Europawahl 2009

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Bei der Europawahl am 7. Juni 2009 konnte die ÖVP in Salzburg wie auch bundesweit den Sieg davontragen. Die SPÖ rutschte hingegen hinter der Liste Martin auf Platz drei ab. Auch bei den Grünen war angesichts einer klaren Niederlage alles andere als Euphorie angesagt. Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil fast verdoppeln.

Allgemein

47 234 Salzburger Wähler stimmten am Sonntag für die ÖVP, 31 055 für H.-P. Martin, 28 123 für die SPÖ. Auf Platz vier landete die FPÖ mit 17 797 Stimmen, vor den Grünen mit 14 905 und dem BZÖ (6 433). Nicht einmal 1 000 Stimmen erreichten die Jungen Liberalen (JuLis) mit 948 und die KPÖ (825). Im Vergleich zur EU-Wahl vor fünf Jahren verlor die SPÖ 7,4 Prozent (auf 19,1). Die ÖVP musste 3,1 Prozent abgeben (von 35,2 auf 32,1). Martin legte um 5,6 auf 21,1 zu. Die Grünen verloren ein Drittel ihrer Wähler (von 15,2 auf 10,1 Prozent). Die FPÖ gewann ebenso viel dazu und kam auf 12,1 Prozent (plus 5,2). Das BZÖ, das zum ersten Mal bei einer EU-Wahl angetreten war, schaffte 4,4 Prozent.

Bei der EU-Wahl wurden in ganz Salzburg 19 213 Briefwahlkarten ausgegeben. Deren Stimmen werden bis 15. Juni ausgezählt.

Ergebnis

Das vorläufige Endergebnis - vor Auszählung der Briefwähler - lautet in Salzburg:

Partei  % Stimmen +-
ÖVP 32,1 47 234 -3,1
Liste Martin 21,1 31 055 +5,6
SPÖ 19,1 28 123 -7,4
FPÖ 12,1 17 797 +5,2
Grüne 10,1 14 905 -5,1
BZÖ 4,4 6 433 -
JuLis 0,6 948 -
KPÖ 0,6 825 -0,2

Bezirksergebnisse

In der Stadt Salzburg war der Rückgang der Wahlbeteiligung nicht so stark wie befürchtet. Sie sank im Vergleich zur EU-Wahl 2004 nur leicht von 35,1 auf 34,8 %.

Die ÖVP konnte in der Landeshauptstadt ihren ersten Platz klar verteidigen, obwohl sie von 26,7 auf 25,1 % zurückfiel. Die SPÖ wählte nur mehr jeder Fünfte: Sie sackte von 25,7 auf 20,6 % ab. H.-P. Martin (19,4 %) überholte die Grünen (16,0). Der Zugewinn der FPÖ von 8,4 auf 12,3 % fiel nur mäßig aus.

In allen Landbezirken setzte sich die ÖVP deutlich als Nummer eins durch. Den höchsten Anteil schaffte sie mit 38,5 % im Lungau, dann folgen der Flachgau (35,2), der Pongau (34,6), der Pinzgau (32,8) sowie der Tennengau (31,9 %).

Ebenfalls in allen Landbezirken ließ H.-P. Martin die SPÖ hinter sich. Das beste Ergebnis fuhr Martin im Pinzgau mit 24,2 % ein, das zweitbeste im Pongau mit 21,9 %. Über 20 % erreichte er in allen Gauen. Eine schwere Schlappe erlitt die SPÖ im Flachgau mit nur 15,8 %. Nur im Lungau war sie noch schwächer (15,6).

Die Grünen schnitten im Flachgau (11,1 %) und im Tennengau (10,0) noch am besten ab. Im Lungau und Pongau schafften sie nicht einmal fünf Prozent. Die besten FPÖ-Ergebnisse gibt es im Lungau (14,3) und Pongau (13,0). Das BZÖ liegt nur im Lungau über fünf Prozent (5,3). Im Pinzgau kamen die "Orangen" lediglich auf 3,2 Prozent.

Gemeindeergebnisse

Eine wie erwartet schlechte Wahlbeteiligung und katastrophale Verluste der SPÖ bestimmten die EU-Wahl auf Gemeindeebene. Selbst in den kleinsten Landgemeinden gingen großteils weniger als die Hälfte zur Wahl. Mit Abstand am höchsten war die Wahlbeteiligung mit 58,6 Prozent in Göming. In der ÖVP-Hochburg konnte die Volkspartei ihre Anhänger offensichtlich am besten mobilisieren. Hoch war die Wahlbeteiligung auch in St. Koloman (51,1) und in Bergheim (50,6). Am geringsten war sie in Hintersee mit 23,6 Prozent. Nicht viel besser sah es in St. Andrä (27,9) und Maria Alm am Steinernen Meer (27) aus.

Die Liste Martin erreichte in Bad Gastein den ersten Platz. Dort kam sie auf 29,9 Prozent. Auch in der bisherigen SPÖ-Hochburg Saalfelden am Steinernen Meer liegt Martin mit 26 Prozent an der Spitze. In Bramberg am Wildkogel schaffte Martin 29,4 Prozent, in Mariapfarr 29,1. In Zell am See kam die Liste auf 27 Prozent. Ihr fehlten nur drei Stimmen auf die führende ÖVP.

Die SPÖ fuhr in vielen Gemeinden herbe Verluste ein. In Bad Hofgastein fiel sie von 37,4 auf 20,6 Prozent, in Bischofshofen von 44,5 auf 28,8. In Bürmoos von 48,8 auf 34,5. In Werfenweng erreichte die SPÖ ihr schlechtestes Ergebnis. Dort ist sie mit 4,2 Prozent nur mehr eine Splitterpartei.

Empfindliche Verluste musste auch die ÖVP vor allem in ihren Hochburgen hinnehmen, in Weißbach zum Beispiel um zwölf, in Untertauern um 16, in Filzmoos um 14 und in Dorfbeuern um 9,5 Prozent.

Die FPÖ wurde in ihrer Hochburg Thomatal mit 30,6 Prozent Stimmen stärkste Partei. Das zweitbeste Ergebnis gab es mit 26,4% in Viehhofen.

Die Grünen blieben nach dem sehr guten Ergebnis von 2004 nur in wenigen Gemeinden über zehn Prozent. In Elsbethen wählten 14 Prozent die Grünen (2004: 21,4). In Puch fielen die Grünen von 21,1 auf 11,9 Prozent.

In der Kleingemeinde Tweng lag die Beteiligung bei 28,2%. Insgesamt wurden dort nur 66 Stimmen abgegeben. Jede Stimme brachte der jeweiligen Partei also 1,5 %.

Quelle

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