Tauernautobahn

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Verlauf der Tauernautobahn durch Salzburg und Kärnten
Tauernautobahn im Tennengau
Tauernautobahn bei Kuchl
Tauernautobahnraststelle Golling
Tauernautobahn beim Ofenauerberg in Golling
Verlauf ver Tauernautobahn im Tennengau, Luftaufnahme von Kuchl in Richtung Norden nach Salzburg, Heli-Sky-Bild
Brücke der Tauernautobahn über das Fritztal

Die Tauernautobahn (A 10) ist eine wichtige Straßenverbindung in Nord-Süd-Richtung in Österreich.

Allgemeine Daten

Die Tauernautobahn beginnt beim Knoten Salzburg und endet beim Knoten Villach. Ihre Gesamtlänge beträgt 192,7 Kilometer, davon verlaufen 23,8 Kilometer in insgesamt zwölf Tunnels. Etwa 108 Kilometer befinden sich im Bundesland Salzburg. Die längsten Tunnels sind der Tauerntunnel (Tauernautobahn) mit 6 765 Metern (erste Röhre) und der Katschbergtunnel mit 5 898 Metern (zweite Röhre); in letzterem verläuft die Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten. Der Scheitelpunkt der Tauernautobahn liegt im Lungau auf 1 340 Metern beim Südportal des Tauerntunnels in Wald in der Gemeinde Zederhaus. Tauerntunnel und Katschbergtunnel sind Mautstrecken. Die Tauernautobahn ist zweispurig je Fahrtrichtung befahrbar.

Geschichte

Im Gegensatz zu den frühen Planungen anderer Gebirgsautobahnen in Österreich (Brenner, Pyhrn) war die Tauernautobahn von Anfang an als „Vollautobahn“ mit vier Spuren geplant. Für die Querung des Alpenhauptkammes wurden insgesamt zehn Trassenvarianten untersucht, darunter auch solche durch das Gasteinertal oder das Großarltal.

Herbert Hübner war jahrelang maßgeblich mit der Planung und dem Bau der Tauernautobahn beschäftigt.

Reichsautobahn

Die Bauarbeiten begannen bereits 1939. Lediglich der kurze Abschnitt vom Knoten Salzburg über den Autobahnanschlussstelle Salzburg-Süd bis zur späteren Überführung der Salzburgerstraße zwischen Anif und Niederalm, wo sie in diese einmündete, wurde noch während der NS-Zeit fertig gestellt. Der Anschluss Salzburg Süd stellte die kürzeste Verbindung zwischen der Autobahn und dem Obersalzberg bei Berchtesgaden her. Die Unterbau war allerdings noch bis zur Salzach weitergeführt worden. Alle anderen Arbeiten blieben in frühem Stadium stecken. Erste Pläne für einen vierspurigen Ausbau gab es allerdings auch schon sehr bald, nämlich 1941.

Tauernautobahn

Ende der 1950er Jahre wurde eine Nord-Süd-Autobahn wieder ein Thema. Der Salzburger Rechtsanwalt Hans Freyborn engagierte sich für den Bau und gründete dafür 1964 eine Studiengesellschaft. Erst 1965 begann man mit der Planung und dem Bau des ersten Abschnitts von Salzburg bis Golling an der Salzach.[1] Eine Entschließung des Nationalrats leitete 1966 konkrete Schritte ein. Mit einer Bundesstraßen-Gesetzesnovelle wurde die Strecke 1968 offiziell zur Autobahn.

1969 begannen die Bauarbeiten an den beiden großen Tunnelabschnitten, im Jänner 1971 die Bauarbeiten für die beiden Haupttunnel, Katschberg- und Tauerntunnel.[1] Am 21. Dezember 1974 wurde der Katschbergtunnel für den Verkehr freigegeben, am 21. Juni 1975 der 44 Kilometer lange Abschnitt von Eben im Pongau bis St. Michael im Lungau. 1980 wurde der Abschnitt im Kärntner Liesertal fertiggestellt.

Zweite Tunnelröhren

Nordportal des Tauerntunnels

Nach dem Tauerntunnelbrand 1999 entschied man sich für den Bau einer zweiten Röhre je Tunnel. Die Bauarbeiten waren dann mit der Freigabe der zweiten Röhre im Tauerntunnel am 30. Juni 2011 beendet.

Die Errichtung der der Scheitelstrecke von Eben im Pongau bis Rennweg (Kärnten kostete 1975 rund 11,8 Milliarden Schilling. Dabei kam ein Autobahnkilometer auf 11,12 Mill. Euro Baukosten. Dazu im Vergleich: 2011 kostete derselbe Autobahnkilometer aufgrund der umfangreichen Umweltmaßnahmen rund 29 Mill. Euro.

Mautgebühren

Nach einem Bericht der Salzburger Nachrichten vom 21. Juni 1975 kostete damals eine Pkw-Einzelfahrt 180 Schilling, was einem heutigen Wert von 583 Schilling oder rund 42 Euro entspräche. 2018 kostete eine Einzelfahrt 11,50 Euro.[1]

Verkehrssituation

Die steigende Verkehrsfrequenz führte immer wieder zu Überlastung und Staus vor allem vor den Tunnels und dies wiederum besonders in den Sommerferien. Ein schwerer Unfall im Tauerntunnel im Mai 1999 bestätigte die Befürworter eines zweiröhrigen Ausbaus der Tunnels. Die Arbeiten an den beiden zweiten Röhren waren 2010 abgeschlossen.

Im Eröffnungsjahr 1975 fuhren 649 000 Fahrzeuge über die Tauernautobahn bei der Mautstelle St. Michael, 2017 waren es nach einer Analyse des Verkehrsclubs Österreich rund acht Millionen Fahrzeuge.[1]

Auf der Tauernautobahn wurden 2010 im Bereich von Anif 2 155 500 Lkw gezählt, eine Steigerung von 3,4 Prozent zu 2009. Bei Hallein waren es 1,7 Millionen Lkw und beim Ofenauer Tunnel mehr als 1,6 Millionen Lkw.

Von Jänner bis April 2011 wurden um 4,14 Prozent mehr Pkw (1,27 Millionen) und um 4,75 Prozent mehr Lkw (349 000) registriert.

1975, im Jahr der Eröffnung, passierten knapp 649 000 Fahrzeuge die Tauernautobahn. 2010 waren es 6,42 Millionen, zehn Mal so viel wie 1975. 1975 waren zwölf Mitarbeiter an der Mautstelle St. Michael beschäftigt, ein Jahr später schon 21 und 2010 waren es 27 Personen (Stammpersonal). Die Mautstelle ist für eine Kapazität von 2 000 bis 2 100 Fahrzeuge pro Stunde in Spitzenzeiten ausgelegt.

Schutzmaßnahmen

Entlang der Tauernautobahn wurden im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt.

Nach einem Murenabgang im Juni 2012 bei Flachau, der den Verkehr auf der Tauernautobahn für einige Tage lahmlegte, investierte die Asfinag 2013 auf Höhe des Steinschüttgrabens 1,7 Millionen Euro in zusätzliche Schutzdämme. Über 130 000 Kubikmeter Erdmassen wurden dabei bewegt. Das Ende der Arbeiten ist für Sommer 2014 geplant[2].

Bilder

 Tauernautobahn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Tauernautobahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weiterführend

Für Informationen zu Tauernautobahn, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Literatur

Quellen

== Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Salzburger Nachrichten, 21. Juli 2018
  2. Salzburger Woche, Ausgabe Pongauer Nachrichten, 22. August 2013