Wetter

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Das Lessachtal im Nebel, auf den Bergen Sonnenschein - Inversionswetterlage

Als Wetter bezeichnet man die lokal begrenzten Erscheinungen der Atmosphäre, wie Schneefall, Regen, Sonnenschein, Gewitter und anderes. Wetter ist somit eine kleinräumige und kurzzeitige Betrachtung im Gegensatz zu Klima, das die Wetterbeschreibung eines großen Gebiets über mindestens mehrere Jahrzehnte betrachtet.

Wetter in Salzburg

Geschichte

Nachstehend ein Beitrag von Fritz Zeller aus dem Jahr 1935 über die Geschichte des Wetters um den Untersbergstock, veröffentlicht in der Salzburger Chronik:[1]

  • Die älteste Aufzeichnung über heiße Wetterunbilden in Salzburg reicht zurück ins Jahr 823, wo der Sommer so große Hitze brachte, dass alles ausdorrte und eine große Hungersnot entstand.
  • 997 drückten das Land wieder Hunger und Pest, welche ein heißer Sommer mit sich gebracht hatte.
  • Auch 1157 hatte der trockene Sommer die Pest im Gefolge und ein großer Hagel mit brausendem Sturm verdarb viele Frucht. Viele Häuser wurden beschädigt.
  • 1221 war ein so trockener Sommer, dass man über die Flüsse gehen konnte. Durch viele Wochen war der Verkehr der Salzschiffe auf der Saalach und Salzach unterbrochen. Das Salz musste auf Salzkarren und durch Saumpferde nach Bayern und Österreich gebracht werden.
  • 1249 war wieder große Trockenheit.
  • 1270 war dann eine so große Dürre, dass alles Getreide samt der Fütterei verbrannte und eine große Hungersnot entstand, nur der Wein geriet gut. Die Leute litten arg unter der „großen Haißen".
  • 1296 hungerten durch Trockenheit Menschen und Vieh.
  • 1332 zündete der Sonnenbrand die Bergwälder um Reichenhall und Großgmain an; den ganzen Sommer rauchten die Berge und arge Verwüstungen sah man ringsum.
  • 1338 verdarben während des heißen Sommers die Heuschrecken alles in ganz Deutschland.
  • 1343 herrschte große Teuerung wegen Trockenheit.
  • 1348 wütete während der heißen Zeit der schwarze Tod (Pest). In Mühldorf starben in kurzer Zeit 1 400 Personen. Ungeheure Heuschreckenschwärme, welche in so dichten Massen kamen, dass sie die Sonne verfinsterten, hatten den Anfang der furchtbaren Heimsuchungen gemacht. Die Menschen glaubten das Ende der Welt nahe. Um diese Zeit wurden in Salzburg die Juden grausam verfolgt, weil man sie beschuldigte, sie hätten durch Vergiftung der Brunnen die schreckliche Pest verursacht.
  • 1473 zeichnete sich das Jahr aus, dass es den ganzen Sommer hindurch nie regnete, wodurch eine solche Dürre entstand, das sich der Erdboden spaltete und der ganze Untersberg zu brennen anfing. Auch war große Furcht vor den Türken, weil ein Komet erschien mit einem ausfallend lanzenförmigen Schweife, welcher als der Vorbote eines Türkeneinfalles gehalten wurde.
  • 1482 entstand während der Trockenheit eine Seuche, welche in der Stadt Salzburg allein 4 500 Menschen dahin ­raffte.
  • 1490 gab es einen sehr trockenen Sommer, dass sich der Erdboden spaltete, die Fluren brannten und der Untersberg rauchte.
  • 1540 war der Sommer heiß und so anhaltend trocken, dass die Feldfrüchte und Bergwälder von der Sonnenhitze entzündet wurden. Der Wald am Untersberg von Großgmain bis Grödig fing zu brennen an. Einige hundert Bauern von den Pfleggerichten Plain und Glanegg wurden aufgeboten, durch Aufreißen des Bodens und Wegschlagen der Bäume dem umsichgreifenden Brand vorzubeugen.
  • 1616 war der Sommer so heiß, dass das Vieh vor Hitze tot umfiel.
  • 1636 gab es einen sehr heißen Sommer, dass die Brunnen austrockneten - Bergwälder und große Flächen des Untersberg-Moores fingen zu brennen an. Die Wiesen waren versengt. Die Hitze währte vom März bis Juli. Am 2. August ging ein furchtbares Gewitter nieder, begleitet von Wolkenbruch und Überschwemmung. Der Hagel fiel wie faustgroße Steine. Das Vieh und Wild wurde erschlagen. Obstbäume und Wälder wurden erbärmlich zugerichtet.
  • 1664 große Hitze. Die schweren Gewitter richteten erheblichen Schaden an.
  • 1693. Größe Trockenheit und Hungersnot. Heuschreckenplage. Die Heuschreckenschwärme verfinsterten im Fluge die Sonne. Wo sie sich niederließen, verwüsteten sie das Land und fraßen die Fluren kahl. Es wurde eine arge Teuerung und musste das Getreide mit großen Unkosten aus Österreich und Ungarn eingeführt werden. Die Bauernhöfe wurden nach versteckten Getreidevorräten durchsucht.
  • 1719 war wieder heißer Sommer; zwei furchtbare Gewitter, wobei jedes Mal der Blitz im Turm der Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau in Großgmain einschlug;
  • 1749 kamen im heißen Sommer Heuschreckenschwärme über Österreich her in das Erzstift. Die betroffenen Gemeinden machten Wallfahrten nach Großgmain um Abwendung der Plage.
  • 1751. Hitzewelle im August. Am 29. August furchtbares Gewitter. Um 7 Uhr abends schlug der Blitz in den Turm der Pfarrkirche zu Großgmain ein und fuhr durch die ganze Kirche.
  • 1810 gab es eine dreimonatliche Dürre, welche die Heuernte vereitelte und den Bäumen ihre Fruchtansätze raubte. Futternot, sodass die Bauern ihren Viehstand vermindern und das Vieh an die Metzger verschleudern mussten.
  • 1911 war ein sehr trockener Sommer. Mangel an Trinkwasser; viele Bäche wurden trocken gelegt. Die Bauern mussten Wasser fahren. Die Gemüsegärten wurde dürr gelegt. Auf den Wiesen sah man rote Brandflecken. Wo abgemäht, wuchs kein Halm mehr nach. Auf den Almen am Untersberg herrschte die Viehseuche.
Im Rauriser Talmuseum im Lebensorghaus in Rauris. Im Info-Raum über das Observatorium Sonnblick. Die Wetterentwicklung von 700 n. Chr. bis zum Jahr 2003.

Allgemeines

Das Bundesland Salzburg befindet sich überwiegend im Einflussbereich des atlantisch-maritimes Klima, das durch milde Winter und mäßig warme Sommer mit ganzjährigen Niederschlägen gekennzeichnet ist. Durch eine Veränderung des Klimas kommt es seit etwa 2000 häufiger zu Extremen.

2021: Der kälteste Frühling seit 1996

Im April und Mai zogen immer wieder Schlechtwetterfronten durch das Land, die Temperaturen erreichten selten mehr als +15 °C. Am 25. Mai 2021 fielen auf dem Katschberg 20 Zentimeter Neuschnee und für Fahrzeuge auf der Katschberg Straße wird Schneekettenpflicht verordnet.[2], die Großglockner Hochalpenstraße, auf der erst am 11. Mai die Schneeräumung abgeschlossen war, musste in der zweiten Hälfte Mai an sechs Tagen wegen Schneefall geschlossen bleiben.

2015: Jährlich etwa 50 Sommer- und rund zehn Tropentage

Die Hitzewelle im Juli 2015 machte neugierig zu wissen, wie heiß es in den vergangenen Jahren war. Dazu wertete die Salzburger Landesstatistik die Klimadaten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik für die Messstationen Salzburg-Flughafen und Observatorium Sonnblick aus. Unterschiedlicher konnten die beiden Messstationen nicht sein, liegt doch die Messstation am Flughafen Salzburg auf einer Höhe von 430 m ü. A., jene am Sonnblick hingegen auf 3 109 m ü. A..

Am Flughafen Salzburg wurden in den vergangenen 20 Jahren (1994–2014) im Durchschnitt jährlich 54 Sommertage mit elf Tropentagen gezählt. Bei Sommertagen muss ein Tagesmaximum von mindestens +25 °C, bei Tropentagen sogar von mindestens +30 °C gemessen werden. Den heißesten Sommer gab es im Jahr 2003 mit 91 Sommertagen und 29 Tropentagen, am "kühlsten" war es 1999 mit 42 Sommertagen und vier Tropentagen. Nur einen Tropentag gab es 1997 - bei 48 Sommertagen. Die maximale Tageshöchsttemperatur variierte in den Jahren 1995 bis 2014 zwischen +30,7 °C vom 26. Juni 1997 und +37,2 °C, die am 28. Juli 2013 gemessen wurden. 2014 gab es 43 Sommertage mit neun Tropentagen, wobei das Tagesmaximum von +33,1 °C am 9. und 10. Juni erreicht wurde. Angenehm kühl ist es in den Sommermonaten hingegen am Sonnblick: Bei dieser Messstation wurden in den vergangenen 20 Jahren Tageshöchsttemperaturen zwischen +10,1 und +15,3 °C gemessen.

Wird die mittlere Tagestemperatur der Sommermonate Juni bis August betrachtet, stehen sogar Daten bis 1887 für den Sonnblick und bis 1842 für die Stadt Salzburg zur Analyse bereit. Auch bei dieser Betrachtung war der Sommer 2003 mit einer mittleren Tagestemperatur von +21,3 °C am Salzburger Flughafen und +4,7 °C am Sonnblick der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Am kühlsten war es im Sommer 1913, wo für Salzburg im Mittel nur +14,3 °C und am Sonnblick minus 1,6 °C gemessen wurden.

Informationen zum Salzburger Klima finden sich auch im "Statistischen Handbuch Salzburg", das die Landesstatistik unter der Leitung von Dr. Gernot Filipp zusammengestellt hat und online abzurufen ist[3].

Wetterphänomene

Nördlich des Alpenhauptkammes kommt es immer wieder zu Föhnlagen. Neben immer wiederkehrenden Hochwassersituationen, bedingt durch starken Dauerregen, gibt es aber auch immer wieder Hitzeperioden oder -tage.

Später Schnee im Frühjahr

  • Am 8. Mai 1944 wurde die späteste Schneedecke der Messgeschichte der Stadt Salzburg gemessen. Eine Höhe von einem Zentimeter registrierte man damals an der Wetterstation Salzburg-Flughafen.
  • Am 4. Mai 1987 wurde eine geschlossene Schneedecke an einer Messstation in der Stadt Salzburg mit einem Zentimeter an der Wetterstation Salzburg-Flughafen registriert.
  • Am 5. Mai 2019 schneite es bis in tiefe Tallagen, sogar die Stadt Salzburg war angezuckert.[4]

August-Extreme

2014: Der sonnenärmste August seit 2006

In der Bilanz für den August 2014 stachen besonders die wenigen Sonnentage hervor. Österreichweit war es der sonnenärmste August seit 2006. Seit Beginn der Sonnenaufzeichnungen im Jahr 1884 hatten es nur 13 August-Monate auf weniger Sonnenschein gebracht als jener im Jahr 2014.

In Salzburg fiel um 25 Prozent mehr Niederschlag und das Monatsmittel der Lufttemperatur lag 1,3 °C unter dem langjährigen Durchschnitt. Gewinner in diesem Sommer waren neben den Schwammerlsucher auch die Gletscher, die sich wiederholt über schützenden Neuschnee freuen durften.[5]

2018: Kälteste August-Nacht seit 1998

Die Nacht von Sonntag, den 26. auf Montag, den 27. August 2018 war die kälteste Augustnacht in Österreich seit 1998 sagte Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Montagfrüh. Der kälteste bewohnte Orte war dabei St. Jakob im Defereggental in Osttirol (-0,9 °C). Direkt danach folgten mit Mariapfarr (-0,6 °C) und St. Michael im Lungau (-0,3 °C) zwei Salzburger Gemeinden.

Vor 20 Jahren “wurden im August -1,1 °C in St. Michael und -1,9 °C in St. Jakob gemessen. Außerdem war das auch die erste Frostnacht im August unter 1 400 Meter Seehöhe seit 2005”, so Hohenwarter weiter.

In den Morgenstunden des Montags wurden am Dachsteingletscher -6,6 °C und im Observatorium Sonnblick -6,2 °C gemessen.

August 2018: Schneekapriolen

Am Wochenende 25.26. August 2018 waren rund 40 Zentimeter in den Hohen Tauern gemessen worden. “Ähnliche Schneehöhen gab es in den Hohen Tauern in einem August zuletzt im Jahr 2010”, erklärt der ZAMG-Experte, “damals wurden am 31. August bei der Rudolfshütte und am Sonnblick 40 Zentimeter Neuschnee gemessen. Im Süden Österreichs lagen am Sonntag, den 26. August 2018 auf der Villacher Alpe sieben Zentimeter Neuschnee. Hier gab es im August 2010 vier Zentimeter Neuschnee und im August 1995 sieben Zentimeter.

Der Wintereinbruch von 1995 war besonders heftig. Damals schneite es an der ZAMG Wetterstation bei der Rudolfshütte vom 28. August bis zum 5. September mit nur einem Tag Pause. Die Schneehöhe erreichte dabei schon im August bis zu 72 Zentimeter.

Die am tiefsten gelegene Messstelle mit einer geschlossenen Schneedecke war am Sonntag Bad Gastein (1 092 m ü. A.) im Pongau mit vier Zentimeter Neuschnee. Die letzten Wintereinbrüche mit einer Schneedecke unterhalb von 1 400 Meter Seehöhe gab es in einem August am 31. August 2010 (drei Zentimeter, Hochfilzen), am 30. August 2005 (fünf Zentimeter, Schröcken) und von 29. bis 30. August 1995 (vier bis sieben Zentimeter Neuschnee in Ramsau, Schröcken, Langen, Nauders).

An den ZAMG-Wetterstationen in Bad Gastein und in St. Jakob im Defereggental gab es seit Beginn der durchgehenden Schneeaufzeichnungen im Jahr 1948 noch nie eine geschlossene Schneedecke im August.

2018: Kälteste September-Nacht seit 50 Jahren

In den frühen Morgenstunden des 26. September 2018 sank das Thermometer in Mariapfarr im Lungau auf -5 °C, was in Mariapfarr der tiefste September-Wert dieser Wetterstation seit 1962 war. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) entspricht das auch dem tiefsten je gemessenen Wert im gesamten Bundesland. Ähnlich kalt war es in St. Michael im Lungau (-4,0 °C) und in Tamsweg (-3,9 °C). Auch im Pongau und im Pinzgau sanken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt: In Radstadt wurden -3,9 °C, in Rauris -2,4 °C gemessen.[6]

Saharastaub

mit Sahara-Staub angereicherte Wolken im Juni 2013 über der Stadt Salzburg
Saharastaub im Henndorf am Wallersee am 5. April 2016
Hauptartikel Saharastaub

Durch Zufuhr heißer Luft aus dem nördlichen Afrika, aus der Wüste Sahara, kommt es alle paar Jahre zu besonders heißen Tagen in Salzburg. Auch kann diese Sahara-Luft feine Sandpartikel mit sich führen, was sich in meist gelben Niederschlag, besonders auf Kraftfahrzeugen, offenbart. Am 18. Juni 2013 waren faszinierende Farbenspiele in den Wolken über dem Land Salzburg zu sehen, die durch Sahara-Sand ausgelöst wurden.

Hitzerekorde im Land Salzburg

Hitzerekorde im 20. und 21. Jahrhundert (Auswahl)

Hier einige Salzburger Hitzerekorde der zweiten Hälfte des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts:[7]

+36,9 °C, gemessen an der Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Salzburg in der Stadt Salzburg, Freisaal um 16:30 Uhr
+35,4 °C, gemessen in Lofer
+34,6 °C, gemessen in Zell am See

Dieses zweitägige Hitzewetter (22. und 23. Juli 2009) wurde wiederum durch die Zufuhr heißer Wüstenluft aus der Sahara hervorgerufen, die auch Sand mit sich führte.

19. Juni: +35,8 °C, gemessen am Flughafen Salzburg und in Golling an der Salzach
28. Juli : mit +38,6 °C Grad wurde ein neuer Bundesland-Rekord aufgestellt, der in Salzburg-Freisaal gemessen wurde, im Observatorium Sonnblick waren es 13,7 °C

2003: Heißester Apriltag

Der heißeste Apriltag war der 30. April 2003 für die Stadt Salzburg mit+30,6 °C. Übertroffen wurde er mit dem 27. April 2012, an dem bei der Wetterstation in Salzburg-Freisaal am Nachmittag +31,5 °C gemessen wurden. Der bisherige April-Rekord wurde in Obersiebenbrunn (Niederösterreich) mit +31,0 °C am 24. April 1968 gemessen[10]. Der Mai war der wärmste Mai seit es Messungen und Aufzeichnungen im Land Salzburg gibt.

2018: wärmster April und Mai seit 200 Jahren

Der April 2018 war der wärmste seit dem Jahr 1800 und damit der zweitwärmste in der 251-jährigen Messgeschichte. Die durchschnittliche Monatstemperatur lag um 4,6 C° über dem vieljährigen Mittel. Der österreichweite Temperaturrekord wurde am 20. April mit +30 °C in der Stadt Salzburg aufgestellt.[11]

Viertwärmster Sommer in der Messgeschichte

Der Sommer 2018 geht als viertwärmster in die Messgeschichte ein. Er war um zwei Grad wärmer als der Durchschnitt und hatte zwei bis drei Mal so viele Hitzetage vorzuweisen. Die höchste Temperatur registrierte die ZAMG am 9. August mit 37,3 °C im oberösterreichischen Enns an der Donau. Zudem war die Saison laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sehr trocken.[12]

Die Stadt Salzburg verzeichnet den heißesten Sommer seit Beginn der Messreihen vor 150 Jahren; die Temperaturen im Juni, Juli und August lagen im Durchschnitt 4,3 °C Grad über dem langjährigen Schnitt;

Juni-Rekorde

1980
2013

War schon der der 19. Juni 2013 der bis dahin heißeste Tag im Juni seit, so legte der 20. Juni 2013 "ein eins drauf". Der 20. Juni 2013 wird in die Wetter-Geschichte eingegangen: Mit +38,6 °C wurde in Waidhofen a. d. Ybbs (.) die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur in Österreich registriert. Hier einige Daten[13]

Messstelle m ü. A. alter Rekord mit °C neuer Rekord mit °C Junidaten seit
Salzburg Flughafen 430 14. Juni 1980 35,6 19. Juni 2013 35,7 1874
Salzburg Freisaal 418 23. Juni 2003 34,8 19. Juni 2013 35,8 1987
Abtenau 709 10. Juni 2010 33,9 19. Juni 2013 34,5 2008
Golling an der Salzach 490 10. Juni 2010 34,0 20. Juni 2013 35,7 2009
Großarltal 882 19. Juni 2012 31,1 20. Juni 2013 33,2 2011
Radstadt 858 19. Juni 2002 33,7 20. Juni 2013 34,2 1936
Zell am See 770 19. Juni 2002 33,3 20. Juni 2013 35,2 1948
2019
Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni der Messgeschichte

In der Gesamtbetrachtung ist der Juni 2019 österreichweit, mit einer Abweichung zum Mittel von +4,7 °C, der wärmste Juni seit dem Beginn der instrumentellen Wetteraufzeichnung im Jahr 1767 und hat damit den bisherigen Spitzenreiter, den Juni 2003, um 0,6 °C übertroffen. In den Gipfelregionen war es mit einer Abweichung zum Mittel 1981-2010 mit +4,9 °C um 0,1 °C wärmer wie im Jahr 2003.

An vielen Wetterstationen in ganz Österreich wurden verbreitet neue Rekorde der Junimitteltemperatur erzielt. So zum Beispiel in Lienz mit +21,2 °C (alter Rekord 2003 mit +20,6 °C) oder Rauris mit +18,5 °C (2003, +17,3 °C). Im Hochgebirge war es im Juni 2019 ähnlich warm wie im bisherigen Rekordjuni 2003. Am Sonnblick war es im jetzigen Juni 2019 im Mittel +4,6 °C um 0,2 °C etwa kühler als im Juni 2003.[14]

Am 14. Juni 2019 kletterte das Thermometer um 18 Uhr bei der Messstelle Salzburg Freisaal auf +34,2 °C, in Golling an der Salzach sogar auf +35,4 °C. In der Nacht vom 14. auf 15. Juni 2019 wurden um 02:18 Uhr bei Petes Hobby-Wetterstation Neumarkt am Wallersee +29,4 °C gemessen.

In der Nacht auf von Dienstag, 25. auf Mittwoch, 26. Juni 2019 wurde an 32 Messstationen der ZAMG (von insgesamt 270 Wetterstationen) eine Tropennacht registriert. Zum Beispiel in Wien (Innere Stadt: Tiefstwert +23,6 °C), Retz (+20,9 !C), Podersdorf (+20,8 °C), Fraxern (+20,5 °C), Enns ( 20,5 Grad) und Linz (20,1 Grad). Sogar zwei Orte oberhalb von 1 000 Meter Seehöhe verzeichneten eine Tropennacht: Kolomansberg in Salzburg mit +22,9 °C (1 113 m ü. A.) und Sulzberg in Vorarlberg mit 22,7 °C (1 018 m ü. A.). Beim Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3 109 Meter Seehöhe, sank die Temperatur in in dieser Nacht nicht unter neun Grad. "Das gab es hier in einem Juni noch nie", so die ZAMG.[15]

Am 26. Juni 2019 wurden bei Petes Hobby-Wetterstation Neumarkt am Wallersee um 16:51 Uhr +34,1 °C gemessen.

Am 30. Juni 2019 wurde in Lofer mit 36,8 °C die höchste Temperatur im Juni im Land Salzburg seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gemessen.[16]

Übersicht Juni in Salzburg [14]

Niederschlagsabweichung: -75 %
Temperaturabweichung: +4,7 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer: +38 %
Temperaturhöchstwert: St. Johann in Pongau (634 m ü. A.) +35,7 °C am 26. Juni
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): Sonnblick (3 109 m ü. A.) -2,5 °C am 1. Juni
Temperaturtiefstwert unter 1 000 m ü. A.: Radstadt (835 m ü. A.) +3,9 °C am 9. Juni
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: Salzburg-Flughafen (430 m ü. A.) +21,6 °C, Abweichung +4,8 °C
höchste Sonnenscheindauer: Mattsee (502 m ü. A.) 282 Stunden, Abweichung +30 %

2012: Oktober-Rekorde

Der Freitag, der 19. Oktober 2012, brachte im Großteil Österreichs sonniges und ungewöhnlich warmes Wetter:[17]

Loferer Alm (1  623 m ü. A.): 22,2 °C Grad; bisheriger Rekord 20,3 °C Grad am 2. Oktober 2001, Messungen seit 1995;
Kolomansberg (1 113 m ü. A.): 24,4 °C Grad, bisheriger Rekord 22,7 °C Grad am 7. Oktober 2009, Messungen seit 2008;

November-Wärmerekorde

Am 7. November 1997 wurden 25,4 °C in der Stadt Salzburg gemessen - der bislang höchste Novemberwert im Bundesland Salzburg.

Der Spätherbst 2015 mit Rekordtemperaturen: am 9. November 2015 mit 22 °C in der Stadt Salzburg. Am 5. November 2018 wurden 23,8 °C in Salzburg-Freisaal gemessen - ein wiederum warmer November bahnte sich an.

Dezember-Wärmerekorde

Am 17. Dezember 1989 wurden in Hallein 19,6 °C gemessen - der bisherige Höchstwert. Auf den Tag genau 30 Jahre später, am 17. Dezember 2019 wurden 20,1 °C an der ZAMG-Messstelle am Airport Salzburg gemessen. Ein Höchstwert seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (Messgeschichte). Ursache war eine ausgeprägte Föhn-Wetterlage.[18][19]

In Golling an der Salzach wird mit 18,4 °C am 25. Dezember 2009 der wärmste Weihnachtstag in Österreich seit Ende des Zweiten Weltkrieges gemessen.

Der Dezember 2012 war laut ZAMG[20] der wärmste Dezember seit in Österreich ein flächendeckendes Stationsnetz besteht, also seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Am 24. Dezember 2012 meldete die Wetterwarte Kolm-Saigurn (1 622 m ü. A.) um 13:00 Uhr plus 13,0 °C, die Wetterwarte am Kolomansberg (1 110 m ü. A.) plus 14,5 °C.

Weihnachten 2013 waren mit 19,1 °C (gemessen in Freisaal am 25. Dezember 2013) die wärmsten Weihnachten seit 1993 und österreichweit des Jahres 2013.

Winter 2013/2014

Hauptartikel Wetter im Winter 2013/2014

Das Wetter im Winter 2013/2014 war in vieler Hinsicht ein bisher außergewöhnlicher Winter. Neben Hitzerekorden sah man auch Zugvögel um Monate früher im Bundesland Salzburg als für gewöhnlich.

Winter 2014/2015

Nachdem der November der wärmste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, folgte auch ein ebensolcher Dezember. Am 23. Dezember 2014 erreichte die Temperatur in der Stadt Neumarkt am Wallersee +14 °C[21], in der Stadt Salzburg immerhin knapp über +10 °C, gemessen im Schatten. Der erste flächendeckende Schneefall im Flachgau ereignete sich erst in der Nacht vom 25. auf 26. Dezember 2014, wobei die Menge beispielsweise in Neumarkt am Wallersee zwei Zentimeter betrug[21]. 2012 fiel der erste Schnee in Neumarkt am Wallersee am 1. Dezember.

Am Wochenende 9./11. Jänner 2015 zog Sturm "Felix" vom Nordatlantik über Deutschland und Teile von Österreich hinweg. Im Berchtesgadener Land wurden Temperaturen von über +20 °C gemessen, ebenso in der Stadt Salzburg. Kaum kühler war es im Flachgau, wo die Schneemenge von etwa 40 Zentimeter, die am 31. Dezember 2014 gefallen war, über Nacht wegschmolz.

2021

25. Februar 2021: Seit einem Tag befindet sich mit einer Südströmung wieder Saharastaub in der Luft und am Nachmittag werden in der Stadt Salzburg +20 °C, in Golling an der Salzach +18,8 °C, in Obertauern +10,6 °C und beim Observatorium Sonnblick in 3 114 m ü. A., wo es vor wenigen Tagen -25 °C kalt war heute +1 °C gemessen;

Kältedaten verschiedener Winter

Wetterdaten, Observatorium Sonnblick, die letzten Tage im Februar 2018: die Temperatur fiel unter minus 30 °C.

Wintertemperatur-Rekorde

Am 1. Jänner 1905 wurde im Observatorium am Sonnblick mit minus 37,2 °C die absolut tiefste in Österreich gemessene Temperatur registriert. Auch der Februar 1953 war sehr kalt - im Observatorium am Sonnblick wurden am 8. Februar minus 30,2 °C gemessen[22]

Im Winter 1928/1929 stellte sich Anfang Dezember plötzlich eine Frostperiode mit Temperaturen bis zu minus 32 °C ein. Für drei Monaten herrschte eine durchschnittliche Temperatur von minus 26 Grad Celsius und der Frost reichte bis 1,70 m ins Erdreich.[23] Am 16. Dezember 1929 wurden beim Salzburg Hauptbahnhof minus 15 Grad Celsius gemessen.[24]

Am 8. Februar 1953 wurden im Observatorium am Sonnblick -30,2 °C gemessen - ein kräftiger Kaltluftvorstoß brachte verbreiteten Strahlungsfrost in den Tälern bis unter -20°C[22].

Am 24. Dezember 1962 wurde das kälteste Weihnachten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit minus 10 Grad bei 40 Zentimetern Schnee registriert.

Am 15. Jänner 2015 erreichten unter Föhneinfluss die Temperaturen bis zu 21,1 °C (in Golling an der Salzach).[18]

In der Nacht vom 26. auf 27. Februar 2018 wurde im Observatorium am Sonnblick -31,9 °C gemessen.[25] Und in der Nacht von 27. auf 28. Februar gab es dann einen Kälterekord in der Stadt Salzburg mit -19,6 °Celsius. Und mit –25,2 °C in St. Michael im Lungau war die Nacht auf Montag (25. auf 26. Februar) die bislang kälteste Nacht des Jahres im Land Salzburg.[26]

Wintereinbrüche im Herbst

2011 früher Schneefall

In der Nacht vom 18. auf 19. September 2011 brach ein sehr früher Winter im Land Salzburg mit 20 bis 25 cm Neuschnee ein, der Züge hängen bleiben und eine Sperre der Großglockner Hochalpenstraße notwendig werden ließ. Es war dies rund ein Monat früher als üblich.

2015 früher Schneefall

Am Rupertitag 2015, 24. September, musste die Großglockner Hochalpenstraße aus Sicherheitsgründen wegen Schneefall gesperrt werden. Bis zu 50 Zentimeter Schnee lagen auf der Straße und zwischen dem Fuscher Törl und dem Hochtor (Tunnel) gab es die Schneeverwehungen bis zu zwei Meter Höhe erklärte der stellvertretende Betriebsleiter Peter Embacher im APA-Gespräch.

In Bad Gastein lag am Rupertitag 2015 noch Schnee vom Vortag, an dem die Gasteiner Alpenstraße nach Sportgastein gesperrt werden musste. Dort lag bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Auf der Gerlos Alpenstraße (B 165) herrschte zwischen Wald im Pinzgau und der Passhöhe am Rupertitag vormittags noch Kettenpflicht, auf der Katschberg Straße (B 99) über den Radstädter Tauernpass und dem Katschbergpass auf Salzburger Seite wurde die Schneekettenpflicht wieder aufgehoben.[27].

2022 früher Schneefall

Ein Temperatursturz von 17. September 2022, Samstag, auf Sonntag, 18. September, brachte in höheren Lagen heute ab 1 200 Metern Schnee in der Nacht. Ab 1 700 Metern blieb der Schnee sogar über den Tag liegen, wie etwa in Obertauern; die Rudolfshütte auf 2 315 Höhenmetern meldete 20 Zentimeter Neuschnee. Zu Wochenbeginn bestimmte weiterhin eine kühle Nordwestströmung das Wetter im ganzen Land Salzburg - Höchstwerte von zehn Grad seien zu erwarten. Ab Mittwoch wurde es langsam wieder wärmer. Am Donnerstag war der Morgen zwar frostig, am Nachmittag wurdes aber sonnig mit Temperaturen bis 18 Grad. Es wurde also wieder milder, wenn auch nicht mehr sommerlich.[28]

Regnet es am Wochenende tatsächlich öfters als während der Woche?

Die WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH[29] ist dieser Frage im August 2014 nachgegangen. Sie fand eine Analyse aus dem Jahr 2008, in der Wissenschafter festgestellt hatten, dass es im Zeitraum von 1991 bis zum Jahr 2005 am Wochenende zehn Prozent häufiger geregnet hat als während der Woche. Daraufhin wertete WetterOnline über 20 000 Datensätze von vier deutschen Städten aus. Sie verglichen, an welchen Wochentagen es im Zeitraum von Jänner 2000 bis 2014 geregnet hat und an welchen es trocken blieb (wobei die Menge des Niederschlags unerheblich war).

Das Ergebnis zeigte, dass in den ausgewerteten 14 Jahren während der Woche an knapp 1 900 von rund 3 800 Tagen Regen gefallen war, also an 49,7 Prozent aller Wochentage (Montag bis Freitag). Am Wochenende wurde Regen an rund 770 Tagen oder 50,5 Prozent festgestellt. Somit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass am Wochenende Regen fällt um 0,8 Prozent höher als an Wochentagen.

Zwischen 2000 und 2014 fiel zur Wochenmitte am seltensten Regen, freitags hingegen am häufigsten:

  • Montag: ~ 48,8 %
  • Dienstag: ~ 48,4 %
  • Mittwoch: 48,39 %
  • Donnerstag: ~ 50,9 %
  • Freitag: 51,94 %
  • Samstag: ~ 51,3 %
  • Sonntag: ~ 49,8 %

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Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 2. Juli 1935, Seite 5
  2. Salzburg24.at vom 25. Mai 2021
  3. siehe www.salzburg.gv.at/statistik_daten_handbuch.pdf 2015
  4. Quelle "Später Schnee" Salzburger Nachrichten, 5. Mai 2019
  5. Salzburger Nachrichten, 1. September 2014
  6. Quellen www.sn.at, 26. September 2018 und www.zamg.ac.at
  7. Quelle Salzburger Nachrichten, 22. Juli 2009, Luft aus der Sahara
  8. alle Werte Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik http://www.zamg.ac.at
  9. at.wetter.com
  10. Quelle www.salzburg24.at
  11. Quelle www.zamg.ac.at
  12. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 2. August 2018
  13. Quelle www.zamg.ac.at
  14. 14,0 14,1 Quelle www.zamg.ac.at, abgefragt am 30. Juni 2019
  15. Quelle Salzburger Nachrichten, www.sn.at, 26. Juni 2019
  16. Quelle www.sn.at, 30. Juni 2019
  17. Quelle www.zamg.ac.at, abgefragt am 25. Oktober 2012
  18. 18,0 18,1 www.sn.at/17. Dezember 2019
  19. www.wetter.at
  20. Quelle Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
  21. 21,0 21,1 Quelle Petes Hobby-Wetterstation Neumarkt am Wallersee
  22. 22,0 22,1 Quelle Witterungsspiegel 1953
  23. Quelle Wasserversorung der Stadt Salzburg
  24. Quelle Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. Februar 1929, Seite 10, in anno
  25. Quelle www.zamg.ac.at, Daten Winter 2017/18, abgefragt am 28. Februar 2018
  26. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 28. Februar 2018
  27. Quelle Salzburg24, abgefragt am 24. September 2015 um 11:45 Uhr
  28. www.sn.at, 19. September 2022
  29. Quelle www.wetteronline.de