Landtagswahl 2004

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Landtagswahl 2004 brachte erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik einen Machtwechsel von der ÖVP zur SPÖ.

Ergebnis

Partei Stimmen Prozent Mandate Reg.Sitze
SPÖ 125 382 45,40 % 17 4
ÖVP 104 723 37,92 % 14 3
FPÖ 24 007 8,69 % 3 -
GRÜNE 22 080 7,99 % 2 -

Allgemeines

Die Sozialdemokraten gewannen 13,1 Prozentpunkte und kamen auf 45,4 Prozent. Die Volkspartei lag mit 37,9 Prozent (minus 0,8) klar zurück auf Rang zwei. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Freiheitliche und Grüne im Kampf um den dritten Platz. Die FPÖ lag am Ende mit 8,7 Prozent (minus 10,9) knapp voran. Die Grünen holten 8 Prozent (plus 2,6).

Die Stimmenverteilung: VP 104.723, SP 125 382, FP 24 007, Grüne 22 080. Die Sozialdemokraten verfügen nun über 17 Mandate (+5), die ÖVP über 14 Mandate (-1), die FPÖ über 3 (-4) und die Grünen über 2 (2). Die ÖVP verlor das Rennen gegen die SPÖ in fünf Bezirken, nur der Flachgau blieb schwarz.

Die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen war erstmals seit 45 Jahren wieder gestiegen, und zwar im Vergleich zur Landtagswahl 1999 um 3,2 Prozentpunkte auf 77,3 %.

Vor der Wahl hatte die SPÖ mit ihrer Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller klar gemacht, dass der erste Ansprechpartner für eine Zusammenarbeit der bisherige Koalitionspartner Volkspartei sein wird. Diese Ankündigung wurde innerhalb eines Monats in den Regierungsverhandlungen dann auch umgesetzt.

Burgstallers Triumph wurde auch darauf zurückgeführt, dass sie Urbanität und ländliche Wurzeln zu vereinen wusste. Die Bauerntochter aus Oberösterreich hat nicht nur in der ohnedies "roten" Landeshauptstadt triumphiert, auch in Landgemeinden legte sie gewaltig zu, oft überholte sie sogar die ÖVP wie in St. Margarethen und Muhr im Lungau.

Landeshauptmann Franz Schausberger zog aus seiner Schlappe bei der Salzburger Landtagswahl am 8. März 2004 nach einer Präsidiumssitzung der Salzburger ÖVP die Konsequenzen und gab seinen Rücktritt als ÖVP-Obmann bekannt.

Karl Schnell (FPÖ) war der zweite große Verlierer der Landtagswahl. Obwohl den Freiheitlichen jeder zweite Wähler davonlief, blieb der Arzt aus Saalbach im Amt. "Wir haben die 15 Prozent nicht erreicht, doch eines ist den Freiheitlichen wenigstens gelungen, vor der Grünen zu bleiben", sagte FP-Landesparteiobmann Karl Schnell.

Für die Grünen wurde der Wahlabend nach positivem Beginn zur Enttäuschung. Das ersehnte dritte Mandat, das zur Klubstärke verholfen hätte, schien zunächst gut abgesichert, ging letztlich an die ÖVP verloren. Spitzenkandidat Cyriak Schwaighofer zerknirscht: "Wie ein Staubsauger" habe die SPÖ gewirkt.

Umfragen nach der Wahl

57 Prozent aller SPÖ-Wähler haben die SPÖ bei der Salzburger Landtagswahl deshalb gewählt, weil sie eine Veränderung der Machtverhältnisse wollten. Als Grund, was letztlich den Ausschlag für die Niederlage der ÖVP gab, nannten 57 Prozent aller Wähler (65 Prozent der ÖVP- und 66 Prozent der SPÖ-Wähler) die von Landeshauptmann Franz Schausberger (VP) angekündigte Übergabe des Amtes innerhalb der nächsten zwei Jahre an Wilfried Haslauer.

"Es liegt nicht daran, dass die ÖVP in den letzten Jahren zu wenig geleistet hat, sondern vielmehr an der Wahlkampfstrategie von Franz Schausberger und der angekündigten Personalrochade, die ihm als Zeichen der Schwäche ausgelegt wurde. Bundespolitische Einflüsse waren auch nicht hilfreich", resümierte IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger. 47 Prozent der Befragten nannten weiters die bundespolitischen Einflüsse als Grund für die ÖVP-Niederlage, die "Person Franz Schausberger" war für 44 Prozent der Befragten (41 Prozent der ÖVP- und 45 Prozent der SPÖ-Wähler) letztlich ausschlaggebend.

Für fast zwei Drittel der SPÖ-Wähler war bei der Wahl die Kandidatin, also Gabi Burgstaller, ausschlaggebend, auch für 54 Prozent der ÖVP-Wähler war Franz Schausberger ein Kriterium. Als Stammwähler "outeten" sich zwei Drittel der ÖVP-Wähler (bei der SPÖ 30 Prozent). Dass die Partei "die besseren Konzepte für die Zukunft und die Lösung der Probleme" habe, war nur für 39 Prozent der SPÖ-Wähler und 46 Prozent der ÖVP-Wähler ein Kriterium.

Ziemlich nebensächlich war hingegen die in den letzten Wochen vor der Wahl fast zum Hauptthema hochstilisierte Koalitionsfrage: Nur vier Prozent der SPÖ- und 18 Prozent der ÖVP-Wähler wollten mit ihren Kreuzerl auf dem Stimmzettel eine bestimmte Koalitionsbildung verhindern.

Quellen

Wahlen im Bundesland Salzburg

Europawahlen:
1996 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Nationalratswahlen:
1920 | 1923 | 1927 | 1930 | 1945 | 1949 | 1953 | 1956 | 1959 | 1962 | 1966 | 1970 | 1971 | 1975 | 1979 | 1983 | 1986 | 1990 | 1994 | 1995 | 1999 | 2002 | 2006 | 2008 | 2013 | 2017

Bundespräsidentenwahlen:
1951 (1) | 1951 (2) | 1957 | 1963 | 1965 | 1971 | 1974 | 1980 | 1986 (1) | 1986 (2) | 1992 (1) | 1992 (2) | 1998 | 2004 | 2010 | 2016 (1) | 2016 (2, ungültiger) | 2016 (2)

Landtagswahlen:
1919 | 1922 | 1927 | 1932 | 1945 | 1949 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2013 | 2018

Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen:
Stadt Salzburg:
1919 | 1923 | 1927 | 1931 | 1949 | 1953 | 1957 | 1962 | 1967 | 1972 | 1977 | 1982 | 1987 | 1992 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Flachgau:
1919 | 1922 | 1925 | 1928 | 1931 | 1949 | 1954 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Tennengau:
1919 | 1922 | 1925 | 1928 | 1931 | 1949 | 1954 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Pongau:
1919 | 1922 | 1925 | 1928 | 1931 | 1949 | 1954 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Pinzgau:
1919 | 1922 | 1925 | 1928 | 1931 | 1949 | 1954 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019

Lungau:
1919 | 1922 | 1925 | 1928 | 1931 | 1949 | 1954 | 1959 | 1964 | 1969 | 1974 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2014 | 2019