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Eberhard Fugger

Eberhard Fugger

Eberhard Friedrich Fugger (* 3. Jänner 1842 auf Schloss Bürglstein; † 21. August 1919 in Salzburg) war Realschullehrer, Direktor des Salzburger Museum Carolino Augusteum und Vorstand der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fugger wurde auf Schloss Bürglstein (heute Schloss Arenberg) geboren.

Nach der k. k. Normalhauptschule trat er im Oktober 1852 in das k.k. Staatsgymnasium ein. In der ersten Klasse war Fugger der beste Schüler von 50 und auch in den folgenden Klassen hatte er stets Vorzugszeugnisse. Am 9. August 1860 erhielt er das Zeugnis der Reife (Matura).

1854 hatte er einen Stiftsplatz im Lodronischen Collegium Rupertinum erhalten.

1860 ging er an die Universität in Wien, wo er Naturwissenschaften studierte. Bereits im sechsten Semester meldete sich Fugger am 7. Mai 1863 zur Lehramtsprüfung und wurde innerhalb eines Jahres zur Ausübung des Lehramts der Chemie, Physik und Mathematik an Realschulen zugelassen.

Nach seiner Ausbildung unterrichtete er zunächst von 1864 bis 1870 im niederösterreichischen Stockerau an die neuerrichtete Landes-Unterrealschule, bevor es ihn zurück in seine Heimatstadt zog, wo er bis 1899 weiter als Lehrer tätig sein sollte.

Nach dem Rückritt von Dr. Alexander Petters wurde er 1877 Mitglied des Verwaltungsrates des Salzburger Museums Carolino-Augusteum und als Geologe mit der Leitung der mineralogisch-geologischen Sammlungen betraut. 1881 wurde Fugger auch Kustos des Botanischen Gartens (heute Wilhelm-Furtwängler-Park), am 1. Jänner 1884 "Chefmeteorologe" der meteorologischen Beobachtungen in der Station Salzburg und 1896 Erdbeben-Referent. 1904 erfolgte die Ernennung zum Korrespondenten der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

1880 trat er in die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde ein, deren Vorstand er von 1888 bis 1916 war.

1893 wurde Fugger zum Vorsitzenden des Delegiertenkomitees zur Erhaltung und Restaurierung des Linzertores gewählt. Die Bemühungen des Komitees waren ja leider nicht von Erfolg gekrönt, dennoch sprach ihm die Zentralkommission für Kunst und historische Denkmale den Dank aus und ernannte ihn am 11. Juli 1894 zum Salzburger Korrespondenten der Kommission.

Er wurde dann auch Obmann des Komitees zur Erneuerung der Fresken bei der Hofstallschwemme.

Vom Salzburger Gemeinderat wurde er in der Sitzung vom 9. Juni 1902 für eine dreijährige Funktionsdauer mit der Direktion des Museums Carolino-Augusteum betraut, das unter ihm einen immensen Aufschwung nahm. Unter anderem begann er mit der Neukatalogisierung der Salisburgensien-Bibliothek.

Er war Mitglied der Salzburger Liedertafel und als Erforscher der heimatlichen Bergwelten auch Mitglied des Vereins für Höhlenkunde.

Mit Vollendung seines 70. Lebensjahres richtete die die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde am 28. Dezember 1911 im großen Saal in St. Peter einen sehr gut besuchen Festabend aus. Bei dieser Feier überbrachte der damalige Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, Max Ott, die Nachricht, dass der Salzburger Gemeinderat einstimmig die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Fugger beschlossen hatte.

Begraben ist er am Salzburger Kommunalfriedhof.

Familie

Seine Mutter, die aus Babenhausen in Bayern stammte, ehelichte 1846 den k. k. Kreiskassier Karl Schuster in der Ritzenkapelle. Karl Schuster wurde zum Vormund von Eberhard Fugger ernannt.

Eberhard Fugger heiratete am 15. Jänner 1865 in der Pfarrkirche St. Rochus an der Landstraße in Wien Fräulein Adele Matzenauer. 1915 feierte er mit ihr die Goldene Hochzeit.

Aus der Ehe entstammte ein Sohn, der nach seiner Ausbildung zum Professor an der Oberrealschule in Marburg (Untersteiermark, heute Slowenien) ernannt wurde. Am 7. Juni 1908 starb der Sohn bei einem tragischen Unfall auf der Heimreise zu seinen Eltern anlässlich der Pfingstferien in der Nähe der Stadt Salzburg.

Ehrungen

1894 wurde ihm anlässlich seine 30jährigen Berufsjubiläums das Bürgerrecht der Stadt Salzburg taxfrei verliehen. 1895 erhielt er eine Dienstzulage als Professor und das goldene Verdienstkreuz mit der Krone.

Am 18. Dezember 1911 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen.

Die größte Ehrung, die ihn am meisten erfreut hatte, war der einstimmige Beschluss der philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck vom 18. Jänner 1912, wonach er anlässlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Anerkennung seiner zahlreichen wertvollen und ergebnisreichen wissenschaftlichen Leistungen und besonders seiner hervorragenden Verdienste um die wissenschaftliche Landeskunden zu Salzburg zum Ehrendoktor ernannt worden war.

Am 9. Februar 1953 beschloss der Salzburger Gemeinderat, das Grab Fuggers am Kommunalfriedhof zum Ehrengrab zu erheben.

Nach Eberhard Fugger ist eine Straße im Salzburger Stadtteil Parsch benannt.

Werke

 
Skizze von Eberhard Fugger zu den Windlöchern, eines Höhlensystems im Unterberg, 1888
 
Skizze von Eberhard Fugger des Eiskegels in der Kolowratshöhle, eines Höhlensystems am Unterberg, Österreich. Im Mai 1876.

Literatur

Quellen

Zeitfolge