Chronik der Salzburger Obuslinien

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Dieser Artikel behandelt die Chronik der Salzburger Obuslinien.
Ein Artikel über Chronik der Salzburger Dieselbuslinien findet sich unter Chronik der Salzburger Dieselbuslinien.

Die Chronik der Salzburger Obuslinien gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Streckenführung des Obusnetzes des Salzburger Stadtbusses.

Linie M

Die Linie M nahm als erster Obus am 1. Oktober 1940 ihren Betrieb auf. Sie fuhr ursprünglich vom Hans-Schmid-Platz in Maxglan zum heutigen Herbert-von-Karajan-Platz. Bereits am 24. Oktober wurde sie zum Makartplatz verlängert und am 10. November 1940 schließlich zum Hauptbahnhof. Am 19. Februar 1942 wurde der Ring nach Maxglan über Lehen geschlossen. 11 Jahre später übernahm die Linie M auch die Funktion ihrer Schwesterlinie L und wendete in Maxglan, um den Ring in entgegengesetzter Richtung zu befahren.

Am 15. April 1966 wurde die Linie M wieder als Ringlinie in zwei Kurse geteilt und durch die Einführung der neuen Linienbezeichnung 1 und 2 de facto aufgelassen. Seit 5. August 2005 verkehrt die historische Linie M wieder als Ringlinie an Freitag-Nachmittagen im Sommer.

Linie L

Die Linie L wurde als entgegengesetzte Ringlinie zur Linie M am 19. Februar 1942 geschaffen und verkehrte bis zur Übernahme des gesamten Ringbetriebes durch den M bis zum 16. März 1953.

Linie A

Die Linie A entstand am 1. Februar 1944 als Kurs vom Herbert-von-Karajan-Platz nach Obergnigl, aber bereits ab 19. Dezember verkehrte sie nur mehr vom Makartplatz stadtauswärts. Am 16. April 1951 wurde die Linie mit dem kurz zuvor eingeführten B zusammengeschlossen und fuhr nun unter dem Namen A/B von Obergnigl bis Liefering. Zwei Jahre später wurde die verlängerte Linie in Linie A umbenannt. Am 1. August 1957 wurde der alternative Ostast nach Langwied eröffnet, die Linie A fuhr nun abwechselnd Obergnigl und Langwied an. Am 1. März 1972 folgte die Umbennenung in Linie 4.

Linie P

Die Linie P befuhr als Verstärker von 1. März bis 21. Dezember 1949 die Strecke Hauptbahnhof - Herbert-von-Karajan-Platz. Sie wurde mit der Einführung der Linie D wieder aufgelassen. Der Name kehrte 1953 auf der Buslinie vom Hauptbahnhof (ab 1974 von Itzling) nach Parsch wieder. Seit 20. Juli 1978 verkehrt an Stelle der Dieselbusse die Obuslinie 6.

Linie D

Die Linie D entstand am 21. Dezember 1949 als Verbindung vom Hauptbahnhof zur Alpensiedlung Süd. Aus ihr wurde am 29. Oktober 1971 die Linie 3.

Linie D/A

1950 experimentierte die Stadt mit einer Nachtbuslinie von Obergnigl in die Alpenstraße. Die Linie fuhr erfolgreich bis der zunehmende Individualverkehr ihr nahendes Aus vorwegnahm. Am 1. Dezember 1969 wurde die Nachtlinie eingestellt. Bereits zwei Monate später tauchte die Linienbezeichnung aber wieder auf: zu den Hauptverkehrszeiten fuhr nun ein Kurs von der Alpenstraße zur Christian-Doppler-Klinik in Liefering. Am 29. Oktober 1971 wurde diese Linie in 3/A und wenig später in 3/4 umbenannt. Das endgültige Aus für die Linie kam am 12. Dezember 1988. Heute verkehrt zu Stoßzeiten die Expresslinie X4 auf dieser Strecke (seit 14. Dezember 2003).

Linie B

Die Linie B befuhr für gut sechs Wochen ab 1. März 1951 die Strecke Herbert-von-Karajan-Platz - Liefering. Bereits im April wurde sie mit der Linie A zum A/B zusammengelegt. Am 1. November 1953 verschwand die Linienbezeichnung B wieder komplett.

Linie F

Obus 123 Linie F 01

Als letzte große Obuslinie vor der Einführung der Ziffernbezeichnung entstand die Linie F am 1. Dezember 1956. Sie führte von Itzling-Pflanzmann zum Kommunalfriedhof. Ihre Strecke wurde am 15. April 1966 auf die neuen Linien 1 und 2 aufgeteilt, später (1974) aber als Linie 5 wieder reaktiviert.

Linie 1

Am 15. April 1966 taucht mit der Einführung der Linie Itzling-Pflanzmann - Hauptbahnhof - Zentrum - Maxglan erstmals eine Ziffernbezeichnung für den Obus auf. Die Linie wird am 1. Februar 1974 wieder zur Ringlinie umfunktioniert, der Zweig nach Itzling von der Linie 5 übernommen. Mit dem endgültigen Ende der Ringlinie am 14. Dezember 2003 verkehrt die Obuslinie  1  nun vom Messezentrum in Liefering über den Bahnhof und das Zentrum zum Europark in Taxham - und seit 30. September 2005 auch zur nunmehrigen Red Bull Arena in Wals-Siezenheim.

Linie 2

Gleichzeitig mit der Linie 1 wurde der 2er als Verbindung vom Kommunalfriedhof über den Hauptbahnhof und Lehen nach Maxglan eingeführt. Ab 1974 verkehrte die Linie ebenfalls im Ring, nur eben in entgegengesetzter Richtung. Mit dem Ende der Ringlinie bekam der ehemalige 77er die Streckenbezeichnung und am 11. Dezember 2005 wurde die Linie  2  vom Hauptbahnhof nach Obergnigl verlängert.

Linie 3

Die Linie 3 übernahm am 29. Oktober 1971 die Strecke der alten Linie D vom Hauptbahnhof in die Alpensiedlung Süd. Am 9. September 1985 wurde der Nordast nach Itzling-Pflanzmann verlängert und auf dieser Strecke die Linie 5 abgelöst. Von 9. Jänner 1989 bis 14. Dezember 2003 fuhr die Linie  3  als 51er. Seit 14. Dezember 2003 wird im Süden der S-Bahn Bahnhof Salzburg-Süd als Endstation angefahren.

Linie 3/4 (3/D)

siehe #Linie D/A

Linie 4

Am 1. März 1972 wurde auch die Linie A umbenannt und zwar in Linie 4. Sie befuhr bis zum 19. Dezember 1985 wechselweise die Ostäste Obergnigl und Langwied. Mit diesem Datum verabschiedete sich der Obus für 20 Jahre aus Obergnigl. Von 12. Dezember 1988 bis 14. Dezember 2003 fuhr die Linie  4  als 29er. Am 9. Dezember 2007 wurde der Ostast in die Umlandgemeinde Hallwang nach Mayrwies verlängert.

Linie 5

Die Linie 5 übernahm mit ihrer Einführung am 1. Februar 1974 die bereits einmal von der Linie F befahrene Strecke Itzling-Pflanzmann - Kommunalfriedhof. Am 19. Oktober 1981 wurde sie im Süden in die Birkensiedlung in Gneis verlängert, dafür am 9. September 1985 im Norden zum Hauptbahnhof verkürzt. Seit 14. Dezember 2003 wird dieser Abschnitt nach Itzling allerdings zu den Hauptverkehrszeiten wieder von der Linie  5  mitbedient.

Linie 6

Die Linie  6  fährt seit ihrer Elektrifizierung am 20. Juli 1978 auf der Strecke Itzling-West nach Parsch. Ihre Streckenführung blieb bislang unverändert und auch von der Linienumbenennung 1989 blieb sie verschont.

Linie 7

Die Linie 7 war lange Zeit wegen einer ÖBB Kreuzung nicht realisiert worden. Am 7. Juni 1983 ermöglichte dann aber der Einsatz von Obussen mit Batterienotfahranlage das Überqueren der Schienen: Bevor die Unterführung an der Aigner Straße errichtet wurde, befand sich am nördlichen Ende der heutigen Alten Aigner Straße ein beschrankter Bahnübergang, über den auch die Busse rollten. Zunächst als Dieselbusse, doch ab 1983 fuhren auch Obusse - mit einer Besonderheit: als einzige Obuslinie im Stadtgebiet waren diese Fahrzeuge mit automatisch einfahrbarem Oberleitungsgestänge und stärkeren Batterien ausgerüstet. Um nämlich den Bahnübergang queren zu können, mussten die Gestänge, die die Verbindung zur Oberleitung herstellten eingefahren werden. Dann querten die Busse mittels Batteriestrom die Geleise und kuppelten anschließend wieder in die Oberleitung ein. Allerdings war diese technische Ausrüstung nicht ausgereift und so kam es immer wieder zu Ausfällen, wenn auch nie zu gefährlichen Situationen.

Weil die ÖBB Kreuzung vor allem aber bei den Fahrgästen Unbehagen verursachte, wurde die Linie am 25. Jänner 1986 in einen elektrifizierten Nordast und einen Südast, der mit Dieselbussen betrieben wurde, geteilt. Zuerst trafen sich die beiden Kurse im Zentrum, ab 5. Mai 1986 wurde aber der Obus bis kurz vor der ÖBB-Kreuzung in die Josef-Kaut-Straße verlängert. Von 9. Jänner 1989 bis 14. Dezember 2003 verkehrte die Linie als 49er. Seit 12. Dezember 2004 ist auch für die Linie  7  die S-Bahn Haltestelle Salzburg-Süd Endstation.

Linie 77

Die Dieselbuslinie S wurde am 12. August 1986 auf der Strecke Walserfeld - Hauptbahnhof elektrifiziert und erhielt als erste die neue Linienbezeichnung mit zwei Ziffern. Da sie am Hauptbahnhof endete wurde die Sektorenzahl des ausgehendes Sektors verdoppelt. Am 14. Dezember 2003 wurde der 77er in Linie  2  umbenannt.

Linie 29

Nach der Umbenennung der Linie 4 befuhr der 29er die Strecke Forellenwegsiedlung - Langwied. Sowohl die Umbenennung als auch die Verlängerung in die Forellenwegsiedlung gingen am 12. Dezember 1988 von Statten. Am 14. Dezember 2003 wurde die Bezeichnung Linie  4  wieder eingeführt.

Linie 49

Mit der letzten Umbenennungswelle am 9. Jänner 1989 wurde die Linie 7 zum 49er. Nach der Fertigstellung der ÖBB-Unterführung in Aigen konnte diese Linie ab 6. Oktober 1995 wieder durchgehend bis in die Alpensiedlung Süd mit Obussen bedient werden. Am 14. Dezember 2003 wurde sie in Linie  7  rückbenannt.

Linie 51

Die Linie 51 fuhr während der Phase der doppelziffrigen Linienbezeichnungen von 1989 bis 2003 auf der Strecke der Linie  3 .

Linie 95

Die am 9. Jänner 1989 eingeführte Linie 95 war die erste komplett neue Linienführung eines Obusses in 15 Jahren. Sie verkehrte auf der Strecke Alpensiedlung Süd - Lehen und wurde am 10. Dezember 2001 zum Messezentrum verlängert. Seit der Umbenennung in Linie  8  am 14. Dezember 2003 übernimmt die Linie 1 die Strecke von der Schule Lehen zum Messezentrum.

Linie X4

Die Linie X4 wurde als Expresslinie am 14. Dezember 2003 eingeführt, verkehrt aber mittlerweile nur mehr zu Hauptverkehrszeiten auf der Strecke Forellenwegsiedlung - Zentrum - Alpenstraße.

Linie 8

Die Linie 8 entstand am 14. Dezember 2003 durch die Umbenennung der Linie 95. Sie verkehrte ursprünglich an Schultagen von Salzburg Süd bis zur Schule Lehen. Kurz vor der Eröffnung des McArthurGlen Factory-Outlet-Centers in Himmelreich wurde die Linie 8 vom Hanuschplatz über Maxglan nach Wals umgeleitet, um die Anbindung des erwarteten Besuchermagneten an den öffentlichen Verkehr zu verbessern. Zum Fahrplanwechsel 2012 tauschte die Linie 8 mit der Linie 10 den Westast und führt seitdem wieder nach Lehen, genauer gesagt bis zur Buskehre in der Bessarabierstraße.

Die Liniennummer 8 wäre übrigens 1986 schon für die Umstellung der Dieselbuslinie S auf Obusbetrieb reserviert gewesen, sogar die Rollbänder waren bereits gedruckt, als die Neueinteilung der Stadt in Sektoren und die Umstellung der Liniennummern aus dem elektrifizierten S doch einen 77er - heute Obuslinie  2  - werden ließen.

Linie 10

Die Obuslinie 10 nahm am 14. Juni 2009 ihren Betrieb von der Lankessiedlung in Sam bis zum Landeskrankenhaus auf. Seit 14. September 2009 übernimmt sie auch die Verstärkerfahrten der nun nach Himmelreich umgeleiteten Linie  8  zur Schule Lehen. 2012 tauschte die Linie 10 den Westast mit der Linie 8 und führt seitdem vom Hanuschplatz über den Salzburg Airport bis nach Walserfeld.

Linie 12

Die Obuslinie 12 ist die jüngste Obuslinie in der Stadt Salzburg. Sie wurde mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 in Betrieb genommen und verkehrt seit der Fertigstellung des Nelböck-Viadukts am 21. Dezember 2012 auf ihrer vorgesehenen Linie von Josefiau über die Eberhard-Fugger-Straße, Sterneckstraße, Ignaz-Harrer-Straße und den Aiglhof zum Europark. Sie wird nur zu den Hauptverkehrszeiten geführt. Bis zum Fahrplanwechsel 2013 fuhr sie dabei in der Früh und am Nachmittag auf signifikant unterschiedlichen Strecken. Die Vormittagsschleife über das Landeskrankenhaus wurde aber nach einem Jahr wieder aufgegeben.

Linie 14

Die Obuslinie 14 nahm mit Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 ihren Betrieb auf und verkehrt zu den Morgenspitzen als Verstärkerlinie von Josefiau entlang der Linie 3 zum Kiesel und dann über die Saint-Julien-Straße, Ignaz-Harrer-Straße nach Liefering. Sie fährt nur an Schultagen.

Quelle

  • Gunter Mackinger: Der Obus in Salzburg, Verlag Kenning 2005, ISBN 3-933613-74-4
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