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Hilzensauer

Die Familie Hilzensauer ist eine im Land Salzburg ansässige Familie.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Verbreitung

Die Familie Hilzensauer ist Tiroler Ursprungs.

Der Name ist ein Herkunfts- oder Wohnstattname: Er kommt von einem Gut bzw. einer Örtlichkeit mit dem Namen "Hölzels-au"[1]. Dieser Weiler ist Teil der Gemeinde Niederndorf und befindet sich nördlich von Kufstein. Bereits im 16. Jahrhundert wurde er umgangssprachlich als "Hilzens-au" bezeichnet, wovon sich der Familienname abgeleitet hat. Die Bedeutung dieses bereits 1280 urkundlich als "Hulstinsaw" erwähnten Hofnamens ist "Au in abgelegener Lage"[2], was selbst heute noch zutrifft.

Familienlegenden, die sich sprachwissenschaftlich jedoch nicht halten lassen, leiten den Namen auch gerne von "bewaldeter Au" oder „Au eines gewissen Hilz oder Hülz“ ab.

Auf Grund mundartlicher Aussprache entwickelten sich auch Nebenformen des Namens wie Hölzlsauer (häufig), Hölzauer (selten), Hülzensauer (selten) usw.

Hilzensauer finden sich im Bundesland Salzburg besonders im Pinzgau und im Tennengau.

Ein weiteres Hauptverbreitungsgebiet des – nicht allzu häufigen – Familiennamens liegt auch in der Hinterpfalz (Rheinland-Pfalz, Deutschland) und der Saarpfalz (Saarland, Deutschland)[3].

Vorfahren der Salzburger Hauptlinie

Johannes Hilzensauer (* um 1590; † 23. Februar 1649) war Freibauer am Bauern-Bauernhof in Durchholzen, einem heutigen Ortsteil von Walchsee in Tirol.
Sein Sohn Martin Hilzensauer (* 1633; † 28. November 1676) war ebenfalls Freibauer in Durchholzen und folgte ihm am Hof. Er heiratete um 1650 Martha Gogl, die Erbtochter des Paxerbauern, wodurch auch dieser Freihof in das Eigentum der Familie gelangte.
Beider Sohn Johannes Hilzensauer (* 17. Mai 1655; † zwischen 1714 und 1725) war Freibauer am Paxer-Hof[4] in Durchholzen, während seine Schwester Anna den Freihof Bauern übernahm. Um 1680 heiratete er - vermutlich in Niederndorf - Ursula Schachner, mit der er zwölf Kinder hatte, von denen Jacobus - nach dem Tod des erstgeborenen Sohnes Josef - das älteste war. Jacobus besuchte das „Paedagogium“, also das Jesuiten-Gymnasium, in München und ging 1702 nach Salzburg, wo er an der dortigen Universität Jus studierte und zum Begründer der Salzburger Hauptlinie wurde.

Überblick über die Salzburger Hauptlinie

Der früheste Salzburger Hilzensauer ist somit der Advokat[5] und Notar[6] Jacobus Hilzensauer, J.U.Lic. (* 25. Juli 1682; † 10. März 1725). Sein Sohn Jakob Anton Hilzensauer (* 14. Dezember 1708; † 20. Mai 1775) war ab 1768 hochfürstlicher Stadt- und Gerichtsschreiber[7] in der Stadt Salzburg und hatte mit seiner Frau Maria Elisabeth, geb. Reitmayr, zahlreiche Kinder, von denen der Sohn Josef Franz Xaver Hilzensauer als Wundarzt nach Saalfelden zog.

Josef Franz Xaver Hilzensauer (* 26. September 1762; † 30. Dezember 1834) war Medizinalchirurg, Wundarzt und Bader; er heiratete am 8. Februar 1790 Maria Anna Ruef, Tochter des Joseph Ruef.
Beider Sohn Josef (II.) Martin Hilzensauer (* 11. November 1792; † 17. Februar 1856) war ebenfalls Chirurg und heiratete am 7. Mai 1827 Maria Mayr, Tochter des bürgerlichen Haftelmachers[8] Josef Mayr und der Anna, geb. Rainer.
Beider Sohn Medizinalrat Josef (III.) Johann Hilzensauer (* 17. Oktober 1837; † 1. November 1923[9]) war prakt. Arzt, Medizinal-Chirurg, Knappen-, Bahn- und Gerichtsarzt sowie ein hervorragender und über die Kronlande hinaus bekannter Augenarzt. Er erhielt [[1898][10]], 1908 das silberne Verdienstkreuz mit der Krone,[11] das 'Zivil-Verdienstkreuz goldene Verdienstkreuz mit der Krone' und darüber hinaus wurde ihm am 18. März 1908 auch die Ehrenbürgerschaft des (damaligen) Marktes Saalfelden verliehen.[12] 1921 erhielt er von Bundespräsident Dr. Hainisch den Titel eines Medizinalrates.[13] Auf Grund seiner vielfältigen Verdienste um das Gemeinwohl existiert in der Stadt Saalfelden heute noch die Hilzensauergasse, die nachweisbar so seit dem Jahre 1907[14] heißt.

Die Medizinalchirurgen-Linie

 
Medizinalrat Josef Hilzensauer (* 1837; † 1923)
 
Dr. med. Hans Hilzensauer (* 1870; † 1903)
 
Dr. med. et Dr. phil. Hans Hilzensauer (* 1898; †1962)
 
Prok. Ing. Erik Hilzensauer (* 1929; † 2011)

Der soeben genannte Medizinal-Chirurg Medizinalrat Josef (III.) Johann Hilzensauer (* 17. Oktober 1837 in Saalfelden; † 1. November 1923 in Saalfelden) heiratete am 22. Oktober 1867 in Saalfelden Maria Rottmayr, Tochter des Saalfeldener bürgerlichen Lederermeisters Josef Rottmayr und der Susanna, geb. Bacher.

Sie hatten die Kinder

  • Siegmund Hilzensauer * 13. April 1900 in Saalfelden; gefallen 1944 in Russland; verheiratet am 27. April 1929 in Salzburg mit Elisabeth Rosa Artner (* 19. April 1904 in München); Siegmund Hilzensauer wurde per matrimonium subsequens seiner Eltern in "Siegmund Hagn" umgeschrieben;
  • Berta geb. Hagn, verheiratet mit dem Prokuristen Karl Weninger;

Die Linie des Ökonomierates Ernst Johann Hilzensauer

Ökonomierat Ernst Johann Hilzensauer (* 1869; † 1952), der zweitälteste Sohn des Medizinalchirurgen, war lange Jahre Bürgermeister von Niedernsill; er war mit Ida Maier (* 1876; † 1968) verheiratet und hatte sieben Kinder:

Die Linie des Dr. med. Johann Franz Stefan Hilzensauer

Dr. med. Johann Franz Stefan Hilzensauer (* 26. Dezember 1870 in Saalfelden; † 31. Dezember 1903 in Niedernsill) war praktischer Arzt und Gemeinderat von Niedernsill und hatte mit seiner Frau, Maria Amalia Riedlsperger (* 10. Juli 1872 in Saalfelden; † 22. August 1946 ebenda) die Kinder

  • Dr. med. et Dr. phil. Hans (Johannes) Evangelist Ernst Hilzensauer (* 18. November 1898 in Niedernsill; † 23. Februar 1962 in Klagenfurt), Arzt und Fachpsychologe; verheiratet am 10. Juli 1928 in St. Peter am Holz mit Friederike, geb. Petritsch (* 17. Oktober 1901 in Pöls bei Preding; † 29. April 1987 in Klagenfurt); die beiden Söhne von DDr. Hans Hilzensauer begründeten die Grazer und Klagenfurter Linie der Familie:
  • Prokurist Ing. Erik Hans Georg Albin Hilzensauer (* 29. November 1929 in Graz; † 24. Mai 2011 ebenda), verheiratet mit OSR Dir. Dipl.-Päd. Margareta Elisabeth, geb. Wappel (* 1936 Lafnitz), ein Sohn:
  • Mag. Dr. phil. Erik René Hans Herwig Hilzensauer (* 1968 in Graz), Denkmalschützer am Landeskonservatorat für Steiermark, verheiratet; ein Sohn:
  • Laurenz-Erik Maximilian Frederik Johannes Hilzensauer (* 2009 in Graz)
  • Hofrat Prim. Dr. med. Herwig Franz Josef Albin Hilzensauer (* 10. Juli 1931 in Graz; † 27. Juni 2019 in Klagenfurt), verheiratet mit Dipl.-Päd. Marlene, geb. (Freiin von) Lazarini (* 1936 in Gurkfeld), eine Tochter:
  • Assoc. Prof. Mag. Dr. phil. Marlene Doris Margit Eva Hilzensauer (* 1967 in Klagenfurt)

Die erloschene Linie des Dr. med. Leo Johann Paul Hilzensauer

Dr. med. Leo Johann Paul Hilzensauer (* 25. Juni 1872 in Saalfelden; † 25. Jänner 1904 in Niedernsill) war Arzt und Zahnarzt und hatte mit Klara, geb. Wegscheider (* 29. Jänner 1876 Mariapfarr; † 17. September 1961 Graz), den Sohn

Die Linie des Robert Hilzensauer

Robert Hilzensauer (* 13. Dezember 1875 in Saalfelden; † 16. September 1931 in Saalfelden) hatte mit seiner Frau Maria, geb. Maier (* 1871 in Rabenden, Landkreis Traunstein; † 1. Jänner 1933 in Saalfelden) u. a. die Nachkommen

  • Robert (* 27. September 1899; † 18. Juni 1985), verheiratet mit Karoline, geb. Berger (* 1906; † 6. Oktober 1983)
  • Maria verheiratete Buchauer

Die Linie des Tierarztes Regierungsrat Emil Johann Hilzensauer

Der oben als achtes Kind des Medizinalrats Josef (III.) Johann Hilzensauer und der Maria, geb. Rottmayr, aufgelistete Tierarzt Regierungsrat Emil Johann Hilzensauer (* 7. Februar 1877 in Saalfelden; † 22. Februar 1941 in Schwarzach) hatte mit Maria, geb. Auer (* 25. März 1874; † 1947, Tochter von Georg Auer und Therese, geb. Poschacher), Eigentümerin (1915 bis 1932) des Hotels „Neue Post“ in Zell am See, sieben Kinder:

  • Siegfried Hilzensauer (* 1903?; † 1943), Besitzer des Schüttgutes in Zell am See, das 1941 an Ferdinand Porsche verkauft wurde; verheiratet, Kinder;
  • Hertha, verheiratet mit Ing. Alfred Schandlbauer;
  • Grete (* 3. September 1903), verheiratet mit Wilhelm Schandlbauer, Besitzer des Hotels Lebzelter in Zell am See und (1928) Mitbegründer des Eishockeyklubs Zell am See („Zeller Eisbären“); Sohn Hansjörg Schandlbauer;
  • Roland Hilzensauer (* 1905; † 1943), Buchhalter in Zell am See; verheiratet, zwei Kinder;
  • Kurt Hilzensauer (* 1906; † 27. April 1989), Sparkassenbeamter in Saalfelden;
  • Emil Hilzensauer (* 1910), Dr. jur., Richter in Saalfelden; verheiratet, zwei Kinder;
  • Karlmann Hilzensauer (* 1912; † 1986), Gastwirt; verheiratet, zwei Töchter;
  • Elisabeth verh. Schwarz (* 1919; † 1973); verheiratet, ein Sohn.

Die Linie des Julius Rupert Hilzensauer

Julius Rupert Hilzensauer (* 24. September 1879 in Saalfelden; † 16. Oktober 1960) hatte mit seiner Frau Mathilde, geb. Kainzner (* 27. Februar 1880; † 14. August 1961) den Sohn

  • Obermedizinalrat Prim. Dr. med. Kuno Hilzensauer (* 23. Juli 1905; † 1. Juni 1952), verheiratet mit Marlis, geb. Förster († 26. September 2002); aus dieser Ehe gingen vier Söhne und zwei Töchter hervor.

Weitere Namensträger

  • Dr. Erik Hilzensauer, Mitarbeiter im Bundesdenkmalamt
  • Dr. Gerhard Hilzensauer, Facharzt für Orthopädie in Salzburg
  • Dr. Wolf Hilzensauer[16], Volksschullehrer, Sozialarbeiter und Erziehungswissenschafter in Salzburg
  • Alex "Ali" Hilzensauer, Bassist der Salzburger Band Dos Bastardos
  • Dr. Brigitte Hilzensauer, Literaturwissenschafterin

Quellen

  • Stammbaum der Familie Hilzensauer, Medizinalrat in Saalfelden (maschinschriftliches Blatt, zwischen 1931 und ca. 1942 erstellt)
  • Stammtafel „Nachkommen von Josef Hilzensauer“, von Erik Hilzensauer, Stand ca. 2004
  • Familienchronik Hilzensauer, von Dr. Erik Hilzensauer, Stand 2019
  • Erik Hilzensauer: Herkunft und Wappen der Salzburger Familie Hilzensauer. In: Adler. Zeiftschrift für Genealogie und Heraldik 27 (2013), Heft 2-3, 86-110.

Einzelnachweise

  1. siehe Hölzels-au
  2. siehe Salzburger Familiennamen
  3. Ergebnis von Recherchen auf Geogen und auf herold.at
  4. siehe Paxer-Hof in Durchholzen
  5. siehe Die Hochfürstlich Saltzburgische Consistorial- und Hof-Raths-Advocaten im salzburgischen Hof-Kalender von 1724
  6. siehe Universitätsnotar im im salzburgischen Hof-Kalender von 1724
  7. siehe Stadt- und Gerichtsschreiber in Salzburg 1770
  8. Haftelmacher, auch Heftleinmacher, stellten aus Draht verschiedene Heftlein mit Ösen her. Quelle: Palla, Rudi: Verschwundene Arbeit
  9. Quelle ANNO
  10. Quelle ANNO
  11. Quelle ANNO
  12. Quelle ANNO
  13. Quelle ANNO
  14. Quelle ANNO
  15. Vgl. den Wikipedia-Artikel Eugen Andergassen
  16. Quelle www.phsalzburg.at