festspiele erwecken ihr Archiv zum Leben, präsentieren künstlerische Interventionen, inszenierte Erzählungen, Filmvorführungen und vieles mehr. Teil der Ausstellung wird aber auch eine tatsächliche Bühne sein, die bespielt wird.

Die Eröffnung findet am 25. April 2020 statt.

Fest zur Festspieleröffnung

In der Altstadt Salzburg, 17. und 18. Juli 2020

Musik, Schauspiel, Lesungen, Ausstellungen und Tanz: an öffentlichen Plätzen wie in schönen Innenhöfen und selten bespielten Häusern – zwei Tage lang sollen Salzburger und Festspielbesucher beim Fest zur Festspieleröffnung auf den Festspielsommer eingestimmt werden. Am 17. und 18. Juli findet das Fest in diesem Jahr

Jedermann-Tag

Im Salzburger Festspielbezirk am 22. August 2020

Die erste Aufführung von Hugo von Hofmannsthals Jedermann in der Regie von Max Reinhardt am 22. August 1920 auf dem Salzburger Domplatz gilt als die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele. 100 Jahre später wird dieser besondere Geburtstag mit einer außergewöhnlichen Jedermann-Lesung in der Felsenreitschule, einer Jedermann-Festvorstellung am Domplatz und einem Festbankett auf einer riesigen Jedermann-Tafel in den Straßen und auf den Plätzen des Festspielbezirks gefeiert.

Die Welt von gestern

Im Schloss Leopoldskron vom 6. bis 9. August 2020

Die Welt von gestern führt durch die Räumlichkeiten des Schlosses Leopoldskron, das Max Reinhardt 1918 erwarb und als barockes Gesamtkunstwerk um- und ausbaute und bis 1937 bewohnte. Texte von Ernst Lothar, Franz Werfel über Bertolt Brecht bis Berta Zuckerkandl und anderen werden mit einer Probensituation von Molières Der eingebildete Kranke verquickt, der 1923 im Marmorsaal des Schlosses als Auftakt einer Aufführungsserie in der Regie von Max Reinhardt gezeigt wurde. Mit Die Welt von gestern wird das Publikum eingeladen, in die geistige Welt von damals einzutauchen.

Die Welt von morgen

Festspielbezirk

Was darf der Mensch? Was soll der Mensch? Fragen der Ethik betreffen, ja durchdringen alle Bereiche unseres Lebens. Mit vier international zusammengestellten Diskussionsrunden zu den Themen Kultur, Politik, Medien und Naturwissenschaften wollen die Salzburger Festspiele ausloten, wie die Welt von morgen aussehen könnte.

Theater im Kino

Das Kino“ sowie Bühne im Salzburg Museum – Mitte Juli bis Ende August 2020

In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria.

Mit der Reihe Theater im Kino bieten die Salzburger Festspiele einen Streifzug durch den Filmkosmos Max Reinhardts sowie der Familie seiner Ehefrau Helene Thimig an – beginnend 1913, dem Jahr von Reinhardts Kinodebüt, und endend 1948, dem Jahr der ersten Filmvorführung während der Salzburger Festspiele.

"Der Traum von einem Feentempel"

Interventionen der Kunst zu nie gebauten Festspielhäusern

Mönchsberg, Schlosspark Hellbrunn, Kapuzinerberg und Mirabellgarten

Mai bis Ende Oktober 2020

Aus den zahlreichen in den vergangenen 130 Jahren angedachten Bauplätzen für ein Festspielhaus wollen die Salzburger Festspiele vier nicht realisierte Architekturprojekte durch künstlerische Interventionen sichtbar und erlebbar machen. Die Wahl der Standorte – 1890 am Mönchsberg, 1922 in Hellbrunn, 1940 bis 1943 am Kapuzinerberg, 1950 am Rosenhügel im Mirabellgarten – zeigt deutlich, welch große Bedeutung dem Bau eines Festspielhauses zugemessen wurde.

Festspiel-Dialoge

(Festspiel-)Geschichte erinnern

Bühne im Salzburg Museum, 28. und 29. Mai 2020

In einer einmaligen Neuauflage der „Festspiel-Dialoge“ setzen sich die Salzburger Festspiele mit dem Phänomen Fest-Spiel auseinander und gehen der Frage nach, ob das Theater noch ein utopischer Ort sein kann.

Salzburg Centenary

Salzburg Congress, 7. August 2020

Gemeinsam mit der international tätigen Chumir Foundation for Ethics in Leadership wollen die Salzburger Festspiele einerseits anhand neuester Studien die geopolitische Weltlage analysieren und andererseits der Frage nachgehen, ob der Glaube an die Kraft der Kunst, von der die Gründerväter überzeugt waren, den Festspielen auch heute noch zusätzlichen Sinn gibt. Hochrangige Politiker und Politikerinnen sowie wichtige Künstler und Künstlerinnen aus Europa, den USA und China versprechen einen spannenden Tag.

JUNG & JEDE*R

Das Jugendprogramm der Salzburger Festspiele

Musiktheater

Vom Stern, der nicht leuchten konnte
Gold!
1000 Kraniche

Schauspiel

Dickhäuter
Die Zertrennlichen

Konzert

schräg/strich
Hau drauf!

Interaktionen

Jugendabos & drüber!
Schulprogramm

Junge Kunst

Operncamps
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Sonderkonzerte
Junge Freunde
Siemens > Kinder > Festival

Mit dem stark erweiterten Jugendprogramm jung&jede*r bieten die Salzburger Festspiele Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ein breites, qualitativ hochwertiges Programm und laden mit mobilen Produktionen und Schulprojekten das ganze Salzburger Land ein zur Bühne zu werden. Damit kann jede*r Oper, Konzert und Schauspiel als Zuschauer erleben.

Für interessierte Schulklassen besteht mit dem Format der „Partizipativen Projekte“ die Möglichkeit, in einer Projektwoche mit Experten, Künstlern und Pädagogen begleitend zu den Produktionen vertiefend künstlerisch zu arbeiten. Die Teilnahme ist nach Maßgabe freier Plätze für die Saison 2020 kostenlos. In Kombination mit dem Vorstellungsbesuch auf der Bühne im Salzburg Museum ist der Besuch der Jahresausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ möglich. Das Format wird für alle Schultypen, von der Volksschule über die Sonderschule, die Neue Mittelschule, das Gymnasium und die höheren berufsbildenden Schulen und Berufsschulen angeboten.

Für die partizipativen Schulprojekte sind bereits Anmeldungen von 1848 Schulkindern aus 37 Schulen im Bundesland Salzburg eingegangen. Die ersten Projektwochen starten nach den Semesterferien am 17. Februar 2020 und ziehen sich bis zur vorletzten Schulwoche am 29. Juni 2020.

Hauptsponsoren

AUDI

Audi ist seit 1994 Hauptsponsor der Salzburger Festspiele und hat diese Partnerschaft bis 2022 verlängert. Gerade diese Langfristigkeit ist für die Budgetplanung der Festspiele sehr wichtig. Besonders dankbar sind die Festspiele Audi auch für die Ermöglichung einer kontinuierlichen Präsenz in China. Bereits zum sechsten Mal konnten die Festspiele dank Audi im November 2019 in Beijing Werbung für einen Besuch der Festspiele machen. Anlässlich der beiden Jubiläen, 100 Jahre Salzburger Festspiele und 25 Jahre Partnerschaft, ermöglicht Audi den Festspielbesuchern bei der Rundfahrt durch die Stadt mit einem Audi e-tron, Highlights der Geschichte der Festspiele in virtueller Realität zu erleben.

SIEMENS

Siemens engagierte sich bereits von 1995 bis 1998 als Projektsponsor und ist seit 1999 Hauptsponsor. Der Vertrag wurde bis 2021 verlängert. Durch das Engagement von Siemens ist den Festspielen ein Angebot von Aufführungen zum Nulltarif in einem Umfang möglich, der weltweit einzigartig ist. Die Siemens Fest>Spiel>Nächte sind seit 2002 das größte Public Screening klassischer Musik der Welt. Rund 1 Mio. Menschen konnten bisher die Festspielaufführungen am Kapitelplatz gratis erleben. Rekordbesucherzahlen, ein wunderschönes Ambiente und ein spannendes Programm machen die Siemens Fest>Spiel>Nächte zu einem festen Bestandteil des Salzburger Festspielsommers. Seit 2008 gibt es auch das Siemens Kinder>Festival.

KÜHNE-STIFTUNG

Die Kühne-Stiftung engagiert sich seit 2019 als Hauptsponsor bei den Salzburger Festspielen. Damit erweitert sie ihre bereits seit 2013 bestehende erfolgreiche Partnerschaft. Dank der Kühne-Stiftung konnten die Salzburger Festspiele ihr 2008 gegründetes Young Singers Project zu einer hochkarätigen Plattform zur Förderung des Sänger-Nachwuchses ausbauen. 157 Sängerinnen und Sänger aus 41 Ländern konnten in den vergangen 11 Jahren das YSP als Karriereplattform nützen. Die jeweiligen Abschluss-Konzerte gehören seit Jahren zu den beliebtesten Festspielveranstaltungen.

ROLEX

Das Engagement von Rolex für die Künste geht zurück bis in die 1970er Jahre, als die neuseeländische Sopranistin Dame Kiri Te Kanawa erste Markenbotschafterin in der Welt der Kunst wurde. Seither hat Rolex seine Unterstützung auf viele andere renommierte Künstler, prestigeträchtige Institutionen und Festivals ausgedehnt. Zu den Botschaftern der Marke gehören Stars wie Cecilia Bartoli, Jonas Kaufmann und Plácido Domingo. 2012 wurde Rolex Partner der Salzburger Festspiele. Damit bekamen auch die Pfingstfestspiele erstmals wieder die finanzielle Möglichkeit Oper zu machen. Besonders dankbar sind die Festspiele Rolex für die zusätzliche Finanzierung prestigeträchtiger Medienauftritte, wie zum Beispiel in der

Financial Times London und der New York Times. Die Partnerschaft wurde bis 2027 verlängert.

Projektsponsoren

Projektsponsoren finanzieren Projekte, die künstlerisch wichtig sind, aber ohne zusätzliche finanzielle Mithilfe nicht verwirklicht werden könnten. Hier gelingt es den Salzburger Festspielen alljährlich Förderer in aller Welt zu gewinnen für neue, vom Intendanten vorher ausgewählte Programmpunkte.

Nestlé ist seit 1991 treuer Sponsor der Salzburger Festspiele und hat durch seine weltweiten Kontakte entscheidend zur Internationalisierung der Salzburger Festspiele beigetragen. 2020 wird Nestlé als Projektsponsor die Opernproduktion Elektra von Richard Strauss unterstützen.

Swarovski und die Salzburger Festspiele sind geradezu ideale Partner – österreichische Marken mit weltweiter Ausstrahlung. Swarovski hat nächstes Jahr auch ein großes Jubiläum, es feiert 125 Jahre. Die Salzburger Festspiele unterstützt das Unternehmen seit 2013, auch durch den Einsatz seiner facettenreichen Kristalle für zahlreiche Kostüme und Bühnenbilder. Diese Förderung kam 2016 Manon Lescaut, 2017 Aida, 2018 der Zauberflöte, 2019 Adriana Lecouvreur und den Kostümen von Orphée aux enfers und bereits drei Mal dem Jedermann zugute. 2020 wird Swarovski Partner der Produktion Tosca.

UNIQA ist bereits seit 2004 ein wichtiger Partner der Salzburger Festspiele. Die Festspiele sind wiederum ein fixer Bestandteil deren Unternehmenskultur. Seit Jahren liegt nun der Fokus der Zusammenarbeit auf der Jugendförderung. Sie ermöglichen den Salzburger Festspielen die stete Ausweitung ihrer Initiativen auf diesem Gebiet. Die Produktion ausgewählter Kinderopern, Jugendcamps sowie kinder- und jugendgerechter Begleitveranstaltungen kann durch das Engagement von UNIQA umgesetzt werden. Der Vertrag wurde bis 2022 verlängert.

Raiffeisen Salzburg ist erfreulicherweise neuer Partner der Salzburger Festspiele. Bildung, Soziales, Ökologie, Sport aber auch Kultur sind Teil des Markenselbstverständnisses der Raiffeisen Bankengruppe. Die Idee, das Kinder- und Jugendprogramm jung&jede*r als Geschenk an die Jungen im Jubiläumsjahr finanziell zu ermöglichen, fiel bei Raiffeisen auf fruchtbaren Boden.

Solway Investment Group konnte 2017 als Unterstützer der Opernproduktion La clemenza di Tito gewonnen werden. Seit 2018 trägt das Unternehmen den Titel „Sponsor der Opern Camps“ und unterstützt gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern und der Stiftung der American Austrian Foundation die Operncamps für Kinder und Jugendliche. Im Rahmen des Operncamp-Sponsorings vergibt Solway Stipendien an junge Talente aus strukturschwachen Ländern. Begeistert von der Idee der Ausweitung des Kinder- und Jugendprogramms sagte Solway Investment Group ein Sponsoring bis 2022 zu.

OMV und Gazprom engagieren sich vielfältig in den Bereichen Sport und Kultur. Seit 2016 gibt es eine bilaterale Partnerschaft zwischen den beiden Firmen zum Thema Kultur, von denen u.a. Ausstellungen im Kunsthistorischen Museum und in der Ermitage profitiert haben. Für das Jubiläumsjahr 2020 konnten die beiden Partner als Projektsponsoren für die Salzburger Festspiele gewonnen werden. Sie unterstützen die Oper Boris Godunow von Modest Mussorgsky.

Produktsponsoren

Die Salzburger Festspiele danken den Produktsponsoren, die mit dem Einsatz qualitätsvoller Produkte einen wesentlichen Beitrag für die Realisierung der Salzburger Festspiele als Gesamtkunstwerk leisten. Genannt werden sollen zwei:

Seit fünf Jahren unterstützen Schlumberger und Champagner Louis Roederer die Festspiele mit einem eigens kreierten Festspielcuvée und Champagner. Die Festspiele freuen sich, auch hier eine Weiterführung der Partnerschaft bekannt geben zu können.

Besonders freuen sich die Salzburger Festspiele auch einen heimischen Partner zu haben, die Stieglbrauerei zu Salzburg steuert ihr allseits beliebtes Bier bei und verwöhnt jährlich das Jedermann-Team mit einer besonderen Premierenfeier.

Stiftungen und private Geldgeber

Die Kia Ora Foundation ermöglicht seit 1997 Nachdiplomstudien in den Bereichen Musik und angewandte Wissenschaften und fördert darüber hinaus Sonderprojekte, an denen internationale junge Künstler mitwirken.

Die V─A─C Foundation ermöglichte den Salzburger Festspielen 2019 die Wiederaufnahme von Romeo Castelluccis Salome. V─A─C engagiert sich für die Kulturproduktionen, die durch neue Partnerschaften, Formen und Methoden das Zeitgenössische in den Mittelpunkt stellen. 2020 engagiert sich die V─A─C Foundation für die Opernproduktion Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart und verlängert die Partnerschaft um fünf Jahre bis 2024.

Darüber hinaus danken wir den vielen privaten Unterstützern. An der Spitze Professor Dr. h.c. mult. Reinhold Würth, dem Salzburg vor allem in der bildenden Kunst so viel Prägendes für das Stadtbild verdankt. Er gehört aber auch zu den großen Mäzenen der Salzburger Festspiele. 2020 unterstützt er bereits zum dritten Mal die Ouverture spirituelle.

Ein besonderes Dankeschön gebührt den Golden-Club- und Silber-Club-Mitgliedern und den rund 6.500 Freunden der Salzburger Festspiele in aller Welt. Kein anderes Festival der Welt hat einen so erfolgreichen und treuen Förderverein. Er unterstützt das Festspielprogramm mit einem Spielplanzuschuss und ermöglicht zusätzlich Projekte, die nicht mehr wegzudenken sind – zum Beispiel das Fest zur Festspieleröffnung und die Aktion „Festspielkarte = Busticket“, mit der die Salzburger Festspiele ein deutliches Signal für den öffentlichen Verkehr setzen. 2020 kann durch den Verein der Freunde das Jubiläumsprogramm noch reichhaltiger gestaltet werden.

Durch den Kartenverkauf und die vielen hier genannten Unterstützer, haben die Salzburger Festspiele eine außergewöhnlich hohe Eigenwirtschaftlichkeit von über 75%. Dank für die finanzielle Unterstützung gebührt auch der öffentlichen Hand, die 18,8 Mio. Euro zum Budget beitragen. Das sind:

die Republik Österreich,
das Land Salzburg,
die Stadt Salzburg
sowie der Salzburger Tourismusförderungsfonds, der die Salzburger Festspiele jährlich mit 3,76 Mio. Euro unterstützt.

Kartenanzahl und Kartenpreise 2020

2020 sind 242 373 Karten aufgelegt (hinzu kommen „Zum Fest“ und „jung&jede*r“ in Stadt und Land Salzburg).

Die Karten sind in der Preisspanne von € 5,- bis € 445,- erhältlich.

Rund die Hälfte aller Karten sind im unteren Viertel des gesamten Preissegments zwischen € 5,- und € 105,- angesiedelt.

Stichtag für alle Kaufkartenbestellungen ist der 7. Jänner 2020. Direktbuchungen über die Website sind ab 27. März 2020 möglich.

Wertschöpfung

Die Salzburger Festspiele schaffen alljährlich direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Millionen Euro und in Österreich von 215 Millionen Euro. == Service == Das Programm im Detail sowie weiterführende Informationen auf der neuen Homepage www.salzburgerfestspiele.at

Kartenbüro der Salzburger Festspiele
Postfach 140, 5010 Salzburg
Telefon: (06 62) 8045 555 uund (06 62) 8045 500
E-Mail: info@salzburgfestival.at
Pressebüro der Salzburger Festspiele
Hofstallgasse 1
5020 Salzburg
E-Mail: presse@salzburgfestival.at

Pressekartenanfragen werden ab April 2020 unter 'presse.karten@salzburgfestival.at' bearbeitet.

Sämtliche Abbildungen im Jahresprogramm sind von Man Ray

Der amerikanische Fotograf, Filmregisseur, Maler und Objektkünstler Man Ray zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Avantgarde der Zwischenkriegszeit, dessen Fotografien zu Ikonen der Moderne wurden. In seinem Werk thematisiert er immer wieder weibliche und männliche Körperlichkeit und deren Inszenierung. Das Cover unseres Jahresprogramms 2020 ziert eine der berühmtesten Fotografien überhaupt: Man Rays Noire et blanche. Mit dem größtmöglichen Kontrast zwischen der schwarzen Maske und dem weißen Frauenkopf kreierte Man Ray ein doppelbödiges und provokatives Werk, das er höchst ästhetisch sublimierte.

Sämtliche Werke von Man Ray

© Man Ray 2015 Trust /ADAGP – Bildrecht, Wien – 2019

With kind permission of the Man Ray 2015 Trust

William Kentridge hat das Logo 100 Jahre Salzburger Festspiele entworfen

William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg (Südafrika) geboren und hat sich mit seinen Zeichnungen und Filmen sowie Theater- und Opernproduktionen internationales Ansehen erworben. Kentridges Werke sind seit den 1990er-Jahren in Museen und Galerien auf der ganzen Welt zu sehen. 2017 realisierte er bei den Salzburger Festspielen Alban Bergs Wozzeck. Seit 2014 ist seine Visualisierung von Schuberts Winterreise mit Matthias Goerne und Markus Hinterhäuser weltweit zu erleben.

Fotoservice

Honorarfreie Fotos zum Download: www.salzburgerfestspiele.at/fotoservice

Quelle

Anmerkung

  1. (* 14. Januar 1943 in Riga; † 30. November 2019 in Sankt Petersburg)