Salzburger Festspiele 1928

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Oben links: Ferdinand Exl als "Pete" und Grete Wiesenthal als "Schöne Perchtin" im "Perchtenspiel", rechts oben: Anna Exl als "Magd" im "Perchtenspiel" und unten eine Szene aus dem "Perchtenspiel". Bild Karl Ellinger.
Die amerikanische Filmschauspielerin Lilian Gish zu Besuch bei Max Reinhardt im Schloss Leopoldskron. Bild Karl Ellinger.

Die sechsten Salzburger Festspiele fanden vom 26. Juli bis 30. August 1928 statt.

Über die Festspiele

Poldi Wojtek entwarf für das Festspielplakat jenes Motiv, das noch heute das Logo der Salzburger Festspiele bildet: Poldi Wojteks Entwurf, der den Wettbewerb um das beste Signet gewann, zeigt eine Maske hinter der Festung Hohensalzburg, kombiniert mit den Salzburger Fahnen.

Neben fünf Neuproduktionen wird das Leningrader Opernstudio zu einem Gastspiel eingeladen, was konservative Kritiker auf den Plan ruft, die einen „Bolschewiken-Einbruch in die Festspiele“ erkennen wollten.

Das Programm

Das Programm für 1928 war schon umfangreich und bot mehr als 50 Aufführungen.

Mit der Uraufführung im Festspielhaus von Richard Billinger Das Perchtenspiel, Regie Eduard Köck und Bühne Robert Kautsky, wurde am 26. Juli die Festspiele eröffnet.

Hier die Beschreibung aus Das interessante Blatt, Ausgabe vom 2. August 1928:

Das Perchtenspiel ist ein kühnes, tiefgründiges symbolisches Märchen aus der Gefühlswelt unserer Alpenbauern. Beileibe kein "Bauernstück"! Es ist fast ohne Vorbild; es sei denn, man erinnert sich der alten Volksbräuche und Volksschauspiele, die in der Überlieferung in manchen Gegenden noch lebendig sind.

Die Dämonie des Menschen, der in der Scholle wurzelt, der im steten Wandel der Natur lebt, der erdverbunden den holden und unholden Kräften der Natur nahe steht, wird in diesem eigen artigen Gedichte lebendig. Scharf umrissene, mit prachtvollem Leben erfüllte Menschen enthüllen in Symbolen das eigenartige Wesen des alpinen Menschen.

Der Inhalt: Ein junger Bauer, angetrieben vom Ehrgeiz und der Verblendung der Mutter, vermählt sich mit der schönsten Perchtin; kaum ist der Bund geschlossen, graut ihm vor der Welt der Geister. Ihre Rache bringt Verderben über ihn, über sein von ihm verstoßenes, liebendes Weib, über seinen Hof. Der eigene Knecht erschlägt ihn, weil er treulos Scholle und Hof verkaufen, das Land verlassen will. Angesichts der Trümmer des einstigen blühenden Besitzes bricht auch der wilde Stolz der Alten zusammen; sie, die allen Glauben und alle Liebe zur Kirche und zu den Menschen abgelegt hat, ruft das Mitleid und die Gnade der vierzehn Nothelfer herbei.

An Neuinszenierungen gab es

von Johann Wolfgang von Goethe Iphigenie auf Tauris, Regie Richard Beer-Hofmann, Bühne und Kostüme Alfred Roller
von Friedrich Schiller Die Räuber, Regie Max Reinhardt, Bühne Oskar Strnad
von Wolfgang Amadé Mozart Così fan tutte unter der Regie von Ernst Lert, Bruno Walter dirigierte die Wiener Philharmoniker und den Chor der Wiener Staatsoper
  • im Festspielhaus
von Mozart Die Zauberflöte, Franz Schalk dirigierte die Wiener Philharmoniker und den Chor der Wiener Staatsoper, Regie führte Lothar Wallerstein, das Bühnenbild stammte von Oskar Strnad

Es gab ein Gastspiel des Leningrader Opernstudios mit Mozarts Bastien und Bastienne, Paumgartners Die Höhle von Salamanca, Dargomyschskys Der steinerne Gast und Rimsky-Korsakows Der unsterbliche Kaschtschej.

Wiederaufnahmen: Jedermann und Fidelio; dazu kamen ein Ballettabend, ein Konzert des Leningrader Opernstudios, sechs Orchesterkonzerte, ein Kammerkonzert, ein Solistenkonzert, acht Serenaden und vier Konzerte geistlicher Musik;

Weblinks

  • ANNO, Die Stunde, Ausgabe vom 21. August 1928, Seite 6: Dia Salzburger Festspiele sind in diesen Tagen an ihrem Höhepunkt angelangt.

Quellen

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