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Grenzübergang Walserberg

Hölzerne Amtstafel einer bayerischen Beimautstation aus dem 18. Jahrhundert, wie sie auch beim Alten Mauthaus in Schwarzbach stand
Das Alte Mauthaus in Schwarzbach besaß in den 1970er Jahren noch weitgehend sein ursprüngliches Aussehen
Bayerisches Grenzschild aus Gusseisen. Solche Schilder waren bemalt und wurden ab 1837 aufgestellt
Im neuen Mauthaus in Schwarzbach war das Zollamt bis 1936 untergebracht
Erstes österreichisches k.k. Mauthaus bei Walserberg 1807
Ehemaliges Österr. Zollamt
Das 1949 erbaute deutsche Zollamt an der Nordseite der Bundesstraße
Der Plan des Walserberges vor der Errichtung des Zollamtes 1972
Deutsches Autobahnzollamt in den 1950er Jahren
Das österreichische Autobahnzollamt in den 1950er Jahren
Das Gemeinschaftszollamt an der Südseite der Bundesstraße auf deutscher Seite wurde 1957 eröffnet
Brückengebäude Walserberg

Als Grenzübergang Walserberg werden zwei Grenzübergängen zwischen Österreich und Deutschland im Westen des Flachgaus bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Beide Übergänge befinden sich am Walserberg. Bevor die Grenze durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union noch beiderseits von Kontrollposten besetzt war, lag der österreichische Posten im Gemeindegebiet von Wals-Siezenheim im Südwesten des Ortsteils Walserberg. Der deutsche Posten befand sich im Stadtgebiet von Bad Reichenhall in Bayern (im Nordosten des Ortsteils Schwarzbach).

Die Staatsgrenze verläuft über den Höhenrücken des Walserberges. Auf dem Walserberg gibt es einen Autobahn-Grenzübergang und einen Bundesstraßen-Grenzübergang. Die österreichische Westautobahn (A 1) trifft am Autobahn-Grenzübergang Walserberg auf die deutsche Bundesautobahn A 8. Die österreichische Wiener Straße (B 1) geht am Bundesstraßen-Grenzübergang Walserberg in die deutsche Bundesstraße B 21 über. Als Folge des Beitritts der Republik Österreich zur Europäischen Union wurden seit dem 1. Jänner 1995 an den deutsch-österreichischen Grenzübergängen zunächst keine Zollkontrollen mehr durchgeführt. Am 1. April 1998 trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Seit dem Einsetzen der Flüchtlingsbewegung 2015 finden aber wieder Grenzkontrollen in diesem Bereich statt.

Auf dem Walserberg befindet sich das deutsche Binnenzollamt Bad Reichenhall Autobahn.

Geschichte

Die Grenze

Die Grafschaft im oberen (südlichen) Salzburggau war ab etwa 1100 an das Adelsgeschlecht der Grafen von Plain verlehnt, welche ihren Sitz auf der Plainburg in Großgmain hatten. Diese Grafschaft umfasste den südlichen Teil des heutigen Rupertiwinkels, westlich und südlich des Waginger Sees, das Gebiet südlich der Stadt Salzburg und das Salzachtal bis zum Pass Lueg. Nach dem Aussterben der Grafen von Plain im Jahre 1260 konnten die Erzbischöfe von Salzburg deren Herrschaftsgebiete größtenteils an sich bringen. Im 1275 geschlossenen „Zweiten Erhartinger Vertrag“ erkannte der bayerische Herzog die Westgrenze des erzbischöflichen Herrschaftsgebiets weitgehend an. Damit war die Ablösung des Salzburger Territoriums von Bayern einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Als Folge der Erlassung einer eigenen Salzburger Landesordnung im Jahre 1328 durch Erzbischof Friedrich III. kann von einem selbständigen „Land Salzburg“ (1342 erstmals so genannt) und damit einer tatsächlichen Landesgrenze gesprochen werden. Nach der 1295 erfolgten Aufteilung des Ortes Gmain zwischen Salzburg und Bayern wurde der Grenzverlauf im Reichenhaller Becken bis ins 19. Jahrhundert nur noch unwesentlich verändert.

Straßen und Mauten

Die erste befestigte Straße über den Walserberg war die von den Römern angelegte Verbindung zwischen der Stadt Juvavum (Salzburg) und Salinas (Reichenhall). Sie führte über Maxglan, Loig, Gois, durch den Einschnitt zwischen Wartberg und Walserberg nach Marzoll und weiter am Fuße des Kirchholzes zu den Reichenhaller Salinen. Die heutige Trasse der Bundesstraße zur „Nachtbarschafft ennter deß Bergs“ wurde 1536 zum ersten Mal erwähnt und erscheint auf historischen Karten als „Chaussee nach Salzburg“.

Mautstellen lagen im Mittelalter meist nicht an den Landesgrenzen. Vielmehr handelte es sich dabei um so genannte Binnenmauten, die oft an Brücken (z. B. München), Überfuhren, Furten, Talengen oder Straßengabelungen lagen. Dies waren Orte, an denen der Verkehr leicht zu kontrollieren war. Das Erheben von Zöllen war ursprünglich ein Recht des Landesherrn, der meist Grafen mit der Durchführung beauftragte. Am Walserberg oder in Schwarzbach ist bis ins 18. Jahrhundert keine Mautstelle belegbar. Schwarzbach war aber wohl eine bedeutende Raststation an der Straße von Reichenhall nach Salzburg, wo der Weg zur Bichlbruck abzweigte. Immerhin besaßen in Schwarzbach, das aus acht Anwesen bestand, neben dem imposanten Wirtshaus noch zwei weitere Häuser die Berechtigung, Gäste zu bewirten und zu beherbergen. Dazu gab es noch einen Schmied und einen Wagner, welche zu einem großen Teil von den Durchreisenden lebten. Das Dorf hätte sich daher gut als Ort für eine Mautstelle geeignet.

Zollstellen an der Grenze

Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef 1765 die „Mauth- und Accis-Ordnung“ eingeführt wurde, ist eine „Churbaierische Beymauth“ in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der 1780er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 95) umzog. Auf der Grundlage der „Provisorischen Zoll- und Mautordnung“ von 1799/1800 wurden die Binnenmauten in Bayern aufgelöst und dafür Zollstellen an den Landesgrenzen geschaffen. Damit gab es in Reichenhall ein Mautamt, dem die Beiämter in Schwarzbach, Mauthausen und Melleck, sowie Zollstationen auf der bayerischen Gmain und an der Staufenbruck unterstellt waren. Im Jahre 1805 übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins „Neue Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 105), dass wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Auf Salzburger Seite wurde erst nach dem Ende des Erzstifts im Zuge der Säkularisation von 1803 ein Zollamt eingerichtet. Ferdinand III. von Toskana hatte das Land übernommen und am Walserberg eine „Toscanische Zoll- Tabaks- und Salzaufsicht“ installiert.

Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und Berchtesgaden zu Österreich. Auf Befehl Kaisers Franz I. galt ab 17. Juli 1807 in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung von Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land (Außergebirg) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die Weißbachschlucht nach Inzell führte mit dem bayerischen Territorium verbunden.

Gemeinschaftszollamt und Transitverkehr

In Bayern trat 1807 die „Zoll- und Mautordnung für die Gesamtstaaten des Königreiches Baiern“ in Kraft. Sie stellte die Einheitlichkeit des Zollgebietes für ganz Bayern auf eine neue Grundlage. In Reichenhall gab es nun ein Maut- und Hallamt, dem die Beimautämter Schwarzbach und Melleck, und die Zollstationen an der Staufenbruck und am Obertor (Tiroler Tor) in Reichenhall unterstellt waren. Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. Durch den „Münchner Vertrag“ jedoch fiel das Land Salzburg am 1. Mai 1816 wieder an Österreich zurück. Mit den Landgerichten Tittmoning, Laufen an der Salzach, Waging am See und Teisendorf auf der linken Seite von Salzach und Saalach aber blieb ein Gebiet bei Bayern, welches später Rupertiwinkel genannt wurde. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt und wurde zweimal im Jahr durch die Zollinspektion München kontrolliert.

In Österreich nahm am 11. Mai 1830 eine „Kameral-Gefällen-Verwaltung“ ihre Arbeit auf, welche unter anderem für die Zollabgaben, sowie die Weg-, Brücken- und Wassermauten zuständig war. Das „Gränzzollamt Walserberg“ war ein „Commerzialzollamt“ und unterstand dem „Vereinten Gefälls-Inspektorat“ in Salzburg.

Beim Röhrenwirt im Ort Walserberg begann man im selben Jahr mit dem Neubau eines Zollamtsgebäudes, in welchem das österreichische Zollamt bis zum Anschluss 1938 untergebracht war. Von 1853 bis 1866, in einer Zeit der politischen Annäherung zwischen Bayern und Österreich, bestand sogar ein österreichisch-bayerisches Gemeinschaftszollamt in diesem Gebäude. In jenen Jahren gab es auch schon einen Transitverkehr durch das später so genannte Kleine Deutsche Eck“ zwischen dem Walserberg und dem Steinpass.

„Tausend-Mark-Sperre“ und „Anschluss“

Trotz des Beitritts Bayerns zum neuen deutschen Kaiserreich im Jahre 1871 blieben die Zollämter bayerische Behörden und die Zöllner bayerische Beamte. In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wurden ständig neue Verordnungen und Gesetzte für die Zollämter erlassen und wieder außer Kraft gesetzt. Aber schon das ganze 19. Jahrhundert hindurch hatten die Zöllner alle paar Jahre mit geänderten Rahmenbedingungen bei der Ausübung ihres Dienstes zu tun gehabt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg ging im Jahre 1919 die Zuständigkeit für die Zollverwaltung von den Ländern auf das Deutsche Reich über. In der Zeit der Weimarer Republik blühte am Walserberg vor allem der Schmuggel von Vieh. Schon kurz nach dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten trat am 1. Juni 1933 das „Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich“, die so genannte „1000-Mark-Sperre“, in Kraft. Der Grenzverkehr in Schwarzbach ging daraufhin um etwa 90 Prozent zurück. Nach der Aufhebung des Gesetzes im Jahre 1936 durften im Monat nur bis zu zehn Reichsmark mit nach Österreich genommen werden. Diese absurden Verhältnisse hatten den Schriftsteller Erich Kästner zu seiner heiteren Geschichte „Der kleine Grenzverkehr“ inspiriert, die unter anderem auf dem Grenzübergang am Walserberg angesiedelt ist.

Im Jahre 1937 zog das bisher im neuen Mauthaus untergebrachte Zollamt Schwarzbach auf Anweisung des Reichsfinanzministeriums in eine direkt an der Grenze neu erbaute Baracke. Gleichzeitig wurden in den Grenzorten Wohnungen für die Zollbediensteten erbaut. Die in charakteristischen Dreiergruppen errichteten Häuser im schlichten Heimatstil prägen einige bayerische Ortsbilder, wie etwa in Schwarzbach, Weißbach, Marzoll und Pidingerau bis heute. Im Jahr 1937 mussten die 25 Beamten des Zollamts über 187 000 Fahrzeuge abfertigen, zu denen noch viele Fußgänger und an Sonn- und Feiertagen bis zu 800 Radler kamen. Im Jahr darauf nahm eine Grenzpolizeistation ihren Dienst auf. Am 31. März 1939, erst ein Jahr nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das Zollamt Schwarzbach geschlossen. Die Autobahn von München wurde auf österreichischer Seite über den Walserberg weiter gebaut und der dort bis dahin geltende Linksverkehr abgeschafft.

Neuanfang

Am 3. Mai 1945 sprengten Wehrmachtseinheiten die Autobahnbrücke über die Saalach, was die Amerikaner bei ihrem Vormarsch aufhalten sollte. Nach dem Ende des Krieges wurde die Grenze zu Österreich wieder hergestellt und die Grenzübergänge an der Bundesstraße und an der Autobahn durch amerikanische Soldaten abgeriegelt. Der bayerische Zoll und die Grenzpolizei nahmen am 15. Februar 1946 ihren Dienst am Grenzübergang an der Autobahn auf. Das „Zollamt Piding-Autobahn“ bestand aus einer Baracke, die zuvor als Rot-Kreuz-Dienststelle zur Betreuung von Heimkehrern genutzt worden war. Dort verrichteten ein Zollinspektor, fünf Zollsekretäre und ein Zollassistent ihren Dienst. Die Baracke befand sich auf der Autobahn-Einreiseseite nach Bayern und beherbergte in primitivster Weise drei Dienststellen: das österreichische Zollamt, die Grenzpolizei und das bayerische Zollamt. Die Verfügungsgewalt im juristischen Sinne hatte niemand. Es wurde nicht nur der Autobahnverkehr, sondern auch der Verkehr (der Bundesstraße) Bad Reichenhall – Salzburg über die Autobahn in Betrieb genommen. Zu letzterem Zweck nützte man das früher stillgelegte Stück der alten Salzburger Straße (heute Zufahrt Firma Reber) über die Autobahn hinweg wieder. Der zivile Grenzverkehr hielt sich im Rahmen, da das Wirtschaftsleben darnieder lag und Genehmigungen zu Grenzüberschreitungen nur spärlich erteilt wurden. Das österreichische Zollamt verließ 1947 als erstes die Baracke und etablierte sich auf österreichischem Gebiet in einem neu errichteten provisorischen Zollamt.

Zunehmender Grenzverkehr

Die Umbenennung der deutschen Dienststelle in „Zollamt Schwarzbach-Autobahn“ erfolgte 1948. Die neun Beamten hatten damals täglich durchschnittlich nur 180 Fahrzeuge zu kontrollieren, der Verkehr nahm jedoch stetig zu. Eine Hochblüte erlebte in den Jahren nach dem Krieg der Schmuggel von Zigaretten und Kaffee, welcher ungeahnte Ausmaße annahm. Ein Jahr nach der 1949 erfolgten Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Zollverwaltung zu einer Bundesbehörde.

Am 7. Juli 1949 konnten an der Autobahn und an der Bundesstraße neue Dienstgebäude ihrer Bestimmung übergeben werden, welche jedoch den Anforderungen schon bald nicht mehr genügten und daher mehrere Zubauten erhielten. Im Jahre 1952 öffnete in Bad Reichenhall wieder ein Hauptzollamt, was nach dem „Anschluss“ 1938 geschlossen worden war. Die Grenzzollämter wurden diesem unterstellt. Seit 1957 gab es am „Kleinen Walserberg“ (Grenzübergang Bundesstraße) wieder ein Gemeinschaftszollamt auf deutscher Seite.

Anfang der 1950er-Jahre war die Autobahnbrücke wieder errichtet und Erschwernisse beim Grenzübertritt, wie etwa eine Ausreiseerlaubnis abgeschafft worden. Der Verkehr über den Walserberg nahm damit immer weiter zu, wodurch auch die Zahl der Bediensteten, vor allem des Autobahnzollamts, stieg. Ab 1954 wurden deshalb „An der Schanz“ in Schwarzbach große Wohnblocks für die Bediensteten des Zollamts gebaut. 1955 hatten noch 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen das Zollamt passiert, zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Personen in vier Millionen Fahrzeugen. Der „Große Walserberg“ (Autobahngrenzübergang) entwickelte sich zu einem der größten Grenzübergänge in Europa. Dieser Umstand wirkte sich auch auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen der umliegenden Gemeinden aus, wo die an den Zollämtern beschäftigten Menschen wohnten.

Am 29. Juni 1968 wurden rund 10 000 Fahrzeuge gezählt, am stärksten Reisetag jenes Sommers, Samstag, den 13. Juli 1968, schätzte man rund 11 000 Fahrzeuge.[1]

Staus und „E-Spur“

Im Jahr 1972 wurde ein markantes, alle Fahrbahnen überspannendes Brückengebäude errichtet. Darin nahmen die Beamten beider Staaten eine gemeinsame Personenabfertigung auf. Im Jahre 1975 fuhren knapp 23 Millionen Reisende in über sechs Millionen Fahrzeugen auf der Autobahn über den Walserberg. Das deutsche Zollamt an der Bundesstraße wurde 1977 als „Abfertigungsstelle Bundesstraße“ dem Autobahnzollamt angegliedert. Ab Mitte der 1970er-Jahre gehörten auf Grund des sprunghaft angestiegenen Südost-Verkehrs kilometerlange Lkw-Staus auf der Autobahn zum alltäglichen Bild. Mit der Einführung der so genannten „E-Spur“ sollte 1984 für deutsche und österreichische Reisende ein erleichtertes Kontrollsystem geschaffen und damit die Wartezeiten an den Grenzen verkürzt werden. Durch das Mitführen einer grünen „E-Plakette“ hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Der Missbrauch dieser Regelung durch viele Reisende führte dazu, dass auf der „E-Spur“ ebenso genau kontrolliert wurde, wie auf den anderen Spuren. Obwohl die „E-Spur“-Regelung offiziell bis 1995 galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung nicht mehr angewandt. In den 1990er-Jahren wurde der Walserberg von etlichen Organisationen als idealer Platz für Demonstrationen entdeckt. Tiertransporte, Lkw-Transit und Asylpolitik waren die häufigsten Themen dieser Aktionen, die oft zu kilometerlangen Staus führten.

Kontrollen abgeschafft

Im Jahr 1994 benutzten etwa 34 Millionen Personen in zehn Millionen Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Bussen die Grenze am Walserberg. In diesem Jahr waren knapp 180 Menschen beim deutschen Autobahnzollamt tätig. Zusammen mit dem österreichischen Zollamt (140), der Grenzpolizei (100), den Grenzspeditionen (ca. 250), der Bundesanstalt für den Güterfernverkehr und weiteren Einrichtungen, arbeiteten auf dem Walserberg insgesamt fast 700 Menschen.

Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und dem Wegfall der Zollkontrollen wurde das deutsche Zollamt auf dem Walserberg in ein Binnenzollamt umgewandelt. Das österreichische Zollamt musste, da es von der Wirtschaft kaum noch frequentiert wurde, wenig später schließen. Am 1. April 1998 trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Die Grenzpolizei löste man auf, das Brückengebäude über der Autobahn und die Dienstgebäude an der Bundesstraße wurden 2003 abgerissen. Das deutsche Binnenzollamt „Bad Reichenhall Autobahn“ übersiedelte 2004 in einen Neubau an der Nordseite der Autobahn.

Hotel statt Zoll

 
Der Grenzübergang im Juli 2019.

An ehemaligen Grenzübergang Walserberg (A 8 München, Richtung Salzburg) wurde im Jahr 2006 das Hotel Servus Europa in Betrieb genommen.

Erinnerungen an Vergangenes

Walserberg, ade

Aus den Salzburger Nachrichten vom 2. April 1998 von Norbert Lublasser:

Dem Journalistenherz gibt's einen Stich: Ein Ort vieler - oft nächtlicher Einsätze - existiert nicht mehr. Den EU-Bürger freut's: Endlich freie Fahrt über den Walserberg, Europas einst größten Grenzübergang. Ein Rückblick auf eine bewegte Geschichte.

Stunden, in Summen Tage, haben wir auf dem Walserberg verbracht. Ob die Drogenfahnder wieder Rekordfunde melden konnten, ob Lkw-Blockaden den Verkehr lahm legten, ob die sommerliche Blechlawine das berühmte "nichts geht mehr" ansagte; ob Demonstranten die Autobahn besetzten, ob menschliche Katastrophen über Flüchtlinge hereinbrachen, ob Tierleid auf Transportern deutlich wurde. Immer war eine Schar Journalisten von dies- und jenseits der Grenze am Ort des Geschehens.

Aus, Ende, vorbei. Nur mehr das Brückengebäude (in das McDonalds so gerne eingezogen wäre, hört man) wird an die ehemalige Grenzstation erinnern. Eine Grenzstation, die genaugenommen seit 1765 bestand. So weit wollen wir nicht zurückgehen. Die eigentliche Geschichte der Autobahngrenze auf dem Walserberg hätte 1937 beginnen sollen. Hitler hatte seine Autobahn von München Richtung Salzburg gebaut und wollte eine riesige Grenzstation errichten lassen. Planer war kein geringerer als Albert Speer, monumental waren seine Entwürfe. Umgesetzt wurden sie allerdings nicht: Ein kleiner Aktenvermerk im Frühjahr 1938 versenkte die Pläne. Grund: "Änderung der Sachlage". Österreich war ein Teil des deutschen Reichs geworden. Nach dem Krieg machten die Amerikaner die Grenze dicht: Nur US-Bürger durften von Salzburg nach Bayern und zurück wechseln. GIs wachten darüber, dass die strenge Separation eingehalten wurde: Nicht einmal das Sprechen über den Grenzbalken hinweg war erlaubt.

In diesen Tagen, so geht aus den Chroniken von Albin Kühnel, dem Leiter des deutschen Zollamtes am Walserberg, hervor, wurden die Menschen erfinderisch. So fand der salzburgisch-bayerische Austausch im Gebirge statt. Vor allem im Purtschellerhaus im Göllstock, durch das sich die Grenze zog. Dort wurden sogar bilaterale Ehen geschlossen. Erst 1947/48 konnte man mit Verwandten und Bekannten von "drüben" sprechen: An der Grenze, die Erlaubnis kostete 50 Reichspfenning. Der Autoverkehr tröpfelte noch so spärlich über den Walserberg, dass ohne dessen Beeinträchtigungen auf der Autobahn Seifenkistenrennen durchgeführt werden konnten.

1949 gab es für die Grenzbevölkerung Erleichterungen, 1950 durften deutsche Staatsbürger gar zu den Salzburger Festspielen reisen. Fünf Mark kostete ein Visum. 1952 wurde der Sichtvermerkszwang gelockert. Der Verkehr entwickelte sich danach sprunghaft: 1955 passierten schon 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen die Grenze. Zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Reisende in vier Millionen Kraftfahrzeugen. Und eine weitere Dekade darauf, 1975, wurden 22,8 Millionen Reisende in 6,2 Millionen Fahrzeugen gezählt. Mit der Lockerung der Grenzkontrollen wurden auch die Zählungen eingestellt. Die letzte fand 1994 statt: damals frequentieren 34 Mill. Reisende in 10 Mill. Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Busse den Walserberg.

Geschmuggelt wurde in der Grenzregion um den Walserberg auf Teufel komm raus. Eine Hochblüte erreichte das Geschäft mit dem illegalen Warenverkehr in den Jahren zwischen 1949 und 1951. Manch junger Mann und auch manch korrupter Beamter verdiente sich eine goldene Nase: Polizisten in Uniform schlossen sich Schmugglerbanden an, Zöllner verrieten Dienstpläne. Auf allen nur möglichen und unmöglichen Wegen wurde tonnenweise Kaffee aus den großen US-Lagern in Salzburg über die Grenze gebracht. Monatlich an die fünf Tonnen Kaffee, abgefüllt in 50-Kilo-Säcken, wurden von den Zöllnern sichergestellt. Man kann sich die Menge vorstellen, die nicht entdeckt wurde. Pro Sack erhielt der Träger 100 Mark, eine Menge Geld damals. Oder wie es in Kühnels Chronik heißt: Burschen in modischer Kleidung würden auf den neuesten Motorrädern die Gegend unsicher machen und ihr leichtverdientes Geld in Lokalen durchbringen. Und es soll, erzählt Kühnel, gar vorgekommen sein, dass sich ein Zöllner in einem Gasthaus eine Zigarette anzünden wollte und ihm ein Bursch einen brennenden 100-Mark-Schein hinhielt.

Schon damals kamen Hunde zum Einsatz: Sie witterten den Kaffee. Jahre später wurden ihre Artgenossen auf viel gefährlichere Schmuggelware angesetzt: Mitte der 1960er setzte der Handel mit Rauschgift ein, der erste Fund datiert vom 19. Jänner 1969. Ein Türke versuchte, 2,7 Kilo Haschisch über die Grenze zu bringen. Elf Monate später wurden im Dach eines deutschen Reisebusses schon 509 Kilo Cannabisharz entdeckt. Die Schmuggler wurden immer gerissener: So wurde 1971 das erste Mal Suchtgift - 270 Liter Morphinbasis - in einem doppelwandigen Treibstofftank gefunden.

Der letzte große Haschischtransport mit 1 743 Kilo "schwarzem Afghanen" wurde 1976 entdeckt, danach boomte das Geschäft mit Heroin. Auf der sogenannten Balkanroute wurden Tonnen transportiert. Die Zöllner am Walserberg rüsteten mit modernster Technik und einem Spezialtrupp auf. Und sie konnten immer wieder spektakuläre Erfolge erzielen. 50 Prozent des Erfolgs entstünden durch Informationen, der Rest durch Spürsinn, meint Zollchef Kühnel: Seine Beamten hätten immer wieder die richtige Intuition gehabt. Und dann schon mal bis zu 24 Stunden lang einen Lkw zerlegt.

So ein Fall ereignete sich im Frühjahr 1992: Ein Beamter hatte ein "Kribbeln im Bauch" und entdeckte unter Tonnen von Gemüse, die ein Kühlwagen transportierte, 65 Kilo reinstes Heroin im Wert von mehreren Hundert Millionen Schilling. Trotz ihrer Erfolge wussten die Fahnder: Nur ein bis fünf Prozent des auf der Balkanroute geschmuggelten Heroins wurde tatsächlich entdeckt. Mit der Öffnung des Ostens und dem Ende des Warschauer Paktes verlagerte sich die Balkanroute immer mehr nach Norden, die Schmuggler scheuten immer mehr die salzburgisch-bayerische Grenze.

Anekdote

Kühnel sagte, er habe viel erlebt auf dem Walserberg: Kinder wurden geboren und Menschen sind gestorben. Ein Erlebnis behält er aber in besonderer Erinnerung: Ein Deutscher fragte ihn eines Sonntags, ob den Heiratsgut auch zu verzollen wäre. Er habe nämlich eine österreichische Frau geheiratet, und die bringe einen Weinkeller mit in die Ehe. Kühnel verwies darauf, dass auch alkoholische Getränke nicht unter zollfreies Heiratsgut fielen. Darauf der Deutsche: "Wenn ich das gewusst hätt', hätt ich nicht geheiratet."

Historische Anekdoten vom Grenzübergang Walserberg

Sicherlich hat jeder, der die 1995 abgeschafften Zollkontrollen am Walserberg und an anderen Grenzen noch kannte, seine eigenen Erfahrungen damit gemacht. Über anekdotenhafte Ereignisse am Walserberg in früheren Zeiten ist dagegen sehr wenig bekannt. Einige wenige liegen hier gesammelt vor.

Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef 1765 die „Mauth- und Accis-Ordnung“ eingeführt wurde, ist eine „Churbaierische Beymauth“ in Schwarzbach bei Reichenhall belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen untergebracht, bis sie Ende der 1780er-Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ umzog. Dass es damals beim Grenzübertritt nicht immer friedlich zuging, lässt sich aus einem salzburgischen Hofratsprotokoll ersehen:

Der Salzburger Postillon Michael Zellner passierte mit seiner Postkutsche im Juli 1787 wie üblich die Mautstation Schwarzbach. Als er dem Mautdiener auf dessen Frage eine ungebührliche Antwort gab, versetzte ihm dieser mehrere Faustschläge. Der vorgesetzte Beamte, der bayerische Mautner, unternahm nichts zur Beendigung des sich entwickelnden Handgemenges. Die Salzburger Regierung beschwerte sich später bei der Regierung in München und warf dem Mautner eine „gehässige Verfahrensart und hierdurch an den Tag gelegte Geringschätzung gegen das Hochfürstl. [salzburgische] Postamt“, sowie „unnachbarliches und hartes Betragen“ vor. Der Salzburger Hofrat gestand allerdings zu, dass der Postillon den „gehörigen Respect und die schuldige Achtung“ habe vermissen lassen. Außerdem habe er „durch seine bezeigte Unart und Widersetzlichkeit“ die Handgreiflichkeit provoziert.

Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und Berchtesgaden zu Österreich. Auf Befehl Kaisers Franz I. galt ab 17. Juli 1807 in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land (Außergebirg) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. So erinnerte sich ein Zeitzeuge:

Die bestellten Bankalaufseher [Zöllner], das hässlichste Insekt eines modernen Staates, hausten auf den Straßen von Wals, Piding und Gmain mit so übertriebener Vollmacht, dass sie Eier, Butter, Schmalz Hühner – kurz alles, was man nach Reichenhall zu Markte bringen wollte – auch in unbedeutender Quantität wegnahmen.“ Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die Weißbachschlucht nach Inzell führte mit dem bayerischen Territorium verbunden.

Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. Durch den „Münchner Vertrag“ jedoch fiel Salzburg am 1. Mai 1816 wieder an Österreich zurück. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt. Nach § 47 der k.b. Zoll- und Mautordnung von 1811 "muss der Reisende bei der Ankunft an der Mautstätte ohne Ausnahme und ohne Rücksicht, ob er viel, wenig oder gar nichts Mautbares bei sich hat, anhalten und seinen Reisepaß vorlegen. Aus diesem muß zu entnehmen seyn, wie sich der Reisende nenne, wessen Standes und Karakters er sey, woher er komme, wohin er gehe". Manche Grenzgänger hielten sich nicht an die Vorschriften und etliche versuchten sogar im Schutz der Dunkelheit ihr Glück als Schmuggler. Am 25. September 1818 beobachteten österreichische Zöllner zwei Schwärzer dabei, wie sie eine Kuh über die grüne Grenze bringen wollten und nahmen ihnen das Tier ab. Die beiden Schmuggler aber entkamen unerkannt nach Bayern. Die Zollverwaltung veröffentlichte daraufhin einen Aufruf im Amtsblatt, in dem stand, dass sich die Delinquenten innerhalb von 30 Tagen freiwillig stellen sollten.

Unter den Schmugglern, die auf dem Walserberg erwischt wurden, war der Komponist Richard Wagner wohl einer der prominentesten. Er hatte 1861 seine Frau Cosima in Reichenhall besucht, die dort zur Kur weilte. Am 13. August fuhr er mit einer Kutsche nach Salzburg. Was er dabei am österreichischen Zollamt Walserberg erlebte, hat er später niedergeschrieben:

In einem Einspänner fuhr ich zunächst das Tal hinab nach Salzburg. An der Grenze hatte ich ein Abenteuer mit dem Zollamte zu bestehen. Liszt hatte mir in Weimar ein Kistchen der kostbarsten, von Baron Sina ihm selbst verehrten Zigarren geschenkt; von einem Aufenthalt in Venedig her die unerhörten Chikanen kennend, durch welche die Einbringung dieses Artikels in Österreich erschwert ist, war ich darauf verfallen gewesen, die Zigarren einzeln unter meiner Wäsche und in den Kleidertaschen zu verstecken. Der Zolldiener, ein alter Soldat, schien aber auf solche Vorsichtsmaßnahmen vorbereitet zu sein und zog geschickt aus allen Falten meines kleinen Reisekoffers die Corpora delicti hervor. Ich hatte ihn durch ein Trinkgeld zu bestechen gesucht; dieses hatte er auch wirklich zu sich genommen, und ich war desto empörter, als er mich nun doch vor dem Amte denunzierte. Hier hatte ich eine starke Strafe zu zahlen, erhielt aber nun die Erlaubnis, die Zigarren zurückkaufen zu können, wovon ich jedoch wütend abstand; als mir dann die Quittung für meine ausgezahlte Strafe zugestellt wurde, übergab man mir auch zugleich den preußischen Taler, welchen vorher der Zollsoldat ruhig zu sich gesteckt hatte. Als ich mich dann zur Weiterreise in den Wagen setzte, sah ich diesen Zolldiener ruhig vor einem Schoppen sitzen und sein Stück Brot mit Käse verzehren, wobei er mich höflich grüßte; ich bot ihm jetzt seinen Taler wiederum an, diesmal aber weigerte er sich ihn anzunehmen. Ich habe mich später noch oft darüber geärgert, dass ich damals nicht den Namen dieses Menschen mir geben ließ, da ich den Gedanken festhielt, er müsse ein ausgezeichnet treuer Diener sein, als welchen ich ihn später gern zu mir genommen hätte…

Am 21. August 1984 wurde nach Gesprächen der Bundeskanzler der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, Fred Sinowatz und Helmut Kohl, ein erleichtertes Kontrollverfahren an den gemeinsamen Grenzen eingeführt; die so genannte „E-Spur“ (Europa-Spur). Damit sollten die Wartezeiten für österreichische und deutsche Staatsangehörige an den Grenzen verkürzt und Staus vermieden werden. Durch das Mitführen einer grünen „E-Plakette“ hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur erlaubte Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Ein Jahr später war in einem Erfahrungsbericht der Oberfinanzdirektion München zu lesen: „…hat sich der bisherige Umfang der Kontrollen österreichischerseits nicht verringert. Teilweise werden die Benützer von E-Plaketten häufiger und eingehender kontrolliert als die übrigen Reisenden…“ Obwohl die E-Spur-Regelung offiziell bis zum Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung auch von den deutschen Grenzbehörden nicht mehr angewandt.

Bildergalerie

Weblink

Quellen

  • Herbert Fröhlich: Marzoll, eine oberbayerische Chronik, Bad Reichenhall 2008
  • Andreas Hirsch: Von Salzburg „retour nach Baiern“, Der Rupertiwinkel fiel vor 200 Jahren an das bayerische Königreich zurück, Heimatblätter 9/2010
  • Albin Kühnel: Von der Grenzmauth zum Binnenzollamt – 235 Jahre Zoll am Walserberg, Bad Reichenhall 2000
  • Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, Neustadt/Aisch 2009
  • Norbert Lublasser: Walserberg, ade, Salzburger Nachrichten vom 2. April 1998
  • Reichenhaller Tagblatt vom 10. April 1957
  • Norbert Schindler: Mehrdeutige Schüsse, zur Mikrogeschichte der bayerisch-salzburgischen Grenze im 18. Jahrhundert, Salzburg Archiv 23 (1997)
  • Andreas Hirsch, Bad Reichenhall, Textgestaltung des Artikels

Einzelnachweis

  1. Salzburger Nachrichten, 15. Juli 1968, Faksimile vom 19. Juli 2018